Wien 1958: Berichte vom Februar 1958

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

1.2.1958: Großes Ehrenzeichen für Vizedirektor Janacek

Janacek nimmt Ehrenzeichen von Jonas entgegen

Überreichung des Ehrenzeichens an Vizedirektor a.D. Alois Janacek

An den Vizedirektor a.D. der Wiener Stadtwerke-Elektrizitäswerke, Alois Janacek, überreichte heute Bürgermeister Jonas das Große Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.


1.2.1958: Vincent van Gogh: Das große kulturelle Ereignis - Bürgermeister Jonas eröffnet die Großausstellung im Oberen Belvedere

Jonas und Festgäste vor Exponaten in Ausstellung

Bürgermeister Jonas eröffnet Van-Gogh-Ausstellung

Im Marmorsaal des Oberen Belvederes wurde heute durch Bürgermeister Jonas die Großausstellung "Vincent van Gogh", die vom Rijksmuseum Kröller-Müller, Otterlo und dem Kulturamt der Stadt Wien veranstaltet wird, eröffnet.

Dem Kulturamt der Stadt Wien ist es gelungen, die bedeutendsten Werke aus der großen Periode Van Goghs nach Wien zu bringen. Sie bilden den Hauptbestand des Rijksmuseums Kröller-Müller in Otterlo und sind die zweitgrößte Sammlung von Van Gogh-Bildern überhaupt. Die rund 100 Meisterwerke aus Holland, die nun in Wien bis Ende März zu sehen sein werden, wurden noch durch Leihgaben der Bayrischen Staatsgemäldesammlungen in München, des Kunsthistorischen Museums in Wien und durch Grafiken aus dem Besitz der Albertina Wien vermehrt.

Vor mehr als 50 Jahren, im Jahre 1906, war die erste große Ausstellung nach dem Tode des Künstlers in Wien.


3.2.1958: Rathausempfang im Zeichen von Vincent van Gogh

Jonas und Gäste im Gespräch um Tisch sitzend

Bürgermeister Jonas empfängt den Direktor des Rijksmuseums Kröller-Müller und Prof. A. M. Hammacher

Der Direktor des Rijksmuseums Kröller-Müller, Ottolo, Prof. A. M. Hammacher und der Generalsekretär Hollands für Kunst und Auslandsbeziehungen Dr. H. J. Reinink wurden heute von Bürgermeister Jonas im Rathaus empfangen.


5.2.1958: Wiener Stadthalle: Europas modernste Funk-Dolmetscheranlage

Die Funk-Dolmetscheranlage, die gegenwärtig in der Wiener Stadthalle eingebaut wird, präsentiert sich als das modernste Wunderwerk heimischer Radiotechnik. Das System dieser Funkanlage für Dolmetscher wurde zum ersten Male anlässlich der Wiener Weltkraftkonferenz erprobt und später dann in noch verbesserter Ausführung bei der Generalkonferenz der Atomenergiebehörde verwendet. Nun wird sie durch weitere Neuerungen vervollkommnet auf dem Vogelweidplatz montiert. Eine Zwillingsschwester dieser Funkanlage wird in Europa nur noch im großen Pavillon der Montanunion auf der Weltausstellung in Brüssel zur Verfügung stehen. Die Funkanlage der Wiener Stadthalle ist für sechs Wellenlängen eingerichtet, sodass gleichzeitig in sechs Sprachen gesendet werden kann.

5.2.1958: Eine "Theodor Körner-Wohnhausanlage" in Margareten

Der zuständige Gemeinderatsausschuss beschloss heute einstimmig, die neue städtische Wohnhausanlage 5, Heu- und Strohmarkt, nach dem verstorbenen Bundespräsidenten "Theodor Körner-Wohnhausanlage" zu benennen.

