Wien 1974: Berichte vom Oktober 1974

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

1.10.1974: Neue Rathausinformation eröffnet

Die seit 1967 bestehende Rathausinformation wurde wesentlich erweitert und zu einer echten Servicestelle für die Wiener ausgebaut. Sie wurde nun in den neuen Räumen in der Schmidthalle des Rathauses eröffnet.

2.10.1974: Neue Wohnhausanlage in Wien-Simmering

Die Errichtung einer städtischen Wohnhausanlage in Wien-Simmering (11. Bezirk), Lorystraße, wurde heute beschlossen. Die neue Anlage wird drei Häuser mit 35 Wohnungen und einer Tiefgarage mit 25 Pkw-Abstellplätzen umfassen. Die Kosten für den Bau betragen 19.650.000 Schilling.

2.10.1974: Polens Ministerpräsident im Wiener Rathaus

Der Präsident des Ministerrates der Volksrepublik Polen, Piotr Jaroszewicz, besuchte heute im Verlauf seiner Visite in Österreich das Wiener Rathaus und trug sich in das Goldene Buch der Stadt Wien ein.

2.10.1974: Fast 400 Millionen für Kulturförderung: Kulturstadträtin Fröhlich-Sandner präsentiert Kulturförderungsbericht 1973

Kulturstadträtin Gertrude Fröhlich-Sandner präsentierte heute den Kulturförderungsbericht des Kulturamtes der Stadt Wien 1973. Das Kulturamt hat im Jahr 1973 Förderungsbeiträge in der Höhe von 374,9 Millionen Schilling vergeben, wobei hier nicht Beträge enthalten sind, die andere kulturelle Institutionen der Stadt Wien wie etwa die Wiener Stadtbibliothek und die Museen oder andere Geschäftsgruppen in ihren Budgets in Millionenhöhe für kulturelle Zwecke bereitgestellt haben.

An Förderungsbeiträgen wurden 1973 unter anderem folgende vergeben: 87,1 Millionen für den Bereich Theater (hier sind die Mittel in der Höhe von 14,2 Millionen für die Wiener Festwochen nicht mitgerechnet), 27,6 Millionen für das Musikleben, 20 Millionen für wissenschaftliche Aufgaben und 20,5 Millionen für die Jugend- und Erwachsenenbildung. Auch die inzwischen allerdings noch wesentlich gesteigerten Mittel für die Stadtbildpflege betrugen 1973 fast 20 Millionen Schilling.

3.10.1974: Gemeindevermittlungsämter - erste Instanz bei kleinen Streitigkeiten

Im Wiener Rathaus hat Bürgermeister Leopold Gratz 115 neue Vertrauenes- und Ersatzmänner der Gemeindevermittlungsämter angelobt.

Die Tätigkeit dieser Institution

In Ehrenbeleidigungsangelegenheiten zum Beispiel versuchen die in den Wiener Bezirksvorstehungen untergebrachten Gemeindevermittlungsämter, die streitenden Parteien noch vor Einreichung einer Ehrenbeleidigungsklage zu versöhnen. Ebenso bemühen sich die Vertrauensleute, bei Besitzstreitigkeiten, Geldforderungen oder Ansprüchen auf bewegliche Sachen einen Vergleich zwischen den beiden Streitteilen herbeizuführen. Damit entlasten die Gemeindevermittlungsämter die Bezirksämter und ersparen oft den Streitenden kostspielige Prozesse.

Die Mitarbeiter der Gemeindevermittlungsämter werden vom Wiener Gemeinderat auf Vorschlag aller in ihm vertretenen Parteien gewählt und üben ihre ehrenamtliche Funktion jeweils für die Dauer einer Amtsperiode des Gemeinderates aus.

3.10.1974: Franz Josefs-Bahnhof wird abgerissen

Bezirksvorsteher Karl Schmiedbauer informierte heute über das neue Bauprojekt auf dem Gelände des Franz Josefs-Bahnhofs.

Noch im Oktober wird mit dem Abbruch des Bahnhofs begonnen werden. Zunächst wird der hintere Teil der Bahnhofshalle abgerissen. Bereits am 1. Jänner 1975 ist Baubeginn für ein rund 30 Meter hohes Bürogebäude, in dem auch neue Bahnhof eingeplant ist.

Von Juni bis September 1975 wird der vordere Teil des Bahnhofs abgerissen. Bis 1979 soll das neue Bürogebäude fertig sein. Während der Bauarbeiten wird selbstverständlich der normale Bahnhofsbetrieb weitergeführt.

