Wien 1962: Berichte vom September 1962

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

3.9.1962: Neuer Vorstand der II. Chirurgischen in Lainz

Zum Nachfolger des in den Ruhestand getretenen Leiters der II. Chirurgischen Abteilung des Lainzer Krankenhauses Prof. Dr. Moritsch, wurde Primarius Dr. Franz Heinzmann ernannt.

Prim. Dr. Heinzmann widmet sich vor allem der Alterschirurgie und hat vielfach auch neue Operationstechniken in die Wege geleitet.

Die II. Chirurgische Abteilung in Lainz zählt mit 160 Krankenbetten zu den größten in Wien. Im Jahre 1961 wurden an der Abteilung 3.500 Patienten aufgenommen und 2.500 Operationen durchgeführt.

4.9.1962: Wien auf dem Internationalen Städtebaukongress in Paris

Im Gebäude der UNESCO in Paris wurde unter dem Thema "Die menschliche Behausung und die Zivilisation" der 26. Internationale Kongress für Wohnungswesen, Städtebau und Raumplanung eröffnet, an dem rund 1.800 Delegierte aus 38 Ländern teilnehmen, darunter auch aus Österreich.

Die Wiener Delegation besteht unter der Führung von Stadtrat Heller aus den Gemeinderäten Ing. Lust, Planek und Pfoch sowie dem Wiener Stadtbaudirektor Dipl.-Ing. Dr. Koller, Senatsrat Dr. Boeck und Oberstadtbaurat Dipl.-Ing. Seda.

5.9.1962: Bürgermeister Jonas nach Toulon

In seiner Funktion als Obmann des Österreichischen Städtebundes ist Bürgermeister Jonas heute nach als Vertreter Österreichs zu einer Vorstandssitzung des Rates der Gemeinden Europas nach Toulon abgereist.

7.9.1962: Gründung eines Vereines zur Errichtung eines Theodor Körner-Denkmals

Vor wenigen Tagen wurden die Statuten des "Theodor Körner-Denkmalvereins" von der Vereinsbehörde genehmigt.

Mit der Errichtung des Denkmals für Altbürgermeister Karl Seitz hatte der für diesen Zweck vor ungefähr zwei Jahren gegründete "Karl Seitz-Denkmalverein" seine Aufgabe erfüllt. Nun wurde beschlossen den Verein umzuwandeln und ihm als neue Aufgabe die Errichtung eines Denkmals für den verstorbenen Bundespräsidenten Theodor Körner zu geben.

An die Spitze aller Bemühungen haben sich wieder Bürgermeister Jonas und Vizebürgermeister Mandl gestellt.

7.9.1962: Bezirksvorsteher Radfux zurückgetreten

Der Bezirksvorsteher des 23. Bezirkes, Liesing, Johann Radfux (SPÖ), hat heute aus Gesundheitsgründen sein Mandat als Bezirksvorsteher zurückgelegt.

Zu seinem Nachfolger wurde der Sekretär der Kammer für Arbeiter und Angestellte Reinhold Suttner nominiert.

10.9.1962: Stadtrat Heller neuerlich Vizepräsident des Internationalen Verbandes für Wohnungswesen

Der in Paris tagende 26. Weltkongress für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung, bei dem 40 Länder durch fast 2.000 Delegierte vertreten waren, hat den Amtsführenden Stadtrat für Bauangelegenheiten Kurt Heller neuerlich für zwei Jahre zum Vizepräsidenten gewählt.

11.9.1962: Gemeinde Wien baut Schwesternhaus im Krankenhaus Rudolfstiftung

Die Gemeinde Wien wird in der Krankenanstalt Rudolfstiftung, 3, Juchgasse 22, ein Schwesternhaus bauen. Das neue Haus wird in fünf Geschossen über etwa 100 Einzelräume verfügen. Die Baukosten werden mit ca. 12 Millionen Schilling angenommen.

13.9.1962: Das erste Spieljahr im Theater an der Wien - Bereits 30 Angebote aus dem Ausland

Vizebürgermeister Mandl stellte heute die Leiter des Theaters an der Wien, Direktor Prof. Fritz Klingenbeck und Obermagistratsrat Karl Janko, vor.

