3. Objekt-und Gebietsschutz

3.4 Biosphärenpark Wienerwald

Ein Bild, das Baum, draußen, Gras, Person enthält.

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Biosphärenpark Wienerwald © Novak

Die Stadt Wien – Umweltschutz und das Biosphärenpark Wienerwald Management kooperierten im Jahr 2020 in mehreren Projekten miteinander.

Im Jahr 2005 – also vor 15 Jahren – wurde der Wienerwald auf Bestreben der Länder Niederösterreich und Wien mit dem UNESCO-Prädikat Biosphärenpark ausgezeichnet. Diese internationale Auszeichnung durch die UNESCO soll zu vermehrter umweltfreundlicher und nachhaltiger Entwicklung motivieren. Dabei ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen und den Bedürfnissen der Menschen sicherzustellen.

Dem gesteigerten Bedürfnis der Menschen nach Erholung in der Natur wurde durch Veröffentlichung einer Wanderkarte Rechnung getragen. Naturinteressierte können nun auf den 30 schönsten Routen im Wienerwald ebendiesen erkunden. Ein besonderes Highlight wartet auf die Erholungssuchenden bei der Route „Rundwanderweg um den Mittelpunkt des Biosphärenparks“. Ein Bauwerk symbolisiert dort das gelebte Miteinander von Mensch und Natur. Neben einer herrlichen Aussicht bietet der Standort auch einen informativen Rückblick über die Entstehungsgeschichte des Biosphärenpark Wienerwald und zahlreiche Anregungen, wie sich die Bevölkerung aktiv an der nachhaltigen Gestaltung ihres Lebensraums beteiligen kann. Die Routen sind über Wien und Niederösterreich verteilt, wo möglich wurde auf öffentliche Erreichbarkeit geachtet. Die Wanderkarte ist digital und kostenlos auch als Druckprodukt verfügbar.

Biosphärenpark Wienerwald, Mukental © Schranz

Im Mittelpunkt der naturschutzfachlichen Kooperation standen Pflegeeinsätze mit Freiwilligen zur Erhaltung des Naturjuwels Mukental, die gemeinsam vom Biosphärenpark Wienerwald, der Stadt Wien – Umweltschutz und dem Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien durchgeführt wurden. Von diesen Einsätzen profitieren vor allem wärmeliebende Reptilien, etwa Smaragdeidechse, Äskulapnatter oder Schlingnatter, aber auch verschiedene schützenswerte Pflanzenarten wie Adria-Riemenzunge, Hummel-Ragwurz oder Breitblatt-Platterbse.

Gemeinsam mit Schulen gab es Pflegeeinsätze auf der Himmelswiese, den Paradiesgründen, der Schafbergwiese und der Salzwiese. Insgesamt halfen über 700 Schülerinnen und Schüler aus 38 Klassen mit. Mit diesen Maßnahmen werden ihnen die artenreichen und schützenswerten Naturräume in der Stadt Wien nähergebracht und sie werden für deren Schutz sensibilisiert. Die Schülerinnen und Schüler setzten sich wie jedes Jahr mit großer Begeisterung für den Lebensraum von Gottesanbeterin, Segelfalter und Co. ein. Mit dabei war dieses Jahr auch Sky Österreich, die sich mit einem 15-köpfigen Team für den Schutz der Mauereidechse in einem Steinbruch am Eichkogel in Wien-Liesing einsetzten.

Zwei Landschaftspflegetermine im Lainzer Tiergarten (Nikolaitor, St. Veiter Tor) zur Neophytenbekämpfung mussten leider aufgrund von Covid-19-Maßnahmen abgesagt werden. Neophyten, also Pflanzen, die ursprünglich bei uns nicht vorkamen, können für die heimische Natur problematisch werden, da sie sich stark vermehren und andere Pflanzen verdrängen. Unter den Stauden sind das Drüsige Springkraut und die Goldrute eine rasch wuchernde Gefahr für heimische Arten. Sie sollten nach Möglichkeit gleich ausgegraben oder ausgerissen und so eine Verbreitung der Samen verhindert werden.

Kernzonen sind außer Nutzung gestellte Wälder im Biosphärenpark Wienerwald. Entwicklung und Zustand der verholzten Gewächse in diesen naturschutzfachlich besonderen Waldbereichen werden etwa alle zehn Jahre erfasst. Der Forst- und Landwirtschaftsbetrieb der Stadt Wien führte die umfassenden Aufnahmen in allen Wiener Kernzonen durch, die Auswertung übernimmt die Universität für Bodenkultur Wien. Im Laufe des Jahres 2021 ist die Publikation der Ergebnisse, beispielsweise zur Entwicklung der Totholzmengen, geplant. Für eine weiterführende Langzeitbeobachtung wurden die Probeflächen mit GPS vermessen. An Hand dieses Monitorings werden wissenschaftlich fundierte Aussagen zur Entwicklung der Wälder ohne menschliche Eingriffe getroffen.

Ein Bild, das Baum, draußen, Pflanze, bewaldet enthält.

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Biosphärenpark Wienerwald, Forstbetrieb der Stadt Wien © Werner Fleck

Der eigentlich als ein Jahreshöhepunkt geplante Tag der Artenvielfalt in Wien Währing musste pandemiebedingt umorganisiert werden. In Kooperation mit der Stadt Wien – Wiener Stadtgärten, der Stadt Wien – Umweltschutz und der Stadt Wien – Forst- und Landwirtschaftsbetrieb konnten, auch dank Unterstützung der Wiener Friedhöfe, die Expertinnen und Experten unter Einhaltung von Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie Erhebungen durchführen. Trotz des regnerischen Wetters begaben sich zahlreiche Personen ins Feld, um Artennachweise zu tätigen. In den Folgejahren ist die Erstellung eines Buchs zur Natur im Gemeindebezirk Währing geplant. Das Biosphärenpark Wienerwald Management möchte sich auch an dieser Stelle ausdrücklich bei den ehrenamtlichen Expertinnen und Experten für ihre jahrelange Treue und Unterstützung bedanken!

Ein Bild, das Gras, draußen enthält.

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Biosphärenpark Wienerwald © Jakob Hagenauer