In der zweiten Bauphase wird dann das gesamte Areal des Franz Josefs-Bahnhofs einschließlich des Frachtenbahnhofs mit einer Betondecke überbaut. Auf dem Gelände werden unter anderem ein Gebäude für das Zoologische Institut und eine Zweigstelle der Hochschule für Welthandel errichtet.

Für die Finanzierung des Zwei-Milliarden-Schilling-Projektes, das 1981 fertiggestellt sein soll, wird ein Bankenkonsortium sorgen. Der Bund wird nach Rückzahlung der Geldbeträge Eigentümer der neuen Anlagen sein.

4.10.1974: 800.000 Schilling für Leukämieforschung

Anlässlich der 75. Wiederkehr des Geburtstages von Bundespräsident Franz Jonas (gestorben 24. April 1974) wurde heute im Ludwig Boltzmann-Institut für Leukämieforschung und Hämatologie im Hanuschkrankenhaus eine Gedenkstunde abgehalten, in deren Rahmen Bundespräsident Dr. Rudolf Kirchschläger dem Institutsleiter Stadtrat Prof. Dr. Alois Stacher die "Kranzablösen - Leukämieforschungsspende Franz Jonas" in der Höhe von 800.000 Schilling übergab.

Das Ludwig Boltzmann-Institut für Leukämieforschung und Hämatologie wurde am 12. Februar 1968 mit zwei Räumen im Hanuschkrankenhaus gegründet. Schon vorher hatte Bundespräsident Jonas über 500.000 Schilling aus den ihm anlässlich seines 65. Geburtstages übergebenen Geldmitteln der im Hanuschkrankenhaus tätigen Forschungsgruppe "Leukämie-Retikulose" (bestehend aus den damaligen Oberärzten Dr. Stacher, Dr. Böhnel und Dr. Kahn) zur Verfügung gestellt. Geschäftsgebarung und Aufsicht wurden der Ludwig Boltzmann-Gesellschaft zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung in Österreich übertragen.

4.10.1974: Auszeichnung des PID-Chef

Prof. Alois Brunnthaler, der Leiter des Presse- und Informationsdienstes der Stadt Wien, erhielt heute vom norwegischen Botschafter in Österreich, Iva Lunde, das Ritterkreuz Erster Klasse des Königlich-Norwegischen St. Olavs, überreicht.

Brunnthaler hat sich in seiner Funktion als Herausgeber und Chefredakteur des Skandinavischen Pressedienstes seit mehr als 20 Jahren für die Verbreitung der Kenntnisse über Norwegen in Österreich eingesetzt.

5.10.1974: Heinz Kindermann zum 80. Geburtstag

Der Theaterwissenschaftler und Literaturhistoriker emer. Univ.-Prof. Dr. Heinz Kindermann feiert seinen 80. Geburtstag. Kindermann, der in Wien geboren wurde, studierte Germanistik, romanische Philologie sowie Theatergeschichte und wirkte danach im Unterrichtsministerium und im Burgtheater. 1925 habilitierte er sich an der Universität. In den folgenden Jahren führte ihn seine akademische Laufbahn unter anderem an die Akademie für bildende Künste, an die Technische Hochschule in Danzing sowie an die Universität in Münster. Im Jahre 1943 kehrte er nach Wien zurück, um die Leitung des eben erst gegründeten theaterwissenschaftlichen Instituts zu übernehmen. Heinz Kindermann galt schon damals und gilt heute als die führende Autorität auf dem Gebiet der Theaterwissenschaft in Europa. auf dem Prager Weltkongress für Theaterforschung (1973) wurde Prof. Dr. Kindermann zum Vizepräsidenten der "federation internationale pour la recherche theatrale" gewählt. Anlässlich seines 70. Geburtstages wurde Kindermann 1964 die Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold verliehen, 1970 erhielt er den "Grillparzer-Ring" und heuer den "Wilhelm von Hartel-Preis" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, deren Mitglied er ist.

7.10.1974: Verkehrsarme Zone Meidlinger Hauptstraße

Die Meidlinger Hauptstraße soll stufenweise, ausgehend von einer verkehrsarmen Zone, in eine echte Fußgängerzone umgewandelt werden. Ein diesbezügliches Projekt wird von Zivilingenieur Dr. Hermann Neukirchen ausgearbeitet.

