Wiener Stadtgärten fördern naturnahe Wiesenflächen sowie Staudenbeete für mehr Biodiversität

Lebendige, blühende Wiesen- und Staudenflächen helfen, die Artenvielfalt in der Stadt zu erhöhen. Sie bieten – im Gegensatz zu einem artenarmen Rasen Tieren und Pflanzen Lebensraum und Nahrung. Insekten freuen sich über das reichhaltige Angebot an Blüten, die Brutvögel wiederum über das große Angebot an Insekten. So können sie sich sowie ihren Nachwuchs gut versorgen – und das mitten in der Stadt. Auch für uns Menschen sind die Beete und Grünflächen ein bunter, erfreulicher Blickfang und sorgen im Sommer für Abkühlung.

Wichtig für die Tierwelt ist das Stehenlassen von hochstängeligen Pflanzen über Winter. Jedes Jahr werden so an verschiedenen wechselnden Stellen ‚Wieseninseln‘ belassen, damit Vögel auch im Winter zusätzliche Nahrung finden und Insekten einen sicheren Unterschlupf.

Schonende Wiesenpflege mittels Balkenmäher

Diese Wiesenflächen werden nur ein bis zwei Mal jährlich gemäht, sodass sich zahlreiche, zum Teil farbenprächtige Pflanzen wie Königskerze, Margerite und Kartäusernelke bestens entwickeln können. Damit die Insekten und andere kleine Tiere nicht „unter die Räder“ kommen, verzichten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wiener Stadtgärten auf rotierende Mähmaschinen. Stattdessen wird der altbewährte Balkenmäher eingesetzt. Der Schnitt der Pflanzen erfolgt dabei, wie bei einem Scherenschnitt, durch die lineare Bewegung von Messerklingen. Dabei werden Tiere und Pflanzen deutlich weniger in Mitleidenschaft gezogen als bei anderen mechanischen Mähmethoden.

Wozu benötigen wir Biodiversität?

Ein Bild, das Himmel, draußen, Baum, Gras enthält.

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Gaudenzdorfer Gürtel © Jobst

Für den Menschen von Bedeutung sind vor allem die dank der Biodiversität erbrachten Leistungen der Ökosysteme wie etwa die Bestäubung von Kulturpflanzen, die Bodenfruchtbarkeit, die Reinigung von Wasser sowie Luft, der Abbau von Abfällen sowie Schadstoffen und die natürliche Schädlingskontrolle. Prinzipiell gilt: Je höher die Biodiversität, desto besser ist die Anpassungsfähigkeit der Ökosysteme bei Veränderungen der Umweltbedingungen und desto stabiler sind die erbrachten Ökosystemleistungen.

Die Wiener Stadtgärten verwalten fast 960.000 m2 naturnahe Wiesenflächen.

Stauden- und Gräsermischungen

Die Wiener Stadtgärtnerinnen und -gärtner begegnen den Folgen des Klimawandels, indem sie Stauden, Gräser und einjährige Blumen pflanzen, die besonders hitzeverträglich und insektenfreundlich sind.

Die Stauden- und Gräserbeete reagieren robust auf Trockenheit, intensive Sonneneinstrahlung und urbane Hitzeperioden. Sie gedeihen in bescheidenem Magerboden aus Sand, Split und Kompost, sodass die kostbare Ressource Wasser nur äußerst sparsam verwendet werden muss.

Vorteile der Stauden- und Gräserbeete:

Die Erhaltung der Beete ist einfacher dank der über mehrere Jahre bestehenden, sich selbst erhaltenden Pflanzengesellschaft.

  • Die Pflegezeiten reduzieren sich erheblich und damit auch die Kosten (im Vergleich zu Saisonauspflanzungen). Es sind nur zwei bis maximal drei Pflegegänge im Jahr notwendig.

  • Viele Pflanzen dieser Mischungen sind gute Insektenweiden (Nektarfutterpflanzen).

  • Durch die durchmischte Auspflanzung wirken die Beete natürlicher, Unkräuter überleben auf Grund des Wassermangels schlechter.

  • Jahreszeiten werden erlebbarer. Das große Pflanzensortiment innerhalb der verschiedenen Stauden- und Gräsermischungen ermöglicht ein im Jahresverlauf ständig wechselndes Bild.

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Johann-Nepomuk-Berger-Platz © Houdek

Beispiele für Staudenmischungen:

„Wiener Stadtgärten – Rote Mischung“

Kurzbeschreibung:

  • Leitfarben Rot, Orange und Rosa mit weißen, gelben und violetten Akzenten

  • Filigrane Gräser mit schöner Herbstfärbung

  • Die intensive rote Blattfärbung einiger Stauden dient auch noch im Spätherbst als Blickfang

  • Licht: sonnig

„Wiener Stadtgärten – Blütentraum“

Kurzbeschreibung:

  • Leitfarben Gelb und Blau

  • Einzelne bis zu 1 m hohe Gräser und Königskerzen als Höhepunkte

  • Eher kompakt wachsende Mischung, auch für unübersichtliche Bereiche, z.B. Straßenkreuzungen, geeignet

  • Licht: sonnig

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Joseph-Samuel-Bloch-Park © Wieser

„Wiener Stadtgärten – Schattenglanz“

Kurzbeschreibung:

  • Nahezu ganzjährig zierender Blattschmuck

  • Blütenfarben in blauweißen und rosavioletten Nuancen

  • Von verschiedenen Blattformen und Blattfarben dominierte Struktur

  • Licht: halbschattig bis schattig

Die Wiener Stadtgärten pflegen rund 135.510 m2 Stauden- und Gräserbeete.