Wien 1954: Berichte vom Juni 1954

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

1.6.1954: Bürgermeister Jonas empfängt Philharmonisches Staatsorchester Hamburg

Ehrengäste schütteln Bürgermeister Jonas die Hand

Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg zu Gast bei Bürgermeister Jonas.

Das Philharmonische Staatsorchester Hamburg, das zu den Wiener Festwochen in der Bundeshauptstadt weilt, wurde heute von Bürgermeister Jonas empfangen.


2.6.1954: Die "Sofia-Mädchen" im Rathaus

Die "Sofia-Mädchen", eine schwedische Gymnastikgruppe, sind nach einer Tournee durch den Vorderen Orient in Wien eingetroffen, wo die Mädchen drei Tage bleiben werden. Die jungen Schwedinnen wurden von Stadtrat Afritsch im Rathaus empfangen. Abends werden die Mädchen in den Sofiensälen eine Vorführung ihrer Kunst geben.

2.6.1954: Herzblumenweg im 22. Bezirk - 16 neue Straßennamen

Im 22. Bezirk, in der Siedlung Pax und in der Siedlung Bahnhof wurden bisher unbenannte Verkehrsflächen benannt. So gibt es nun u.a. einen Herzblumenweg, einen Schneeballenweg und eine Oleandergasse. Ferner erhielten in Breitenlee bisher unbenannte Gassen die Namen Lackenjöchelgasse, Schukowitzgasse, Wodiczkagasse, Podhagskygasse und Pfalzgasse. Insgesamt wurden 16 Gassen neu benannt.

3.6.1954: 60. Geburtstag von Herbert Boeckl

Der Maler vor einem seiner Portraits sitzend

Prof. Herbert Boeckl feiert einen runden Geburtstag.

Prof. Herbert Boeckl, einer der bedeutendsten Maler Österreichs, vollendet heute sein 60. Lebensjahr.

In Klagenfurt geboren, studierte er zuerst an der Wiener Technischen Hochschule Hochbau, entschied sich aber dann für die Malerei. Die nächsten Jahre verbrachte er in Berlin, Paris, Palermo und schloss seine Ausbildung in Wien ab. Von 1926 bis 1928 als Freischaffender in seiner Kärntner Heimat tätig, hielt er sich seither vorwiegend in Wien auf. 1935 erfolgte seine Ernennung zum Professor an der Akademie der bildenden Künste. Mehrere Reisen führten ihn u.a. nach London, Amsterdam, zur Weltausstellung nach Brüssel, zur Biennale in Venedig und nach Rom. 1946 fand eine Gesamtausstellung seiner Werke in Wien statt. 1947 war er in Zürich auf der Ausstellung "Meisterwerke aus Österreich", 1948 auf der internationalen Ausstellung für christliche Kunst in Köln vertreten. 1949 zeigte der Salon du may in Paris, im nächsten Jahr neuerlich die Biennale in Venedig Bilder von ihm. 1952 bis 1953 befand er sich wieder auf Reisen und brachte aus Spanien reiche Anregungen mit. In der Folge arbeitete er an Fresken im Kloster Seckau. Prof. Boeckl hat 1934 den Großen Österreichischen Staatspreis und 1950 den Preis der Stadt Wien erhalten.


3.6.1954: 200 Wienerlieder werben für die Mariahilfer Straße - Eröffnung des Schaufenster-Wettbewerbs am 5. Juni

Schaulustige und Festgäste am Platz vor Denkmal

Einweihung des Julius-Ofner-Denkmals.

Zum dritten Mal veranstaltet heuer das Wiener Wirtschaftsförderungsinstitut der Kammer der gewerblichen Wirtschaft einen Schaufenster-Wettbewerb. Unter dem Motto "Wiener Operette" wurde der Wettbewerb zum ersten Mal veranstaltet, dann folgten im vorigen Jahr "Nestroy" und heuer steht die Mariahilfer Straße vom Getreidemarkt bis zum Gürtel im Zeichen des Wienerliedes. 200 Schaufenster werben mit 200 Wienerliedern. Für die besten Leistungen in der Schaufenstergestaltung wird von einer Jury ein Ehrenpreis übergeben.