7.10.1974: Fünf Jahre Kommunalwissenschaftliches Dokumentationszentrum

Erforschung und Lösung kommunaler Probleme sind die Aufgaben des Kommunalwissenschaftlichen Dokumentationszentrums in Wien, das vor fünf Jahren gegründet wurde.

"Wirtschaft und Finanzen österreichischer Städte", "Zur Frage der Tarifgestaltung der öffentlichen Personennahverkehrsunternehmungen" und "Kommentar zum Umsatzsteuergesetz für Gemeinden" sind nur einige der Studien, die von den sieben Mitarbeitern des in der "Windischgrätz-Villa" in der Linzer Straße untergebrachten Instituts erstellt wurden. Eine Dokumentation über die Entwicklung der Aufgaben der Gemeinden wird in naher Zukunft fertiggestellt sein.

Bibliothek und Arbeiten des Dokumentationszentrums stehen allen, die sich mit kommunalen Problemen befassen, zur Verfügung.

7.10.1974: Auswertung der Freizeitstudie

Die Erhebungen über das Freizeitverhalten und die Freizeitwünsche der Wiener Bevölkerung werden nun in zweierlei Richtungen ausgewertet: Das Institut für Freiraum- und Erholungsplanung wird das Freizeitverhalten der Wiener im Stadtgebiet und das Institut für Raumplanung wird die Freizeitaktivitäten der Großstädter im Umland untersuchen. Als Basismaterial stehen 2.900 Interviews in Wien und 600 Befragungen im Umland zur Verfügung.

8.10.1974: Wieder fast fünf Millionen für Altstadterhaltung

4,8 Millionen Schilling hat der Beirat zum Altstadterhaltungsfonds der Stadt Wien für Zwecke der Altstadterhaltung vergeben. Diese Summe wird für 20 Objekte in verschiedenen Wiener Gemeindebezirken zur Verfügung stehen. Unter anderem kommt das Geld der sogenannten "Otto Wagner-Schule-Villa" in Wien 13, Schlossberggasse 14, sowie dem "Haydnhaus" in der Haydngasse im 6. Bezirk zugute. Auch wurden wieder für das denkmalgeschützte Haus in Wien 2, Zirkusgasse, Mittel zur Verfügung gestellt.

8.10.1974: Ö-Regional: Neue Sportsendung für Wien

Unter dem Titel "Sportstudio Wien" wird Ö-Regional zweimal wöchentlich eine neue Sportsendung für Wien ausstrahlen. Jeden Mittwoch und Samstag um 13.50 Uhr wird das "Sportstudio Wien" über das Sportgeschehen in Wien berichten.

8.10.1974: "Jugendstil" reist nach Göteborg

Im Keller des Historischen Museums der Stadt Wien wurden rund 170 Exponate verpackt, die im Rahmen der "Österreich-Woche" in Göteborg, Schweden, in der Ausstellung "Jugendstil in Wien" gezeigt werden.

In dieser Ausstellung, dem offiziellen Beitrag Wiens zur "Österreich-Woche", werden Gemälde von Klimt und Schiele, Zeichnungen von Otto Wagner, Plakate, Möbel, Kleider und Accessoires des Jugendstils präsentiert. Die Exponate stammen fast ausschließlich aus Beständen des Historischen Museums der Stadt Wien und sind zum größten Teil noch nicht ausgestellt gewesen.

9.10.1974: Arnulf Neuwirth - Collage, Aquarell, Ölbild - Neue Ausstellung im Historischen Museum der Stadt Wien

Im Historischen Museum der Stadt Wien wurde die Ausstellung "Arnulf Rainer - Collage, Aquarell, Öldbild" eröffnet. Die Ausstellung ist eine gemeinsame Veranstaltung der Historischen Museen der Stadt Wien und der Stadt Krems.

Diese Ausstellung von Werken Neuwirths ist der erste sichtbare Erfolg der neuen Politik des Historischen Museums der Stadt Wien, mit verwandten österreichischen Instituten bei der Erstellung und Durchführung von Expositionen zusammenzuwirken. Neben dieser Ausstellung hat diese neue Form der interinstitutionellen Kontakte auch bereits zum Entstehen einer "Gütersloh-Ausstellung" geführt, die mit Werken aus dem Besitz des Historischen Museums zusammengestellt wurde und derzeit im Museum der Stadt Leoben gezeigt wird. An weiteren Projekten solcher Art sind für die nächste Zeit in Zusammenarbeit mit der Österreichischen Galerie 1975 eine Ausstellung von Werken des in New York lebenden Malers Franz Lerch und für 1976 eine Zusammenarbeit mit dem Museum der Stadt Linz geplant.

