Wien 1957: Berichte vom Juni 1957

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

1.6.1957: Eröffnung der Wiener Festwochen 1957

Ehrengäste, Politiker sitzen in erster Reihe

Eröffnung der Wiener Festwochen 1957

Bundespräsident Dr. Adolf Schärf eröffnete heute die Wiener Festwochen 1957 auf dem Rathausplatz.


1.6.1957: Brand bei Herzmansky

Rauch schlägt aus Fenstern in den oberen Stockwerken des Altbaus

Brand bei Herzmansky

In den gestrigen Abendstunden brach im Warenhaus A. Herzmansky in der Mariahilfer Straße ein Brand aus. Bei Eintreffen der Feuerwehr drang Rauch bereits aus den mit Holz und Teerpapier verschalten Fensteröffnungen des 2. und 3. Stockwerkes des Objektes Mariahilfer Straße 30. Dieses Haus ist bombenbeschädigt und derzeit im Umbau begriffen. Der Brand breitete sich über einen Aufzugsschacht über alle Geschosse aus. Die Feuerwehr stand im Großeinsatz.


4.6.1957: Frankreichs Botschafter in der Fremdenverkehrsstelle der Stadt Wien

In Begleitung des Delegierten des Französischen Fremdenverkehrsamtes in Österreich besuchte der französische Botschafter in Österreich, Francois Seydoux de Clausonne, die Fremdenverkehrsstelle der Stadt Wien. Minister Seydoux informierte sich über die Werbemaßnahmen auf dem Gebiete des Fremdenverkehrs und bestätigte das Interesse Frankreichs an Österreich, das nach der zehnjährigen durch die Besetzung bedingten Pause jetzt wieder lebhaft ansteige.

4.6.1957: Vizebürgermeister Weinberger empfängt Funktionäre der sowjetischen Gesundheitsverwaltung

Anlässlich des Kongresses für Sozialmedizin, der derzeit in Wien stattfindet, wurden der Gesundheitsminister der russischen föderativen Sowjetrepubliken Kuraschow und Prof. Sutulow, beide aus Moskau, von Vizebürgermeister Weinberger empfangen. Die Funktionäre der sowjetischen Gesundheitsverwaltung besichtigen im Rahmen ihres Wien-Aufenthaltes verschiedene medizinische Einrichtungen der Stadtverwaltung.

4.6.1957: Gemeinderat Richard Mazur gestorben

Der Gemeinderat der Stadt Wien, Komm.-Rat Richard Mazur, ist heute überraschend im 56. Lebensjahr im Krankenhaus Lainz verstorben.

Richard Mazur gehörte als Abgeordneter der Wiener Volkspartei dem Wiener Landtag und dem Wiener Gemeinderat schon seit dem Jahre 1945 ununterbrochen an. Seit 1950 war er auch einer der sechs Vorsitzenden des Gemeinderates.

5.6.1957: "Maler und Bildhauer arbeiten für Wien" - Stadtrat Mandl eröffnet Ausstellung im Museum für angewandte Kunst

Die Ausstellung "Maler und Bildhauer arbeiten für Wien" wurde heute von Stadtrat Mandl im Museum für angewandte Kunst eröffnet.

Im Rahmen dieser Ausstellung werden die Besucher das erste Mal die Gelegenheit haben, nicht nur das fertige Kunstwerk kennen zu lernen, sondern auch den Künstler bei der Arbeit zu beobachten.

In den acht Ateliers, die inmitten der Ausstellung aufgebaut sind, werden die verschiedenen Techniken gezeigt. Oskar Bottoli und Hubert Fiala bearbeiten den spröden Stein; Prof. Carl Unger zeigt die Technik moderner Glasfenster; Elisabeth Turolt arbeitet an einem Zementaufbau; Herbert Schwarz beschäftigt sich mit Kunststein; Wilhelm Jaruska fügt Steinchen an Steinchen zu einem Keramikmosaik zusammen. Wie in einer Schmiede arbeiten Prof. Hans Knesl und Walter Leitner am Metallguss und daneben wird Ton modelliert. Prof. Leopold Schmid schließlich zeigt seine Arbeit an einem Sgraffito.

