Energieeffizienz-Richtlinie der EU (EED)

Die EU verfolgt das Ziel, 20 Prozent ihres Primärenergieverbrauchs bis zum Jahr 2020 einzusparen. Dazu wurde am 25. Oktober 2012 die Energieeffizienz-Richtlinie 2012/27/EU verabschiedet. Sie ist seit 4. Dezember 2012 in Kraft.

Mit der Richtlinie soll sichergestellt werden, dass der Energieeffizienzplan der Europäischen Kommission in verbindliche Maßnahmen überführt wird. Damit soll ein erheblicher Beitrag zur Erreichung des EU-Energieeffizienzziels geleistet werden.

Zentrale Inhalte

Die Energieeffizienz-Richtlinie enthält rechtlich bindende Maßnahmen, um die Anstrengungen der Mitgliedstaaten für eine effizientere Energienutzung zu verstärken. Die Maßnahmen reichen von der Erzeugung, der Übertragung und Verteilung bis hin zum Verbrauch. Sie bestehen aus verpflichtenden Vorgaben beziehungsweise Zielen und beinhalten Sanktionen bei Nichterreichen:

Festlegung eines Energieeisparzieles
Jeder Mitgliedstaat hat einen Richtwert für ein nationales Energieeffizienzziel festzulegen.
Gebäuderenovierung
Festlegung einer nationalen langfristigen Strategie für die Renovierung von Gebäuden.
Vorbildwirkung des öffentlichen Sektors
Seit 1. Jänner 2014 sind jährlich drei Prozent der Fläche beheizter beziehungsweise klimatisierter Gebäude, die sich im Eigentum des Bundes befinden und von ihm genutzt werden, zu renovieren.
Beschaffung durch öffentliche Einrichtungen
Die Mitgliedstaaten sollen sicherstellen, dass öffentliche Einrichtungen nur Produkte, Dienstleistungen und Gebäude mit hoher Energieeffizienz beschaffen.
Einrichtung eines Energieeffizienzverpflichtungssystems oder gleichwertiger Alternativmaßnahmen
Die Mitgliedstaaten stellen sicher, dass die verpflichteten Energieverteilerinnen und -verteiler beziehungsweise Energiehändlerinnen und -händler bis zum 31. Dezember 2020 ein kumuliertes Endenergieeinsparungsziel in Höhe von 1,5 Prozent des jährlichen Energieabsatzes an Endkunden erreichen. Gegebenenfalls können über alternative Maßnahmen Energieeinsparung im selben Ausmaß erzielt werden.
Verbrauchserfassung und Abrechnungsinformationen
Ziel ist es, die Konsumentinnen und Konsumenten über ihren Energieverbrauch zeitnah und besser zu informieren. Dazu sollen "smart meters" nicht nur bei Strom und Gas, sondern auch im Fernwärmebereich zum Einsatz kommen.
Durchführung von Energieaudits
Hochwertigen Energieaudits für alle Endkundinnen und -kunden sollen verstärkt werden.
Förderung von Effizienz bei der Wärme- und Kälteversorgung
Um bestehende Effizienz-Potentiale bei der thermischen Erzeugung von elektrischer Energie zu erhöhen, sollen nur mehr Projekte realisiert werden, die eine Abwärmenutzung beinhalten. Eine Analyse der Potentiale für Wärmenutzungen soll alle Nutzungsmöglichkeiten eines Mitgliedstaates aufzeigen.

Energieeffizienzrichtlinie - Europäische Kommission

Österreichische Energieeffizienzziele

Die Energieeffizienz-Richtlinie legt fest, dass jeder Mitgliedstaat jährlich einen Fortschrittsbericht zu legen hat. Im ersten Fortschrittsbericht von 2013 hat jeder Mitgliedstaat sein angestrebtes Einsparziel bekanntgegeben. Außerdem hatten die Mitgliedstaaten bis zum 30. April 2014 und danach alle drei Jahre einen nationalen Energieeffizienz-Aktionsplan an die Europäische Kommission zu übermitteln.

Das Österreich strebt bis 2020 einen Endenergieverbrauch von 1.100 Petajoule (PJ) an. Das entspricht Endenergieeinsparungen von 200 PJ gegenüber der bisherigen Entwicklung. Dieses Ziel bedeutet für den Primärenergieverbrauch einen Wert von 1.320 PJ im Jahr 2020.

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