"......Losgelöst vom Verwaltungsapparat der Stadt wird das Haus als Betriebsgesellschaft m.b.H.. bei weit gehender Dispositionsfreiheit beider Geschäftsführer verwaltet werden. Es besteht nicht die Absicht, für das Theater ein eigenes Ensemble zu schaffen. Als Vermietungsobjekt steht das Haus vorwiegend für Veranstaltungen der Wiener Festwochen, für das Sommerprogramm und zu einem Drittel des Jahres für Aufführungen der Bundestheater zur Verfügung. Über das Ausmaß der Benützung durch das "Theater der Jugend" wird noch beraten.

Prof. Klingenbeck sieht seine Aufgabe vorerst darin, die bereits sehr zahlreichen Interessenten mit ihren Terminwünschen zu koordinieren. An die Direktion werden bereits laufend Anträge aus dem In- und Ausland gestellt, darunter auch schon Wünsche für die Saison 1965. Bis jetzt sind dem Theater schon rund 30 Gastspiele von namhaften Ensembles des Auslandes angeboten worden. Außer den Aufführungen der Staatsoper und des Burgtheaters stehen auf dem Programm für diese Saison u.a. ein Gastspiel des "New York City Ballett", der "Komödie", Berlin, und des "Theaterensembles Oskar Werner". Ab Mitte Oktober wurde das Theater Walt Disney für Aufnahmen seines Johann Strauß-Films bereitgestellt.

20.9.1962: Die neuen Träger der Kainz-Medaille: Helene Thimig, Ernst Deutsch und Leon Epp

Preisträger nebeneinander sitzend

Leon Epp / Helene Thimig / Ernst Deutsch

Die Josef Kainz-Medaille 1962 wird an folgende Künstler verliehen:

Professor Helene Thimig für die Darstellung der Signora Frola in Pirandellos dramatischem Gleichnis "So ist es - ist es so? im Theater in der Josefstadt.

Ernst Deutsch für die Darstellung des Nathan in Lessings dramatischem Gedicht "Nathan der Weise" im Burgtheater.

Professor Leon Epp für die Inszenierung von Dostojewski-Liebleins "Der Idiot", Friedrich Dürenmatts "Frank der Fünfte" und Max Frischs "Andorra" im Volkstheater.


20.9.1962: Wiener Hafenbetriebsgesellschaft nimmt ihre Tätigkeit auf

Die "Wiener Hafenbetriebsgesellschaft m.b.H." hat ihre Tätigkeit aufgenommen. Die Gesellschaft wurde nach einem Beschluss des Finanzausschusses des Wiener Gemeinderates ins Leben gerufen. Gesellschafter sind die Stadt Wien und die Wiener Messe-AG. Auch die Kammer der gewerblichen Wirtschaft wird sich beteiligen. Den Vorsitz im Aufsichtsrat der Hafenbetriebsgesellschaft hat der Wiener Landtagspräsident und Messedirektor Marek übernommen. Zum Geschäftsführer wurde Ing. Richard Leutner, ein besonders guter Kenner der Wiener Hafenanlagen, bestellt.

Die Hafenbetriebsgesellschaft hat ihren Sitz in der Freudenauer Hafenstraße 31. Ihr obliegt die Betriebsführung der drei großen Wiener Hafenanlagen in Albern, in der Lobau und in der Freudenau. Im Gesellschaftsvertrag wird der Aufgabenkreis der neuen Hafenbetriebsgesellschaft genau umrissen:

"Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb, die Verwaltung und Erhaltung der von der Stadt Wien errichteten und weiter zur Errichtung gelangenden Hafenanlagen einschließlich der Hafenbahn sowie der Betrieb aller damit in Verbindung stehenden Geschäfte einschließlich des Betriebes eines etwa zur Errichtung gelangenden Zollfreihafens (Zollfreilagers), weiter die Erstattung begründeter Vorschläge und sonstige Beratung und Unterstützung der Stadt Wien bei der Schaffung eines leistungsfähigen Binnenhafens, insbesondere beim Ausbau und bei der Koordinierung der bereits vorhandenen Anlagen des Wasserumschlages sowie die Förderung der Errichtung wasserweginteressierter Industrie im Hafenbereich bzw. Hafeneinflussgebiet."