5.6.1957: Gleichenfeier bei der "Fünfzigtausendsten"

Heute fand für die städtische Wohnhausanlage an der Grenze des 17. und 18. Bezirkes, Czartoryskigasse - Schöffelgasse, die Gleichenfeier statt. Es handelt sich dabei um eine Anlage, die 193 Wohnungen umfassen soll. Die Baukosten werden 18,5 Millionen Schilling betragen. Als künstlerische Ausschmückung sind keramische Mosaike projektiert, die Josef Schöffel, dem Retter des Wienerwaldes, gewidmet sind. In dieser Anlage wird die 50.000ste Wohnung nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut.

6.6.1957: Bürgermeister Jonas begrüßt Cleveland-Symphonieorchester

Jonas im entspannten Gespräch mit Mitgliedern des Orchesters

Bürgermeister Jonas empfängt dasCleveland-Symphonieorchester

Bürgermeister Jonas empfing heute im Beisein von Stadtrat Mandl das Cleveland-Symphonieorchester mit seinem Dirigenten George Szell. Das Orchester wird bei den Wiener Festwochen ein Konzert geben.


6.6.1957: Gedenktafel für Egon Caesar Conte Corti

Heute wurde am Hause 1, Franziskanerplatz 1, eine Gedenktafel für Egon Caesar Conte Corti enthüllt. Vizebürgermeister Weinberger übernahm die Gedenktafel in die Obhut der Stadtverwaltung.

7.6.1957: Führungen in der Villa Wertheimstein

Seit 1949 wurde an der Wiederherstellung der Villa Wertheimstein gearbeitet. Es sind nun sowohl der dort befindliche Salon Wertheimstein wie auch die beiden Gedenkzimmer für Eduard von Bauernfeld und Ferdinand von Saar wieder hergestellt, sodass nun wieder Führungen durch die Räume stattfinden können. Hinzugefügt wurde ein neuer Raum mit den besonders schönen Familienbildern rund um Gustav Arthaber, den Erbauer des Hauses, dessen Stiegenhaus mit Fresken von Moritz von Schwind geschmückt ist.

7.6.1957: Wiener Fremdenführer bekamen Dienstabzeichen

Die 53 konzessionierten Fremdenführer erhielten heute ein Dienstabzeichen. Das Abzeichen ist eine kleine rechteckige Silberplakette mit dem Wappen der Stadt Wien und trägt die Aufschrift "Konzessionierter Fremdenführer - Guide". Die sprachenkundigen Fremdenführer werden außerdem noch kleine Fahnenschleifen im Abzeichen tragen.

8.6.1957: Schwedische Handballerinnen im Rathaus

Vizebürgermeister Honay empfing heute die schwedische Frauenhandballmannschaft Elfsborg aus Boras bei Göteborg. Die Sportlerinnen treten gegen Semperit in Wien an.

8.6.1957: Internationaler Städtekongress in Den Haag

Vom 12. bis 18. Juni findet in Den Haag der XIII. Internationale Städtekongress statt.

Im Rahmen des Hauptthemas des Kongresses "Stadt und Land" werden Probleme des Wachstums der Städte, der Industrialisierung der Landbezirke und der Entwicklung des Gemeindelebens in den Landbezirken behandelt werden. Das zweite Thema des Kongresses "Verkehrsstockungen im Stadtzentrum" beschäftigt sich mit einer Folgeerscheinung der Motorisierung, deren Beratung in einem internationalen Forum besonders bedeutsam erscheint. Ein eigener "Europatag" wird europäische Sonderprobleme behandeln.

13.6.1957: Drei Jahre Wiener Lebensschule

Im Bildungsheim der Konsumgenossenschaften auf der Hohen Warte findet die Schlussveranstaltung für den dritten Jahrgang der Wiener Lebensschule statt. Damit wird der vor drei Jahren begonnene Versuch einer neuen Form intensiver und systematischer Weiterbildung im Rahmen der Wiener Volksbildung und des Österreichischen Gewerkschaftsbundes abgeschlossen. 60 Lebensschüler verabschieden sich von ihrem Lehrkörper. Sie haben die Möglichkeit, als Absolventen der Schule in einem eigenen "Lebensschul-Klub" ständig mit der Volkshochschule und ihren Kollegen beisammenbleiben zu können.