6.2.1958: 80. Geburtstag von Martin Buber

Buber inmitten von Festgästen bei Preisverleihung

Dr. Martin Buber (mit Bart) bei der Preisverleihung des deutschen Buchhandels (1953)

Am 8. Februar vollendet der Religionswissenschaftler, Philosoph und Schriftsteller Dr. Martin Buber das 80. Lebensjahr.

Nach Absolvierung der Fachstudien in seiner Heimatstadt Wien beschäftigte er sich schon frühzeitig mit religionswissenschaftlichen Fragen, beteiligte sich maßgeblich an der zionistischen Bewegung und veröffentlichte zahlreiche Arbeiten, die ihn in der ganzen Welt bekannt machten. 1923 wurde er als Honorarprofessor für Religionswissenschaften an die Universität Frankfurt am Main berufen, wo er bis zu seiner Vertreibung durch die Nationalsozialisten wirkte. Er ging nach Palästina und übernahm an der neugegründeten hebräischen Universität in Jerusalem eine ordentliche Professur für Sozialphilosophie. Martin Bubers literarisches Werk ist außerordentlich groß. Er hat die Lehre des Chassidismus und das chassidische Gedankengut kommentiert und in eigene dichterische Form gefasst. Ebensolche Gestaltung zeigt seine Übertragung der Schriften des Alten Testaments, die in den letzten Jahren abgeschlossen wurde. Auch seine anderen religionswissenschaftlichen Bücher und philosophisch-historischen Untersuchungen fanden weite Verbreitung. Für seine schriftstellerische Tätigkeit wurde ihm der Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen.


6.2.1958: Ein Geschenk für Bürgermeister Jonas aus Indonesien

Jonas nimmt Paket von Soebagio entgegen

Bürgermeister Jonas und Geschäftsträger Soebagio

Anlässlich der Eröffnung der neuen Fernfluglinie, die von Stockholm über Wien nach Djakarta führt, sandte Bürgermeister Jonas dem Stadtoberhaupt der indonesischen Metropole ein Erinnerungsgeschenk. Der Geschäftsträger Indonesiens in Österreich, Soebagio, stattete heute in Begleitung von Vertretern der Wiener Repräsentanz der SAS-Fluggesellschaft, Dior. Griesgrau und Dr. Thier, Bürgermeister Jonas einen Besuch ab.


10.2.1958: Riesenandrang bei der Van-Gogh-Ausstellung

Lange Menschenschlange vor Eingang zu Museum

Riesenandrang bei der Van-Gogh-Ausstellung

Zu der Van-Gogh-Ausstellung stehen jeden Tag zahlreiche Wienerinnen und Wiener angestellt. Mit einer 22-jährigen Wienerin konnte der 10.000ste Besucher verzeichnet werden, sie erhielt das Van Gogh-Buch von Meyer-Schapior zur Erinnerung an ihren Besuch.


10.2.1958: Stadtrat Mandl - Ehrenmitglied des Künstlerhauses

Der Amtsführende Stadtrat für Kultur, Volksbildung und Schulverwaltung, Hans Mandl, wurde zum Ehrenmitglied der Gesellschaft bildender Künstler Wiens - Künstlerhaus, gewählt. Der Präsident der Gesellschaft, akademischer Maler Prof. Rudolf Heinz Keppel, überreichte ihm heute die Ehrenurkunde.

11.2.1958: Wiener Stadtgartenamt meldet voll Freude: Drei kleine schwarze Schwäne wurden geboren

Im Winterquartier der städtischen Menagerie auf der Hohen Warte gab es ein freudiges Ereignis. Drei kleine schwarze Schwäne erblickten im Winterquartier das Licht der Welt. Das Stadtgartenamt ist mit Recht stolz auf die Leistung seines Schwanenpaares, weil schwarze Schwäne in Gefangenschaft viel seltener für Nachwuchs sorgen.

12.2.1958: 60. Geburtstag von Bischof Gerhard May

Portrait Gerhard May

Bischof Gerhard May

Am 13. Februar vollendet der Bischof der Evangelischen Kirche A.B. in Österreich, Dr. h.c. Gerhard May, das 60. Lebensjahr.