21.9.1962: Aus dem Wiener Gemeinderat:

Im heutigen Gemeinderat wurde über den Ankauf der so genannten Drasche-Gründe in Inzersdorf beraten. Es handelt sich bei den Drasche-Gründen um insgesamt 413 Hektar und um einen Kaufpreis von 210 Millionen Schilling, fast soviel wie die Gemeinde im ganzen Jahr 1961 für Grundkäufe ausgegeben hat.

Der Antrag über den Ankauf wurde vom Gemeinderat einstimmig angenommen.

21.9.1962: Magistratsdirektor Dr. Kinzl - Bürger der Stadt Wien

Der Wiener Gemeinderat hat den Wiener Magistratsdirektor und Landesamtsdirektor Dr. Walter Kinzl einstimmig zum Bürger der Stadt Wien ernannt.

Magistratsdirektor Dr. Kinzl steht seit mehr als 40 Jahren im öffentlichen Dienst. Seit 1953 ist er Magistratsdirektor. Wegen Überschreitung des 65. Lebensjahres hat er um seine Pensionierung angesucht.

25.9.1962: Bürgermeister Jonas gratuliert Bürgermeister Aigner

Bürgermeister Jonas hat an den neuen Linzer Bürgermeister Aigner folgendes Glückwunschtelegramm gerichtet:

"Herzliche Gratulation zur Wahl als Bürgermeister der Landeshauptstadt Linz. Für den jetzt beginnenden Abschnitt Deines Lebens, der Dich mit dem Schicksal der aufstrebenden Stadt Linz eng verbinden wird, begleiten Dich meine besten Wünsche."

25.9.1962: Obersenatsrat Dr. Rudolf Ertl zum neuen Magistratsdirektor ernannt

Portrait Rudolf Ertl

Dr. Rudolf Ertl

Obersenatsrat Dr. Rudolf Ertl wurde heute zum neuen Magistratsdirektor ernannt.

Rudolf Ertl ist am 6. September 1915 in Wien geboren. Er maturierte 1934 und trat ein Jahr später als Aspirant in den Dienst der Stadt Wien. Er wurde der damaligen Magistratsabteilung 11 - Fürsorgeabgabe im Rahmen der Finanzverwaltung zugeteilt. Neben seinem Beruf studierte er an der Rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Wiener Universität. Im Juni 1940 wurde er Doktor der Rechte. Nach seiner Rückkehr vom Militär 1945 wurde er wieder der Finanzverwaltung zugeteilt. 1948 übernahm er die Leitung des Referates Gewerbesteuer usw.. 1952 wurde er Leiter der Magistratsabteilung 12 - Erwachsenen- und Familienfürsorge, 1957 Leiter der Magistratsabteilung 4 - Allgemeine Finanzverwaltung, Steuern und Abgaben.


25.9.1962: "Käthe Dorsch-Gasse" in Penzing

Eine Verkehrsfläche im 14. Bezirk wird in "Käthe Dorsch-Gasse" benannt.

Die bekannte Schauspielerin Käthe Dorsch lebte von 1890 bis 1957 und war langjähriges Mitglied des Wiener Burgtheaters.

28.9.1962: Grundsteinlegung für das Volksheim Kaisermühlen

Im 22. Bezirk, in der Wagramer Straße, wurde der Grundstein für das neue Volksheim Kaisermühlen gelegt. Es ist das fünfte Volksheim, das in Wien entsteht.

29.9.1962: 60. Geburtstag von Jenö Takacs

Portrait Jenö Takacs

Prof. Jenö Takacs

Prof. Jenö Takacs feiert seinen 60. Geburtstag.

Prof. Takacs, der zur Zeit in den Vereinigten Staaten lebt, ist als Komponist, Pianist und Musikpädagoge international bekannt geworden, wobei er stets typische Wiener Musikkultur vertrat.


29.9.1962: Glückwünsche für Elly Ney

Elly Ney am Klavier

Prof. Elly Ney

Zum Geburtstagsfest der Pianistin Prof. Elly Ney hat Vizebürgermeister Mandl ein Glückwunschschreiben an die Jubilarin gerichtet. Bei dieser Gelegenheit würdigte er das Lebenswerk der Künstlerin, die sich nach ihrer Wiener Ausbildung in die Spitzenklasse international anerkannter Instrumentalisten eingereiht hat. Die bedeutendsten Musikzentren Europas und Amerikas waren Schauplätze jener Darbietungen, die Elly Ney als Solistin und als Kammermusikerin berühmt gemacht haben.


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