Wien 1975: Berichte vom Juli 1975

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

1.7.1975: Kuratorium Wiener Pensionistenheime: Neues Organisationsschema für Geschäftsstelle

Die Geschäftsstelle des Kuratoriums Wiener Pensionistenheime wird ein neues Organisationsschema erhalten. Dies kündigte heute der Geschäftsführer Gemeinderat Herbert Dinhof an. Die Neuorganisation der Geschäftsstelle war durch deren Trennung vom Kuratorium "Wiener Jugendheime" und vom Wiener Zuwandererfonds notwendig geworden. Laut Dinhof wird das neue Organisationsschema fünf Bereiche umfassen: Rechnungswesen, Personal (derzeit gibt es ungefähr 600 Beschäftigte), Wirtschafts-, Bau- und Pensionärsangelegenheiten (zur Vertretung der Interessen und Anliegen der rund 2.600 Pensionäre). Weiter wurde seitens des Vorstands beschlossen, die Gesamtsituation des Fonds einer genauen Prüfung zu unterziehen. Was die Planung und den Bau weiterer Pensionistenheime betrifft, so werden gegenwärtig Möglichkeiten für die Errichtung eines Pensionistenheimes im innerstädtischen Bereich, innerhalb des Gürtels, überprüft.

1.7.1975: RK-International: Keine Tramwayschaffner mehr in München

In München gibt es keine Tranwayschaffner mehr: Mit Inkrafttreten des Sommerfahrplans verkehren in der bayrischen Hauptstadt nur mehr auf Einmannbetrieb umgebaute, schaffnerlose Straßenbahnzüge. Bis zu diesem Zeitpunkt waren auf der Linie 29 noch die letzten zwanzig Schaffner eingesetzt. Zweitausend würde München ohne Automatisation der Straßenbahnwagen benötigen.

Ein großes Jubiläum kann allerdings nicht mehr gefeiert werden: Am 21. Oktober kommenden Jahres wäre der Beruf des Münchner Tramwayschaffners hundert Jahre alt geworden. (Quelle: Süddeutsche Zeitung).

2.7.1975: Hochwassergefahr auch für Wien

Seit heute früh besteht auch für Wien Hochwassergefahr. Die Donau hat einen Wasserstand von 5,80 Meter überschritten. Tendenz: weiter steigend. Prognose für mittags: über sechs Meter. Eine Hochwasserwelle der Donau ist nach Ansicht der Fachleute auf jeden Fall auch in Wien zu erwarten, das Ausmaß ist jedoch noch nicht abzusehen. Seit heute früh haben alle zuständigen Magistratsabteilungen Alarmbereitschaft.

Auch die Wienerwaldbäche führen zurzeit sehr viel Wasser und nähern sich der Hochwassermarke. Im Wienfluss werden 160 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. Normale Durchflussmenge: drei Kubikmeter. Die Feuerwehr ist ebenfalls in erhöhter Alarmbereitschaft und auch schon im Einsatz im 14. Bezirk beim Rosenbach sowie auf der Exelbergstraße im 17. Bezirk, wo an der Beseitigung mehrerer Muren gearbeitet wird.

Im Bereich von Oberlaa im 10. Bezirk ist der Liesingbach aus den Ufern getreten und dadurch sind einige Straßen unpassierbar.

Das Grundwasserwerk Nussdorf musste von den Wasserwerken gesperrt werden.

Katastrophenstab tagt im Rathaus: Dammbruchgefahr in Kaiser-Ebersdorf

Im Bereich Kaiser-Ebersdorf besteht die Gefahr eines Dammbruches bei der Albener Brücke. Durch die Flutwelle wäre die Bevölkerung dieses Gebietes gefährdet. Bürgermeister Leopold Gratz hat deshalb heute den Katastrophenstab ins Rathaus einberufen. Umweltstadtrat Peter Schieder, Polizeipräsident Karl Reidinger und der Militärkommandant von Wien, Karl Schrems, befinden sich derzeit im Rathaus.

