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6.2 Betriebliche Frauengesundheitsförderung

6. Neun Ziele – zwölf Erfolgsgeschichten

Beitrag von Alexandra Münch-Beurle

„Gesundheitsförderung in der Arbeitswelt stärken“, so lautet das Wiener Gesundheitsziel 2. Dessen Wirkungsziel 1 sieht die Förderung von Gesundheit in Wiener Betrieben vor. Die in den letzten Jahren gesetzten Maßnahmen des Büros für Frauengesundheit und Gesundheitsziele für betriebliche Frauengesundheitsförderung setzen genau dort an und berücksichtigen dabei die Querschnittsaspekte Gendergerechtigkeit und gesundheitliche Chancengerechtigkeit.

Frauen sind Leistungsträgerinnen in Betrieben, Familien und Gesellschaft, doch trotz formaler Gleichstellung werden Frauen benachteiligt. Diesbezügliche Schlagworte für die Arbeitswelt sind prekäre Arbeitsverhältnisse, Doppelbelastung, geringere Aufstiegschancen, psychische Belastungen sowie sexuelle Belästigung. Das Büro für Frauengesundheit und Gesundheitsziele setzt sich für gendersensible Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) ein. Diese berücksichtigt geschlechtsspezifische Belastungen und Ressourcen, um die Gesundheit von Frauen und Männern im Erwerbsleben zu fördern, und trägt somit zur gesundheitlichen Chancengerechtigkeit bei. Zur nachhaltigen Verankerung des Themas fanden unter anderem folgende Aktivitäten statt:

  • Ein Curriculum wurde entwickelt, das Unternehmen und Berater*innen unterstützt, frauenspezifische BGF-Maßnahmen umzusetzen. Federführend waren Birgit Pichler und Karin Korn. Die Erfahrungen des Frauengesundheitszentrums FEM Süd flossen in die Erarbeitung des Curriculums ein. Das Curriculum wurde in die Seminarreihe „BGF Know-how“ des Fonds Gesundes Österreich integriert und erhielt im Jahr 2019 den Wiener Gesundheitspreis.
  • Mit dem Fonds Soziales Wien, dem Samariterbund Wien und der Simacek Facility Management Group wurde ein frauenspezifisches BGF-Pilotprojekt durchgeführt, das 2019 abgeschlossen wurde.
  • Das Handbuch Betriebliche Frauengesundheitsförderung – Ansätze, Methoden, Umsetzungshilfen bündelt Erfahrungen und Expert*innenwissen, zeigt Good-Practice-Beispiele auf und bietet mit der Toolbox erprobte Methoden zur Erarbeitung von frauenspezifischen Gesundheitsförderungsprojekten. Zielgruppen sind Führungskräfte, Personalverantwortliche, Mitglieder des Betriebsrats sowie Berater*innen und Trainer*innen.

Alexandra Münch-Beurle ist Referentin des Büros für Frauengesundheit und Gesundheitsziele der Abteilung Strategische Gesundheitsversorgung der Stadt Wien (MA 24).