Wien 1966: Berichte vom Mai 1966

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

2.5.1966: 70. Geburtstag von Erich Schmid

Portrait Erich Schmid

Univ.-Prof. Dr. Erich Schmid

Der Physiker Univ.-Prof. Dr. Erich Schmid feiert seinen 70. Geburtstag.

In der Steiermark geboren, studierte er an der Wiener Universität Physik und Mathematik. 1922 arbeitete er am Kaiser Wilhelm-Institut für Faserstoffchemie in Berlin-Dahlem, 1924 trat er in das Metall-Laboratorium der Metallgesellschaft in Frankfurt am Main ein. 1932 bis 1934 war er ordentlicher Professor und Vorstand des Physikalischen Instituts an der Universität Freiburg. Von 1946 bis 1951 leitete er die Laboratorien der Vacuum-Schmelze AG in Hanau. Anschließend kehrte Schmid an die Wiener Universität als Vorstand des 2. Physikalischen Instituts zurück. Schmid erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Ehrendoktor der Montanistischen Universität Leoben, den Erwin Schrödinger-Preis der Österreichischen Akademie usw. 1965 wurde ihm der Preis der Stadt Wien für Naturwissenschaften verliehen.

Erich Schmid ist einer der Schöpfer der Metallphysik. Nach ihm ist das "Schmid'sche Schubspannungsgesetz" benannt.


6.5.1966: Präsident der Wiener Ärztekammer angelobt

Portrait Friedrich Daume

Dr. Friedrich Daume

Bürgermeister Bruno Marek nahm heute die Angelobung des wiedergewählten Präsidenten der Wiener Ärztekammer, Dr. Friedrich Daume, vor.


9.5.1966: Dritter Dachkindergarten der Stadt Wien eröffnet

Kinder führen Kasperltheater für Marek und Eltern auf

Eröffnung 3. Dachkindergarten durch Bgm. Marek

Bürgermeister Bruno Marek übergab heute den dritten städtischen "Dachkindergarten", 2, Fruchtgasse 2, am Ufer des Donaukanals, offiziell seiner Bestimmung. Die Leopoldstadt ist mit 108.000 Einwohnern einer der größten und auch kinderreichsten Bezirke Wiens. Aber gerade hier stehen für Kindergärten kaum noch freie Baugründe zur Verfügung. Darum wurde beschlossen, im 6. Stockwerk der städtischen Wohnhausanlage, Czerninplatz-Fruchtgasse, einen sogenannten Dachkindergarten einzurichten. Es ist das dritte städtische Kindertagesheim, das nicht zur ebenen Erde, sondern in luftiger Höhe errichtet wurde.

Das Kindertagesheim mit einer Gesamtnutzungsfläche von 642 Quadratmeter kostet rund 3,5 Millionen Schilling.


10.5.1966: 800 Raumforscher aus 33 Staaten in Wien - Marek begrüßte Teilnehmer am Weltraumforscher-Kongress

Im Kongreßzentrum der Wiener Hofburg begrüßte heute Bürgermeister Marek die 9. Generalversammlung der COSPAR (Komitee für Raumforschung im Rahmen des Internationalen Rates wissenschaftlicher Vereinigungen) sowie das 7. Internationale Raumforschungssymposium. 800 Forscher aus 33 Staaten nehmen an den Veranstaltungen teil.

12.5.1966: Favoriten hat einen neuen Bezirksvorsteher - Karl Wrba scheidet nach 20jähriger Tätigkeit aus seinem Amt

Der Bezirksvorsteher von Favoriten, Karl Wrba, tritt auf eigenen Wunsch nach 20jähriger Tätigkeit zurück. Zu seinem Nachfolger wurde Gemeinderat Emil Fucik (SPÖ) gewählt.

Bezirksvorsteher Emil Fucik

Emil Fucik wurde am 14. Mai 1912 als Sohn eines Favoritener Eisendrehers geboren. Er wuchs auch im 10. Bezirk auf und besuchte dort die Volks- und Bürgerschule. Seine berufliche Laufbahn begann er als Angestellter einer Spar- und Vorschussgenossenschaft. Fucik war von 1933 bis 1938 arbeitslos und besuchte in dieser Zeit die Volkshochschule in der Stöbergasse. 1941 wurde er zum Militär eingezogen. Nach Kriegsende arbeitete er als Angestellter in einer chemischen Fabrik. 1946 wurde er in Favoriten Bezirkskulturreferent und 1947 Bezirkssekretär der SPÖ. Seit Oktober 1953 gehört er dem Wiener Gemeinderat und dem Landtag an.

