Wien 1968: Berichte vom April 1968

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

1.4.1968: Melina Mercouri im Rathaus: "Ich glaube, ich habe mein Herz in Wien verloren"

Mercouri neben Marek

Melina Mercouri im Rathaus bei Bürgermeister Marek

Mercouri begrüßt Pittermann

Melina Mercouri mit Dr. Bruno Pittermann

Bürgermeister Bruno Marek empfing heute im Wiener Rathaus die griechische Schauspielerin Melina Mercouri. Frau Mercouri wurde vom Präsidenten der Vereinigung "Freunde der griechischen Demokratie", Abgeordneten Dr. Bruno Pittermann, begleitet. Bürgermeister Marek begrüßte seinen Gast "als große Frau, die für die Freiheit ihres Landes in Wort und Tat einsteht". Melina Mercouri erwiederte, dass der Mut, den ihr der Empfang in Wien gegeben habe, ihr zeitlebens im Gedächtnis bleiben wird. Sie schloss mit den Worten: "Ich glaube, ich habe mein Herz in Wien verloren."


3.4.1968: "Egon Schiele - Leben und Werk"

Im Historischen Museum der Stadt Wien wird die Sonderausstellung "Egon Schiele - Leben und Werk" eröffnet. Die anlässlich der 50. Wiederkehr des Todestages von Egon Schiele (1890 bis 1918) veranstaltete umfassende Gedächtnisausstellung in Wien (Österreichische Galerie, Graphische Sammlung Albertina, Historisches Museum der Stadt Wien) widmet der Darstellung des Lebensbildes des Künstlers besondere Aufmerksamkeit.

4.4.1968: "British Week" 1969 in Wien

Großbritanniens Botschafter, Sir Anthony Rumbold, kündigte heute in Anwesenheit von Bürgermeister Marek offiziell die "Britische Woche" in Wien für die Zeit vom 10. bis 18. Oktober 1969 an.

Rumbold betonte die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Österreich und Großbritannien und wies auf die Vorteile hin, die sich aus der Weiterentwicklung der guten Handelsbeziehungen ergeben werden.

Der Vorsitzende des englischen Exportrates, Sir Alexander Abel Smith, unterstrich in einer kurzen Erklärung, dass eine "Britische Woche", wie sie bereits in vielen anderen europäischen Großstädten veranstaltet wurde, nicht einer Handelsmesse oder einer Industrieausstellung gleichzusetzen sei, sondern dass sie dem Publikum in Kaufhäusern und Geschäften die Möglichkeit gibt, britische Waren im direkten Einzelverkauf zu beziehen.

7.4.1968: 65. Geburtstag von Willy Forst

Portrait Willy Forst

Willy Forst

Der Filmschauspieler und Regisseur Willy Forst feiert seinen 65. Geburtstag.

Forst (eigentlich Wilhelm Anton Frohs) wurde am 7. April 1903 in Wien geboren und wandte sich nach dem Besuch der Realschule dem Theater zu. 1919 erhielt er als Statist am Carl-Theater das erste Engagement. Weitere Stationen waren verschiedene deutschsprachige Bühnen der Tschechoslowakei, wie in Teschen, Gablonz und Znaim, wo er auch als Chorist beschäftigt war. 1920 spielte er zum ersten Mal im Film. 1925 kam er als Charakterdarsteller an das Metropoltheater in Berlin. Als die "Sascha" den Film "Kaffee Elektrik" mit damals berühmten Stars drehte, erschien als zweites Liebespaar des Streifens Willy Forst und Marlene Dietrich. In der Folge setzte sich im deutschsprachigen Gebiet der Tonfilm durch, mit dem der große Aufstieg des Künstlers begann. 1932 nahm Willy Forst seine Chance als Filmregisseur wahr. Er drehte nach dem Buch von Walter Reisch den Schubert-Film "Leise flehen meine Lieder". Zum Welterfolg wurde sein Film "Maskerade", in dem Forst Paula Wessely zum ersten Mal für den Film gewann und der einen Höhepunkt der gesamten österreichischen Filmkunst darstellte. Es folgten "Mazurka", "Allotria", "Serenade" und "Burgtheater" mit Werner Krauss in der Hauptrolle, ein wahres filmisches Meisterwerk. Während der Zeit des NS-Regimes gestaltete Willy Forst nur Wiener Themen. Damals entstanden "Bel ami", "Operette", "Wiener Blut" und "Wiener Madl'n". In letzterem war Forst Drehbuchautor, Regisseur und Hauptdarsteller in einer Person. Nach dem 2. Weltkrieg gab Forst die Zeitschrift "Film" heraus und gründete auch den Bühnenverlag "Schönbrunn-Edition". Seit 1949 war Forst wieder als Filmproduzent und Regisseur tätig. Es entstanden unter anderem die Filme "Im weißen Rössl", "Kabarett", "Kaiserjäger" und "Unentschuldigte Stunden". Der Film "Wien, du Stadt meiner Träume" stellte seinen Abschied vom Regiestuhl dar. Für seine großen Verdienste um die Entwicklung der österreichischen Filmkunst wurde ihm das Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft des Bundes und die Ehrenmedaille der Stadt Wien in Gold verliehen.

