Wien 1970: Berichte vom September 1970

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

1.9.1970: 60. Geburtstag von Erzbischof Dr. Franz Jachym

Erzbischof Dr. Franz Jachym feiert seinen 60. Geburtstag. Er wurde in Wien-Favoriten (10. Bezirk) geboren, absolvierte die Mittelschule im Gymnasium Weidling und im Erzbischöflichen Knabenseminar Hollabrunn, trat nach der Matura in das Priesterseminar ein und studierte an der Wiener Universität katholische Theologie. Nach seiner im Jahre 1936 erfolgten Priesterweihe wirkte er ein Jahr lang als Kaplan in Purkersdorf und wurde 1937 von Kardinal Innitzer zum Erzbischöflichen Zeremoniär berufen. 1947 habilitierte sich Franz Jachym als Privatdozent an der Universität Wien, 1949 wurde er außerordentlicher Professor für Moraltheologie und neutestamentliche Ethik. 1950 wurde er von Papst Pius (römisch) 12. zum Titularerzbischof von Maronea ernannt, im gleichen Jahr empfing er in Rom die Bischofsweihe. Als Kardinal Innitzer 1955 starb, wurde Erzbischof Dr. Jachym für die Zeit der Vakanz des Bischofsstuhles zum Kapitelvikar von St. Stephan gewählt. Der neuernannte Wiener Erzbischof Dr. Franz König berief ihn zum Koadutor, wie dies schon sein Vorgänger getan hatte. Erzbischof Dr. Jachym ist vor allem für die Fragen des Kirchenbaues in der Erzdiözese Wien verantwortlich.

Namens der Wiener Stadtverwaltung gratulierte Bürgermeister Marek dem Jubilar.

2.9.1970: Wien-Besuch des griechisch-katholischen Patriarchen Maximos 5.

Der Patriarch der griechisch-katholischen Ostkirche, Maximos 5. Hakim, traf heute zu einem einwöchigen Aufenthalt in Wien ein. Der Anlass seines Besuches ist eine "Reunion Internationale" des französischen Ordens vom Heiligen Lazarus von Jerusalem, dessen geistlicher Protektor der Patriarch ist. Während seines Aufenthaltes in Wien ist das geistliche Oberhaupt der griechisch-katholischen Kirche Gast von Kardinal DDr. König. Maximos 5. wird sich in das Goldene Buch der Stadt Wien eintragen.

Maximos (römisch) 5. (Georg Selim Hakim) ist Patriarch von Antiochien und dem ganzen Orient, von Alexandrien und von Jerusalem. Er wurde am 18. Mai 1908 in Tanta, Ägypten, geboren. Nach seinem Studium in Kairo und Jerusalem wurde er 1930 zum Priester geweiht. Im Alter von 35 Jahren war er bereits Erzbischof von Akkon, 1967 erfolgte seine Wahl zum Patriarchen, als der er nun abwechselnd ein halbes Jahr in Beirut beziehungsweise in Damaskus residiert. Vielbeachtete Beiträge und Stellungnahmen von ihm haben sich mit den Problemen der Ostkirche und deren Stellung im Rahmen der Gesamtkirche und der ökumenischen Bestrebungen beschäftigt. Der unter seiner Patronanz stehende Lazarusorden, dessen Gründung auf die Kreuzzüge zurückgeht und der heute in zahlreichen Ländern verbreitet ist, dient zwei Hauptaufgaben: der Verständigung unter den christlichen Konfessionen und den großen Religionsgemeinschaften sowie der karitativen Tätigkeit, im besonderen zugunsten der Leprakranken in aller Welt. Auch Österreich ist Mitglied dieser Vereinigung.

3.9.1970: Eröffnung der Ausstellung "Bukarest - heute"

In der Volkshalle des Wiener Rathauses wurde die Wanderausstellung "Bukarest - heute" eröffnet. Die Ausstellung wurde bereits in mehreren europäischen Städten, zuletzt in Kopenhagen, gezeigt. Großfotos und Farbdias werden dem Besucher einen Überblick über die Entwicklung und die bauliche Gestaltung der rumänischen Metropole vermitteln.

3.9.1970: Engere Zusammenarbeit zwischen Prof. Krips und den Wiener Symphonikern - Der Dirigent übernimmt die Leitung des Symphoniker-Zyklus

Prof. Joseph Krips wird in der kommenden Saison 1970/71 im Symphoniker-Zyklus tätig sein. Prof. Krips erklärte, dass "er seine neue Tätigkeit als einen Wechsel auf die Zukunft betrachte". Er werde daher in dieser Saison als Dirigent des Symphoniker-Zyklus arbeiten.