12.5.1966: Ing. Dr. Franz Musil gestorben - Er war Wiens Stadtbaudirektor von 1925 bis 1941

Portrait Franz Musil

Stadtbaudirektor i.R. Ing. Dr. techn. Franz Musil

Im 83. Lebensjahr verstarb Stadtbaudirektor i.R. Ing. Dr. techn. Franz Musil. Ing. Dr. Franz Musil war Wiens Stadtbaudirektor von 1925 bis 1941.


13.5.1966: Antrittsbesuch des iranischen Botschafters

Marek begrüßt Zalzala

Dr. Abdul Hassan Zalzala

Der neue iranische Botschafter in Wien, Dr. Abdul Hassan Zalzala, traf heute zu seinem Antrittsbesuch bei Bürgermeister Marek im Wiener Rathaus ein.


16.5.1966: "Bundesländerhof" in Wien-Donaustadt

Um der Verbundenheit Wiens mit den österreichischen Bundesländern auch auf diese Weise Ausdruck zu verleihen, wurde die städtische Wohnhausanlage 22, Bernoullistraße 4 in "Bundesländerhof" benannt.

17.5.1966: Eröffnung der neuen Hauptfeuerwache Leopoldstadt mit "Knalleffekt" - Rauchpilz über den Köpfen der Festgäste

Marek schüttelt Branddirektor die Hand

Bgm. Marek gratuliert Branddirektor Dipl.-Ing. Franz Havelka

Feuerwehrmänner auf Schutthaufen

Brand in der Engerthstraße


Bei der Eröffnungsfeier für die neue Hauptfeuerwache in der Engerthstraße 216 in Wien-Leopoldstadt erhob sich über den Köpfen der Festgäste ein Rauchpilz. Es sah wie "bestellt" aus, im ersten Moment dachte man, das sei ein gutgelungener Gag der Leopoldstädter Feuerwehr, um die Eröffnungsfeier besonders aufregend zu gestalten. Hier war allerdings kein Übungsfeuer entfacht worden, sondern es war tatsächlich ein Brand in einem Betriebsobjekt auf der Engerthstraße ausgebrochen. Ein etwa 25 Meter langes, mit rund 300 Ballen Hadern vollgestopftes Magazin einer Putzwollfabrik war in Brand geraten. Der Brand war bald lokalisiert und die Gefahr beseitigt, die vor allem durch ein Übergreifen des Feuers auf eine gegenüber dem Magazin liegende Tankstelle gedroht hatte.

Zum Einsatzgebiet der neuen Hauptfeuerwache gehört der 2. und 22. Bezirk sowie große Teile der Brigittenau. In dem in drei Teile gegliederten Bauwerk sind vier Löschgruppen zu je sieben Mann sowie fünf Löschfahrzeuge und sechs Sonderfahrzeuge untergebracht.

Im Rahmen der Eröffnungsfeier gratulierte Bürgermeister Marek dem Wiener Branddirektor Dipl.-Ing. Franz Havelka zu seinem 60. Geburtstag.

18.5.1966: Bürgermeister Marek eröffnet in Budapest Wien-Ausstellung

Bürgermeister Bruno Marek eröffnete heute im Budapester Ernst-Museum die Ausstellung "Wien - Stadt der Arbeit, Stadt der Kunst" in Anwesenheit von 250 prominenten Gästen. Das Budapester Stadtoberhaupt, Istvan Sarlos, wies in seiner Begrüßungsansprache auf das gemeinsame Schicksal der beiden größten Städte des Donauraumes hin, die nach dem letzten Krieg ein großes Wiederaufbauwerk zu vollbringen hatten.

20.5.1966: Singapurs Ministerpräsident im Wiener Rathaus

Portrait Lee Kuan Yew

Ministerpräs. von Singapur, Lee Kuan Yew

Der Ministerpräsident von Singapur, Lee Kuan Yew, der zu einem mehrtägigen Besuch in Wien eingetroffen ist, besuchte heute Bürgermeister Marek im Wiener Rathaus.


23.5.1966: Berühmte englische Chirurgen im Wiener Rathaus

Die Mitglieder des Klubs der prominentesten englischen Chirurgen sind zu einem einwöchigen Aufenthalt nach Wien gekommen, um hier Einrichtungen der Wiener Medizinischen Schule und des Spitalswesens kennenzulernen. The Provincial Surgial Club of Great Britain hat seine Mitgliederzahl mit 20 beschränkt. Präsident des Klubs ist Dr. Young aus Hull. Die Mediziner wurden heute im Wiener Rathaus von Bürgermeister Marek empfangen.