10.10.1974: Wiener Stadtbibliothek erwarb Sammlung von Berta von Suttner-Briefen

Der Wiener Stadtbibliothek ist es gelungen, eine bedeutende Sammlung von Briefen der österreichischen Friedensnobelpreisträgerin Berta von Suttner zu erwerben. Die Briefsammlung befand sich bisher in amerikanischem Privatbesitz.

Die Sammlung umfasst insgesamt 109 Briefe. Sie stammen aus der Zeit vom 16. November 1902 bis zum 3. Dezember 1904. Der Inhalt verschafft einen tagebuchartigen Einblick in einen Lebensabschnitt Berta von Suttners, der durch den Tod ihres Mannes am 10. Dezember 1902 gekennzeichnet war.

Eine Auswahl aus diesen Briefen wird die Wiener Stadtbibliothek in der für Herbst 1975 geplanten Ausstellung über die Neuerwerbungen der Jahre 1974/75 der Öffentlichkeit präsentieren.

11.10.1974: Willy Lorenz - 60. Geburtstag

Chefredakteur DDr. Willy Lorenz feiert seinen 60. Geburtstag.

Willy Lorenz wurde 1914 in Wien geboren und studierte an den Universitäten Wien, Prag und Berlin. Seit 1945 fungiert er als Herausgeber der katholischen Wochenschrift "Die Furche" und ist seit mehreren Jahren Generaldirektor und Chefredakteur dieses Blattes. Seit 1954 ist DDr. Lorenz Geschäftsführer der "Herold" Druck- und Verlagsgesellschaft mbH, Wien, weiters fungiert er auch als Geschäftsführer der Buch-, Kunst- und Zeitungsdruckerei "Albrecht Dürer" GesmbH., Wien. Außerdem hat er die Stellung eines Aufsichtsratmitgliedes der "Albert Günther AG", Wien, inne. Er ist Ritter des Malteser Ordens.

DDr. Lorenz hat mehrere Bücher und Aufsätze veröffentlicht Die bekanntesten sind "a.e.i.o.u. allen Ernstes ist Österreich unersetzlich. Österreichische Impressionen", 1961 "Du bist doch in unserer Mitte. Wege der Kirche in Österreich", 1962, "Als Holstein österreichisch wurde", 1966, "Die Kreuzherren mit dem Roten Stern", 1964, "Monolog über Böhmen", 1964, "Petrus der ewige Papst. Dialoge über den Heiligen Petrus und seine Nachfolger.", 1966, "Das heimliche Römische Reich", 1959 und "60 Minuten Wiener Neustadt, 60 Minuten Weltgeschichte", 1970.

14.10.1974: Deutscher WIG-Garten in Obhut der Stadt Wien

Im Rahmen einer kleinen Blumenschau übergab der parlamentarische Staatssekretär des deutschen Landwirtschaftsministeriums, Fritz Logemann, den deutschen WIG-Garten in die Obhut der Stadt Wien.

14.10.1974: Verkehrsbeirat für Wien vorgeschlagen

Auf Anregung von Stadtrat Ing. Fritz Hofmann wird ein Verkehrsbeirat für Wien eingerichtet, dessen Vorsitz Bürgermeister Leopold Gratz übernehmen wird.

Dem Verkehrsbeirat sollen die beiden Kraftfahrorganisationen ÖAMTC und ARBÖ, das Kuratorium für Verkehrssicherheit, die Kammer für Arbeiter und Angestellte beziehungsweise der Gewerblichen Wirtschaft, die Polizei und die in Frage kommenden städtischen Dienststellen angehören.

Die Funktion dieses Beirates soll sein, als Begutachter bei Verkehrskonzepten und größeren Einzelplanungen beziehungsweise bei Fragen der Verkehrsorganisation tätig zu werden.

16.10.1974: Allgemeines Krankenhaus: Nordflügel der alten Psychiatrie wird gesprengt

Auf dem Gelände des Allgemeinen Krankenhauses wurde vor zwei Monaten mit der Sprengung des alten Gebäudes der Psychiatrischen Klinik begonnen. Insgesamt wurden bisher bereits sieben Sprengungen vorgenommen. Nun werden diese Arbeiten mit der Sprengung des Nordflügels der alten Psychiatrie fortgesetzt.