Auch wurde die Pioniertruppenschule des Bundesheeres in Klosterneuburg alarmiert.

Prognose für 19 Uhr: Wasserstand bei Reichsbrücke 7 Meter

Bei der Reichsbrücke wird gegen 19 Uhr ein Pegelstand von 7 Meter erwartet. Das Donauhochwasser wird weiter steigen, da die großen Zuflüsse zur Donau - Salza und Enns - weiter eine steigende Wassermenge aufzeigen.

Großeinsatz der Wiener Feuerwehr

In einer Zwischenbilanz meldet die Wiener Feuerwehr 200 Einsätze. Ein Schwerpunkt der Sicherungsarbeiten lag bei der Kurhalle auf der WIG. Nach Überlaufen des Schilfteiches drohten die technischen Einrichtungen des Kurzentrums beschädigt zu werden. Das Maschinenhaus der Kurhalle stand meterhoch unter Wasser. Mit fünf Pumpen wurde versucht, das Wasser abzusaugen. Im 23. Bezirk drohte eine Brücke einzustürzen; mehrere Straßenunterführungen sind überflutet.

Zentrales Krisengebiet ist zur Zeit die Gegend um Albern und Kaiser-Ebersdorf. Es werden alle Vorkehrungen für eine etwaige Evakuierung von Häusern in Albern getroffen.

2.7.1975: Maria Jacobi - Bürgerin der Stadt Wien

Wiens ehemalige Stadträtin für das Wohlfahrtswesen Maria Jacobi erhielt die ihr vom Wiener Gemeinderat verliehene Bürgerurkunde der Stadt Wien überreicht.

In der Bundeshauptstadt leben derzeit noch elf Personen, die zu Bürgern der Stadt Wien ernannt worden waren - unter ihnen der ehemalige Bürgermeister Kommerzialrat Bruno Marek.

Bisher haben 35 in Wien wohnhafte österreichische Staatsbürger - unter anderen der kürzlich verstorbene Komponist Robert Stolz - in den Jahren 1945 bis 1974 die Bürgerurkunde erhalten.

2.7.1975: Damm in Albern gebrochen

Die Situation in Albern und Kaiser-Ebersdorf hat sich weiter verschärft. Kurz nach 9 Uhr brach etwa 50 Meter außerhalb der Wiener Landesgrenze bei der Alberner Brücke der linkseitige Damm der Schwechat.

Die Wassermassen rissen ein sieben Meter breites und 2,5 Meter tiefes Loch. Dadurch hat sich die Gefahr für die Bewohner von Albern und Kaiser-Ebersdorf verschärft. An der Behebung der Schäden sind derzeit 325 Helfer der Polizei, des Bundesheeres, der MA 29 und der Feuerwehr vor Ort.

Gesperrt wurde die Mannswörther Brücke.

2.7.1975: Ehrengrab für Ambrosi

Ein Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof wird die Stadt Wien dem gestern verstorbenen Bildhauer und Schriftsteller Prof. Gustinus Ambrosi widmen. Ambrosi war unter anderem auch Träger des Preises der Stadt Wien.

3.7.1975: Hochwasser: Lage beruhigt

Kurz nach 22 Uhr trat eine Beruhigung der Hochwassersituation ein. Der Wasserstand der Donau beträgt 7,38 Meter. Die Feuerwehr ist nach wie vor im Einsatz, um die überschwemmten Keller freizupumpen.

4.7.1975: Boltzmann-Institut für Nuklearmedizin

In der 2. Medizinischen Universitätsklinik im Allgemeinen Krankenhaus (Vorstand Prof. Dr. Höfer) und im Nuklearmedizinischen Institut des Wilhelminenspitals (Vorstand Dozent Dr. Mostbeck) wird gemeinsam ein Ludwig Boltzmann-Institut für Nuklearmedizin geschaffen.

