10 Jahre Gesundheitsziele Wien 2025 Startseite wien.gv.at
  • Seiten
    • Leicht verständliche Sprache
    • Domain Policy
  • Icons
    • Bitte nicht lärmen
    • Blaulicht
  • Templates
    • Parkpickerl
    • Public WLAN

3.4 Interview mit Dennis Beck, Wiener Gesundheitsförderung – WiG

3. Gemeinsam aktiv – für ein gesundes, langes Leben in Wien

Das Gespräch führten Ulrike Repnik und Denise Schulz-Zak.

Ihre Assoziation zu „Gesundheit“ in drei Worten?

Beck: Wohlfühlen, Gerechtigkeit, Miteinander.

Als zentrale Kompetenzstelle für Gesundheitsförderung in Wien war die Wiener Gesundheitsförderung sowohl beim Entwicklungs- wie auch beim Umsetzungsprozess der Wiener Gesundheitsziele 2025 beteiligt. Was hat sich in der Gesundheitsförderungslandschaft in den letzten zehn Jahren getan?

Beck: In diesem Zeitraum erfolgte österreichweit schrittweise die Umsetzung der Gesundheitsreform 2012. Die Bundeszielsteuerung und neun Landeszielsteuerungen wurden etabliert und weiterentwickelt. 2013 wurden die Landesgesundheitsförderungsfonds eingerichtet. In den Regierungsprogrammen der Wiener Stadtregierung wurde der Ausbau der Gesundheitsförderung in Wien festgelegt. Der letzte Finanzausgleich 2023 fixierte zusätzliche Mittel für Gesundheitsförderung und Prävention. Als „Flaggschiff“ der Wiener Gesundheitsförderung konnte das Programm „Gesunde Bezirke“ schrittweise erweitert werden und findet mittlerweile – in unterschiedlicher Intensität – in allen 23 Wiener Bezirken statt. Zwei Drittel der Mittel werden für Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche in den Settings Kindergarten, Schule und Freizeit eingesetzt.

Eine Steuerungsgruppe, bei der Sie auch Mitglied sind, hat nicht nur den Entwicklungs-, sondern auch den Umsetzungsprozess der Wiener Gesundheitsziele begleitet. Bei der Auswahl der Mitglieder wurde darauf geachtet, dass verschiedene Politikfelder der Stadt Wien – Health in All Policies (HiAP) – vertreten sind. Warum ist HiAP zentral?

Beck: Gesundheit ist eine klassische Querschnittsmaterie. Überall, wo wir leben, arbeiten, lernen und lieben, wird Gesundheit beeinflusst – entweder beeinträchtigt oder gefördert. Die Ausgestaltung dieser unterschiedlichen Lebenswelten – vom Wohnen über die Stadtplanung und die Bildung bis zum Verkehr – hat für den Gesundheitsstatus und für die Lebenserwartung der Bevölkerung eine höhere Bedeutung als die reine Medizin. Das Ziel ist, dass die unterschiedlichen Lebensbereiche und Lebenswelten so weiterentwickelt werden, dass die gesunde Entscheidung zur leichteren Entscheidung wird. Deshalb müssen Gesundheitsplanung und Gesundheitsförderung mit allen politischen und gesellschaftlichen Bereichen eng zusammenarbeiten. Wenn das gelingt, ist es für beide Seiten ein Erfolg.

Die Wiener Gesundheitsziele 2025 vertreten einen zielgruppen- und settingspezifischen Ansatz. Warum ist dieser Ansatz bei der Gesundheitsförderung wichtig?

Beck: Wer seine Zielgruppen nicht gut kennt und in weiterer Folge nicht auf sie eingeht, wird mit den jeweiligen Aktivitäten nicht viel Erfolg haben. Das trifft auch auf die Gesundheitsförderung zu, umso mehr, als Gesundheit den höchstpersönlichen Lebensbereich betrifft und ein starker Zusammenhang zwischen Gesundheit und sozialem Status besteht. Alter, Geschlecht, kultureller Hintergrund, Einkommen und Bildungsstatus sind wesentliche Faktoren, die Gesundheit beeinflussen. Wenn wir die Lebenswelten, also die Settings, gesünder gestalten, erreichen wir auch die Menschen, die von sich aus keine gesundheitsförderlichen Angebote aufsuchen würden. So leisten wir einen wichtigen Beitrag zu mehr gesundheitlicher Chancengerechtigkeit, indem wir jene Menschen mit Gesundheitsförderung stärken und unterstützen, die es sonst nicht so leicht im Leben haben.

Dennis Beck ist Geschäftsführer der Wiener Gesundheitsförderung – WiG.