14.6.1957: Konstituierung des Landessanitätsrates für Wien

Im Wiener Rathaus fand heute, unter Vorsitz von Bürgermeister Jonas, die Konstituierung des neubestellten Landessanitätsrates für Wien statt.

Als neuer Vorsitzender wurde Univ.-Prof. Dr. Leopold Schönbauer bestellt.

14.6.1957: Sir Laurence im Rathaus

Leigh und Laurence werden von Menschenmenge begrüßt

Vivian Leigh und Sir Laurence Olivier bei Ankunft in Wien

Sir Laurence Olivier und seine Gattin Vivian Leigh wurden heute mit dem Ensemble des Shakespeare-Theaters im Wiener Rathaus von Bürgermeister Jonas empfangen.

Sir Laurence Olivier wird im Rahmen der Wiener Festwochen im Burgtheater auftreten.


14.6.1957: Deutscher Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer im Rathaus

Konrad begrüßt Adenauer

Empfang für Dr. Konrad Adenauer

Der deutsche Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer stattete heute Bürgermeister Jonas im Wiener Rathaus einen Besuch ab.

In seiner Rede führte Adenauer u.a. aus: "...Ich glaube, unseren beiden Völkern ist eine Aufgabe gemeinsam: für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie zu arbeiten. Nach meiner Erfahrung wird Demokratie am besten in den Gemeinden gelehrt, weil dort die praktische Arbeit und das Ergebnis einer Abstimmung unmittelbar sichtbar sind. Die Arbeit im Dienst der Gemeinde ist daher die beste Vorstufe für die Arbeit auf politischem Gebiet überhaupt. Im Grunde schlägt mein Herz noch immer für die Kommunalverwaltung. Ich denke mit Freude und auch mit einer gewissen Trauer an die Zeit zurück, in der ich in der Kommunalverwaltung tätig war."

Adenauer trug sich in das Goldene Buch der Stadt Wien ein. Als Erinnerungsgabe der Stadtverwaltung überreichte Bürgermeister Jonas eine kostbare Figur aus Augartenporzellan, einen Rossebändiger vor dem Parlament darstellend.


15.6.1957: Kammersänger Rudolf Christ singt im Operettenkonzert der Johann Strauß-Gesellschaft

Portrait Rudolf Christ

Rudolf Christ

Kammersänger Rudolf Christ wird im Operettenkonzert der Johann Strauß-Gesellschaft gemeinsam mit Esther Rethy Duette aus "Der Bettelstudent", "Der Zigeunerbaron", "Die gold'ne Meisterin", "Gräfin Mariza", "Das Land des Lächelns" und "Paganini" singen.


15.6.1957: Bürgermeister Jonas begrüßt Finnisches Nationaltheater

Das Finnische Nationaltheater, das als drittes ausländisches Ensemble die Wiener Festwochen 1957 bereichert, ist in Wien angekommen. Das Ensemble wurde heute von Bürgermeister Jonas empfangen.

18.6.1957: Ein Taktstock fliegt über den Ozean

Im Juli werden in Denver, der Hauptstadt von Colorado USA, Festwochen abgehalten. Ein Tag dieser Veranstaltungsreihe, ist unter der Devise "Eine Nacht in Wien" der österreichischen Bundeshauptstadt gewidmet. Die Eröffnungsrede, gehalten von Bürgermeister Jonas, "fliegt" ebenfalls nach Denver - allerdings auf Tonband. Gleichzeitig mit der Stimme des Bürgermeisters reist auch auf Wunsch der Stadtverwaltung von Denver ein Taktstock, von einem Baum des Wienerwaldes, aus Buchenholz geschnitzt, über das große Wasser. Ferner haben das Kulturamt und die Fremdenverkehrsstelle einige spezifisch wienerische Gegenstände zur Verfügung gestellt.

