Ein Bild, das Gras, draußen, Säugetier, Feld enthält.

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© Gerald Benyr

Das Arbeitsaufkommen war 2020 trotz der Corona-Krise ziemlich hoch. Thematische Schwerpunkte im Bereich der Erstellung von Nachhaltigkeitsgutachten waren Jagdtrophäen und Zootiere.

Zu begutachtende Anträge zur Ausstellung von Nachzuchtbescheinigungen betrafen fast ausschließlich Vögel (vornehmlich Greifvögel und Papageien) und Reptilien (vor allem Schildkröten und Echsen). Durch den verstärkten Einsatz von Elternschaftstests wird die Kontrolle von Nachzuchten immer gründlicher. Dies ist auch notwendig, da Zuchtstationen manchmal für ein Weißwaschen („wildlife laundering“) von illegal der Natur entnommenen Exemplaren herangezogen werden.

Internationale Zusammenarbeit

Auf internationaler Ebene wurde die Ländervertreterin durch die Fachstelle Tiere bei weitreichenden und sehr artenschutzrelevanten Beschlüssen zur Fischerei, zur Trophäenjagd und zum Handel mit Korallen unterstützt.

Besserer Schutz für Mako-Haie und Aale

In manchen Bereichen geht es bei der internationalen Arbeit unmittelbar um das Überleben von Arten. Im Jahr 2020 hat die SRG gleich zweimal mit Entscheidungen, die weitreichende Folgen für die Fischerei haben, Neuland betreten. Sowohl für die Population des Mako-Hais im Nordatlantik als auch für den Handel mit Aalen wurden „Negative Opinions“ beschlossen, die diese vom Aussterben bedrohten und von der International Union for Conservation of Nature (IUCN) als „critically endangered“ eingestuften Populationen bzw. Arten vor einer weiteren rücksichtslosen Ausbeutung schützen.

Kritisch: Import von Steinkorallen aus Indonesien und Australien

Ein anderes Thema von weitreichender Bedeutung für den Handel und den Artenschutz war 2020 die Nachhaltigkeit des Imports von Steinkorallen aus Australien und Indonesien. Durch die aktive Mitarbeit der österreichischen Vertretung in der EU-weiten Arbeitsgruppe der SRG (wissenschaftliche Prüfgruppe), werden laufend Fortschritte erzielt. Durch intensive Konsultationen werden die exportierenden Nationen schrittweise dazu bewegt, auf wissenschaftlichen Fakten beruhende NDFs zu erstellen bzw. den Handel gründlicher zu überwachen.

Keine bedingungslose Trophäenjagd

Die Regulation des Handels mit Trophäen ist ein Dauerthema. Da Österreich vor allem aus Afrika, aber zum Teil auch aus Asien eine erhebliche Anzahl an Trophäen geschützter Arten importiert, ist es wichtig, dafür zu sorgen, dass dieser Handel im Anhang B ohne Schaden und im Anhang A nur in Verbindung mit einem relevanten Nutzen für das Überleben der Art und die Erhaltung ihrer Lebensräume erfolgt.

Im Jahr 2020 wurde beispielsweise der Wunsch der Greater Limpopo Conservancy in Mozambik und der Chinko Conservancy in der Zentralafrikanischen Republik, Löwentrophäen in die EU importieren zu dürfen, durch die Fachstelle Tiere einer genaueren Prüfung unterzogen.

* Zitierte Literatur:

Peschel, W. et alt. 2018: Phenylpropanoid content in high-altitude cultivated Rhodiola rosea L. provenances according to plant part, harvest season and age. Industrial Crops and Products 111: S. 446 – 456. DOI:10.1016/j.indcrop.2017.10.007.