Wien 1955: Berichte vom November 1955

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

2.11.1955: New Yorks Grüße an Wien

An Bord des ersten Passagierflugzeuges der dieser Tage von der PAAeingeführten direkten Fluglinie New York - Wien war auch ein Geschenk des New Yorker Stadtoberhauptes für Bürgermeister Jonas. Das Geschenk, eine silberne Tasse, wurde mit einem persönlichen Schreiben des New Yorker Bürgermeisters Robert Wagner an "Franz Jonas, den Bürgermeister der Musikstadt Wien" heute durch den prominenten weiblichen Passagier des ersten Fluges, der ehemaligen Ballerina der Wiener Staatsoper, Frau Tilly Losch, im Wiener Rathaus überreicht.

Die nun eingeführte direkte Flugverbindung zwischen New York und Wien wird ab April kommenden Jahres täglich in Betrieb sein.

3.11.1955: Robert Musil zum Gedenken

Portrait Robert Musil

Robert Musil

Am 6. November wäre Robert Musil, einer der bedeutendsten Vertreter der heimischen Literatur, 75 Jahre alt geworden.

In Klagenfurt geboren, wurde er aktiver Offizier der österreichischen Armee, nahm aber nach Erlangung des Patents seinen Abschied und studierte an der Technischen Hochschule in Brünn Maschinenbau. Er erwarb das Ingenieurdiplom und an der Universität Berlin den akademischen Grad eines Doktors der Philosophie. In der Folge wirkte er einige Jahre als Bibliothekar an der Wiener Technischen Hochschule, nahm zur Gänze am Ersten Weltkrieg teil, betätigte sich nachher als wissenschaftlicher Konsulent im Kriegsministerium und lebte hierauf als freier Schriftsteller. 1938 verließ er sein Vaterland, hielt sich in Rom und Zürich auf und ließ sich schließlich in Genf nieder, wo er am 15. April 1942 plötzlich verstarb.

Einige Werke Musils: "Die Verwirrungen des Zöglings Törleß", "Vereinigungen", "Drei Frauen", "Der Mann ohne Eigenschaften" und "Rede über die Dummheit".


4.11.1955: Opernpassage - ein Schmuckstück im Herzen der Stadt. Vizebürgermeister Honay: "Beginn einer zukunftsfreudigen Entwicklung"

Menschenmenge vor Opernpassage

Die Eröffnung der Opernpassage stößt auf großes Interesse

Ehrengäste vor Oper am Eingang der Passage

Eröffnung der Opernpassage durch Vizebürgermeister Honay


Heute wurde in Wien die Opernpassage durch Vbgm. Honay in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste ihrer Bestimmung übergeben.

Unter der meist frequentierten Kreuzung Wiens befindet sich jetzt eine ovale Halle, in der Richtung Kärntner Straße 56 m, in der Richtung Ringstraße 51 m lang. Sieben Stiegenanlagen mit je einer festen Treppe und zwei Rolltreppen stehen den Fußgängern zur Verfügung. Zwei davon sind noch nicht fertig. Die lichte Höhe der Passage beträgt 2,90 m, die Breite des Durchganges zwischen den tragenden Säulen ist rund 7 m.

19 Geschäftslokale sind in der Passage untergebracht. Sie werden vom Fernheizwerk aus der Hofburg geheizt.

Die Kosten für dieses Bauwerk betrugen 23 Millionen Schilling. Künstlerischer Gestalter der Opernpassage war Architekt Adolf Hoch.

4.11.1955: Beileid der Stadt Wien zum Ableben von Prof. Finsterer

Vizebürgermeister Honay hat heute im Namen der Stadt Wien an Frau Emma Finsterer ein Beileidsschreiben anlässlich des Ablebens ihres Gatten, Prof. Dr. Hans Finsterer, gerichtet.

Prof. Dr. Hans Finsterer war der langjährige Vorstand der chirurgischen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses und Bürger der Stadt Wien. Der bekannte Chirurg hat als einziger auch den Titel "Meister der Chirurgie" in den USA erhalten.

Auf Anordnung des Bürgermeisters wird Prof. Finsterer ehrenhalber in einem Grab in bevorzugter Lage im Wiener Zentralfriedhof beigesetzt werden.