19.6.1957: Wiener Wasserversorgung: Die Lage wird kritisch

Die Wasserversorgungslage verschärft sich von Tag zu Tag. Die bisherigen Aufrufe zur Einschränkung des Wasserverbrauches sind so gut wie wirkungslos geblieben. Der Verbrauch hat den bisherigen Rekordstand von über 330 Liter pro Kopf/Tag erreicht, und dies ohne die Wassermenge, die von der Industrie aus eigenen Brunnenanlagen geschöpft wird, die umgerechnet weitere 200 Liter pro Kopf bedeutet.

19.6.1957: Stadlauer Fußgängertunnel eröffnet - Wien hat 70.000 Straßenlampen

Die Stadträte Lakowitsch und Thaller eröffneten heute den neuen Fußgängertunnel in Stadlau, der eine spürbare Erleichterung für die Fußgänger bringen wird.

Im Zuge der für diesen Fußgängertunnel notwendig gewordenen Ausgestaltung der Beleuchtung kommt die 70.000. Wiener Straßenlampe in Betrieb. Die Lampe ist keine Glühlampe, sondern eine moderne Quecksilberdampflampe mit Leuchtstoffkolben.

21.6.1957: Gleichenfeier für Wiens neues Jugendgästehaus - Eröffnung im Juli 1958

Moderner Rohbau

Gleichenfeier Jugendgästehaus in Hietzing

In Hietzing, in der Schloßberggasse, entsteht das zweite Jugendgästehaus der Stadt Wien. Heute konnte auf dieser Baustelle die Dachgleichenfeier begangen werden.


22.6.1957: Bürgermeister Jonas empfängt

Portrait Gustav Gründgens

Gustav Gründgens

Als letztes ausländisches Ensemble der Wiener Festwochen 1957 kam das Hamburger Schauspielhaus mit Gustav Gründgens nach Wien und wurde von Bürgermeister Jonas empfangen. Gründgens erinnerte in seiner Rede an die Zeit, als er im Arkadenhof des Wiener Rathauses Theater gespielt hatte.


22.6.1957: Bürgermeister Jonas enthüllte Breitner-Denkmal - Festliche Ehrung für den Finanzstadtrat in der Ersten Republik

Büste in Hof der Wohnanlage

Enthüllung der Hugo Breitner-Büste

Im Hugo Breitner-Hof im 14. Bezirk fand heute die Enthüllung der Gedenkbüste für den städtischen Finanzreferenten von 1919 bis 1933, Stadtrat Hugo Breitner, durch Bürgermeister Jonas statt.

Die Gedenkrede hielt der Präsident der Hugo Breitner-Gesellschaft, Vizebürgermeister Honay.


25.6.1957: Neuer Stadtbau- und Branddirektor von Wien

Portrait Aladar Pecht

Dr. Aladar Pecht

Festakt für Dufek im Hof der Feuerwehr

Amtseinführung des neuen Branddirektors DI Dufek


Obersenatsrat Prof. Dipl.-Ing. Dr. techn. Aladar Pecht wurde heute zum neuen Stadtbaudirektor und Oberbrandrat Dipl.-Ing. Adalbert Dufek zum neuen Branddirektor ernannt.

Dr. Pecht wurde am 26. Juni 1898 geboren und ist am 23. Juni 1930 in den Dienst der Gemeinde Wien getreten. Er war bereits Leiter mehrerer Magistratsabteilungen und im Jahre 1954 mit der Leitung der Gruppe Hochbau in der Stadtbauamtsdirektion betraut worden.

Dr. Pecht hat sich schon beim Bau zahlreicher Brücken, bei der Organisation des Hochwasserschutzdienstes und bei der Planung und Ausführung schwieriger Wasserbauten hervorragend bewährt. Seine Haupttätigkeit entfaltete er auf dem Gebiete des sozialen Wohnungsbaues der Stadt Wien.

Der zum neuen Branddirektor ernannte Oberbrandrat Dipl.-Ing. Adalbert Dufek wurde am 1. November 1902 geboren und ist am 10. Mai 1928 in den Dienst der Feuerwehr der Stadt Wien getreten. Er war bereits Kommandant von Feuerwachen in verschiedenen Wiener Bezirken. Seit 1945 ist er in der Wiener Feuerwehrzentrale Leiter des Referates "Technik und Ausrüstung".