25.5.1966: Max Reinhardt Film: "Venetianische Nacht"

In der Wiener Urania findet eine einmalige Aufführung des im Jahre 1913 unter der Regie von Max Reinhardt entstandenen Films "Venetianische Nacht" statt. Buch: Karl Vollmöller; Hauptrollen: Maria Carmi, Alfred Abel und Ernst Matray.

Reinhardt drehte diesen Film im Rahmen einer geplanten Filmserie, von der zwei Projekte verwirklicht wurden: "Die Insel der Seligen" und "Venetianische Nacht". Eine Kopie des letztgenannten Films, der lange Zeit als verschollen galt, wurde vor kurzem in Hamburg aufgefunden und wird nun im Rahmen der Wiener Festwochen 1966 als eine besonders interessante Dokumentation aus der Frühzeit des Films vorgeführt.

25.5.1966: Berner Bär umarmt Wiener Bürgermeister

Bärenmaskottchen umarmt Marek

'Berner Bär' bei Bgm. Marek

Bürgermeister Bruno Marek ließ sich heute von einem furchterregenden Berner Bären umarmen. Unter dem Bärenkostüm steckte ein waschechter Berner Straßenbahner. Der Berner-Straßenbahner-Bär bildete den Aufputz einer Berner Straßenbahnerdelegation, die heute mit ihrer Musikkapelle für Bürgermeister Marek ein Ständchen gab.


27.5.1966: Im April 1.778 Kinder geboren

Aus einem Bericht des Statistischen Amtes der Stadt Wien: Im April fanden 1.083 Hochzeiten statt, 1.778 Kinder wurden geboren und die Zahl der Sterbefälle betrug 2.153.

27.5.1966: 65. Geburtstag von Walter Felsenstein

Portrait Walter Felsenstein

Walter Felsenstein

Der Schauspieler und Regisseur Walter Felsenstein feiert seinen 65. Geburtstag.

Er wurde in Wien geboren und erhielt sein erstes Engagement am Stadttheater Lübeck, von wo er nach Mannheim, Beuthen, Basel und Freiburg im Breisgau ging. Seine Laufbahn als Opernregisseur begann er 1932 am Opernhaus Köln. Anschließend wirkte er an den städtischen Bühnen in Frankfurt am Main und in Zürich. Dann war er Spielleiter am Schillertheater und am Hebbeltheater in Berlin. Seit 1947 ist er Intendant der "Komischen Oper" in Ostberlin, wo er seine bekannten Inszenierungen durchführt. In Wien war er mehrmals am Burgtheater und an der Oper als Regisseur zu Gast. Walter Felsenstein wurde durch seine Operninszenierungen weltbekannt.


27.5.1966: 80. Geburtstag von Wilhelm Fraß

Der Bildhauer Prof. Wilhelm Fraß feiert seinen 80. Geburtstag.

Er wurde in Sankt Pölten geboren und absolvierte die Akademie der bildenden Künste in Wien. 1919 trat er der Secession bei und beteiligte sich an zahlreichen Ausstellung. Sein Werk besteht vor allem aus Porträtbüsten und Denkmälern, unter denen das Auer-Welsbach-Monument in der Währinger Straße von besonderer Bedeutung ist. Fraß schuf auch die Plastiken am österreichischen Heldendenkmal im Burgtor und führte Bau- und Freiplastiken für die Gemeinde Wien aus. 1939 wurde er Mitglied der Gesellschaft bildender Künstler Wiens und erhielt 1956 den Goldenen Lorbeer.

31.5.1966: Gedenktafel für Edmund Eysler

Der Verein "Döblinger Heimatmuseum" gibt die Enthüllung einer Gedenktafel für Edmund Eysler bekannt. Die Gedenktafel wurde am Haus Himmelstraße 4 in Grinzing (19. Bezirk) angebracht, in dem Eysler seine Operette "Bruder Straubinger" schuf.

31.5.1966: Neue Straßen in Döbling, Floridsdorf und Hadersdorf

Im 19. Bezirk (Döbling) wurde eine Straße nach dem Wiener Kulturhistoriker und Volkskundler Gustav Gugitz, der von 1874 bis 1964 gelebt hat, benannt.

Auch eine "Raimund Zoder-Gasse" erhält der 19. Bezirk. Sie soll an den Volksliedforscher Raimund Zoder, 1882 bis 1963, erinnern.

Im 14. Bezirk (Hadersdorf) wurde ein kleiner Straßenzug in "Ferdinand Frey-Weg" benannt und ein "Rabnitzweg" in Floridsdorf wird an einen Bach im Burgenland erinnern, da alle Gassen in diesem Gebiet bereits nach Gewässern bezeichnet sind.

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