May wurde in Graz geboren, studierte in Wien, Halle und Basel evangelische Theologie und ist seit 1944 Landesbischof in Wien. Sehr bekannt wurde er durch seine Tätigkeit für die ökumenische Bewegung. Bischof May, der auch publizistisch hervortritt, ist Ehrendoktor der Universität Heidelberg und Mitglied des Präsidiums des Lutherischen Weltbundes sowie des Komitees des Ökumenischen Rates.


12.2.1958: Bürgermeister Jonas fliegt nach Amerika

Die Deutsche Lufthansa macht ihren Eröffnungsflug auf der Linie Hamburg - Frankfurt - New York, an dem auch Bürgermeister Jonas teilnimmt. An dem Flug werden auch die Stadtoberhäupter von Hamburg und Frankfurt, Vertreter großer Flughäfen sowie Journalisten teilnehmen. Jonas wird in New York mit den Bürgermeistern von New York und Washington zusammentreffen.

14.2.1958: Der erste Gelenkwagen auf der Linie 71

Der erste Gelenkwagen nimmt auf der Linie 71 seinen Betrieb auf. 121 Fahrgäste haben in dem neuartigen Wagen Platz, der aus zwei alten Stadtbahnwagen umgebaut wurde. Insgesamt sollen 76 alte Stadtbahnwagen zu 38 Gelenkwagen umgebaut werden. Der Wagen wurde von der Firma Gräf & Stift gebaut. Er besteht aus drei Teilen, dem Bugwagen, dem Mittelteil und dem Heckwagen. Diese drei Wagenteile werden an den Trennstellen durch Teleskopwände miteinander verbunden. Dieses Gelenksystem wurde in Lizenz nach einem italienischen Patent ausgeführt.

15.2.1958: Erster Staatspreis für Werbefilm der Fremdenverkehrsstelle

Das Bundesministerium für Handel- und Wiederaufbau hat dem im Auftrag der Fremdenverkehrsstelle der Stadt Wien hergestellten Adi Mayer-Farbfilm "Wien schenkt immer Freude" den ersten Staatspreis 1957 für Werbefilme verliehen.

17.2.1958: Stadt Wien errichtet Blindengarten

Noch in diesem Jahr wird die Stadt Wien ein interessantes Projekt verwirklichen. Mit der Erweiterung des Wertheimsteinparkes in Döbling soll ein Blindengarten errichtet werden. Zur Erlangung von Entwürfen hat die Stadtverwaltung einen Ideenwettbewerb ausgeschrieben, an dem sich zwölf Architekten beteiligten. Den ersten Preise von 15.000 Schilling erhielt das Projekt des Gartenarchitekten Ing. Mödlhammer und Vladar, der zweite Preise von 10.000 Schilling wurde Ing. Hedy Renner und Architekt Adler zuerkannt; Dr. Woess erhielt für seinen Entwurf den dritten Preis von 5.000 Schilling.

18.2.1958: Wechsel in der Leitung der Wiener Stadtwerke

Frankowski übergibt Amt an Horak

Amtseinführung des neuen Generaldirektors der Wiener Stadtwerke, Dipl.-Ing. Dr. Wilhelm Horak

Generaldirektor Philipp Frankowski geht mit 1. März 1958 in den Ruhestand. Der Wiener Stadtsenat hat heute zu seinem Nachfolger den bisherigen Direktor der Wiener Gaswerke, Dipl.-Ing. Dr. techn. Wilhelm Horak ernannt.


