Wien 1966: Berichte vom Dezember 1966

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

2.12.1966: Besuch aus Schottland bei Bürgermeister Marek

Gäste und Marek in Gespräch

Schottische Delegation bei Bürgermeister Marek

"Eine gewissermaßen verkehrte Modewelt hielt heute Einzug im Arbeitszimmer des Wiener Bürgermeisters: zwei Herren in Miniröckchen und eine Dame in langer Hose besuchten Wiens Stadtoberhaupt." Des Moderätsels Lösung: Miniröckchen und Damenhose waren bunt und großkariert, mit einem Wort - schottisch. Die beiden Herren im Kilt, Mr. Donald und Mr. Finlayson, und ihre Begleiterin im modischen Hosenanzug, AMrs. Collins, waren die offiziellen Vertreter des Scottish Council, das als neueste Attraktion ein "House of Scotland" in Wien eingerichtet hat.


3.12.1966: 70. Geburtstag von Karl F. Cori

Portrait Karl Ferdinand Cori

Karl Ferdinand Cori

Am 5. Dezember vollendet der Nobelpreisträger Prof. Dr. Karl F. Cori das 70. Lebensjahr.

Cori wurde in Prag geboren, wo er an der Deutschen Universität Medizin, Physiologie, Pharmakologie und Biologie studierte. Während dieser Zeit lernte er seine spätere Frau, Gerty Theresa geb. Radnitz, kennen, die gleichfalls Medizinerin war, sich aber vorwiegend mit biochemischen Fragen beschäftigte. 1920 ging das Ehepaar nach Wien, wo Gerty Cori im Karolinenspital, Karl Cori im Pharmakologischen Institut tätig war. 1921 wurde er Dozent für Pharmakologie in Graz. 1922 gingen beide nach Amerika, 1931 wurde Karl Cori Prof. der Washington University in St. Louis. Er erhielt 1947 gemeinsam mit seiner Frau den Nobelpreis für Medizin, für die Entdeckung des Verlaufs des atalytischen Glykogen-Stoffwechsels.

(Karl Cori starb am 20.10.1984 in Cambridge/USA, Gerty Cori am 26.10.1957 in St. Louis/USA Red.)


6.12.1966: Bürgermeister Marek besichtigte neues ÖAF-Kommunalfahrzeug

Marek vor Lastwagen

Betriebsbesuch bei der ÖAF

Die Österreichische Automobil-Fabriks-AG (ÖAF, ehemals "Austro-Fiat") hat nach den neuesten Erkenntnissen im internationalen Fahrzeugbau ein universell verwendbares Kommunalfahrzeug entwickelt. Das neue Fahrgestell, auf das verschiede Aufbauten montiert werden können, ist zweifellos eine der modernsten Konstruktionen, die es derzeit auf dem Sektor der Nutzkraftfahrzeuge gibt.

Bürgermeister Marek besichtigte heute im ÖAF-Werk in Floridsdorf dieses Fahrzeug.


12.12.1966: Kinderspielhäuser für einen städtischen Kindergarten

Kinder vor Spielhäuschen

Kinderspielhäuser in Kindergärten

Das Wellpappenwerk Mosburger machte den Kindern des städtischen Kindergartens in der Troststraße in Favoriten eine größere Zahl zusammenklappbarer Lilith-Kinderspielhäuser zum Geschenk.


16.12.1966: Schwedens Strauß-Experte im Rathaus - Stockholmer Ingenieur gründete schwedische Strauß-Gesellschaft

Johannisson in Gespräch mit Slavik

Ing. Leif Johannisson bei Vizebürgermeister Slavik

Vizebürgermeister Slavik empfing heute im Wiener Rathaus Ing. Leif Johannisson, der von der Fremdenverkehrsstelle der Stadt Wien für seine Verdienste um die Wiener Musik hierher eingeladen worden war. Der junge Schwede ist in Stockholm durch einen Fernseh-Quiz populär geworden, bei dem man sich ein bestimmtes Thema wählen kann und dabei große Gewinnchancen hat. Ing. Johannisson wünschte sich das Thema "Johann Strauß, Sohn" und verblüffte alle durch sein großes Fachwissen.