Zurzeit unterhält die Ludwig Boltzmann-Gesellschaft insgesamt 28 Forschungsinstitute und drei Forschungsstellen. 19 der Institute sind in Wiener Gemeindespitälern tätig.

4.7.1975: Groß-Container abgetrieben

Im Bereich des Handelskai wurden mehrere Groß-Container abgetrieben. Sie wurden daraufhin von der Polizei angeschossen und geflutet. Die Feuerwehr war mit zwei Booten unterwegs, um die Container zu bergen.

Bedingt durch hohes Grundwasser steigt die Donau derzeit noch weiter - um zwei bis drei Zentimeter pro Stunde. Pegelstand bei Reichsbrücke 20 Uhr: 7,98 Zentimeter, die Acht-Meter-Marke wird gegen 21 Uhr erreicht werden.

7.7.1975: Fernwärme für Amtshäuser beim Rathaus

Mehrere Amtshäuser in der Umgebung des Rathauses werden ab kommenden Herbst mit Fernwärme geheizt. Es betrifft dies Häuser des Bartensteinblocks sowie Rathausstraße 2, 4 und 8.

9.7.1975: Neues Erholungszentrum in Lang-Enzersdorf

Zwischen Lang-Enzersdorf und Strebersdorf soll rund um den Baggerteich "Seeschlacht", der direkt neben der Schnellbahntrasse nach Korneuburg liegt, ein neues Erholungszentrum entstehen. Heute schuf der Verein Niederösterreich-Wien die Voraussetzungen dafür.

Für die Ausgestaltung dieses Geländes werden rund fünf Millionen Schilling notwendig sein. Als erste Ausbaustufe soll noch heuer mit den Erdarbeiten und Baggerungen zur Vergrößerung und besseren Modellierung der Wasserfläche dieses Teiches begonnen werden.

Die Fertigstellung dieser Freizeitlandschaft soll dann 1976 abgeschlossen werden. Die Vorarbeiten sind beendet, ein fertiges Projekt ist vorhanden. Dieses Projekt sieht unter anderem Liegewiesen, Kinderspielplätze, Spielwiesen, einen Fitnesskurs und einen Robinsonspielplatz vor. Der Teich soll einen größeren Nichtschwimmer- und Kinderbereich erhalten.

Angrenzend an dieses Erholungszentrum soll auch ein Sportzentrum mit Fußball, Handball, Tennis und Leichtathletikanlagen entstehen. Dieses Zentrum wird aber nicht durch den Verein Wien - Niederösterreich mitfinanziert.

9.7.1975: Straßenbahnunfall beim Schottentor forderte 41 Verletzte

Ein Straßenbahnunfall beim Schottentor forderte 41 Verletzte: Im Haltestellenbereich Schottentor war ein in Richtung Ringturm fahrender Zug der Linie "D" auf den vor ihm stehenden Zug der Linie "A" aufgefahren. Die Verletzten wurden in die erste Unfallstation des Allgemeinen Krankenhauses, des Lorenz Böhler-Unfallkrankenhauses sowie in das Krankenhaus Lainz transportiert.

9.7.1975: UNO-City: Gleichenfeier

Auf der Baustelle der IAKW (Internationales Amtssitz- und Konferenzzentrum Wien) findet die Gleichenfeier statt. Der letzte der drei 120 Meter hohen Aufzug- und Stiegenhauskerne hat seinen höchsten Punkt erreicht. Das gesamte Gebäude soll im Herbst 1978 fertiggestellt und den Benützern übergeben werden. Lediglich das Internationale Konferenzzentrum wird erst gegen Jahresende 1978 fertiggestellt sein.