19.2.1958: Einheitliche Straßen- und Hausnummerntafeln für Wien

"Seit Jahrzehnten wurden in Wien die Straßen- und Hausnummern in zwei Ausführungen hergestellt; die ovalen und runden waren für die Ringstraßen, die eckigen für die Radialstraßen bestimmt. Die Randstreifen der Tafeln waren farbig, jeder Wiener Gemeindebezirk wurde mit seiner eigenen Bezirksfarbe gekennzeichnet. Diese durch ein Magistratsdekret aus dem Jahre 1894 erfolgte Regelung galt als eine Wiener Erfindung und wurde anfangs allgemein gelobt. Mit der Ausbreitung des Stadtgebietes wurde aber später die Unterscheidung der Ringstraßen von den Radialstraßen immer schwieriger. Im Jahre 1923 ist man von dieser Praxis abgegangen, um sie drei Jahre später wieder aufzunehmen. Vor 20 Jahren wurde das Dekret zum zweiten Mal außer Kraft gesetzt. Seither wurden verschiedene Formen von Straßentafeln verwendet. Oft auch nur aus dem Grunde, weil die Materialbeschaffung es anders nicht erlaubte."

Der zuständige Gemeinderatsausschuss beschloss heute eine einheitliche Form: die Straßen- und Hausnummerntafeln werden von nun an nur rechteckig mit abgerundeten Ecken ausgeführt. Man schätzt, dass es in Wien rund 70.000 Straßentafeln gibt. Jährlich kommen mit dem Zuwachs von Dutzenden neugebauten Verkehrsflächen etwa 1.000 neue Straßentafeln dazu.

20.2.1958: Großbrand in Penzing

Zu einem Großbrand kam es heute in der Apparatefabrik der Elin-Werke in der Cumberlandstraße im 14. Bezirk. Den zahlreich anwesenden Mannschaften der Feuerwehr gelang es nach einer halben Stunden den Brand zu lokalisieren. Bei der Löschaktion wurden einige Feuerwehrmänner durch Glassplitter verletzt.

25.2.1958: Überreichung des Ehrenringes an Stadtrat a.D. Rohrhofer

Jonas überreicht Rohrhofer Ehrenring

Überreichung des Ehrenringes der Stadt Wien durch Bürgermeister Dr. Jonas an Stadtrat a.D. Rohrhofer

Bürgermeister Jonas überreichte heute an den ehemaligen Wiener Stadtrat Kommerzialrat Anton Rohrhofer den Ehrenring der Stadt Wien.


25.2.1958: Rochusspital-Gebäude wird Altersheim

Die Wiener Landesregierung beschloss heute, das Gebäude des ehemaligen St. Rochus Spitales im 14. Bezirk zu adaptieren und als Krankenabteilung des Altersheimes Baumgarten auszugestalten.

26.2.1958: Libanesischer Orden für Prof. Dr. Knaus

Bürgermeister Jonas überreicht Prof. Dr. Knaus libanesischer Orden

Prof. Dr. Knaus erhält den Orden für seine ärztliche Tätigkeit im Libanon

Der Wiener Gynäkologe Prof. Dr. Hermann Knaus, Primararzt im Lainzer Krankenhaus, erhielt heute von Bürgermeister Jonas einen hohen libanesischen Orden "Merite Libanais 1. Klasse". Der Orden wurde Prof. Dr. Knaus für seine ärztliche Tätigkeit in Libanon vom Staatspräsidenten der Libanesischen Republik verliehen.


26.2.1958: Antrittsbesuch des neuen Verfassungsgerichtshof-Präsidenten

Portrait Doktor Antoniolli in Richterrobe

Prof. Dr. Antoniolli

Der Präsident des Verfassungsgerichtshofes Prof. Dr. Antoniolli stattete heute Bürgermeister Jonas seinen Antrittsbesuch ab.


27.2.1958: Gründung einer "Kulturgemeinde Wiener Stadthalle"

In Zusammenarbeit zwischen der Schulgemeinde der Berufsschulen Wiens, dem Verband Wiener Volksbildung und der Direktion der Betriebsgesellschaft Wiener Stadthalle wurde heute die "Kulturgemeinde Wiener Stadthalle" gegründet. Ziel dieser Kulturgemeinde soll die Veranstaltung von Kursen, Arbeitsgemeinschaften, Vorträgen usw. in der Wiener Stadthalle sein.

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