Es stellte sich heraus, dass Leif Johannisson schon in jungen Jahren für Strauß zu schwärmen begann. Mit 16 Jahren, also im Jahre 1960, gründete er mit zwei gleichaltrigen Kameraden eine schwedische Johann-Strauß-Gesellschaft, deren Kassier er bis heute ist. Im Laufe der Zeit sammelte er eine beachtliche Fachbibliothek, die nicht weniger als 30 Strauß-Biographien umfasst. Seine Diskothek beinhaltet derzeit mehr als 500 Platten mit Straußmusik.


19.12.1966: 65. Geburtstag von Weihbischof Jakob Weinbacher

Portrait Jakob Weinbacher

Weihbischof DDr. Jakob Weinbacher

Am 20. Dezember feiert der Erste Generalvikar der Erzdiözese Wien Weihbischof DDr. Jakob Weinbacher seinen 65. Geburtstag.


22.12.1966: 65. Geburtstag von Otto Basil

Portrait Otto Basil

Otto Basil

Am 24. Dezember vollendet der Schriftsteller Prof. Otto Basil das 65. Lebensjahr.

Er wurde in Wien geboren, wo er sich bis 1948 als redaktioneller Mitarbeiter, Herausgeber von kulturellen Zeitschriften, Verlagslektor und Dramaturg betätigte. Seither leitet er die Kulturredaktion der Tageszeitung "Neues Österreich". Basil ist schon frühzeitig als Lyriker und Erzähler hervorgetreten. 1923/24 gab er mit Gleichgesinnten die Zeitschrift "Das Wort" heraus. Später erfolgte die Gründung seiner bekannten Zeitschrift "Der Plan", die Beiträge vieler junger österreichischer Künstler, Schriftsteller, Musiker und Wissenschaftler enthielt.


27.12.1966: Wiener Fasching 1967 im Zeichen von "100 Jahre Donauwalzer"

Der Fasching dauert heuer offiziell nur fünf Wochen, da der Aschermittwoch bereits auf den 8. Februar fällt.

Die "inoffiezielle österreichische Bundeshymne", Johann Strauß Walzer "An der schönen blauen Donau", der am 15. Februar 1867 durch den Wiener Männergesang-Verein uraufgeführt wurde und daher 1967 sein 100 Jahres-Jubiläum begeht, wird in den Programmen fast aller Veranstaltungen eine besondere Rolle spielen.

29.12.1966: Zahlreiche Modewettbewerbe für unsere "Hetzendorferinnen"

In der Modeschule der Stadt Wien beteiligen sich gegenwärtig viele Schülerinnen unter Anleitung ihrer Lehrkräfte an Wettbewerben, die von führenden Unternehmen der Textilbranche eigens für Hetzendorf ausgeschrieben werden. So sind die Modeschülerinnen mit einer Entwurfkonkurrenz beschäftigt, die Textildruck-Gruppe bemüht sich um das beste Muster in "Austrian-Look", die Ledergalanteristinnen wurden von einer Klagenfurter Firma zu einem Wettstreit aufgerufen und sogar für die Sohlenprofile von Damenschuhen werden Entwürfe für Verzierungen gewünscht.

Die Modeschule in Hetzendorf hat sich vor kurzem auch an einem Wettbewerb um das Frühjahrskostüm 1967 beteiligt, der von der Modezeitschrift "Für Sie" ausgeschrieben wurde. Die Vorführung der Modelle, und zwar in Entwurf und Ausführung als Baumwollkostüm bzw. als Kreation in Seide und Schafwolle, fand im Hotel Atlantic in Hamburg statt. In Konkurrenz gegen zehn europäische Modeschulen konnten die Hetzendorferinnen, die ihre Schöpfungen von einem Mannequin in der Hansestadt vorführen ließen, in einer Gruppe den ersten Preis erringen. Dies bedeutete im Gesamtklassement den dritten Preis hinter der Modeschule Hamburg und der Modeschule Brüssel. Im Februar 1967 ist eine Galavorführung der bei diesem Wettbewerb preisgekrönten Modelle im Berliner Hilton-Hotel geplant.

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