10.7.1975: Historisches Museum "ausverkauft"

Einen erfreulichen "Ausverkauf" hat das Historische Museum der Stadt Wien zu verzeichnen. Während der ersten fünf Monate dieses Jahres war der Ansturm auf die vom Museum zum Verkauf bereitgestellten Kataloge, Drucke, Ansichtskarten und Medaillen so groß, dass derzeit ein Teil dieses Angebotes nicht mehr vorhanden ist. Das zeigt sich auch in der positiven finanziellen Bilanz des Museums in diesem Zeitraum: Während im Vorjahr im Vergleichszeitraum aus Verkäufen 88.000 Schilling eingenommen werden konnten, waren es heuer doppelt so viel.

10.7.1975: Historischer Fund auf dem Alsergrund

Auf dem Alsergrund wurde ein historisch überaus interessanter Fund gemacht. Es handelt sich dabei um einen zwei Meter hohen und 50 Zentimeter breiten jüdischen Grabstein aus dem Jahre 1656. Der Fundort befindet sich in der Van Swieten-Gasse 14, wo der Grabstein in dem dort befindlichen denkmalgeschützten Haus im Sockel des Mauerwerks eingemauert war. Bei durchgeführten Renovierungsarbeiten wurde er nunmehr freigelegt und nach seiner Bergung in das Bezirksmuseum Alsergrund, 9, Währinger Straße 43, gebracht.

Es handelt sich dabei um einen Grabstein des sogenannten Mariazeller Gottesackers, eines Nobelfriedhofes des 17. Jahrhunderts, der sich auf dem heutigen Gelände der Klinik Fellinger im Allgemeinen Krankenhaus befand. Bei der Türkenbelagerung 1683 zerstört, wurde er 1783 aufgelassen und 1875 endgültig planiert.

11.7.1975: Werfel-Beisetzung am 21. Juli

Am 21. Juli werden die Gebeine Franz Werfels in einem Ehrengrab der Stadt Wien auf dem Zentralfriedhof beigesetzt werden. Die Überführung aus den USA wurde von der Österreichischen Gesellschaft für Literatur und dem Wiener Kulturamt gemeinsam in die Wege geleitet. Die Gebeine Werfels werden in der Gruppe 32, Grab Nr. 39, ihre letzte Ruhestätte finden.

11.7.1975: Franz-Josef-Spital: Ärztlicher Direktor - erstmals eine Frau

Es gibt erstmals einen weiblichen ärztlichen Direktor in einem Wiener Spital: im Franz Josefs-Spital wurde Oberphysikatsrat Dr. Theodora Müllner von Gesundheits- und Sozialstadtrat Prof. Dr. Alois Stacher als ärztliche Direktorin in ihr Amt eingeführt. Damit übernimmt erstmals eine Frau eine solche Funktion, bisher war dies ausschließlich eine "männliche Domäne" gewesen.

14.7.1975: Computer entlarvt Rückströme im Erdreich - Ausland an neuen Rechenprogramm des Computer-Zentrums der Wiener Stadtwerke interessiert

Das Rechenzentrum der Wiener Stadtwerke hat ein aufsehenerregendes Rechenprogramm entwickelt, das große Beachtung im Ausland findet.

Zum ersten Mal ist es möglich, mit Hilfe eines Computers Spannungsunterschiede im Schienennetz rechnerisch zu ermitteln. Auch Schwachstellen der Bahnstromversorgung können aufgedeckt und so die wirtschaftlichsten Abhilfemaßnahmen gefunden werden.

Das von den Ingenieuren und Mathematikern der Wiener Stadtwerke erstellte Rechenprogramm kann die sogenannten Potentialunterschiede in wenigen Minuten aufspüren.

Spannungsunterschiede im Schienennetz sind bis zu 2,5 Volt zulässig. Aber je größer die Schwankungen im Spannungsbereich werden, umso größer wird auch die Gefahr, dass Teile des dabei entstehenden Rückstromes durch das Erdreich fließen und so Korrosionsschäden an metallischen Einbauten, wie etwa Kabeln oder Wasserleitungen, bewirken. So ein Schaden kann in der Regel erst nach etwa zehn Jahren festgestellt werden. Das neue Computer-System ist inzwischen beim Verband öffentlicher Verkehrsbetriebe (VOEV), der Dachorganisation der deutschen Verkehrsbetriebe, auf großes Interesse gestoßen.

