Schlussfolgerungen - Kleinräumige Bevölkerungsprognose für Wien 2005-2035 - Studie 2005

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Aus den Annahmen der Kleinräumigen Bevölkerungsprognose für Wien ergäbe sich in den nächsten drei Jahrzehnten eine Bevölkerungszunahme um 336.600 Personen (plus 21 Prozent). Damit würde sich die Bevölkerungszahl Wiens von 1,626 Millionen (2005) auf 1,963 Millionen (2035) erhöhen. Der Bedarf an Wohnungsneubau wird demzufolge erheblich steigen.

Da die Bevölkerungszunahmen vor allem auf internationaler Zuwanderung beruhen, dürfte vor allem die Zahl der ausländischen Bevölkerung deutlich ansteigen. Daher sind neue Anforderungen an die Integrationspolitik (berufliche Weiter- und Erwachsenenbildung) sowie die öffentliche Infrastruktur in diesem Bereich zu erwarten.

Zunahme der Alterung

Die demografische Alterung der Wiener Bevölkerung nimmt im Verlauf des Prognosezeitraums zu. Dadurch verschieben sich die Proportionen wichtiger Altersgruppen zueinander erheblich. Am Ende des Prognosezeitraums (2035) werden die stark besetzten Jahrgänge der 2005 rund 30- bis 40-Jährigen voraussichtlich das Pensionsalter erreichen. Damit dürfte Wien im Jahr 2035 vermutlich mehr ältere Einwohnerinnen und Einwohner haben als zu Beginn der 1970er-Jahre.

Dies wird nicht ohne Auswirkungen auf das Gesundheitswesen bleiben: Die Zunahme der Lebenserwartung war bislang von einem Anstieg der Anzahl behinderungsfreier Lebensjahre begleitet. Trotzdem dürften durch die erheblich höhere Zahl von Hochbetagten (über 85 Jahre) künftig wesentlich mehr Personen in Wien regelmäßiger Pflege und/oder Behandlung bedürfen. Auch Konsequenzen für die öffentliche Finanzierung der Alterssicherung sowie die Nachfrage nach Dienstleistungen in Wohnungsnähe sind zu erwarten.

Zunahme der Ein-Personen-Haushalte

Auch der Anteil an Ein-Personen-Haushalten wird weiter zunehmen, was auch mit der Zunahme älterer Menschen zusammenhängt. Wien liegt derzeit schon mit einer durchschnittlichen Haushaltsgröße von 2,1 Personen beziehungsweise 46 Prozent Single-Haushalten an der Spitze aller Bundesländer. Dieser Anteil wird noch auf über 50 Prozent anwachsen.

Bevölkerungszunahme im Umland

Die Suburbanisierung wird auch zukünftig die Bevölkerungsentwicklung im Wiener Umland entscheidend gestalten. Fortgesetzte Stadt-Umland-Wanderungen und internationale Zuwanderung in das Wiener Umland werden zu einer weiteren Bevölkerungszunahme im Umland führen.

Gezielte Förderung von Wirtschaft und Infrastruktur

Neben den genannten Aspekten übt die Veränderung der demografischen Struktur einen entscheidenden Einfluss auf die Entwicklung und die Attraktivität von Regionen, ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, ihr lokales Steueraufkommen und die Auslastung der jeweiligen Infrastruktur aus.

Zwischen diesen einzelnen Faktoren besteht ein enger funktionaler Zusammenhang. Denn die Bevölkerung einer Region verändert sich umgekehrt in Abhängigkeit von ökonomischer Entwicklung und verfügbarer Infrastruktur. Mithilfe von (kleinräumigen) Bevölkerungsprognosen und Analysen können zukünftige öffentliche Maßnahmen optimiert werden. Damit wird eine bessere infrastrukturelle Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner gewährleistet. Ausgaben können gezielter eingesetzt und auf ihren Nutzen überprüft werden. Oberstes Ziel ist es, die Attraktivität von Stadtteilen zu sichern oder zu verbessern.

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