Bildungscampus Aron Menczer - in Planung

Im dritten Bezirk auf den Aspanggründen soll bis 2021 ein neuer Bildungscampus für 1.350 Kinder entstehen. Die Inbetriebnahme ist für September 2021 geplant.

Modellbau mit Bäumen

Modell des Siegerprojekts

Luftbildaufnahme mit gekennzeichnetem Bauplatzbereich

Bauplatz an der Schnellbahntrasse


Der Bauplatz des Bildungscampus liegt im Westen des circa 20 Hektar großen Stadtentwicklungsgebietes Aspanggründe - Eurogate. Westlich wird der Bauplatz durch die Adolf-Blamauer-Gasse und die parallel dazu verlaufende Schnellbahntrasse begrenzt. Im Norden und Osten wird das Planungsgebiet durch den bereits fertiggestellten Teil des Leon-Zelman-Parks entlang der Rubin-Bittmann-Promenade gefasst. Der Haupteingang in die neue Bildungseinrichtung soll von Süden erfolgen.

Bildungsangebot im neuen Campus

Der Bildungscampus Aron Menczer ist Teil des Campus plus-Modells: "Campus plus" für gemeinsame Kindergärten und Schulen.

Das Bildungsangebot für Kinder bis zu sechs Jahren umfasst einen 14-gruppigen Kindergarten. Er besteht aus jeweils vier Kindergarten- und Familiengruppen, drei Kleinkinder- und zwei Integrationskindergartengruppen.

Zudem soll am Standort eine 17-klassige Ganztagsvolksschule geführt werden.

Für sozial, emotional benachteiligte Kinder sowie Kinder mit besonderen Bedürfnissen sind sieben Klassen Sonderpädagogik, eine heilpädagogische Gruppe und vier basale Klassen vorgesehen. Zusätzlich werden in der Bildungseinrichtung Therapieräume, ein Normturnsaal, zwei Gymnastiksäle sowie eine Musikschule untergebracht sein.

Wettbewerb mit 48 Beiträgen

Von der Stadt Wien wurde ein EU-weiter, offener, zweistufiger Realisierungswettbewerb ausgelobt. Die Beurteilungssitzung für die zweite Wettbewerbsstufe fand im Februar 2017 statt. Das Projekt von Architekt Martin Kohlbauer ZT-GmbH wurde von der Jury zur Realisierung empfohlen.

Blütenförmiges Punkthaus für alle Bildungsbereiche

Perspektivische, zeichnerische Darstellung des mehrgeschoßigen Gebäudes

Gebäudeperspektive mit Darstellung der geschoßweise versetzten Terrassen

Grafik des Lageplans, färbige Kennzeichnung der Grünflächen

Lageplan mit Darstellung des angrenzenden Leon-Zelman-Parks


Unverwechselbar im gestalterischen Ausdruck wirkt das Projekt sowohl innerhalb des Campus als auch für das Stadtentwicklungsgebiet identitätsstiftend. Der zukünftige Campus zeichnet sich durch seine Kompaktheit aus und verfügt über ein hohes Angebot an großzügig gestalteten Freiflächen.

In einem blütenförmigen Punkthaus sind alle Bildungsbereiche rund um die zentrale Erschließung angeordnet. Entlang der Adolf-Blamauer-Gasse wurde ein terrassierter Baukörper für die Aktivitäten Sport und Musik vorgesehen.

Direkt zugeordnete Terrassen werten die Bildungsbereiche wesentlich auf. Sie sind auch als Öffnung des Campus zum Stadtraum zu sehen. Trotz der tiefen Terrassen werden ideale Belichtungs- und Verschattungsverhältnisse ermöglicht. Dies wird durch das geschoßweise Versetzen der Terrassen, durch raumhohe Verglasungen und Lufträume vor den Multifunktionsflächen gewährleistet.

Raumwirkung ist geprägt durch starke Außenbezüge

Die Raumwirkung ist geprägt durch starke Außenbezüge wie vorgelagerte Freiräume, Gärten, Terrassen und Balkone. Die großzügig angelegten Terrassen und Balkone samt Freitreppen dienen auch der Entfluchtung und können so den gebäudetechnischen Aufwand für den Brandschutz minimieren.

Perspektivische, zeichnerische Darstellung

Vorplatzbereich mit Sicht auf das terrassierte Punkthaus

Schnittzeichnung

Querschnitt durch das neue Gebäude


Im Inneren schaffen zahlreiche Schiebe- und Faltwandelemente offene Raumstrukturen. Die Eingangshalle erstreckt sich über die gesamte Breite des Vorplatzes und verknüpft sämtliche Funktionsbereiche miteinander.

Aufgrund der Kompaktheit und eines schlüssigen Tragwerks- und Fassadenkonzepts ist eine hohe Wirtschaftlichkeit gegeben.

Großzügiges Freiflächenangebot mit Mehrfachnutzung

Die Freianlagen gliedern sich in drei Teilbereiche. Der öffentlich zugängliche Schulvorplatz wird mit einzelnen Baumpflanzungen und Sitzelementen gestaltet. Als gebäudenahe Freibereiche sind interne Schul- und Kindergartenfreibereiche mit Aufenthalts-, Spiel- und Kommunikationsbereichen vorgesehen.

Für die Mehrfachnutzung wurden Spiel- und Sportbereiche und eine große nutzungsoffene Wiese konzipiert. Einzelne Baumreihen und Pflanzgruppen des angrenzenden Leon-Zelman-Parks werden auf den Schulfreiflächen weitergeführt.

Geschichtsträchtiger Ort

Benannt wird der neue Campus nach dem charismatischen jüdischen Pädagogen Aron Menczer. Er hat zwischen 1939 und 1942 vielen jüdischen Kindern in Wien das Leben gerettet und wurde selbst 1943 im KZ Auschwitz-Birkenau ermordet. Das Areal des ehemaligen Aspangbahnhofs war im NS-Regime bis 1942 Ausgangspunkt für die Deportation zahlreicher jüdischer Bürgerinnen und Bürger Wiens.

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Architektur und Stadtgestaltung (Magistratsabteilung 19)
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