16.10.1974: WIG wird "Erholungspark Laaer Berg" - Teil des großräumigen Erholungszentrums Laaer Berg

"Erholungs- und Kurpark Laaer Berg, das ist in Zukunft der Name des Geländes der WIG 74, dies gab Stadtrat Peter Schieder heute bekannt. Seit der Schließung der WIG 74 vor einigen Tagen, ist das weite Gebiet für die Wiener Bevölkerung kostenlos zugänglich. Der Erholungs- und Kurpark ist jedoch wiederum nun ein Teil eines viel großräumigeren und vielschichtigeren "Erholungszentrum Laaer Berg". Dazu gehören die Aufforstungen auf der Kuppe des Laaer Berges, die Nordseite des Laaer Berges mit dem Naturdenkmal des Eichenwaldes zu beiden Seiten des "Böhmischen Praters", die in Kürze zu gestaltende Schüttung im Bereich der Löwygrube, der Volkspark Laaer Berg, das Sommerbad Laaer Berg und im weitesten Sinne der gesamte Grüngürtel im Süden Wiens.

17.10.1974: Gratz vereinbart Zusammenarbeit Warschau-Wien

Anlässlich seines Besuches in Warschau vereinbarte Bürgermeister Leopold Gratz mit dem Bürgermeister von Warschau, Jerzy Majewski, eine Zusammenarbeit von Wien und Warschau auf den Gebieten Festwochen, Stadtplanung, Altstadterhaltung und Jugendarbeit.

Bürgermeister Majewski erweiterte den Katalog für die Städte-Kooperation um ein technisches und ein gastronomisches Thema. Warschau will erstens eine Technikerdelegation zum Studium der Erfahrungen im U-Bahn-Bau nach Wien schicken und zweitens mit einer Art "Austausch" von Spezialitätenrestaurants beginnen. Majewski regte an, ein polnisches Restaurant in Wien und ein Wiener Restaurant in Warschau einzurichten.

17.10.1974: 45 Millionen Schilling für die zweite Wettbewerbsstufe "Donauraum Wien"

Für die zweite Stufe des Wettbewerbes "Donauraum Wien" wurden heute 45 Millionen Schilling vergeben.

17.10.1974: IOC-Präsident in Wien eingetroffen

Zum Gipfeltreffen des Sports in Wien traf IOC-Präsident Lord Killanin in Wien ein. Er wurde vom Präsidenten des Österreichischen Olympischen Comitees, Sportstadtrat Kurt Heller, empfangen.

Heller erklärte, dass die 75. Session des Internationalen Olympischen Comitees in Wien wichtige Entscheidungen zu treffen haben wird. Es geht bei diesem Weltparlament des Sports um die Winterspiele 1980, für die sich Moskau, Lake Placid und Los Angeles beworben haben. Diese Bewerbungsstädte treten in der Volkshalle des Wiener Rathauses mit Ausstellungen vor die Öffentlichkeit. Weiters wird über die Aufnahme Chinas in das IOC diskutiert werden. Ein wichtiger Punkt dieser Tagung wird die Neufassung des Paragraphen 26, des sogenannten Amateurparagraphen sein, denn dieser steht noch immer im Mittelpunkt einer Neuorientierung der olympischen Idee.

21.10.1974: Bürgermeister von Moskau im Wiener Rathaus

Der Vorsitzende des Exekutivkomitees des Moskauer Sowjets, Bürgermeister Wladimir Promyslow, besuchte Bürgermeister Leopold Gratz im Wiener Rathaus und trug sich in das Goldene Buch der Stadt Wien ein.

21.10.1974: Wien widmet Grab für Felix Hurdes

Der verstorbene Bundesminister a.D. Felix Hurdes wurde im Familiengrab im Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. Das Grab wird von der Stadt Wien ehrenhalber auf Friedhofsdauer gewidmet.

22.10.1974: Otto Koenig - 60. Geburtstag

Der Verhaltensforscher Prof. Otto Koenig feiert seinen 60. Geburtstag.

Otto Koenig wurde am 23. Oktober 1914 in Wien als Sohn des gleichnamigen Schriftstellers und Volksbildners geboren. Er betrieb zunächst wissenschaftliche Photographie und wandte sich dann der Tierpsychologie zu. 1939 erschien sein populärwissenschaftliches Tierbuch "Wunderland der wilden Vögel". Durch die wissenschaftliche Arbeit "Rallen und Bartmeisen - Beiträge zur Biologie und Physiologie" erwies er sich als hervorragender Vogelkenner. Otto Koenigs wichtigste Schöpfung ist zweifellos die "Biologische Station am Wilhelminenberg", die er 1946 unter vielen persönlichen Opfern, unterstützt von Studenten und Studentinnen, buchstäblich aus dem Nichts hervorzauberte und die im Jahre 1966 als "Institut für vergleichende Verhaltensforschung (Arbeitsgruppe Wilhelminenberg)" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften angegliedert wurde.

