6. Arbeitszeitmodelle

6.1 Arbeitszeitmodelle

Gleitzeitmodelle und fixe Arbeitszeitmodelle

Die Bediensteten der Stadt Wien arbeiten im Bereich der Verwaltung vorwiegend in flexiblen Gleitzeitmodellen. Da von der Stadt Wien auch eine Vielzahl öffentlicher Dienstleistungen (wie z.B. die Versorgung der Patientinnen und Patienten im Gesundheitsbereich, die Wasserversorgung, die Müllabfuhr etc.) zu erbringen ist, finden sich auch fixe Arbeitszeitmodelle in Form von Wechsel-, Turnus- oder Schichtdiensten, teilweise in Kombination mit Ruf- und Bereitschaftsdiensten.

Normalarbeitszeit

Grundsätzlich beträgt die Normalarbeitszeit der Bediensteten – unabhängig davon, ob für sie die fixe oder die gleitende Arbeitszeit gilt – 40 Stunden wöchentlich, wobei Samstage, Sonntage und gesetzliche Feiertage bei der Erstellung der Dienstpläne möglichst dienstfrei zu halten sind.

Gleitzeit

Bei der gleitenden Arbeitszeit können die Bediensteten den Beginn und das Ende der täglichen Arbeitszeit innerhalb des Gleitzeitrahmens unter Berücksichtigung der Block- und Servicezeiten, in denen jedenfalls Dienst zu versehen ist, selbst bestimmen, wobei allerdings die von den Bediensteten selbst gewählte Arbeitszeit eine Höchstarbeitszeit von 12 Stunden täglich nicht überschreiten darf.

Fixe Arbeitszeit

Bei einem fixen Arbeitszeitmodell ist die Normalarbeitszeit der Bediensteten nach den dienstlichen Erfordernissen und im Interesse der Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglichst regelmäßig und gleichbleibend aufzuteilen.

Im Fixdienstplan wird neben der Verteilung der Normalarbeitszeit auch der Durchrechnungszeitraum festgelegt. Die Normalarbeitszeit kann in den einzelnen Wochen über- oder unterschritten werden, hat aber im Durchrechnungszeitraum im Durchschnitt 40 Stunden je Woche zu betragen. Um auf saisonale Schwankungen hinsichtlich der Intensität der Erbringung von Dienstleistungen reagieren zu können, sind auch Jahresarbeitszeitmodelle möglich.

Telearbeit

Bei der Telearbeit werden regelmäßig bestimmte dienstliche Aufgaben von den Bediensteten in ihrer Wohnung (Telearbeitsplatz) unter Verwendung der dafür erforderlichen IT-Ausstattung verrichtet. Die Bediensteten dürfen jedoch höchstens 60 Prozent ihrer Normalarbeitszeit am Telearbeitsplatz verbringen. Bei Vorliegen besonders berücksichtigungswürdiger (z.B. gesundheitlicher) Gründe kann die am Telearbeitsplatz erbrachte Arbeitszeit auch mehr als 60 Prozent, im Extremfall für eine zeitlich begrenzte Dauer sogar 100 Prozent betragen.

Telearbeiterinnen und -arbeiter

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Telearbeiterinnen und Telearbeiter.

Telearbeiterinnen und -arbeiter 2016-2018 Personen

201620172018
Gesamt398436461
Frauen163183203
Männer235253258

Pilotprojekt „Neues Arbeiten für Wien“

In einem Pilotprojekt wurden im Jahr 2018 unter dem Titel „Neues Arbeiten für Wien“ mit ausgewählten Magistratsabteilungen neue Arbeitsmodelle pilotiert. Dazu zählt neben der Auflösung der Kernarbeitszeit auch mobiles Arbeiten, das in Unterscheidung zur Telearbeit örtlich und zeitlich flexibler ist. Ziel des Modells ist, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Führungskräften mehr Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung der Zusammenarbeit zu geben. Nach einer erfolgreichen Pilotierungsphase (November 2017 bis April 2018) in sechs Magistratsabteilungen wurde die Verlängerung der Pilotierung beschlossen und der Testlauf auf insgesamt 12 Magistratsabteilungen ausgeweitet. Eine erste Evaluierung zeigt überaus positive Ergebnisse.

Teilzeitbeschäftigung

Um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben („Work-Life-Balance“) sicherzustellen, besteht die Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung.

Bedienstete können zur Betreuung eines Kindes eine Teilzeitbeschäftigung in Anspruch nehmen. Dabei wird bis zum Ablauf von vier Jahren nach der Geburt des Kindes mindestens zehn Stunden, nach Vollendung des vierten Lebensjahres bis zum Ablauf von sieben Jahren nach der Geburt oder bis zu einem späteren Schuleintritt mindestens 20 Stunden pro Woche gearbeitet. Auf diese Teilzeitbeschäftigung besteht ein Rechtsanspruch.

Darüber hinaus kann eine Teilzeitbeschäftigung auch aus sonstigen Gründen gewährt werden, wenn der Beschäftigung im verlangten Ausmaß keine wichtigen dienstlichen Interessen entgegenstehen.

Anzahl der Personen mit Teilzeitbeschäftigung

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Anzahl der Personen mit Teilzeitbeschäftigung.

Teilzeitbeschäftigung 2016-2018 Personen

201620172018
Gesamt10.89911.00311.227
Frauen10.06310.15310.326
Männer836850901

Diensterleichterungen nach längeren Krankenständen

Bediensteten, die nach einem längeren Krankenstand Schwierigkeiten haben, ihren Dienst sofort wieder in vollem Umfang aufzunehmen, können auf Empfehlung einer Arbeitsmedizinerin oder eines Arbeitsmediziners Diensterleichterungen gewährt werden, sofern dem keine wichtigen dienstlichen Interessen entgegenstehen.

Zu den Diensterleichterungen zählen: leichtere Arbeiten, keine Dienste im Parteienverkehr, andere Arbeitszeiten und zusätzliche Ruhepausen. Weiters kann auch eine Reduktion der Arbeitszeit auf die Dauer von längstens drei Monaten erfolgen. Diensterleichterungen können nach einer Krankenstandsdauer von mehr als 50 Kalendertagen gewährt werden.

Diensterleichterungen – Anzahl der Personen nach Jahren

Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der Personen, denen im jeweiligen Jahr nach einem längeren Krankenstand Erleichterungen bei der Dienstverrichtung gewährt wurden.

Diensterleichterungen 2016-2018 Personen

201620172018
Gesamt90133120
Frauen73107108
Männer172612

Projekt „Arbeitszeit“

Im Projekt „Arbeitszeit“, Teil des Programms „Arbeitswelt und Gesundheit“, werden derzeit neue, zukunftsfähige Arbeitszeitmodelle entwickelt. Die heterogene Bedürfnislandschaft innerhalb der Stadt Wien erfordert ein Angebot an passenden Modellen für unterschiedliche Lebensphasen und Berufsgruppen, die je nach den Bedürfnissen der Mitarbeitenden und den dienstlichen Erfordernissen eingesetzt werden können. Ziel ist es, durch eine bedarfsorientierte Arbeitszeitgestaltung dazu beizutragen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lange gesund und motiviert im Beschäftigungsprozess zu halten.