Das Rechenzentrum der Wiener Stadtwerke ist nun bereit, Netzberechnungen für die mehr als 50 VOEV-Mitgliedsbetriebe durchzuführen. Die Wiener Stadtwerke-Verkehrsbetriebe selbst sind assoziiertes Mitglied des VOEV.

15.7.1975: RK-International: Berechnungszentrum für Tunnelbauten in Innsbruck

Große österreichische Tunnelbauten müssen künftig nicht mehr wie bisher an der ETH Zürich berechnet werden: An der Innsbrucker Baufakultät werden derzeit im Forschungsschwerpunkt "Tunnelbau" Berechnungsmethoden für Hohlraumbauten entwickelt. Dazu gehören auch die U-Bahn-Bauten unter den Großstädten. Im Gegensatz zum Gebirge, wo die Auswirkung von Senkungen an der Oberfläche unberücksichtigt bleiben kann, muss man im Lockergestein unter den Städten die Spannungsverhältnisse und möglichen Verformungen genau berechnen. Diese Daten werden nach der "Finite-Elemente-Methode" anhand scheibenförmiger Profile durch den Tunnel und das umliegende Gestein mit Hilfe großer EDV-Geräte ermittelt. (Quelle: ibf)

17.7.1975: Energieanleihe für die Stadt Wien in Düsseldorf unterzeichnet

In Düsseldorf wurde der Vertrag über die Begebung einer 100 Millionen DM-Energieanleihe für die Stadt Wien unterzeichnet. Die Laufzeit der Anleihe ist neun Jahre. Die Rückzahlung erfolgt in sechs gleichen Jahresraten, die ersten drei Jahre sind tilgungsfrei. Der Zinssatz ist mit 8,25 Prozent gegenüber bei Auslandsanleihen üblichen 8,75 Prozent sehr günstig. Der Zinssatz ist Ausdruck dafür, dass die Stadt Wien im Ausland als "vorzügliche Adresse" gilt. Die Anleihe wird als reine Energieanleihe für den Kraftwerksausbau, den Ausbau des Leitungs- und Rohrnetzes und für den Bau von Behältern für die Gasspeicherung verwendet werden.

18.7.1975: Kundmachung für die Nationalratswahl - Wahlkalender fix

Die Kundmachung über die Ausschreibung der Nationalratswahl 1975 hat Bürgermeister Leopold Gratz erlassen. Mit der Ausschreibung der Wahl im Bundesgesetzblatt vom 9. Juli wurden auch der 5. Oktober als Wahltag und der 8. August als Stichtag offiziell festgelegt.

21.7.1975: Jubiläumstag im Gänsehäufel

Das nach dem Krieg neu errichtete, traditionsreichste Wiener Sommerbad, das Strandbad Gänsehäufel, feiert seinen 25. Geburtstag. An diesem Tag steht das Sommerbad allen Badelustigen kostenlos zur Verfügung.

21.7.1975: Maori-Königin in Wien

Zu einem inoffiziellen Besuch hält sich die Königin der Maoris, te-ata-i-Rangi-Kaahu, aus Neuseeland in Wien auf. Die Königin und ihr Gatte werden auch das Wiener Rathaus besuchen.

22.7.1975: Gratz bei Trauerfeier für Dr. Schleinzer

Der Wiener Bürgermeister und Landeshauptmann Leopold Gratz wird bei der Trauerfeier für den verunglückten ÖVP-Bundesparteiobmann Dr. Karl Schleinzer im Landhaus in Klagenfurt einen Kranz der Stadt Wien niederlegen.

