"Raus aus Gas"-Vorzeigeprojekt Zwölfergasse
- Sanierung und Umstellung eines Gründerzeithauses von Erdgas auf Erdwärmeversorgung in 2 Ausbaustufen
- 1. Schritt: 4 Erdwärmesonden mit 100 bis 150 Meter Tiefe im Innenhof zur Versorgung der neuen beziehungsweise vollsanierten Wohnungen mit Niedertemperatur-Wärmeabgabesystem
- 2. Schritt: für übrige Wohnungen weitere 3 Erdwärmesonden mit 200 Meter Tiefe im Gehsteig, das heißt erstmals Erdsonden-Bohrungen im öffentlichen Raum
- Nach Fertigstellung im Frühjahr 2023: Vollversorgung mit Erdwärme zum Heizen, Kühlen und zur Warmwasserbereitung
- Solarthermie zur "Überregeneration" der Sonden sowie Photovoltaik-Anlage zur Versorgung der Wärmepumpe
Das Pilotprojekt zeigt wie ein Gründerzeithaus auf eine zentrale Erdwärmeversorgung umgestellt werden und welche Rolle dabei ein Gehsteig spielen kann.
Ein 4-geschoßiges Gründerzeithaus mit Hoftrakt in der Zwölfergasse 21 im 15. Bezirk sollte thermisch saniert, modernisiert und von Gas auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung umgestellt werden. Angesichts der schlechten Bausubstanz, fehlender Anschlussmöglichkeit an die Fernwärme und beengter Verhältnisse vor Ort erwies sich dieses Vorhaben als besonders herausfordernd.
Im Zuge der Umbauten wurden 4 der 12 Bestandswohnungen zu 2 sanierten zusammengelegt und 4 neue Wohnungen geschaffen, 3 davon im neu ausgebauten Dachgeschoß. Alle Fassaden wurden mit 18 Zentimeter Wärmedämmung und neuen Fenstern umfassend thermisch saniert. Durch einen Liftzubau sind nun alle Wohnungen außerdem barrierefrei.
Die Umstellung der Energieversorgung erfolgt bis April 2023 in 2 Schritten von Erdgas zu Erdwärme: In der 1. Ausbaustufe wurden mit einem Mini-Bohrgerät im engen Innenhof 4 Erdwärmesonden mit 100 bis 150 Metern Tiefe umgesetzt, welche die sanierten und neu geschaffenen Wohnungen über Niedertemperaturheizkörper beziehungsweise Fußbodenheizung versorgen. Da der Wärmeertrag aus diesen Bohrungen aber nicht ganz ausreicht, werden die Sonden zudem mittels Solarthermie "überregeneriert", sodass im folgenden Winter mehr Energie entnommen werden kann. Durch dieses Verfahren gelingt es, das Grundstück optimal zu nutzen.
In einer 2. Ausbaustufe sollen auch die noch nicht vollsanierten Wohnungen mit Hochtemperatur-Radiatoren auf Erdwärme umgestellt werden. Da die Hoffläche bereits ausgereizt ist, wird hierfür erstmals im Rahmen eines solchen Projekts in Wien auf öffentliches Gut und damit auf den Gehsteig vor dem Gebäude ausgewichen. Durch diese zusätzlichen drei 220 Meter tiefen Bohrungen kann das gesamte über 100 Jahre alte Gebäude dann hocheffizient und CO2-frei mit Wärme, Kälte und Warmwasser versorgt werden. Die zentrale Wärmepumpe hierfür wird aus einer Photovoltaik-Anlage am Dach gespeist.
Stadt Wien | Energieplanung
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