5.11.1955: 50 Jahre Volksheim Ottakring

Heute, vor 50 Jahren, wurde die Volkshochschule Wien-Volksheim in Ottakring, die älteste und erfolgreichste Volkshochschule Europas, gegründet. Mehr als 6.000 Hörer nehmen heute am Kursbetrieb teil, mehr als 60.000 Besucher jährlich werden bei den Veranstaltungen und Vorträgen des Volksheimes gezählt.

5.11.1955: Die Wiedereröffnung der Staatsoper

Zur feierlichen Eröffnung der wieder aufgebauten Staatsoper dirigiert Karl Böhm Beethovens Oper "Fidelio".

Staatsopern beleuchtet bei Nacht

Zur Eröffnung strahlt die Wiener Staatsoper in vollem Glanz

Kokoschka in Menge von Festgästen in Staatsoper

Oskar Kokoschka bei der Staatsopern-Eröffnung

Böhm begrüßt Gäste vor Orchestergraben

Standesgemäße Eröffnung der Wiener Staatsoper durch Dirigent Karl Böhm

Schaulustige an Straßenecke

Eröffnung der Wiener Staatsoper

Sänger in Kostümen auf Bühne

"Fidelio" zur Eröffnung


Das 1869 eröffnete Haus am Ring war nach einem Bombenangriff am 12. März 1945 fast völlig niedergebrannt. 1948 wurde ein Architekturwettbewerb für den Wiederaufbau ausgeschrieben. Unter der Leitung der Architekten Erich Boltenstern, Otto Prossinger, Zeno Kosak und Felix Cewela wurde der Bau in seiner ursprünglichen Gestalt renoviert und im Inneren behutsam modernisiert. Der Entwurf für den Eisernen Vorhang stammt von Rudolf Hermann Eisenmenger. Die aus Steuermitteln und privaten Spenden bestrittenen Kosten für den Wiederaufbau waren gewaltig: Sie entsprachen fast einem Jahresbudget für den gesamten Wohnungswiederaufbau.

7.11.1955: Fort mit den alten Inschriften!

An manchen Hausfronten, Einfriedungen usw. sind noch Aufschriften, Richtpfeile und ähnliche Zeichen aus der Kriegszeit zu sehen, die vornehmlich zu Luftschutzzwecken angebracht worden sind. Auch aus der Nachkriegszeit stammen noch solche Aufschriften und Zeichen, das russische "Probereno", Pfeile zu Truppen und Kommandounterkünften und ähnliche. Da nunmehr die Besatzungstruppen abgezogen sind und wir unsere Freiheit wieder gewonnen haben, richtet die Wiener Stadtverwaltung an alle Liegenschaftseigentümer, Haus- und Grundverwalter die dringende Bitte, ihrerseits alles zu veranlassen, damit auch diese letzten äußeren Zeichen aus schwerer und trauriger Zeit, die jegliche Bedeutung schon längst verloren haben, möglichst bald restlos aus dem Stadtbild verschwinden.

7.11.1955: Eröffnung der 1. Wiener Straßenverkehrsenquete

Im Wiener Rathaus wurde heute die 1. Wiener Straßenverkehrs^enquete durch Vizebürgermeister Honay eröffnet, zu der Fachleute aus aller Welt nach Wien gekommen sind.

In Anwesenheit fast sämtlicher Mitglieder der Wiener Stadtregierung, Polizeipräsident Holaubek begrüßte Stadtrat Thaller die Teilnehmer und stellte die Fachleute aus dem Ausland vor:

