Wien 1963: Berichte vom April 1963

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

1.4.1963: Chefredakteur der Rathaus-Korrespondenz Wilhelm Adametz feiert 50. Geburtstag

Adametz nimmt Gratulationen entgegen

50. Geburtstag von Wilhelm Adametz (re.)

Bürgermeister Jonas übermittelte an den Chefredakteur der Rathaus-Korrespondenz Wilhelm Adametz ein persönliches Glückwunschschreiben zu seinem 50. Geburtstag.

Adametz ist seit 15 Jahren Chefredakteur der Rathaus-Korrespondenz und Pressechef der Stadt Wien.


2.4.1963: 50. Geburtstag von Prof. Gustav Manker

Portrait Gustav Manker

Prof. Gustav Manker

Prof. Gustav Manker feiert seinen 50. Geburtstag.

Gustav Manker konnte sich sowohl als Bühnenbildner wie auch als Regisseur internationale Anerkennung erwerben. Seine Inszenierungen gelten mit gleicher Meisterschaft für das klassische und moderne Drama sowie für das heimische Volksstück, das durch das organische Zusammenwirken seiner Bühnenbilder und seiner Regie besonders nahe gebracht wird.


4.4.1963: Wien ehrt Ernest Bevin, den großen Staatsmann und guten Freund Österreichs

Portrait Ernest Bevin

Ernest Bevin

Unter großer Beteilung der Hernalser Bevölkerung und im Beisein von Bundespräsident Dr. Schärf nahm Bürgermeister Jonas die Benennung der städtischen Wohnhausanlage Andergasse-Pointengasse (17. Bezirk) in "Ernest Bevin-Hof" vor.

Großbritannien war beim Festakt durch Minister Mackenzie vertreten.

"Bürgermeister Jonas würdigte in seiner Ansprache die Verdienste des verstorbenen britischen Politikers Ernest Bevin um Österreich. Er erinnerte daran, dass Bevin ein persönlicher Freund von Bundespräsident Dr. Schärf gewesen ist. Bevin hat erwirkt, dass dem österreichischen Nationalrat im Jahre 1946 mehr Rechte zugestanden wurden. Das war zugleich der erste große Erfolg Österreichs. Als im Jahre 1947 in Moskau der Außenministerkonferenz ein Scheitern drohte, war es wieder Bevin, dem es gelang, einen für Österreich günstigen Ausweg zu finden. Als Außenminister blieb es ihm vorbehalten, nach dem Zweiten Weltkrieg eine Tat weltgeschichtlicher Bedeutung zu vollbringen, indem er das weltbeherrschende Britische Empire in eine Völkergemeinschaft umgewandelt hat, das Commonwealth."

Zum Gedenken an den verstorbenen Politiker schuf der akademische Bildhauer Prof. Mario Petrucci im Auftrag der Gemeinde Wien einen Gedenkstein.

Die Planverfasser für die Wohnhausanlage waren die Architekten Prof. Theiss, Prof. Jaksch, Dipl.-Ing. Dr. Jaksch und Dipl.-Ing. Dr. Peydl. Auf den von der Gemeinde Wien vor zehn Jahren angekauften Grundstücken im Ausmaß von 23.000 Quadratmetern befanden sich größtenteils abbruchreife villenartige Objekte. Das Bauareal wies alten Baumbestand mit einigen seltenen Exemplaren auf, die größtenteils erhalten blieben. Die architektonische Gestaltung der Anlage besteht aus zwei sechsgeschossigen Sternhäusern und einigen einzelnen Blöcken mit 16 Stiegenhäusern und einigen einzelnen Blöcken mit 16 Stiegenhäusern und insgesamt 203 komplett ausgestatteten Wohnungen. Die Baukosten betrugen 26,8 Millionen Schilling.


