Vorwort Jürgen Czernohorszky

Wien packt es an und wird bis 2040 klimaneutral

Portrait von Jürgen Czernohorszky

Energie ist für uns lebensnotwendig. Sie bringt uns frisches Essen, nimmt unseren Kindern in der Nacht die Angst vor der Dunkelheit, vernetzt uns mit der Welt und bringt uns von A nach B. Ohne Energie aus fossilen Energieträgern hätten wir keine moderne Gesellschaft. Aber ohne eine Energiewende und einer Umsteuerung zu erneuerbaren Energieträgern werden wir die Klimakrise nicht bewältigen. Städten wie Wien kommt beim Ausbau erneuerbarer Energie eine tragende Rolle zu.

Schon heute lebt über 50 Prozent der Weltbevölkerung in Städten. Die zunehmende Urbanisierung stellt Städte vor besondere Herausforderungen. Auf sehr kleinem Raum benötigen sie viel Energie, die heute oft noch aus fossilen Quellen wie Gas, Öl und Kohle importiert wird. Zur Senkung der Treibhausgasemissionen ist es daher zentral, einerseits den Energiebedarf von Städten durch Effizienzmaßnahmen zu senken und andererseits die benötigte Energie aus erneuerbaren Quellen wie Photovoltaik oder Windkraft zu beziehen.

Derzeit dreht sich unser Leben zwar stark um die Corona-Pandemie. Das bedeutet aber nicht, dass die Klimakrise eine Pause macht. Und wie bei Corona gilt: Je länger wir warten, desto schlimmer sind die Folgen und desto teurer wird es etwas dagegen zu tun. Deshalb gilt: Wir können uns nicht erlauben, Zeit zu verlieren.

Wien ist sich dieser Verantwortung bewusst und hat sich für die kommenden Jahre ambitionierte Ziele gesetzt. Bis 2040 wird Wien klimaneutral. Dazu wird die Solarenergie massiv ausgebaut, städtische Gebäude werden auf ihre Eignung für Photovoltaikanlagen geprüft und auch im Gemeindebau wird der Sonnenstrom forciert. Die jetzt in Kraft tretende Solarverpflichtung sorgt dafür, dass künftig auch auf neuen Wohnbauten Solaranlagen installiert werden müssen. Auch die Nutzung von Gebäuden als Energiespeicher wird ausgebaut.

Die Stadt Wien hat sich vorgenommen, in den nächsten Jahren an den großen Schrauben zu drehen und verbindliche Instrumente zu implementieren, um zielgenau die Maßnahmen treffen, die unsere Klima-Vorgaben und Ziele am besten erreichen. Wichtig ist mir dabei, die Wienerinnen und Wiener auf diesem Weg stärker einzubinden. Denn der Schlüssel zu einem erfolgreichen Klimaschutz ist die Einbindung und Beteiligung aller Menschen in dieser Stadt. Wir bekommen diese große Herausforderung nur dann hin, wenn es eine breite Akzeptanz dafür gibt – und diese Akzeptanz entsteht durch Beteiligung. Denn ein Ziel teilen wir alle: ein gutes Leben für alle, das nicht auf Kosten unserer Kinder gehen darf.

Jürgen Czernohorszky
amtsführender Stadtrat für Klimaschutz, Umwelt und Demokratie

Vorwort Bernd Vogl

Der Paradigmenwechsel ist in vollem Gange!

Portrait von Bernd Vogl

Wir stecken mitten in der Energiewende. Vielversprechende Dynamiken kommen auf vielen Ebenen in Gang. Im letzten Jahr haben wir wichtige Schritte für eine klimaschonende Energieversorgung gesetzt.

Allen voran mit den Klimaschutz-Gebieten, die bereits in 8 Wiener Bezirken beschlossen wurden. In diesen Gebieten geht Wien mit einer gesetzlichen Vorgabe bei der Energieversorgung von Neubauten raus aus fossilem Öl und Gas. Dort sind nur noch Erneuerbare und Fernwärme zulässig. Damit werden unsere Gebäude künftig mit umweltschonender und klimaverträglicher Energie versorgt.

Mit dem EU-Programm Deep Demonstration wurden 2020 wichtige Impulse für den Weg in eine klimafreundliche Zukunft gesetzt. Gemeinsam mit Akteurinnen und Akteuren aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik vertiefte die Stadt bestehende Initiativen und entwickelte ambitionierte Lösungen und Ideen für ein klimagerechtes Wien. Dadurch wurden wichtige Vorbereitungsarbeiten für den European Green Deal geleistet.

Ein weiteres Highlight ist ein innovativer Bildungscampus der aktuell in der Seestadt Aspern Nord umgesetzt wird. Dort wird die thermische Energieversorgung weitestgehend durch erneuerbaren Quellen gedeckt. Über 95% der Energie können vor Ort gewonnen werden, der Rest stammt aus erneuerbarer Aufbringung aus dem Verteilnetz.

Angesichts der notwendigen Ziele zur Reduktion der Treibhausgase, liegen noch enorme Aufgaben und Herausforderungen vor uns. Aber mit dem aktuellen Rückenwind für die Energiewende, der aus vielen Richtungen kommt, sehen wir große Chance für die Energieplanung der Stadt Wien.

Bernd Vogl
Leiter der Energieplanung der Stadt Wien