  • Direktor Ing. Cornelius van Traa (der Erbauer des neuen Rotterdam);
  • Stadtrat Prof. Dr. Ing. Dr. hc. Hillebrecht (der Erbauer des neuen Hannover);
  • Dipl.-Ing. Otto Sill, erster Baudirektor der Stadt Hamburg;
  • Direktor Max Mrosz (Hamburger Hochbahn);
  • Prof. Dr. Alwin Seifert (Wissenschaftler aus München);
  • Arch. Prof. Thomas Sharp (aus Oxford, der Spezialist des englischen Städtebaues);
  • Prof. Ing. Dr. Corrado Guzzanti (Rom, international bekannter Lehrer für Verkehrsfragen an der Universität Pisa);
  • Prof. Dr. Ing. Kurt Leibbrand (Ordinarius der Lehrkanzel für Verkehr an der Technischen Hochschule Zürich);
  • Dipl.-Ing. Stig Samuelson (Generalsekretär der Groß-Stockholmer Verkehrsverwaltung);
  • der Auslandsösterreicher Arch. Heinrich Kosina (Vorstandsmitglied des Bundes deutscher Architekten und Flugplatzsachverständiger und Mitarbeiter des Flughafens Frankfurt am Main);
  • Prof. Dr. Alois Pendl (Technische Hochschule Graz, international bekannter österreichischer Straßenverkehrsfachmann).

Stadtrat Thaller führte aus: "Diese Enquete ist keine beschließende Körperschaft, sondern eine kollegial zusammengesetzte, ausschließlich auf Freiwilligkeit basierende einmalige Einrichtung, an der dankenswerterweise Fachleute und Laien, offizielle und private Kreise völlig gleichberechtigt teilnehmen."

Die Gemeinde Wien hat diese international beschickte Fachtagung einberufen, um die wachsenden Wiener Verkehrsprobleme von einem größeren Kreis europäischer Verkehrsexperten besprechen zu lassen. Aufgabe der I. Wiener Straßenverkehrsenquete, die in drei öffentlich zugänglichen Plenarversammlungen und in fünf geschlossenen Kommissionen vom 7. bis 17. November tagen wird, ist es, Empfehlungen an die Wiener Gemeindeverwaltung zu verfassen. Diese Beratungsergebnisse der Enquete werden vielfach als Grundlage von Überlegungen für Verkehrsplanungsfragen Wiens (Generalverkehrsplan, usw.), in den nächsten Jahrzehnten dienen können.

Der Arbeitsbereich der Kommissionen umfasst folgende Themengruppen:

"Grundsätzliches", "Straßenverkehrsplanung", "Baulichtechnische Fragen", "Gesetzliche Maßnahmen" und "Verkehrspolitik und öffentlicher Massenverkehr".

8.11.1955: Pennsylvanien grüßt Wien

Honay und Gäste im Gespräch um Tisch versammelt

Edwin F. Russell überbringt ein Schreiben des Staates Pennsylvanien

Vizebürgermeister Honay empfing heute den amerikanischen Publizisten und Zeitungsherausgeber Edwin F. Russell aus Harrisburg, der ihm eine Huldigungsadresse des Gouverneurs des Staates Pennsylvanien Georges M. Leader an Wien überbrachte. Der erst 36-jährige und somit jüngste Gouverneur der Vereinigten Staaten bringt in seiner Botschaft die aufrichtige Bewunderung der 12 Millionen Einwohner seines Staates, unter denen sich auch viele Mitbürger österreichischer Abstammung befinden, für die alte Kulturstadt Wien zum Ausdruck und beglückwünscht sie zu ihrem neuen Opernhaus.


9.11.1955: Eine Geige für den Bundespräsidenten

Volksmusiker Fritz Sauerborn übergibt Zündholzgeige an Vizebürgermeister Honay

Die selbstgebaute Zündholzgeige ist geht in den Besitz der Stadt Wien über

"Der Wiener Volksmusikant Fritz Sauerborn aus Floridsdorf ist ein vielseitiger Mann und in seiner Bastlerwerkstätte sind in den letzten Monaten manche Kunstwerke entstanden. Erst im Februar fertigte er eine Gitarre an, die er dem berühmten Tenor Benjamino Gigli anlässlich seines letzten Konzertes in Wien verehrte. Das Instrument bastelte er aus etwa 7.300 Zündhölzern. Die begeisterte Aufnahme seines Werkes durch den großen Sänger ließ in ihm den Entschluss reifen, ein weiteres Musikinstrument zu bauen. Die Geige, die er gleichfalls ausschließlich aus zusammengeleimten Zündhölzern und Schusternägeln herstellte, sollte ein Geschenk für das Staatsoberhaupt zum Befreiungstag sein. Bundespräsident Dr. h.c. Körner zeigte sich über das ihm persönlich überreichte Geschenk hoch erfreut und bat Fritz Sauerborn, in seinem Namen die Geige dem Wiener Bürgermeister für die städtische Musikinstrumentensammlung zu überreichen. Vizebürgermeister Honay übernahm heute die aus 3.600 Zündhölzern gebastelte Geige in den Besitz der Stadt Wien".