Als Pläne für die Zukunft nannte er unter anderem die Uraufführung verschiedener Werke des 20. Jahrhunderts, die Durchführung von Jugendkonzerten sowie eine Amerikatournee.

4.9.1970: Ballspielanlage als Kunstwerk

Der Wiener Maler Hermann Painitz hat in der Wohnhausanlage 23, Marktgemeindegasse, die künstlerische Ausgestaltung der Ballspielanlage übernommen. Der Maler hat diese kreisförmige Anlage mit zehn Metern Durchmesser in leuchtenden Farben geschaffen. Rote, blaue, gelbe, weiße und schwarze Scheiben auf der kreisrunden Wand laden dazu ein, mit dem Ball seine Zielsicherheit zu erproben.

Die Ballspielanlage, die im Auftrag des Kulturamtes der Stadt Wien entstanden ist, besteht aus einer Eisenkonstruktion, die mit Aluminiumplatten belegt wurde und mit farbigen, besonders widerstandsfähigen Lacken vom Künstler bemalt worden ist.

7.9.1970: Bürgermeister von Triest im Wiener Rathaus

Bürgermeister Marek empfing den Bürgermeister von Triest, Dr. Ing. Marcello Spaccini, in seinem Arbeitszimmer im Wiener Rathaus. Der italienische Kommunalpolitiker befand sich in Begleitung des Vertreters der Triester Handelskammer in Österreich, Dr. Karl Pelikan. Dr. Spaccini wird sich während seines viertägigen Wien-Besuches vor allem auf der Herbstmesse aufhalten, da die Stadt Triest maßgeblich im italienischen Pavillon vertreten ist.

7.9.1970: Hessische Delegation in Wien

Auch eine Delegation von rund 100 Bürgermeistern und Kreistagsabgeordnete des hessischen Landkreises Fritzlar-Homberg, die sich über kommunale Probleme informieren, konnten heute im Wiener Rathaus begrüßt werden. Die Delegation wird danach ins Burgenland auf eine Infotour weiterreisen.

8.9.1970: Neue Rudolfstiftung: 18geschoßiges Bettenhochhaus erreichte Dachgleiche

1.200 Betten - davon allein 1.000 im neuen Bettenhochhaus - wird die neue Rudolfstiftung haben, wenn sie Ende 1974/Anfang 1975 ihren vollen Betrieb aufnehmen wird. Das 18geschoßige Bettenhochhaus, das im Hof hinter dem alten Hauptgebäude aufragt, erreicht nun die Dachgleiche. Nach einer Bauzeit von 28 Monaten ist damit der Kern des neuen Hauptgebäudes der Rudolfstiftung auf dem von der Juchgasse, Boerhaavegasse und Klimschgasse in Wien-Landstrasse (3. Bezirk) umgrenzten Areal im Rohbau fertiggestellt.

Seit Baubeginn im November 1962 wurden in den ersten beiden Bauabschnitten bereits ein Schwesternhaus für 100 Schwestern, der sogenannte Westverbau mit Kesselhaus und Öllager, einer hochmodernen Küche mit einer Leistung von 2.000 Portionen pro Mahlzeit, den Zentralgarderoben, dem Speisesaal und der unterirdischen Zufahrt zum Versorgungsgeschoß des Hauptgebäudes errichtet.

Bei ihrer Eröffnung im Dezember 1864 war die alte Krankenanstalt Rudolfstiftung - gestiftet von Kaiser Franz Joseph anlässlich der Geburt des Kronprinzen Rudolf - ein hochmodernes Spital. In den letzten Jahren wurde allerdings die Frage einer Generalsanierung immer dringlicher.

9.9.1970: Wien bietet "Service für Filmproduzenten"

Die Stadt Wien ist als Drehort für Spielfilme nach wie vor sehr attraktiv, dies beweisen die konkreten Anfragen und Erkundigungen verschiedener US-Filmproduktionen der jüngsten Zeit. Dieser Erfahrung will die Stadtverwaltung nun rascher gerecht werden: durch verschiedene Initiativen will man den Produzenten künftig größeren Anreiz bieten, Wien als Drehort zu wählen. Vertreter der Wiener Stadtverwaltung werden Interessenten vor allem bei der Beseitigung von bürokratischen Schwierigkeiten behilflich sein.

