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6.5 Gesundheitskompetenz mitgestalten: Die Wiener Jugendgesundheitskonferenz

6. Neun Ziele – zwölf Erfolgsgeschichten

Beitrag von Maja Sticker

Die Jugendgesundheitskonferenzen tragen gezielt zur Stärkung der Gesundheitskompetenz (Wiener Gesundheitsziel 5) bei, fördern psychosoziale Gesundheit (Wiener Gesundheitsziel 7) und setzen sich für gesundheitliche Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche ein (Wiener Gesundheitsziel 1). Sie unterstützen Jugendliche dabei, informierte Entscheidungen zu treffen, und schaffen Räume für Selbstwirksamkeit und Mitgestaltung. Gleichzeitig sensibilisieren sie Fachkräfte und Entscheidungsträger*innen für die Lebensrealitäten und aktuellen Problemlagen junger Menschen.

Das bewährte Projekt „Jugendgesundheitskonferenz“ der Wiener Gesundheitsförderung – WiG ist mehr als eine Veranstaltung – es ist ein partizipativer Prozess, der Jugendliche in Wien zwischen 12 und 19 Jahren einlädt, ihre Lebenswelt aktiv mitzugestalten. Im Zentrum stehen dabei vor allem sozioökonomisch benachteiligte Jugendliche aus Schulen und außerschulischen Einrichtungen (beispielsweise arbeitsmarktpolitische Projekte). Auch Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit und andere jugendrelevante Einrichtungen sind involviert.

Die Teenager*innen setzen sich in den Wochen und Monaten vor der Veranstaltung mit Themen auseinander, die sie interessieren und persönlich betreffen – von psychischer Gesundheit über gesunde Ernährung bis hin zu Stressbewältigung und Bewegung. Ein Zitat bringt es auf den Punkt: „Mir wurde klar, dass es nicht nur eine Gesundheit gibt.“

In Workshops entwickeln sie mit Unterstützung von Fachkräften Ideen für gesundheitsfördernde Projekte. Diese präsentieren sie bei einer öffentlichen Veranstaltung, der Jugendgesundheitskonferenz. Sie erhalten eine Bühne, auf der ihre Perspektiven sichtbar werden. Der partizipative Zugang bewirkt eine kreative und lustvolle Auseinandersetzung und stärkt die Jugendlichen: „Ich bin selbstbewusster geworden“ oder „Ich habe gelernt, dass man auf sich mehr aufpassen soll“ sind beispielhafte Aussagen beteiligter Jugendlicher, die diese positiven Effekte illustrieren.

Die entwickelten Projekte werden finanziell gefördert, umgesetzt und nachhaltig begleitet. So wirken die Initiativen weit über einzelne Konferenzen hinaus.

Maja Sticker ist Gesundheitsreferentin und Projektleiterin der Jugendgesundheitskonferenz der Wiener Gesundheitsförderung – WiG.