11.11.1955: Josef Danilowatz zum Gedenken

Auf den 14. November fällt der 10. Todestag des Malers und Grafikers Josef Danilowatz.

Am 22. November 1877 in Wien geboren, studierte er an der Akademie der bildenden Künste bei Sigmund l'Allemand und William Unger. Er schilderte in seinen Radierungen und Lithographien mit besonderer Vorliebe das Eisenbahn- und Fabriksleben und arbeitete auch als Karikaturist für die Wiener humoristische Wochenschrift "Die Muskete".

12.12.1955: Neues Wasser für Wien - Wasserstrahlpumpe hebt ungenützte Hochschwab-Quellen

Bei Weichselboden am Fuße des Hochschwabs, im Ursprungsgebiet der II. Wiener Hochquellenleitung, wurde eine Wasserstrahlpumpe in Betrieb genommen, mit deren Hilfe bisher ungenützte Quellen dem Wiener Wasserleitungsnetz zugeführt werden.

Die größte Quelle der II. Wiener Hochquellenleitung ist die Kläffer-Quelle. Sie tritt aus einem Spalt unter Druck in den Ableitungsstollen ein. Die tieferliegenden Quellen am Ufer der Salza gingen bisher verloren. Diese Quellen, die selbst im Winter eine Mindestmenge von 200 Liter in der Sekunde, das sind etwa 17.000 Kubikmeter am Tag, hergeben, wurden daher in Form einer Sammelgalerie gefasst. Dieses Wasser wird nunmehr mit einer Wasserstrahlpumpe vier Meter hoch bis in den Leitungskanal gehoben.

Der Druckrohrstrang der neuen Wasserstrahlpumpe ist, bei einem Gefälle von insgesamt 15 Metern, 1.200 Meter lang. Der innere Durchmesser beträgt einen halben Meter. Es wurde nicht Eisen verwendet, sondern Asbestzement-Druckrohre, Marke "Eternit". Sie sind um die Hälfte leichter als Gussrohre und auch weitaus billiger. Auch die eigentliche Pumpe, sie trägt den Namen "Gerlinde" ist ebenfalls heimische Präzisionsarbeit. Sie wurde bei einer Hernalser Firma hergestellt.

12.11.1955: Eine öffentliche Uhr ohne Zeiger

In der Josefstädter Straße, Ecke Skodagasse, wurde die erste öffentliche Springzifferuhr montiert. Das moderne rechteckige Uhrwerk ohne Zifferblatt und ohne Uhrzeiger wurde probeweise aufgestellt. Man will vorerst das Funktionieren der Uhr und auch die Reaktion der Bevölkerung auf diese Neuerung abwarten. Auch die Springzifferuhr wird, wie die anderen öffentlichen Uhren der Stadt Wien, zentral gesteuert und nachts beleuchtet.

12.11.1955: Die besten Oktober-Plakate

Als beste Plakate des Monats Oktober wurden folgende prämiiert:

  • "O K - Kokoschka, Wiener Secession, 15.10. -13.11.1955" (Entwurf Hans Fabigan);
  • "Radion wäscht weißer" (Entwurf: Hermann Kacher);
  • "Pischl Tyrol - Himalaya Loden doppelt imprägniert" (Entwurf: Arthur Zelger).

14.11.1955: Albert Last zum Gedenken

Auf den 17. November fällt der 25. Todestag des Mitbegründers der bekannten Leihbibliothek Albert Last.

Am 1. März 1858 in Wien geboren, trat er in die Firma ein, die sich im Besitz seiner Familie befand und entwickelte sie zu einer wichtigen kulturellen Einrichtung mit fünf Filialen und einem Buchbestand von 250.000 Bänden. Zu ihren Benützern gehörte die Wiener Gesellschaft im Zeitalter Franz Josephs.