Bürgermeister Bruno Marek hat an Willy Forst ein herzliches Glückwunschschreiben gerichtet, in dem es unter anderem heißt: "Die Wiener sind begeisterte Kinobesucher und wissen die künstlerischen Qualitäten des Films wohl zu würdigen. Darum fühlen sie sich Ihnen für die hervorragenden Leistungen, die Sie auf diesem Schaffensgebiet als Darsteller, Regisseur, Drehbuchautor und Produzent vollbrachten, zu besonderer Dankbarkeit und Bewunderung verpflichtet."

(Willy Forst starb am 11. August 1980 in Wien. Red.)


8.4.1968: Abschiedsbesuch des japanischen Botschafters

Portrait Shinsaku Hogen

Botschafter Shinsaku Hogen

Der japanische Botschafter in Österreich, Shinsaku Hogen, verabschiedete sich heute von Bürgermeister Marek. Er wurde nach Tokio zurückberufen.


8.4.1968: Kardinalsbesuch in der Hauptwerkstätte

König und Marek bei Lehrling an Werkbank

Kardinal König / Bürgermeister Marek besuchen Hauptwerkstätte der Wiener Verkehrsbetriebe im 15. Bezirk

Im Rahmen seiner Visitationsreise durch die Industrien und Betriebe der Wiener Bezirke besuchte Kardinal Dr. König heute die Hauptwerkstätte der Wiener Verkehrsbetriebe im 15. Bezirk. Er interessierte sich vor allem für die Sicherheit und alle dafür getroffenen Vorkehrungen. Auf seinem Rundgang wurde der Kardinal von Bürgermeister Dr. Marek und Stadträtin Dr. Maria Schaumayer begleitet.


11.4.1968: Rudolfspital: Bau des Hauptgebäudes beginnt

Der Neubau des Rudolfspitals wird in drei Etappen gegliedert, wobei der Bau des Schwesternhauses mit einem Kostenaufwand von 10,5 Millionen Schilling und der Westverbau (Wirtschaftstrakt und Energiezentrale) mit einem Aufwand von 53,5 Millionen Schilling mit heutigem Tag als abgeschlossen betrachtet werden können.

Der Bau des Hauptgebäudes, der nun beginnt, wird rund 470 Millionen Schilling kosten.

18.4.1968: Bauausschuss besichtigte Wiener Großbaustellen

Die Mitglieder des Bauausschusses des Wiener Gemeinderates besuchten unter der Führung von Stadtrat Kurt Heller folgende Wiener Großbaustellen, um sich vom Fortschritt der Arbeiten zu überzeugen:

  • die Baustelle der vierten Donaubrücke, mit deren Errichtung im Juli vorigen Jahres begonnen worden war;
  • die Wohnhausanlage Autokaderstraße - hier galt das Hauptinteresse dem dortigen Blockheizwerk. Es steht seit Dezember 1967 in Betrieb und arbeitet vollautomatisch. Von den 7,5 Millionen Wärme-Einheiten werden sechs Millionen zur Beheizung der 977 Wohnungen benötigt. Eine weitere Wohnhausanlage (Brigittenauer Lände 170-172) bekommt Zentralheizung;
  • die Baustelle des großen Fernheizwerkes Spittelauer Lände (im sogenannten Zwetschkenkern). Das Werk, für 250 Millionen Wärme-Einheiten ausgelegt, wird unter anderem das Allgemeine Krankenhaus versorgen. Auf dieser Baustelle sind gegenwärtig 170 Personen beschäftigt. Vor kurzem wurde hier der größte Baukran Österreichs aufgestellt. Der Fernheizkanal zum Allgemeinen Krankenhaus wurde zum Teil im Minierverfahren hergestellt, um Verkehrsstörungen zu vermeiden. Unter der Währinger Straße liegt dieser Kanal ca. 20 Meter tief und "unterfährt" damit die Trasse der künftigen U-Bahn;
  • ein weiterer Tagesordnungspunkt war der Besuch der Baustelle am Verkehrsbauwerk Matzleinsdorfer Platz;
  • Endziel der Besichtigungsfahrt waren die neuen Wohnhausanlagen in Simmering, deren Wohnblöcke nach verschiedenen Montagebausystemen errichtet wurden. In der Kaiser-Ebersdorfer-Straße und im Gebiet Weißenböckstraße-Lindenbauerstraße-Seeschlachtweg entstehen mehrere in sich geschlossene Bauteile mit insgesamt 1.700 Wohnungen. Auf der Simmeringer Haide, wo sich früher die Beete der Gemüsegärtner erstreckten, wird damit ein neuer Stadtteil für 4.000 bis 6.000 Menschen entstehen.

18.4.1968: Rathausempfang für die UNIDO

Bürgermeister Marek empfing heute die Teilnehmer der 2. Ratstagung der UNIDO. Die UNIDO-Delegierten waren unter Führung des Präsidenten der Konferenz, Botschafter Heinrich Standenat und Exekutiv-Direktor Prof. Abdel Rahman erschienen.

Es ist dies die erste Sitzung dieser Weltorganisation in Wien, die 1. Ratstagung vor einem Jahr hat in New York stattgefunden. Der Rat der UNIDO wird sich vor allem mit den Ergebnissen des internationalen Symposiums über die Industrialisierung von Entwicklungsländern beschäftigen, das im Herbst vorigen Jahres in Athen durchgeführt wurde.

19.4.1968: Der Premierminister von Thailand im Rathaus

Thanom Kittikachorn bewundert Porzellan-Lipizzaner

Premierminister von Thailand, Feldmarschall Thanom Kittikachorn bei Bürgermeister Marek

Bürgermeister Marek empfing heute im Wiener Rathaus den Premierminister von Thailand, Feldmarschall Thanom Kittikachorn. Kittikachorn trug sich in das Goldene Buch der Stadt Wien ein


20.4.1968: Genossenschaftsbau ergänzt kommunalen Wohnbau - Grundsteinlegung zur 1000. Genossenschaftswohnung

In Ottakring, Baumeistergasse 6, fand die Grundsteinlegung zur 1.000. Genossenschaftswohnung der Gemeinnützigen Bau- und Siedlungsgenossenschaft statt. Bürgermeister Marek betonte in seiner Ansprache u.a., "...dass das Betätigungsfeld der Genossenschaften noch lange nicht voll ausgeschöpft ist. Es gilt auch weiterhin die Qualität der Wohnungen in funktioneller und ausstattungsmäßiger Hinsicht ständig zu heben...." "....zum Schluss soll nicht unerwähnt bleiben, dass gerade der Genossenschaftsbau der 'Freischaffenden' Pionierarbeit geleistet hat. Über die erste vollautomatische Waschküche, die bereits im Jahre 1952, also nur sieben Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges eingerichtet wurde, über den ersten Versuch, in der Siedlung 'Fuchslücke' auch dem Gedanken der Saalwohnung zum Durchbruch zu verhelfen, bis zur vollständig eingerichteten, auch mit Eisschränken ausgestatteten Einbauküche hier in der 'Anton-Proksch-Siedlung'.

