Südtiroler Platz - Neugestaltung

Der Hauptbahnhof und die umgebenden Stadtviertel nehmen Gestalt an. Die große Platzfläche westlich der Favoritenstraße wurde fertig gestellt, die Umsetzung der kleinen östlichen ist für 2017 geplant.

Grünfläche mit Spielmöglichkeiten zum Hüpfen

Am neu gestalteten Platz finden sich Spielmöglichkeiten.

Platz mit heller Oberfläche, Bäumen, Denkmal, viele Menschen

Eröffnungsveranstaltung zur neuen Platzgestaltung


Mit der Errichtung des Wiener Hauptbahnhofs haben sich die Rahmenbedingungen für den Südtiroler Platz im 4. Bezirk, das neue städtebauliche Gegenüber des Bahnhofs, geändert.

Bisher wurde der Platz beidseits der Favoritenstraße von der Bevölkerung als wenig attraktiver Ort empfunden. Er bot kaum Raum zum Verweilen. Das hat sich nun zum Positiven verändert.

Die Stadt Wien realisierte gemeinsam mit dem Bezirk die Neugestaltung des Platzes, der für viele am Hauptbahnhof Ankommende der erste Eindruck des öffentlichen Raums in Wien ist.

Prozess mit Beteiligung und Wettbewerb

Im Herbst 2013 wurden Anrainerinnen und Anrainer zu ihren Anforderungen an den künftigen Platz befragt. 540 Personen beteiligten sich online und vor Ort. Die Ergebnisse wurden in Schlüsselqualitäten zusammengefasst. Dazu zählten kurze und direkte Wege, Möglichkeiten für Aufenthalt und Begegnung, ausreichende Sicherheit und erlebbares Grün.

Diese Qualitäten waren Grundlage für den von der Abteilung Architektur und Stadtgestaltung (MA 19) und KÖR - Kunst im öffentlichen Raum - ausgelobten geladenen Realisierungswettbewerb.

Sechs Teams aus Österreich, Deutschland, Belgien und Holland wurden im Jänner 2014 eingeladen, Vorschläge für eine gestalterische und künstlerische Aufwertung des Platzes einzubringen. Sie waren aus den Bereichen Architektur/Landschaftsplanung und Kunst zusammengesetzt. Gefordert war eine Mischung aus flächigen und punktuellen Eingriffen, die die besondere Lage des Platzes und die Wünsche der Bevölkerung bestmöglich berücksichtigen.

Auch bei der Zusammensetzung der Jury wurde darauf geachtet, verschiedene Sichtweisen einzubringen. Neben Architektur, Landschaftsplanung und Kunst war auch eine Bürgerin in das Wettbewerbsverfahren eingebunden.

rechts Grünfläche neben Staudenbeet, daran Betonpodest als Sitzmöglichkeit, im Hintergrund Lichtskulptur auf U-Bahn-Lüftungsschacht

Blick Richtung Wiedner Gürtel

Grünfläche, links Bäume, rechts Lichtskulptur auf U-Bahn-Lüftungsschacht

Blick Richtung Hauptbahnhof


Wettbewerbsgewinner

In der Sitzung des Preisgerichts am 28. April 2014 wurde unter dem Vorsitz von Universitätsprofessorin Lilli Licka der Beitrag von zwoPK Landschaftsarchitektur und des Berliner Künstlers Michael Sailstorfer von der Jury zur Realisierung empfohlen.

Ausgangspunkt für die Entwurfsüberlegungen des prämierten Beitrags sind die Wegebeziehungen und der inselhafte Charakter des Platzes. Alle wichtigen und bestehenden Gehwegverbindungen werden aufgegriffen und gestärkt, Spiel- und Aufenthaltsbereiche integriert.

Das gesamte Planungs- und Bauvorhaben wurde zusätzlich von einer Gruppe der Lokalen Agenda Wieden begleitet, die auf die Einhaltung der im Beteiligungsverfahren festgelegten Qualitäten achtete.

Grüne Inseln mit Spiel- und Sitzmöglichkeiten

eingefasste Grünfläche mit Sitzmöglichkeit aus Holz

Neue Sitzmöglichkeiten bieten Platz zum Verweilen.

Vier "grüne Inseln" heben sich durch ihre Höhenentwicklung und die Bepflanzung mit Gräsern und Stauden von der Platzfläche ab. Die Inseln sind mit Sitzbändern aus Holz eingefasst, kleinräumige Aufweitungen ergeben lokale Spiel- und Aufenthaltsbereiche.

Trinkbrunnen, Spielgeräte und geschützte Sitzbereiche mit Ausblick unterstützen den Wunsch nach Kommunikation und lassen auch noch andere Nutzungsmöglichkeiten offen.


Lichtskulpturen

Lichtskulptur als dreidimensionale grün leuchtende sich windende Schnur, vor bestehender Häuserfront

Lichtskulptur als Blickfang am neu gestalteten Platz

Über den Lüftungsschächten der U-Bahn wurden drei Lichtskulpturen angeordnet. Sie spiegeln die Bedeutung des Platzes als Verkehrsknotenpunkt wider. Ideengeber waren bei Ortsbegehungen entstandene Zeichnungen, die die Verkehrssituation vor Ort zeigen. Sie erinnern an Landkarten, Wege oder Routen, denen Reisende folgen, die den Platz queren.

Die Skulpturen besitzen die nötige Transparenz, um nicht Sichtbarrieren zu sein, können aber vom Bahnhof aus wahrgenommen werden. Damit reagieren sie auf die Besonderheit des Ortes.

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Architektur und Stadtgestaltung (Magistratsabteilung 19)
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