"sALTo" - Gut und selbstbestimmt älter werden im Stadtteil

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Im Rahmen des Projekts "sALTo" werden die Angebote für ältere Menschen in Bezirksteilen neu überdacht, eine Sensibilisierung für Gesundheitsthemen erreicht und lebensbegleitendes Lernen gefördert.

Logo des Projekts sALTo: Silhoutenn älterer Menschen, ein tanzender Mensch

Das Pilotprojekt "sALTo - Gut und selbstbestimmt älter werden im Stadtteil" wurde von November 2006 bis Mai 2008 im Triesterviertel (10. Bezirk) und im Quadenviertel (22. Bezirk) durchgeführt.

In Kooperation mit Gebietsbetreuungen, Nachbarschaftszentren, Migranteneinrichtungen und politischen Entscheidungsträgern wurden zunächst Ideen erarbeitet. Themen dabei waren unter anderem die Neuinterpretation von verfügbaren Angeboten im Stadtteil, die Sensibilisierung für Gesundheitsthemen und die Förderung des lebensbegleitenden Lernens. Die Ideen wurden gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus den Stadtteilen umgesetzt.

Es wurden Maßnahmen erarbeitet, die Bewohnerinnen und Bewohner beim aktiven und selbstbestimmten Altern unterstützen. Fragestellungen waren unter anderem:

  • Wie können Menschen möglichst lange selbstbestimmt, gesund und aktiv im heimatlichen Grätzel leben?
  • Welche Angebote sind wichtig, damit die Lebensqualität für alternde Menschen im Stadtteil möglichst hoch ist?
  • Was brauchen Frauen, Männer, Migrantinnen und Migranten, um gesund älter zu werden und ihr Alter aktiv zu gestalten?

Zielgruppen

Das Konzept verfolgte einen vorwiegend präventiven Ansatz. Der Schwerpunkt in der Zielgruppe lag auf den noch relativ mobilen älteren Menschen. Leitgedanke war, dass rechtzeitige Prävention notwendig ist, um geistig und körperlich gesund alt werden zu können. Prävention ermöglicht den Blick auf die Ressourcen, bevor sie noch zu Defiziten werden.

Die Situation älterer Migrantinnen und Migranten unterscheidet sich in manchen Punkten wesentlich von jener der österreichischen älteren Menschen. Beim Ansprechen von älteren Migrantinnen und Migranten wurden insbesondere migrationsspezifische "Lebensthemen" aufgegriffen. Das waren Themen wie die Erinnerung an die frühere und jetzige Heimat und an den Wechsel von der einen Heimat in die andere.

Aktivierung und Resonanz

Die Bearbeitung des Themas in den Grätzeln ging von einem aktivierenden Ansatz aus. Die Ideen für beide Grätzeln wurden in einem breit gefächerten Prozess mit verschiedenen Methoden erarbeitet. Es wurden zum Beispiel aktivierende Interviews geführt und Kreativ-Workshops des Bearbeitungsteams veranstaltet. Die Umsetzung der Maßnahmen basierte auf den im Stadtteil vorhandenen Ressourcen. Personen und Strukturen im Stadtteil trugen die erarbeiteten Maßnahmen mit und ermöglichten eine längerfristige Wirksamkeit. Die Umsetzung wurde jeweils von einer lokalen "Resonanzgruppe" vor Ort begutachtet.

Maßnahmen in unterschiedlichen Bereichen

Die Maßnahmen, die im Projekt entstanden sind, waren in den Bereichen Alterns-Empowerment, Gesundheitsförderung und Förderung der Alternsfähigkeit angesiedelt. Themen wie Übergewicht, Diabetes, Schutz vor Erkrankungen des aktiven und passiven Bewegungsapparates oder Depressionen wurden präventiv aufbereitet. Anschließend wurden sie für die Zielgruppe aktivierend gestaltet.

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Grätzeln sollten in Zukunft mehr Möglichkeiten finden, Faktoren, die für ihre Gesundheit und ihr Altern entscheidend sind, zu beeinflussen. Sie sollten befähigt werden, ihre eigene Gesundheit zu verbessern, zu erhalten oder wiederzuerlangen. Durch die Maßnahmen sollte eine positive Auseinandersetzung mit dem eigenen Altern und ein neuer Blick auf das alternde Ich angeregt werden. Diese Maßnahmen sollten "indirekt" die Gesundheit positiv beeinflussen. Sie sollten eine aktive Gestaltung des Alternsprozesses ermöglichen.