8.4.1963: Bürgermeister Jonas gratuliert neuem Moskauer Bürgermeister

Portrait Vladimir F. Promisslow

Moskauer Bürgermeister Vladimir F. Promisslow

Bürgermeister Jonas hat an den neuen Präsidenten des Moskauer Stadtsowjets Vladimir F. Promisslow ein Glückwunschschreiben gerichtet.


9.4.1963: 60. Geburtstag von Benno Schaginger

Portrait Benno Schaginger

Dr. Benno Schaginger

Am 11. April vollendet der Generaldirektor der Post- und Telegraphenverwaltung Sektionschef Dr. Benno Schaginger das 60. Lebensjahr.

Schaginger trat 1927 in den Postdienst ein, wo er hauptsächlich in Personal- und Betriebsangelegenheiten arbeitete. 1938 wurde er entlassen und nach Dachau gebracht. 1945 stellte sich Schaginger für den Wiederaufbau des Post- und Telegraphenwesens in Österreich zur Verfügung. 1955 erfolgte seine Ernennung zum Generaldirektor.


9.4.1963: Angelobung des neuen Landwirtschaftskammer-Präsidenten

StR. Lakowitsch nahm heute im Wiener Rathaus die Angelobung des neugewählten Präsidenten der Wiener Landwirtschaftskammer Gemeinderat Dipl.-Ing. Dr. Hengl vor.

9.4.1963: Straßenbahn entgleiste beim Öllager

Heute ist bei einer zum Öllager 2, Engerthstraße 154, führenden Hebelweiche das hintere Triebwagenräderpaar eines Zuges der Linie "11" entgleist. Dabei stieß die rechte Triebwagenseitenwand gegen den rechten Eckpfeiler des zum Öllager führenden Tores. Der Pfeiler wurde erheblich, der Triebwagen schwer beschädigt. Der Unfall forderte acht Verletzte, wovon sich drei in Spitalsbehandlung begeben mussten.

10.4.1963: Otto Wacek - ein Siebziger

Otto Wacek und Mitglieder der Kapelle

Musikdirektor Otto Wacek (mi.)

Seit 16 Jahren ist Musikdirektor Otto Wacek der Leiter der Musikkapelle der Feuerwehr der Stadt Wien. Heute begeht der Chefdirigent dieses beliebten und auch im Ausland anerkannten Orchesters seinen 70. Geburtstag.


11.4.1963: "Albertina-Passage"

Das neue Verkehrsbauwerk unter der Kreuzung Opernring-Operngasse wird nach einem Beschluss des Gemeinderatsausschusses für Kultur die offizielle Bezeichnung "Albertina-Passage" erhalten.

12.4.1963: 80. Geburtstag von Robert Hofstätter

Am 13. April vollendet der bekannte Gynäkologe Univ.-Prof. Dr. Robert Hofstätter das 80. Lebensjahr.

Hofstätter absolvierte in Wien und in Heidelberg das Medizinstudium, machte seine klinische Praxis unter Chrobak, Neusser und Eiselsberg und war 26 Jahre lang in der Frauenabteilung der Wiener Allgemeinen Poliklinik tätig. In beiden Weltkriegen war er als Heeresarzt eingesetzt. Hofstätter hat mehr als 200 Schriften über spezielle Fragen der Frauenheilkunde veröffentlicht. Er ist in der Öffentlichkeit auch durch seine umfangreiche Vortragstätigkeit in den Wiener Volkshochschulen bekannt geworden und hat viel zur Aufklärung über Frauenleiden beigetragen.

16.4.1963: Stadtrat a.D. Dr. Ferdinand Freund gestorben

Portrait Ferdinand Freund

StR. a.D. Dr. Ferdinand Freund (SPÖ)

Stadtrat a.D. Dr. Ferdinand Freund ist im 70. Lebensjahr gestorben. Dr. Freund wurde nach dem Ende des 2. Weltkrieges in den Wiener Gemeinderat gewählt und war seit der Konstituierung am 14. Februar 1946 bis 5. Dezember 1949 Amtsführender Stadtrat für das Wohlfahrtswesen der Stadt Wien. Dr. Freund hat sich auch als Dermatologe und Primararzt einen Namen gemacht.


