Archivmeldung der Rathauskorrespondenz vom 04.11.2010:
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MA 22: Wissenschaftlicher Förderpreis 2010 vergeben

17 WissenschafterInnen für innovative Arbeiten zum Umweltschutz ausgezeichnet


Der wissenschaftliche Förderpreis 2010 wurde von der MA 22 vergeben

Bereits zum 13. Mal zeichnete die Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22 heuer junge WissenschafterInnen für herausragende Arbeiten zu umweltrelevanten Themen aus. 17 WissenschafterInnen erhielten dieses Jahr den Wissenschaftlichen Förderpreis der MA 22. Die Wiener Wasserwerke (MA 31) haben sich auch heuer wieder mit einem "Sonderpreis Wasser" am Förderpreis beteiligt.

Bei den eingereichten Arbeiten handelt es sich um Diplomarbeiten und Dissertationen, die für den Umweltschutz in Wien von Interesse sind. Mit der Vergabe des Förderpreises will die Wiener Umweltschutzabteilung den Austausch zwischen WissenschafterInnen und AkteurInnen der Stadt Wien stärken.

Preisverleihung in der Wiener Urania

Die Preisverleihung erfolgte gestern bei einer festlichen Abendveranstaltung in der Wiener Urania. Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener Umweltschutzabteilung und Wolfgang Zerobin, Leiter der Wiener Wasserwerke (MA 31) überreichten die Urkunden und Preisgelder von jeweils 590,- Euro. Als Ehrengast gratulierte Barbara Hinterstoisser, Vizerektorin der Universität für Bodenkultur Wien.

"Im ökologischen Bereich gibt es große Nachwuchshoffnungen unter den jungen Wissenschafterinnen und Wissenschaftern", so Karin Büchl-Krammerstätter, Leiterin der Wiener Umweltschutzabteilung. "Kaum eine Studienrichtung kommt heute an den Fragen des Umweltschutzes oder der nachhaltigen Entwicklung vorbei: Mit der Ausschreibung des Förderpreises können wir das Netzwerk zwischen Verwaltung und Universitäten wechselseitig stärken und das Potenzial hervorragender Abschlussarbeiten für unsere Arbeit nützen - sei es, um nur einige Beispiele zu nennen, in Fragen zu Sicherung und Erhalt von Wiens Grünräumen, zu Fragen des Abfallmanagements, des Artenschutzes, des ökologischen Bauens und Planens oder der nachhaltigen Entwicklung."

"Junge Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus dem Bereich der Wasserversorgung zu fördern ist den Wiener Wasserwerken ein besonderes Anliegen", so Wolfgang Zerobin, Leiter der Wiener Wasserwerke (MA 31). "Wir lernen vergangene Ereignisse immer besser kennen und können uns mit diesem Wissen auch besser auf potenzielle zukünftige Entwicklungen vorbereiten. Die Stadt Wien wird fast zur Gänze mit natürlichem Quellwasser versorgt. Das bedeutet, dass jede Generation an Ingenieurinnen und Ingenieuren Jahrzehnte voraus denken muss. Basis dafür sind die wissenschaftlichen Erkenntnisse von heute."

Die prämierten Studien - ausgewählte Beispiele

Auch heuer wieder waren herausragende Arbeiten aus verschiedensten universitären Fachrichtungen vertreten. Prämiert wurden u.a. Arbeiten zum Trinkwasser-, Grundwasser- und Gewässerschutz, zum Bodenschutz, zu Auswirkungen der Raumplanung auf den Klimawandel, zum Naturschutz in Wien am Beispiel einzelner Arten und deren Vorkommen in Wien, oder Arbeiten zu Themen aus dem Bereich ökologischer Wohnbau.

Studie "Ressourceneffizienz von Passiv- und Niedrigenergiehäusern"

In dieser Masterarbeit, verfasst von einem Absolventen der BOKU Wien, geht es um die Evaluierung von Berechnungsmethoden, die für den Energieausweis für energieeffiziente Gebäude angewandt werden. Die Arbeit vergleicht Ergebnisse dieser Berechnungen mit dem tatsächlich gemessenen Energieverbrauch.

Fünf Passiv- bzw. Niedrigenergiehäuser wurden als Beispiele herangezogen. Die Arbeit liefert neue Erkenntnisse hinsichtlich der Praxistauglichkeit von sogenannten Energiekennzahlen, arbeitet mögliche Schwachpunkte heraus und zeigt auf, welche der unterschiedlichen Berechnungsmethoden die beste Übereinstimmung mit den tatsächlich gemessenen Werten bringen.

Studie "Brachenmanagement in der Wiener Agrarlandschaft"

Landwirtschaftliche Brachen können als ökologische Ausgleichsflächen dienen. Diese Flächen helfen mit, natürliche Nützlinge zu fördern, sie schaffen Lebensräume für gefährdete Pflanzen- und Tierarten und leisten damit auch einen Beitrag zur Artenvielfalt.

Für die vorliegende Diplomarbeit hat ein Absolvent der Universität Wien landwirtschaftliche Bracheflächen in Wien über mehrere Jahre hinweg beobachtet und hinsichtlich ihrer botanischen Entwicklung bewertet. Die Arbeit liefert wertvolle Ergebnisse für die Naturschutzarbeit in Wien, im besonderen für das Vertragsnaturschutzprogramm "Lebensraum Acker" der Wiener Umweltschutzabteilung - MA 22. Dabei werden nach Abschluss eines Vertrages zwischen der MA 22 und dem/der BewirtschafterIn landwirtschaftliche Flächen aus der Bewirtschaftung genommen und gegen Entschädigung mittels vereinbarter Pflegemaßnahmen in eine Naturschutzfläche verwandelt.

Studie "In situ Bioremediation of Organic Contaminants"

In situ-Sanierungsmethoden, also Sanierungen "vor Ort", werden immer öfter auch bei kontaminierten Böden und Grundwasser angewendet. Bei diesen Verfahren muss das kontaminierte Material nicht abtransportiert werden, sondern wird "vor Ort" behandelt. Das ist insbesondere in städtischen Gebieten von Vorteil, da das kontaminierte Material nicht per LKW abtransportiert werden muss.Die ausgezeichnete Diplomarbeit einer Absolventin der BOKU Wien hat sich mit diesen Verfahren genauer beschäftigt.

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