Bildungscampus Berresgasse - in Bau

Im 22. Wiener Gemeindebezirk soll in den nächsten Jahren ein weiterer Bildungscampus für Kinder bis zu vierzehn Jahren entstehen. Der Spatenstich dafür erfolgte im Oktober 2017.

Luftbild Planungsbereich Berresgasse nahe dem Hirschstettner Badeteich

Im Bereich Berresgasse nahe dem Hirschstettner Badeteich sollen ab September 2019 rund 1.100 Kinder ganztägig gebildet und betreut werden. Damit werden für ein Stadtentwicklungsgebiet, in dem bis 2022 rund 3.500 Wohnungen geplant sind, die notwendigen Schul- und Kindergartenplätze geschaffen.

Konkret wird ein Bildungscampus mit einem zwölf-gruppigen Kindergarten, einer 17-klassigen Ganztagsvolksschule, einer zwölf-klassigen ganztägigen Neuen Mittelschule sowie zwei Förderklassen und zwei basalen Klassen samt Therapiebereich, Dreifachturnhalle und Gymnastiksaal errichtet.

Im städtebaulichen Konzept sind insgesamt circa 19.100 Quadratmeter für den Campus und die mehrfach nutzbaren Freiflächen reserviert.

Zweiter "Campus plus"

Mit dem Bildungscampus Berresgasse wird - nach dem Campus Attemsgasse - das zweite Projekt aus der Reihe "Campus plus" realisiert. Dabei sollen Kindergarten, Schule und aktive Freizeitgestaltung noch stärker vernetzt werden: Die gruppen- und klassenübergreifende Zusammenarbeit wird gestärkt, das Angebot der multifunktionalen Bereiche besser genutzt. Kinder unterschiedlichen Alters können gemeinsam den Tag verbringen und der soziale Austausch wird ermöglicht.

Wettbewerb mit 84 Beiträgen

Visualisierung des viergeschoßigen Baukörpers. Dunkel gestaltete, zurückgesetzte Sockelzone, darüberliegende Geschoße in der hellen Fassade,die Fenster rasterförmig angeordnet.

Wettbewerbssieger wird zur Realisierung empfohlen

Lageplan mit Darstellung des Baukörpers mit vielen Ecken und Knicken, der Freiflächen und der anschließenden Bebauung.

Lageplan


Von der Stadt Wien wurde ein EU-weiter, offener, zweistufiger Realisierungswettbewerb ausgelobt. Die Beurteilungssitzung für die zweite Wettbewerbsstufe fand im Herbst 2015 statt. Das Projekt des Teams PSLA ARCHITEKTEN ZT-GMBH aus Wien wurde zur Realisierung empfohlen.

Städtebaulicher Abschluss und Neubeginn

Das Projekt bildet städtebaulich den Abschluss der bestehenden Bebauung im Westen. Der Nord-Süd orientierte, geknickte Baukörper wurde als viergeschoßiges, teilweise terrassiertes und höhengestaffeltes Volumen konzipiert.

Der Vorplatz soll neben der Funktion als Erschließungsbereich des Campus auch als öffentlich nutzbarer Bereich dem Quartier Aufenthaltsqualität verleihen und den unterschiedlichen Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner gerecht werden.

Architektonisches Konzept - Sprache des Baukörpers

Der große Gebäudekomplex ist in eine Abfolge von leicht wieder erkennbaren und im Stadtraum ablesbaren und überschaubaren Bildungsbereichen gegliedert.

Axonometrische Darstellung des viergeschoßigen, terrassenförmig angelegten Baukörpers, davor befestigter Vorplatzbereich, dahinter Garten.

Unterschiedlich angesetzte Geschoßhöhen und Gebäudefronten strukturieren den Baukörper

Zeichnerische Darstellung des zweigeschossigen Multifunktionsbereiches. Zahlreiche Kinder beleben den Raum.