Im Gründungsjahr der "Biologischen Station" (1946), erschien sein Werk "Briefe aus dem Süden", mit Zeichnungen von seiner Frau Lilli, eine Beschreibung der Landschaft und Tierwelt Siziliens. 1949 folgte "Weg ins Schilf. Erlebnisse mit Tieren", 1952, "Auf sonnigen Straßen. Erlebnisse mit Tieren und Menschen in Italien", 1961 "Das Buch vom Neusiedler See", 1962 "Der Schrillapparat der Paradieswitwe" und als größeres wissenschaftliches Reisewerk sein sehr erfolgreiches Buch "Kif-Kif. Menschliches und Tierisches zwischen Sahara und Wilhelminenberg".

Neben diesen Publikationen erschienen von ihm Aufsätze in der "Österreichischen Zoologischen Zeitschrift" und im "Journal für Ornithologie".

Sein im Jahre 1964 entstandenes Werk "Führer rund um den Neusiedler See" ist als vorzügliche und volksbildnerische sehr wertvolle Darstellung des Raums um den Neusiedler See, unter besonderer Berücksichtigung der biologischen Gegebenheiten, anzusprechen und hat sicherlich wesentlich zur Erschließung und Bewahrung der Naturschönheiten dieses Raumes beigetragen.

Den Titel von Otto Koenigs bekannter Fernsehserie trägt das 1965 erschienene Werk "Rendezvous mit Tieren", eine gleichnamige Serie erschien in der "Kronen-Zeitung" ab November 1967.

Höchst interessant ist sein 1970 im Deutschen Taschenbuchverlag, München, erschienenes Buch "Kultur und Verhaltensforschung. Einführung in die Kulturethologie". Dieses Werk, eingeleitet von Koenigs Lehrer Konrad Lorenz, birgt - ausgehend von dem von Konrad Lorenz geprägten Begriff "Kulturethologie" - eine eingehende Darstellung des Uniformwesens.

Im Jahre 1962 wurde Otto Koenig der Professortitel verliehen.

23.10.1974: Neue Chefs für Brückenbau und Kanalisation

Die Bestellung der neuen Leiter der Magistratsabteilung 29, Brücken- und Wasserbau und der Magistratsabteilung 30, Kanalisation wurde heute durch Bürgermeister Leopold Gratz durchgeführt. Neuer Brückenbauchef wird Oberbaurat Dipl.-Ing. Oskar Grösser, zum Leiter der Kanalabteilung wurde Oberbaurat Dipl.-Ing. Karl Stich bestellt.

25.10.1974: Aus dem Wiener Gemeinderat

Im heutigen Wiener Gemeinderat wurde der Antrag auf Generalsanierung der Augartenbrücke einstimmig beschlossen. Einstimmig angenommen wurde auch der Antrag auf Bereitstellung von 31 Millionen Schilling für den Ausbau des Sportplatzes Hohe Warte.

29.10.1974: Belgien: Zwei Preise für österreichische Filme

Zum ersten Mal in der 24jährigen Geschichte des internationalen Brüsseler Festivals für Fremdenverkehrs- und Folklorefilme erhielt ein Land zwei Preise. Der beste Touristikfilm und der beste Sportfilm kamen aus Österreich. Mit dem Preis des salon international des vacances du tourisme et des loisirs - für den besten Film der die touristischen Möglichkeiten eines Landes, einer Region oder einer Stadt hervorhebt - erhielt "Wien - zum Beispiel", im Auftrag des Fremdenverkehrsverbandes produziert, bereits seine fünfte Auszeichnung. Der 15-Minutenfilm hatte seinen 1. Preis bei der Internationalen Tourismusbörse im Februar 1974 in Berlin erhalten.

Im Auftrag der Österreichischen Fremdenverkehrswerbung entstand "wings and wheels", der als bester Sportfilm den Preis der Internationalen Union offizieller Tourismusorganisationen (IUOTO), erhielt. Der Preis wurde vom offiziellen Touristikamt des Fürstentums Monaco gestiftet.

Die Preisverleihung nahm der belgische Staatsminister Vermeylen vor.

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