Die Produzenten sollen künftig nicht erst an Ort und Stelle erfahren, unter welchen Umständen man in Wien filmen kann, sondern bereits lange vor Drehbeginn über die Situation informiert werden. Motto der Stadtverwaltung "Service am Produzenten".

9.9.1970: Nationalrats-Nachwahlen im Wiener Rathaus

Das Wiener Rathaus wird Hauptschauplatz der Nationalrats-Nachwahlen am 4. Oktober sein. In Gesprächen mit dem Innenministerium wurde festgelegt, auch die Hauptwahlbehörde ins Rathaus zu verlegen.

Bei den Nachwahlen in den Wahlkreisen 1, 3 und 5 werden insgesamt 16 Mandate vergeben. 13 davon wurden am 1. März im ersten Ermittlungsverfahren, drei im zweiten Ermittlungsverfahren vergeben. Die Nachwahlen betreffen die Bezirke 1, 3, 4 - Wahlkreis 1 - 9, 18, 19 - Wahlkreis 3 und 5, 10, 11 - Wahlkreis 5. Bei den Nationalratswahlen im März dieses Jahres wurden in diesen Wahlkreisen insgesamt 428.710 gültige Stimmen abgegeben. Davon entfielen am 1. März 1970 230.646 Stimmen auf die SPÖ, 168.849 auf die ÖVP und 18.485 auf die FPÖ. Die Anzahl der abgegebenen Stimmen jetzt im Oktober wird auf jeden Fall geringer sein, da in Zwischenzeit auch Wähler verstorben sind. Die Nachwahlen schließen die Berücksichtigung von Zu- und Umzügen aus. Auch Jungwähler, die am 1. März noch nicht wahlberechtigt waren, können nicht zur Urne gehen.

Für die Wahlnacht im Wiener Rathaus hat Vizebürgermeister Felix Slavik die Parteichefs der drei im Nationalrat vertretenen Parteien, Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky, Bundesparteiobmann Dr. Hermann Withalm und Bundesparteiobmann Friedrich Peter ins Rathaus eingeladen.

9.9.1970: Deutsches Filmteam im Wilhelminenspital

Im Wilhelminenspital stellt derzeit ein Filmteam aus der Bundesrepublik Deutschland Aufnahmen für einen wissenschaftlichen Informationsfilm her. Das Team arbeitet seit einem Jahr im Auftrag einer pharmazeutischen Firma in Köln an solchen Filmen, die zur Vorführung vor Ärzten und Studenten bestimmt sind. Gegenwärtig ist ein Film über Leberkrankheiten in Arbeit. Drei Kapazitäten stehen im Mittelpunkt dieses Streifens, neben zwei deutschen Ärzten Professor Dr. Heribert Thaler. An seiner Arbeitsstätte im Wilhelminenspital wird Prof. Thaler über die Leberhistologie, also die mikroskopische Feinstruktur des Organs, interviewt und seine Arbeitsmethode wird filmisch dargestellt.

11.9.1970: Benennung des Alexander Poch-Platzes

Im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten "300 Jahre Pfarre St. Leopold" im 2. Bezirk wird Bürgermeister Marek die Benennung der Verkehrsfläche vor der Patronats-Pfarrkirche St. Leopold in Alexander Poch-Platz vornehmen. Der Platz wird von der Kleinen und der Großen Pfarrgasse begrenzt.

Monsignore Alexander Poch, der von 1938 bis 1966 Pfarrer der Pfarrkirche St. Leopold war (er starb im 63. Lebensjahr am 28. November 1966), zeichnete sich besonders in den Jahren 1938 - 1945 durch seine Ablehnung des NS-Gewaltregimes aus. Durch sein mutiges Verhalten, sein Verständnis und seine Hilfsbereitschaft für Verfolgte und Gefährdete war er weit über seine Pfarrgemeinde hinaus bekannt und geschätzt.

Vizebürgermeisterin Sandner bezeichnete die Benennung des Planes als "posthume Ehrung für einen vorbildlichen Priester und Menschen".

Die Stadt Wien hat finanzielle Mittel zur Neugestaltung des Kirchenplatzes und zur Renovierung der Kirchenfassade zur Verfügung gestellt.