Einblick in die Multifunktionsbereiche des Atrium-Bildungsbereichs


Durch den geknickten Baukörper und die radiale Anordnung der einzelnen Bildungsbereiche werden kommunikative Blickbeziehungen geschaffen. Somit soll dem pädagogischen Grundsatz des Campusmodells entsprochen werden.

Ein weiteres wichtiges Entwurfsmerkmal ist die größtmögliche Schaffung altersübergreifender Kommunikationsbereiche im Innen- und Außenraum sowie die Maximierung pädagogisch-nutzbarer Flächen.

Das Gebäude gliedert sich im Grundriss aus einem Erdgeschoß-Sockel, auf dem drei Geschoße mit jeweils vier radial angeordneten Bildungsbereichen situiert sind. Die Geschoße entwickeln sich vom rechteckigen Erdgeschoß bis zum stark gegliederten Baukörper im 3. Obergeschoß.

Räumliches Konzept der Bildungsbereiche

Für den Kindergarten und die Volksschule sind vier zweigeschoßige Pavillons vorgesehen.

Zeichnerische Darstellung des Atriums eines zweigeschoßigen Bildungsbereiches. Zahlreiche Kinder beleben den Raum im Erdgeschoß und die darüberliegende Galerie.

Blick von oben in den zweigeschossigen Atrium-Bildungsbereich

Im unteren Geschoß sind die basalen Klassen und die Kindergartengruppen angeordnet. Im Obergeschoß befindet sich die Volksschule. Im Außenbereich verbindet eine Treppe den im Erdgeschoß angeordneten Kleinkinderspielplatz mit der großen Spielterrasse im ersten Obergeschoß. Die Bildungsräume, Teamräume und Nebenräume sind um ein helles Atrium angeordnet. Durch diese konzentrierte Anordnung der Räumlichkeiten und die gemeinsame Nutzung der Multifunktionsflächen soll die Gemeinschaft unter den Kindern gefördert werden. Ein altersspezifisches Nebeneinander der Kinder der Kindergartengruppen der basalen Klassen, Heilpädagogik, Vorschul- und Volksschulklassen wird dadurch ermöglicht.

Im Erdgeschoß wurde ein gemeinsamer großer Ess- und Spielbereich für mehr als 60 Kinder, Schülerinnen und Schüler vorgesehen. Der Mehrzweckraum wurde so situiert, dass er als Einheit mit den Garderoben und den Sanitäranlagen, ohne Öffnung der Schule, gesondert vermietet werden kann.

Für die Neue Mittelschule sind zwei jeweils eingeschoßige Bildungsbereiche im dritten Obergeschoß vorgesehen. Es ist ihnen jeweils eine großzügige Terrasse zugeordnet, die mit dem Freiraum im Erdgeschoß und dem Hartplatz im zweiten Obergeschoß direkt verbunden ist.

Vielfältiges Freiflächenangebot

Die Außenanlagen für den neuen Bildungscampus betragen inklusive der vorgelagerten Terrassenflächen im Erdgeschoss circa 11.800 Quadratmeter. Sie gliedern sich in den Vorplatz westlich des Campusgebäudes, Bereiche die einer Mehrfachnutzung zugeführt werden und einer exklusiv von den Kindern des Campus genutzten Freifläche.

Im östlichen Bereich wird der interne Freiraum für unterschiedliche Bereiche wie etwa Kleinkinderspielplatz, Freiluftklassen, Rückzugsgärten, Therapiegarten, Wasserspiel und einen Beachvolleyballplatz genutzt.

Durch die terrassierte Anordnung des Baukörpers entstehen zusätzliche, direkt den einzelnen Bildungsbereichen vorgelagerte Freiflächen. Dadurch soll der Aufenthalt im Freien ermöglicht werden. Zudem wurden Blickbeziehungen zwischen den einzelnen Bildungsbereichen hergestellt.

Der Hartplatz auf dem Dach des Dreifach-Turnsaals soll sowohl vom campusinternen Freibereich als auch vom öffentlichen Bereich zugänglich sein.

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Architektur und Stadtgestaltung (Magistratsabteilung 19)
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