16.11.1955: Unterirdische Bedürfnisanstalt im Rathauspark

Als Ersatz für die beiden oberirdischen Bedürfnisanstalten im Rathauspark soll nun in dem der Universität zu gelegenen Teil des Parkes eine moderne unterirdische Bedürfnisanstalt gebaut werden. Die Kosten betragen ca. 600.000 Schilling.

16.11.1955: Abschluss der 1. Wiener Straßenverkehrsenquete

Stadtbaudirektor Hosnedl gab heute einen Überblick, über die Art der Empfehlungen und die Themen, die am stärksten in den Beratungen der Kommissionen der 1. Wiener Straßenverkehrsenquete zum Vorschein kamen:

  1. Die Frage der Schaffung einer koordinierenden Verkehrskommission oder einer ähnlichen Institution,
  2. die Schaffung eines Generalverkehrsplanes,
  3. die Aufstellung eines Verkehrs-Entwicklungsplanes,
  4. die Empfehlungen, mehr Studien und eingehende Planungsstudien über schwebende akute Verkehrssituationen zu veranlassen,
  5. die Empfehlungen, nach Möglichkeit der Aufstellung geeigneter langfristiger Finanzierungspläne näher zu treten, um eine gleichmäßige Entwicklung von Verkehrsbauten sicherzustellen,
  6. Fragen der Modernisierung von Massenverkehrsmitteln,
  7. Empfehlungen, die zur Schaffung von genügend Parkraum führen,
  8. die Frage nach Schaffung geeigneter Schnellstraßen ins Stadtinnere und
  9. Empfehlungen zur Arbeitszeitstaffelung.

17.11.1955: Deutscher Nobelpreisträger im Wiener Rathaus

Laue in Gespräch mit Honay

Deutscher Physiker und Nobelpreisträger Prof. Max von Laue zu Gast bei Vizebürgermeister Honay

Der berühmte deutsche Physiker und Nobelpreisträger Prof. Max von Laue, der nach Wien gekommen ist, um heute im Auditorium maximum einen Vortrag über das Thema "Der Strahlweg von Röntgenstrahlen im Kristall" zu halten, wurde von Vizebürgermeister Honay im Wiener Rathaus empfangen.

(Laue entwickelte die Theorie der Beugung von Röntgenstrahlen an Kristallen, die Grundlage für die wichtigste Methode zur Analyse von Kristallstrukturen (Laue-Verfahren), wofür er 1914 den Nobelpreis für Physik erhielt. Quelle: Brockhaus Enzyklopädie)


18.11.1955: Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt für Theodore Feder

Der Wiener Gemeinderat hat Theodore Feder, dem Direktor des amerikanisch-jüdischen Hilfskomitees, die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt verliehen.

Theodore Feder hat im Rahmen des amerikanisch-jüdischen Hilfskomitees eine hervorragende karitative und soziale Tätigkeit entfaltet.

22.11.1955: Überreichung des Jugendbuchpreises 1955

Im Wiener Rathaus fand die Überreichung des Jugendbuchpreises der Stadt Wien für das Jahr 1955 statt. Der Preis wurde nach dem Beschluss der Jury in diesem Jahr unter den beiden Werken "Die Männer von Kaprun" von Othmar Franz Lang, erschienen im Österreichischen Bundesverlag und "Der Weg des Bruders" von Georg Schreiber, erschienen im Verlag Jungbrunnen, geteilt.

Darüber hinaus sprach die Jury den Werken "Die drei Hirtenkinder von Fatima" von Alma Holgersen, erschienen im Herold-Verlag, und "Servus Pinguin!" von Gerhard Stappen - Otto Huber, erschienen im Österreichischen Bundesverlag, besondere Anerkennung aus.

Unter den 37 eingereichten Werken aus 13 Wiener Verlagen ragten die Illustrationen der Bücher von Alma Holgersen "Die drei Hirtenkinder von Fatima", Illustrator Tony Bachem-Heinen, und Erich Landgrebe "Unsere kleine Bahn", erschienen im Verlag Herder, Illustrator Marianne Richter, besonders hervor.