27.6.1957: Brasilianischer Präfekt in Wien

Der brasilianische Präfekt von Bahia Dr. Helio Machado, der eine Studienfahrt durch Europa unternimmt, traf in Wien ein und besichtigte mit Mitgliedern der Wiener Stadtregierung u.a. die Baustelle der Wiener Stadthalle und einige städtische Wohnhausanlagen.

27.6.1957: Tschechische Studiendelegation in Wien

Seit einigen Tagen weilt auch eine Prager Studiendelegation, die sich aus dem Primatorstellvertreter (Vizebürgermeister) von Prag, Turnovsky, ferner aus Dr. Slavik, dem Stellvertretenden Vorstand der Prager Planungskommission und Dr. Cabicar, dem Vorstand der Verkehrssektion sowie Dr. Kacafirek zusammensetzt. Die Prager interessieren sich vor allem für Verkehrsprobleme und Planungsaufgaben.

28.6.1957: 75. Geburtstag von Gisela Wilke

Am 30. Juni vollendet Hofschauspielerin Gisela Wilke das 75. Lebensjahr.

Zu Obernhau in Sachsen geboren, stammt sie aus einer alten Theaterfamilie, deren Angehörige fast zur Gänze dem Schauspielerstand angehörten, und steht seit ihrem sechsten Lebensjahr auf der Bühne. Sie trat zunächst am Deutschen Theater in Berlin in Kinderrollen auf und ging im Alter von neun Jahren mit der Meinigertruppe nach New York. Auf Empfehlung der Geistinger wurde sie 1900 an das Burgtheater engagiert, in dessen Ensemble sie sich bis heute befindet und dessen Ehrenmitgliedschaft sie 1935 erhielt.

28.6.1957: Aus dem Wiener Landtag:

Im Wiener Landtag erfolgte die Wahl von zwei neuen Bundesräten. Mit Stimmenmehrheit wurden Rechtsanwalt Dr. Christian Broda und Univ.-Prof. Dr. Hans Thirring gewählt.

28.6.1957: 50 Jahre Städtische Bestattung

Vor 50 Jahren, am 1. Juli 1907, wurde der Betrieb der Wiener Städtischen Bestattung eröffnet. Der Gründung dieses Unternehmens war eine vom damaligen Bürgermeister Dr. Lueger angestrebte Novellierung der Gewerbeordnung vorangegangen, die es den Gemeinden ermöglichen sollte, die Leichenbestattung allein unter Ausschluss jeder Konkurrenz auszuüben. Die Gemeinde Wien hat damals zwei große Bestattungsunternehmen, die sich größtenteils im Besitz von Ausländern befanden, um den ansehnlichen Preis von 2,350.000 Kronen gekauft und somit den ersten Schritt zur Kommunalisierung dieses Gewerbezweiges in Wien getan. Im Jahr, in dem im Wiener Gemeinderat die Gründung einer kommunalen Leichenbestattung beschlossen wurde, gab es in Wien nicht weniger als 80 Bestattungsunternehmer. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es immer noch 24 Unternehmungen. Bis zum Jahre 1951 ist es der Gemeinde Wien gelungen, die vor 22 Jahren angestrebte Kommunalisierung sämtlicher Bestattungsbetriebe zu verwirklichen und einen einzigen Monopolbetrieb zu schaffen.

29.6.1957: Festwochenpreis für "Raskolnikow"

Die erfolgreiche Uraufführung von Kurt Radlecker's "Raskolnikow" im Theater "Die Tribüne" wurde mit dem Preis für die beste Aufführung einer Wiener Kleinbühne während der Wiener Festwochen, in der Höhe von 3.000 Schilling ausgezeichnet.

Den zweiten Preis mit 2.000 Schilling erhielt das "Theater am Parkring" für die Uraufführung von Adolf Opel's "Heuchler und Heilige", den dritten das "Theater der Courage" für die österreichische Erstaufführung von Luigi Pirandello's "die Nackten kleiden".

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