24.7.1975: Hietzing: Neuartige Straßenbeleuchtung senkt Kosten um ein Drittel

Im Rahmen des Umbaus des Verkehrsknotens Lainzer Straße - Hietzinger Hauptstraße im 13. Bezirk wurden auf dem Kreuzungsplateau zwei neue Beleuchtungsanlagen montiert, die eine maximale Ausleuchtung des gesamten Kreuzungsbereiches garantieren.

Auf zwei 18 Meter langen Stahlrohrlichtmasten wurden neuartige, von Siemens entwickelte Leuchten angebracht. Es sind die ersten Sistellar-Leuchten, die in Wien bei der Straßenbeleuchtung verwendet werden. Die neue Leuchte ist mit sechs Spiegelreflektoren und sechs Natriumhochdrucklampen zu je 250 Watt bestückt.

Experten der Magistratsabteilung 33 haben die neu entwickelte Beleuchtungsanlage sorgfältig überprüft und dann die Projektierung für Hietzing vorgenommen. Durch diese neuen Leuchten ist eine bessere Ausleuchtung gegeben. Sie kommt überdies samt Einbau um rund ein Drittel billiger als herkömmliche Anlagen.

25.7.1975: Wiener Film in Moskau prämiiert

Wie die österreichische Botschaft in Moskau mitteilte, konnte der bereits mehrfach preisgekrönte Film "Wien zum Beispiel" des Fremdenverkehrsverbandes für Wien neuerlich einen Erfolg erringen. Beim 9. Internationalen Filmfestival in Moskau wurde der Kurzfilm mit dem 1. Preis des sowjetischen Ministeriums für Tourismus und der Fremdenverkehrsorganisation Intourist ausgezeichnet. Der in Österreich als besonders wertvoll prädikatisierte Film wurde von Axel Corti und Max Vrecer gestaltet. Vrecer als Produzent und Kameramann wurde dafür bereits mit dem österreichischen Kulturfilmpreis ausgezeichnet. Der 1. Preis in Moskau ist die sechste Auszeichnung des in der ganzen Welt für Wien werbenden Films.

28.7.1975: Sankt Marx: neue Wurst- und Fleischwarenfabrik der KGW wird errichtet

Eine neue Wurst- und Fleischwarenfabrik der Konsumgenossenschaft Wien entsteht in Sankt Marx. Dazu wurde heute der Grundstein gelegt.

Auf dem Areal Sankt Marx (Baumgasse), neben dem bestehenden Fleischzentrum, wird auf 16.000 Quadratmeter die neue Wurst- und Fleischwarenfabrik errichtet. In unmittelbarer Nachbarschaft des größten österreichischen Schlachthofes, wird die Fabrik - Kosten: 140 Millionen Schilling - auch für die fleischverarbeitende Landwirtschaft von entsprechender Bedeutung sein: Der tägliche Bedarf an Rohmaterial soll von derzeit 45 Tonnen nach Fertigstellung der Anlage auf 65 Tonnen im Jahr 1977 und weiter auf 75 Tonnen im Jahr 1980 steigen.

31.7.1975: Vier Milliarden für Bundesstraßenbau in Wien

Nachdem bereits 1972 die Dringlichkeitsreihung für den Ausbau von Autobahnen und Schnellstraßen im Raume Wien fixiert wurde, wurde heute die Reihung für die Bundesstraße B vorgestellt. Die Palette reicht vom Bau der Philadelphiabrücke, dem Ausbau der Wagramer Straße, der Brünner und Prager Straße bis zum Bau der 5. Donaubrücke.

Während der Anteil Wiens an den Gesamtkosten der zukünftigen Bauvorhaben in Österreich nur 5,2 Prozent beträgt, konnte in der ersten Dringlichkeitsstufe der Anteil mehr als verdoppelt werden und beträgt 10,8 Prozent. Der Bund wird für den Ausbau der Bundesstraßen A, B und C insgesamt vier Milliarden Schilling aufbringen.

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