23.4.1968: 65. Geburtstag von Hubert Rohracher

Prof. Hubert Rohracher

Prof. Hubert Rohracher

Der Psychologe Univ.-Prof. Dr. Hubert Rohracher feiert seinen 65. Geburtstag.

Er wurde in Lienz (Tirol) am 24.4.1903 geboren und erwarb sowohl das juristische wie das philosophische Doktorat. 1932 habilitierte er sich an der Universität Innsbruck, war aber auch sechs Jahre als Jurist tätig. 1947 erfolgte seine Berufung zum Ordinarius für Philosophie der Wiener Universität. Rohracher ist Vorstand des Psychologischen Instituts und wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Bereits im Jahr 1926 erschien sein Buch "Persönlichkeit und Schicksal", das die ersten Ergebnisse seiner charakterologischen Forschungen enthält. Am bekanntesten und am meisten verbreitet ist die Schrift "Einführung in die Psychologie", die sich durch besondere Klarheit und das Fehlen von Spekulationen auszeichnet.

1960 wurde ihm der Preis der Stadt Wien für Naturwissenschaften verliehen.

(Rohracher verstarb am 18. Dezember 1972 in Kitzbühel, Tirol. Er war auch Gründer und Präsident des Österreichischen Forschungsrats. Red.)


23.4.1968: Eröffnung der großen Picasso-Ausstellung in Wien

Portrait Pablo Picasso

Pablo Picasso

Aus Anlass der morgigen Eröffnung der Picasso-Ausstellung im Österreichischen Museum für Angewandte Kunst fand heute die Presseführung statt. Die Picasso-Ausstellung hat vom ICOM (International Council of Museums) das Prädikat Patronnee, die höchste zu vergebende Auszeichnung, erhalten.

In dieser Picasso-Ausstellung, die vom Kulturamt der Stadt Wien gemeinsam mit der Graphischen Sammlung Albertina veranstaltet wird, werden 76 Gemälde, 2 Plastiken, 22 Zeichnungen und 162 Druckgraphiken gezeigt. Leihgaben sind auch Bilder aus Moskau und Leningrad für die Ausstellung. Die Objekte wurden von zahlreichen öffentlichen und privaten Leihgebern aus Europa und Übersee zur Verfügung gestellt, darunter die Kunsthalle Bremen, Musee National d'Art Moderne (Paris), Stedelijk Museum (Amsterdam) Nasjonalgalleriet (Oslo), Museum of Fine Arts (Boston), Metropolitan Museum of Art und The Museum of Modern Art (New York).

Ehrengäste bewundern Werk von Picasso

Eröffnung "Picasso-Ausstellung"

Durch das besondere Entgegenkommen von Prof. Daniel Kahnweiler (bedeutendster und finanziell erfolgreichster privater Kunsthändler des 20. Jahrhunderts und langjähriger Freund Pablo Picassos) aus Paris wurde es ermöglicht, Zeichnungen aus den Jahren 1966/67, die erst kürzlich in der Galerie Louise Leiris erstmalig gezeigt wurden, in diese Ausstellung einzubeziehen.

Innerhalb der Ausstellung ist ein Filmsaal eingerichtet, indem die Besucher fünfmal täglich die Möglichkeit haben, sich über das Leben und Wirken Picassos auf der Leinwand zu informieren.


23.4.1968: Kahnweiler bei Bürgermeister Marek

Marek und Kahnweiler in Gespräch um Tisch sitzend

Prof. Daniel Henry Kahnweiler bei Bürgermeister Marek

Bürgermeister Bruno Marek empfing heute im Wiener Rathaus Prof. Daniel Henry Kahnweiler. Marek bedankte sich für die große Unterstützung Kahnweilers beim Zustandekommen der Picasso-Ausstellung.

Bürgermeister Marek richtete ein persönliches Danktelegramm an Pablo Picasso:

"Verehrter Meister! Anlässlich der Eröffnung der Picasso-Ausstellung in Wien entbiete ich Ihnen den aufrichtigsten Dank der Wiener Stadtverwaltung für die unvergänglichen Werke, die Sie der Welt geschenkt haben. In der Erwartung weiterer künstlerischer Schöpfungen aus Ihrer Hand verbleibe ich, mit vorzüglichster Wertschätzung."