Die Maßnahmen wurden differenziert nach jahreszeitlich bedingten Unterschieden im Alltag der Grätzel-Bewohnerinnen und -Bewohner erarbeitet (Sommer und Winter). Die Zeitspanne, die die Umsetzung der Maßnahmen brauchte, war sehr unterschiedlich. Sie reichte von "Sofortmaßnahmen" bis zu Denkanstößen, die erst in einigen Jahren ihre volle Wirkung entfalten. Es wurden auch komplexe Projekte gestartet, die eine längere Vorlaufzeit benötigen.

Projektbeispiele

  • Generationen-Gremien in den beiden Grätzeln: vernetzen und verändern - regelmäßige Treffen unterschiedlicher Institutionen (Bezirk, Bewohnerinnen und Bewohner, Pfarren, Beratungszentren et cetera)
  • Generation_mixed: dabei sein bringt's! - Beim intergenerativen Sportfest hatten jene Teams die besten Chancen zu gewinnen, die eine möglichst bunte Altersmischung hatten.
  • Vitalbilder für lokale Institutionen: Vitalität greifbar machen - ein Arbeitsinstrument auf Basis einer Vitalbilanz des Grätzels, mit dem Einrichtungen ihre Aktivitäten auf das Thema "gut und selbstbestimmt Altern" abstimmen konnten
  • Lehr- und Lernfelder: nicht nur Pflanzen schlagen Wurzeln - eine Pflanzaktion auf den Grünflächen eines Gemeindebaus, wo Schulkinder und ältere Bewohnerinnen und Bewohner gemeinsam aktiv wurden und ihr Lebensumfeld gestalteten
  • Vital-Postkarten: sammeln erwünscht! - eine Postkarten-Serie, die mit bunten Zitaten ("ich hätt’ es nicht geglaubt, Eislaufen verlernt man nicht!") 100 Gründe aufzeigten, hinauszugehen

Auszeichnungen und Preise

Abbildung der Urkunde

Verleihungsurkunde

Das Wiener Pilotprojekt "sALTo - gut & selbstbestimmt älter werden im Stadtteil" wurde im Herbst 2007 im Rahmen des European Public Sector Award der Deutschen Bertelsmann Stiftung in der Kategorie "Den demografischen Wandel steuern" ausgezeichnet. Als interdisziplinäres Projekt verschränkt "sALTo - Gut und selbstbestimmt älter werden im Stadtteil" die Arbeitsfelder Stadtplanung und Gesundheitsförderung miteinander. Es ist gleichzeitig ein Leitprojekt der Stadtentwicklung für Gender Mainstreaming.


Urkunde Seniorenfreundliche Gemeinde 2008

Verleihungsurkunde

Einer der beiden teilnehmenden Bezirke, die Donaustadt, wurde 2008 neben Graz, Salzburg und Götzis mit dem Preis "Seniorenfreundliche Gemeinde" ausgezeichnet. Der Preis wird vom Bundesministerium für Soziales, dem Konsumentenschutz der Volkshilfe Österreich und dem Österreichischen Pensionistenverband verliehen. In der Begründung zur Auszeichnung wurden die Errichtung des Generationenspielplatzes Meißnergasse, die Durchführung der Seniorenmesse und die Teilnahme am Pilotprojekt "sALTo" genannt.


Urkunde vom Verwaltungspreis 2008 für das projekt sALTo

Verleihungsurkunde

Im Herbst 2008 wurde das Projekt auf nationaler Ebene im Rahmen des Österreichischen Verwaltungspreises 2008 mit einer Anerkennung ausgezeichnet. Die Einreichung fand in der Kategorie "Bürgerorientierung in der Verwaltung" statt. Die Jury lobte insbesondere die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger in die Verbesserung der Lebensqualität in den Wiener Stadtteilen sowie die Verknüpfung unterschiedlicher Aspekte und die gelungene Umsetzung. "Maßnahmen wie Generationenbänke, Telefonkette, et cetera sind innovativ und beispielgebend".


Abbildung des Diploms

Anerkennungsschreiben

Zuletzt wurde dem Projekt im Rahmen des UN-Habitat-Programms eine weitere internationale Anerkennung zuteil: sALTo wurde im Februar 2009 beim "Dubai International Award for Best Practices 2008" als Good Practice ausgezeichnet und in die Habitat Best Practices Database aufgenommen.


Teilnehmerinnen und Teilnehmer

Das Projekt "sALTo - Gut und selbstbestimmt älter werden im Stadtteil" wurde von Beginn an durch einen Arbeitskreis begleitet, der sich aus Vertreterinnen und Vertretern der nachstehenden Dienststellen, Institutionen und Büros zusammensetzte:

Weiterführende Informationen

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