18.4.1963: Bürgermeister Jonas eröffnete I. Medizinische Abteilung im Wilhelminenspital

Bürgermeister Jonas eröffnete heute die I. Medizinische Abteilung im Wilhelminenspital der Stadt Wien. Es handelt sich um den vollkommen neu adaptierten ehemaligen Pavillon für Lupuskranke (Hauttuberkulose).

Der zwischen den Jahren 1911 bis 1913 von Otto Wagner errichtete Lupus-Pavillon steht unter Denkmalschutz. Es war deshalb nicht leicht, dieses schon 50 Jahre alte Gebäude in ein ganz modernes Spitalsobjekt umzuwandeln. Um nur einige Schwierigkeiten zu nennen: die Installationen waren teilweise unbrauchbar, die Türen so schmal, dass keine Krankenbetten durchgeschoben werden konnten, usw. Jetzt verfügt das Haus außer Krankenzimmern mit 182 Betten über eine moderne Zentralheizungs- und Warmwasseranlage, die an die Fernheizung der vor ihrer Vollendung stehenden Müllverbrennungsanlage auf dem Flötzersteig angeschlossen ist, über Krankenbettenaufzüge usw.

19.4.1963: Sitzung der Gemeinderätlichen Stadtplanungskommission

Die Gemeinderätliche Stadtplanungskommission hat heute im Rathaus eine Sitzung abgehalten. Die beiden Hauptpunkte der Tagesordnung waren Vorstudien für die Errichtung einer 4. Donaubrücke und ein neues großes Verkehrsprojekt im Bereich der Lobkowitzbrücke.

19.4.1963: Suttner-Gedenktafel in der Zedlitzgasse

Portrait Berta von Suttner

Berta von Suttner

Am Haus 1, Zedlitzgasse 7, wurde heute eine Gedenktafel für die österreichische Nobelpreisträgerin und Friedensfreundin Berta von Suttner enthüllt, die in diesem Gebäude lebte und starb. Die Tafel erinnert auch an die Gründung der Österreichischen Friedensgesellschaft durch Berta von Suttner und daher hatte diese Vereinigung die Herstellungskosten getragen. Die Tafel wurde in die Obhut der Gemeinde Wien genommen.


19.4.1963: 80. Geburtstag von Richard Romanowsky

Portrait Richard Romanowsky

Richard Romanowsky

Der populäre Schauspieler Richard Romanowsky vollendet das 80. Lebensjahr.

Er wurde in Wien geboren, bereitete sich privat auf seinen Beruf vor und betrat 1905 in Czernowitz zum ersten Mal die Bühne. Dann folgten Znaim, Reichenberg und Prag, wo er mehr als zwölf Jahre am Deutschen Theater tätig war. Max Reinhardt holte ihn dann an das Theater in der Josefstadt. Einige Spielzeiten verbrachte er auch am Deutschen Theater in Berlin. Romanowsky erwarb sich durch seinen eigenartigen Humor auf der Bühne und im Film größte Beliebtheit.


20.4.1963: Bürgermeister Franz Jonas: 70.000 neue Wohnungen - 70.000-mal ein neues Leben

Fassade Gemeindebau

70.000ste Gemeindewohnung nach dem 2. Weltkrieg

Bürgermeister Jonas konnte heute mit der Eröffnung einer städtischen Wohnhausanlage im 19. Bezirk in der Kratzlgasse zugleich die 70.000. Wohnung, die von der Gemeinde Wien nach dem Zweiten Weltkrieg fertig gestellt wurde, an ihre Mieter übergeben. Jonas überreichte an die neuen Mieter einen "goldenen Schlüssel".


22.4.1963: 60. Geburtstag von Hubert Rohracher

Am 24. April vollendet der Psychologe Univ.-Prof. Dr. Hubert Rohracher das 60. Lebensjahr.