Anlässlich der Ausstellung fand im Wiener Rathaus ein großer Künstler-Empfang statt.


24.4.1968: Neuer Präsident des Verwaltungsgerichtshofes im Rathaus

Marek und Dietmann an Tisch sitzend

Präsident des Verwaltungsgerichtshofes, Dr. Franz Dietmann, bei Bürgermeister Marek

Der neue Präsident des Verwaltungsgerichtshofes, Dr. Franz Dietmann, stattete heute Bürgermeister Bruno Marek im Rathaus seinen Antrittsbesuch ab.


26.4.1968: Bürgermeister sucht mit: Wer ist freundlichster Schaffner?

Von der Suchaktion nach dem freundlichsten Schaffner der Wiener Tramway inspiriert, die eine Wochenzeitung im Verein mit den Wiener Verkehrsbetrieben veranstaltet, begab sich heute Bürgermeister Marek selbst mit auf die Jagd. Als passionierter Straßenbahnfahrgast bekannt, wählte er auf der Linie D den vom Favoritner Betriebsbahnhof stammenden Ludwig Hlavata. Der Schaffner hatte ihn nach Verkauf eines 5-Schilling-Fahrscheins mit den Worten "gute Fahrt, Herr Bürgermeister" begrüßt.

26.4.1968: Allgemeines Krankenhaus: Neue Isotopen- und Computerstation

Im Wiener Allgemeinen Krankenhaus wurde heute die fertig gestellte Isotopen- und Computerstation der Medizinischen Fakultät übergeben. Vor der offiziellen Übergabe durch Unterrichtsminister Dr. Piffl-Percevic hatte der Hausherr, Univ.-Prof. Dr. Karl Fellinger, über die Entstehungsgeschichte der Isotopen- und Computerstation berichtet und allen Geldgebern gedankt. Ein großer Teil der finanziellen Mittel kamen aus der Rundfunkspende "Kampf dem Krebs". Auch stellte das Unterrichtsministerium und der Forschungsfonds der Österreichischen Nationalbank Spenden zur Verfügung.

"Als dann plötzlich alle Gelder verbraucht waren", sagte Prof. Fellinger, "sprang Vizebürgermeister Felix Slavik helfend ein. Durch eine großzügige und rasche Unterstützung konnte der zum Stillstand gekommene Bau wieder aufgenommen und vollendet werden. Es ist daher mein besonderes Bedürfnis, an dieser Stelle dem Finanzreferenten der Stadt Wien besonders zu danken".

30.4.1968: 70. Geburtstag von Günther Haenel

Portrait Günther Haenel

Günther Haenel

Am 1. Mai feiert der Schauspieler und Regisseur Professor Günther Haenel seinen 70. Geburtstag.

Günther Haenel wurde am 1. Mai 1898 in Dresden geboren und wurde nach seiner Rückkehr aus dem Krieg Schauspieler. Sein erstes Engagement erfolgte 1921 bei dem Wandertheater Adam Kuschow, der dem Experimentierstück des Expressionismus in Deutschland vielfach Bahn gebrochen hat. Weitere Stationen waren Hermannstadt, von wo aus die deutschsprachigen Gebiete in Rumänien bespielt wurden, Würzburg, Darmstadt und Hamburg. Von 1939 bis 1943 war er Mitglied des Theaters in der Josefstadt. Anschließend übersiedelte er an das Deutsche Volkstheater, dessen Direktor er 1945 wurde. Haenel konnte das bombenbeschädigte Haus rasch in Betrieb setzen und auch ein leistungsfähiges Ensemble schaffen. 1948 gründete er mit Manker, Paryla und Heinz die "Societät des Neuen Theaters in der Scala", seit 1958 gehört er dem Burgtheater an. Im gleichen Jahr erhielt er für seine hervorragenden künstlerischen Leistungen die Josef Kainz-Medaille.

(Haenel war von 1958 bis 1974 im Engagement am Wiener Burgtheater. Er starb am 5. März 1996 in Baden/Niederösterreich. Red.)


Verantwortlich für diese Seite:
Rathauskorrespondenz (Magistratsabteilung 53)
Kontaktformular