12.9.1970: Großbrand in Wienerberger-Tonwarenfabrik

Die Wiener Feuerwehr rückte heute zu einem Großbrand in der Tonwarenfabrik 10, Wienerberg Straße 1 aus. Nach mehrstündigem Einsatz unter schwerem Atemschutz konnte der Brand der 500 Quadratmeter großen Halle gelöscht werden. Die Brandbekämpfung dauerte mehrere Stunden.

14.9.1970: Antrittsbesuch des Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde

Dr. Anton Pick, der neugewählte Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, stattete heute Bürgermeister Marek seinen Antrittsbesuch ab.

16.9.1970: Grundsteinlegung für zwei neue Pensionistenheime

Für zwei neue Pensionistenheime, eines in Wien 21, Großfeldsiedlung und das zweite in Wien 11, Thürndlhofstraße fand heute die Grundsteinlegung statt. Die beiden Heime werden Platz für 532 Personen bieten.

16.9.1970: Stadt Wien empfing Vertreter der Internationalen Nachrichtenagenturen

Aus Anlass der Eröffnung des neuen Internationalen Pressezentrums in Wien fand heute ein Empfang für die Vertreter der Internationalen Nachrichtenagenturen im Wiener Rathaus statt.

18.9.1970: Menschenrechts-Ligen tagen in Wien

In Wien begann der diesjährige Kongress der westeuropäischen Ligen der Menschenrechte. Zur Eröffnung waren die 50 Teilnehmer von der Stadt Wien empfangen worden.

19.9.1970: Josef Kainz-Medaillen 1970 für Susanne Almassy, Heinz Reincke, Conny Hannes Meyer und Zbynek Kolar

Die Josef Kainz-Medaillen 1970 wurden aufgrund der Vorschläge aus namhaften Wiener Theaterkritikern zusammengesetzten Jury für das Spieljahr 1969/70 folgenden KünstlerInnen verliehen:

  • Susanne Almassy für die Darstellung der Karen Nash, der Muriel Tate und der Norma Hubley in der Komödie "Plaza Suite" von Neil Simon im Theater in der Josefstadt
  • Heinz Reincke für die Darstellung des Königs Friedrich II. von Preußen in dem Stück "Armer alter Fritz" von Romulus Linney im Burgtheater
  • Conny Hannes Meyer für die Inszenierung des Lehrstückes "Die Ausnahme und die Regel" von Bertolt Brecht im Theater der Komödianten
  • Zbynek Kolar für die Bühnenbilder zu dem Stück "Armer alter Fritz" von Romulus Linney und zu der Tragikkomödie "Celestina" von Carlo Terron im Burgtheater.

21.9.1970: Hohe Auszeichnung für Dr. Karl Böhm

Generalmusikdirektor Dr. Karl Böhm erhielt heute das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien überreicht. In ihrer Laudatio zeichnete Vizebürgermeisterin Sandner kurz den Lebensweg des weltberühmten Dirigenten: mit 25 Jahren entschloss sich der Grazer Doktor der Rechte, die Dirigentenlaufbahn einzuschlagen. Als 1. Kapellmeister in seiner Heimatstadt wurde er von Bruno Walter nach München geholt. Weitere Stationen: Darmstadt, Hamburg, Dresden, Wien. "Karl Böhm gehört der ganzen Welt", so Sandner, "er ist mit allen renommierten Opern und Konzertsälen vertraut. Was ihn auszeichnet, ist das Bekenntnis zur absoluten Werktreue unter Verzicht auf jede theatralische Pose".

23.9.1970: Philips-Service-Center in Favoriten eröffnet

In der Triester Straße in Wien-Favoriten wurde durch Handelsminister Dr. Josef Staribacher und Vizebürgermeister Felix Slavik das Philips-Service-Center seiner Bestimmung übergeben. Mit dem neuen Service-Center schuf sich Philips einen Mittelpunkt seiner österreichischen Kundenorganisation. Das Gebäude verfügt über zwei Geschoße mit je 2.700 Quadratmetern Fläche. Im Erdgeschoß sind die Kundenräume, das Reparaturlager und die Zentralwerkstätten untergebracht. Im Obergeschoß befinden sich das zentrale Ersatzteillager, das insgesamt 1.750 Quadratmeter umfasst, sowie die Verwaltung.

Das neu eröffnete Gebäude wurde in einer Bauzeit von nur 20 Monaten errichtet, in ihm sind derzeit 200 Mitarbeiter beschäftigt.