Rohracher, in Lienz geboren, erwarb das juristische und das philosophische Doktorat. 1932 erfolgte seine Habilitierung in Innsbruck, 1938 seine Enthebung. 1947 wurde Rohracher als o. Professor nach Wien berufen. Er ist Vorstand des Psychologischen Institutes und wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Seine bekannteste Arbeit ist seine "Einführung in die Psychologie", die in sieben Auflagen verbreitet ist.

29.4.1963: Die Bundespräsidentenwahl

Die am 28. April stattgefundene Bundespräsidentenwahl brachte folgendes Ergebnis:

Gesamtsumme der abgegebenen gültigen Stimmen: 4,464.120, davon entfielen auf

  • Dr. Josef Kimmel: 176.646 = 4,0 Prozent
  • Ing. Julius Raab: 1,814.125 = 40,6 Prozent
  • Dr. Adolf Schärf: 2,473.349 = 55,4 Prozent

(Redaktion)

30.4.1963: Neun neue Träger der Preise der Stadt Wien

Portrait Ernst Lothar

Hofrat Prof. Dr. Ernst Lothar

Portrait Rudolf Kalmar

Dr. Rudolf Kalmar

Portrait Anton Heiller

Prof. Anton Heiller

Portrait Gerhard Frankl

Prof. Gerhard Frankl

Portrait Rudolf Egger

Univ.-Prof. Dr. Rudolf Egger

Portrait Karl Ziak

Prof. Dr. Karl Ziak

Portrait Josef Meller

Univ.-Prof. Dr. Josef Meller


Die Stadt Wien hat im Jahre 1947 alljährlich zu vergebende Preise für Kunst, Wissenschaft und Volksbildung gestiftet. Die neuen Preisträger sind:

Den Preis für Dichtkunst erhielt Hofrat Prof. Dr. Ernst Lothar, der vor allem als Erzähler Bedeutung erlangt hat.

Der Preisträger für Publizistik Chefredakteur Dr. Rudolf Kalmar, Präsident der "Concordia", nimmt unter den österreichischen Journalisten eine führende Position ein.

Der Preis für Musik fiel an Prof. Anton Heiller, der zu den profiliertesten Persönlichkeiten des österreichischen Musiklebens gehört und auf dem Gebiet der Kirchenmusik allgemeine Anerkennung genießt.

Der Preis für Malerei wurde Prof. Gerhard Frankl zugesprochen.

Preisträger für angewandte Kunst ist der Gebrauchsgrafiker Prof. Willi Bahner, der vor allem als Schriftfachmann führend tätig ist.

Baurat h.c. Prof. Hans Jaksch erhielt den Preis für Architektur.

Der Schriftsteller und Verleger Prof. Dr. Karl Ziak ist Träger des Volksbildungspreises. Er ist seit mehr als 40 Jahren im Volksbildungswesen tätig und weiters auch Cheflektor der Büchergilde Gutenberg.

Empfänger des Preises für Geisteswissenschaften ist der Historiker und Archäologe Univ.-Prof. i.R. Dr. Rudolf Egger.

Der neue Preisträger für Naturwissenschaften ist der international bekannte Augenarzt und Operateur Univ.-Prof. i.R. Dr. Josef Meller, der letzte lebende Vertreter der weltberühmten Wiener Ophthalmologen-Schule.

30.4.1963: Antrittsbesuch des kubanischen Geschäftsträgers

Sainz de la Pena im Gespräch mit Jonas

Amado Palenque Sainz de la Pena bei Bgm. Jonas

Der kubanische Geschäftsträger in Wien Amado Palenque Sainz de la Pena stattete heute Bürgermeister Jonas im Wiener Rathaus seinen Antrittsbesuch ab.

Verantwortlich für diese Seite:
Rathauskorrespondenz (Magistratsabteilung 53)
Kontaktformular