23.11.1955: Vereinte Nationen interessieren sich für Baufilme der Gemeinde Wien

Die Wiener Stadtverwaltung hat in den letzten Jahren mehrere interessante Filme über den sozialen Wohnungsbau und die damit verbundenen Probleme hergestellt. Die Vereinten Nationen bekundeten nur ihr Interesse an diesen Filmen, um sie allen daran interessierten Ländern durch die Filmverleihstellen des Bundesministeriums für Soziale Verwaltung zur Verfügung zu stellen.

24.11.1955: Eine amerikanische Puppenkönigin im städtischen Kindergarten

Der städtische Sonderkindergarten "Schweizer Spende" im Auer Welsbach-Park begrüßte heute die 16-jährige Amerikanerin Judy Fosher aus Saint Louis und mit ihr eine Ladung von vierzig wunderschönen Puppen, die sie als Geschenk für Wiener Kinder mitgebracht hat. Judy Fosher hat an einem Puppen-Wettbewerb der New Yorker Zeitschrift "Seventeen" teilgenommen. Ihre sieben Puppen, die sie gebastelt hatte, wurden unter den 45.000 eingesandten Puppen als die schönsten mit dem ersten Preis und mit einer Europa-Rundfahrt belohnt.

25.11.1955: 60. Geburtstag von Nico Dostal

Nico Dostal an Klavier sitzend

Komponist Prof. Nico Dostal feiert seinen 60. Geburtstag

Am 27. November vollendet der Komponist Nico Dostal sein 60. Lebensjahr.

In Korneuburg geboren, betrieb er zunächst die Musik als Liebhaberei, entschloss sich aber nach dem Weltkrieg, Berufsmusiker zu werden. Er bildete sich zum Theaterkapellmeister aus und erhielt verschiedene Engagements. 1924 wandte sich Dostal nach Berlin, wo sein Operettenerstling "Clivia" aufgeführt wurde. Der Erfolg dieses Werkes war der Beginn seiner Karriere als moderner Operettenkomponist. Einen Sensationserfolg erzielt auch die Premiere der Operette "Monika" in Stuttgart. Seither zählte der Künstler zu den begehrtesten Komponisten der Operettenbühne und des deutschen Tonfilms. Unmittelbar nach Kriegsende übersiedelt Dostal nach Wien und holte 1947 mit "Manina" das längst fällige Wiener Operettendebut nach. Sein letztes Werk "Liebesbriefe" erlebt heute im Raimundtheater die Uraufführung.


28.11.1955: 60. Geburtstag von Johann Nepomuk David

Portrait Johann Nepomuk David

Feiert seinen 60er: Prof. Johann Nepomuk David

Am 30. November vollendet der Komponist Prof. Johann Nepomuk David sein 60. Lebensjahr.

In Eferding geboren, wirke er nach Absolvierung seiner Musikstudien in Wien als Organist und Chordirektor in Wels. Anschließend wurde er als Kompositionslehrer an die Hochschule für Musik in Leipzig berufen und übernahm die Leitung der dortigen berühmten Kantorei. 1942 wurde ihm die Direktion der Musikhochschule übertragen. Nach Kriegsende arbeitete er bis 1948 als Lehrer für Komposition und Tonsatz am Mozarteum in Salzburg. Gegenwärtig leitet er die Musikhochschule in Stuttgart. David gehört als Vertreter einer neuen Tonsprache betont linearer Ausprägung zu den bedeutendsten Komponisten der Gegenwart. Sein Schaffen umfasst Symphonien, Partiten, Kammermusik verschiedenster Besetzung, ein zehnbändiges Choralwerk, Toccaten, Phantasien und Fugen für Orgel, A-cappella-Chöre und Lieder. 1951 wurde ihm der Preis der Stadt Wien für Musik verliehen.

29.11.1955: Bürgermeister Jonas überreicht Ehrenring an Dr. Felix Braun

Bürgermeister Jonas überreicht heute den Ehrenring der Stadt Wien an Dr. Felix Braun. Der Wiener Gemeinderat hat am 21. Oktober beschlossen, dem Dichter anlässlich der Vollendung seines 70. Lebensjahres in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste auf dem Gebiete der Literatur den Ehrenring zu verleihen.

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