24.9.1970: Auf den Spuren des Orient-Express: BBC-Team filmt in Wien

Ein BBC-Fernsehteam ist in Wien eingetroffen, um hier verschiedene Motive zu filmen. Unter anderem werden auch die Geschehnisse beim "Tag der offenen Tür" gedreht. Die Wiener Filmszenen sind für einen Reisefilm vorgesehen, der als Sujet die Originalstrecke des Orient-Express mitverfolgt. Dabei sollen alle touristisch interessanten Ziele entlang der Strecke gezeigt werden. Der Orient-Express-Film ist ein Teil einer ganzen Serie von Reisefilmen, die die BBC derzeit herstellt.

25.9.1970: Neues Wiener Sportzentrum am Mittersteig

Wien erhielt ein neues Sportzentrum, das den Vereinen kostenlos für den Trainingsbereich zur Verfügung stehen wird: das von der Wiener Stadthalle mit finanzieller Unterstützung der Stadt Wien im ehemaligen Mittersteig-Kino im 5. Bezirk errichtete "athletic center" wurde eröffnet.

25.9.1970: Benennung des Karl-Honay-Hofes

Die städtische Wohnhausanlage 16, Gablenzgasse 82-86 wird in "Karl-Honay-Hof" benannt.

Karl Honay (geboren 22.11.1891) war unter anderem Amtsführender Stadtrat für allgemeine Verwaltungsangelegenheiten (1932), 1933 leitete er das städtische Wohlfahrts- und Gesundheitswesen, am 12.2.1934 wurde er mit vielen anderen Sozialisten in das Anhaltelager nach Wöllersdorf verschickt; die Zeit des Zweiten Weltkrieges verbrachte er in den Konzentrationslagern Buchenwald und Dachau.

Nach Kriegsende übernahm er das Amt des Finanzreferenten der Gemeinde Wien; 1947 wurde Honay zum Vizebürgermeister gewählt und übernahm gleichzeitig das Amt als Stadtrat für Personelles; ab 1949 wirkte er als Stadtrat für das Wohlfahrtswesen.

Karl Honay verstarb am 5. Juni 1959 im 68. Lebensjahr.

26.9.1970: Der "Tag der offenen Tür 1970"

Im Wiener Rathaus fand heute wieder der "Tag der offenen Tür" statt. Nicht nur das Rathaus war wieder für alle BesucherInnen geöffnet, es gab auch zahlreiche Außenstellen und Informationszentren, die besichtigt werden konnten.

Die Attraktionen rund ums Rathaus litten zwar unter dem schlechten Wetter, trotzdem war der Andrang der Besucher zu den Ausstellungsobjekten unvermindert groß. Zahlreiche Kinder standen Schlange vor den Feuerwehrautos, um mit "echten" Feuerwehrmännern und Feuerwehrautos ums Rathaus kurven zu können.

Reges Interesse herrschte auch beim Besuch der "U-Bahn-Baustelle" am Karlsplatz. Techniker der Magistratsabteilung 29 gaben den ganzen Tag einen Überblick über den U-Bahn-Bau in Wien.

28.9.1970: Oberhaupt der ukrainisch-katholischen Kirche im Rathaus

Das 78jährige Oberhaupt der urkrainisch-katholischen Kirche, der in Rom lebende Metropolit von Lemberg, Großerzbischof Kardinal Slipyj, besuchte heute Bürgermeister Marek im Wiener Rathaus.

Der hohe Gast ist seit 1944 Metropolit von Lemberg in der Ukraine. 1945 wurde er verhaftet und in vier Verhandlungen zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Bis zum Jahre 1963 verbrachte er 18 Jahre in Gefängnissen, in Arbeitslagern und die letzte Zeit unter Hausarrest. Nach Verhandlungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Moskau wurde Slipyj nach Rom gebracht, 1963 zum Großerzbischof bestellt und 1965 ins Kardinalkollegium berufen.

30.9.1970: 70.000 Haushalte werden befragt

Anfang Oktober beginnt im Rahmen der Verkehrserhebung 1970 die größte Haushaltsbefragung, die je in Wien durchgeführt worden ist: jeder zehnte Wiener Haushalt - insgesamt 70.000 - wird von eigens dafür geschulten Interviewern besucht werden. Durch diese Untersuchung, die das Wiener Institut für Standortberatung im Auftrag der Stadtplanungsabteilung des Magistrats vornimmt, sollen die Verkehrsgewohnheiten der Wiener eruiert und ausgewertet werden.

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