3.6.1954: Das Julius Ofner-Denkmal wieder aufgestellt

An der Einmündung der Glockengasse in die Taborstraße nahm heute Bürgermeister Jonas, das von der Gemeinde Wien wiederaufgestellte Dr. Julius Ofner-Denkmal in die Obhut der Stadt Wien. Er erinnerte daran, dass die Stadtverwaltung vor 20 Jahren mit der Errichtung dieses Denkmals ihrem großen Sohn Dr. Julius Ofner den Dank abstattete. Auch dieses Denkmal fiel aber dem Krieg zum Opfer. Nun wurde diese zerstörte Gedenkstätte wieder instandgesetzt.

4.6.1954: Der Prater am "Tag der Blume". Kinderblumenkorso und Wahl der Blumenkönigin

Auch für heuer hat sich der Verband der Praterunternehmer zum "Tag der Blume" besondere Attraktionen ausgedacht. Zum ersten Mal wird im Prater ein Kinderblumenkorso stattfinden. Der Korso soll mit der Auffahrt von blumengeschmückten Kinderfahrzeugen durch die Straße des Ersten Mai beginnen. Am Korso dürfen Kinder bis zu 14 Jahren mit Kinderrollern, Dreirädern, Fahrrädern und Kinderautos teilnehmen. Auch die Wahl der Blumenkönigin, die schon im Vorjahr großen Anklang fand, wird wieder durchgeführt.

5.6.1954: Eröffnung des Internationalen Gartenarchitekten-Kongresses

Portrait Minister Illig

Minister Illig eröffnete die Gartenausstellung.

Im Festsaal der Akademie der Wissenschaften wurde der Internationale Kongress der Gartenarchitekten durch Bundesminister DDDr. Illig eröffnet. An dem Kongress nehmen Delegierte aus 24 europäischen und überseeischen Länder teil. Hauptberatungsthema des Kongresses: Fragen des Urheberrechtes von Gartenschöpfungen.

Anlässlich des Kongresses werden auch zwei Ausstellungen veranstaltet: "Die schönsten Gärten der Welt" und die "IFLA-Ausstellung".


8.6.1954: Bürgermeister Jonas empfängt holländische Landarbeiter

Durch die Vermittlung der UNESCO ist eine Gruppe niederländischer landwirtschaftlicher Arbeiter nach Wien gekommen. Die Holländer, die zwei Wochen in der Bundeshauptstadt bleiben werden, besuchten heute Bürgermeister Jonas im Wiener Rathaus.

9.6.1954: Ausländische Gäste im Wiener Rathaus

Bürgermeister Jonas empfing heute den norwegischen Geschäftsträger Algard und den Osloer Stadtrat Nielsen, der als offizieller Vertreter der norwegischen Hauptstadt den Wiener Festwochen beiwohnt.

9.6.1954: Benennung einer städtischen Wohnhausanlage nach Richard Strauss

Aus Anlass des 90. Geburtstages des Komponisten Richard Strauss am 11. Juni wurde die städtische Wohnhausanlage 3, Strohgasse-Neulinggasse, "Richard Strauss-Hof" benannt.

10.6.1954: Wiener "Jugend am Werk" in Steiermark

Auf Einladung von "Jugend am Werk" in Graz nahmen 300 von der Gemeinde Wien im Rahmen der gleichnamigen Organisation betreute Jugendliche an einer einwöchigen Lehrwanderung in der Steiermark teil. Es wurden dabei 36 Industriebetriebe in verschiedenen Städten besichtigt. In Graz fand die Eröffnung der gemeinsamen Ausstellung "Jugend am Werk" Steiermark und Wien statt.

11.6.1954: Musikschüler-Austausch Schweden-Österreich

Das Staatskonservatorium LUND in Schweden hat für diesen Sommer zwanzig Musikstudierende des Konservatoriums der Stadt Wien eingeladen, die an den Sommerkursen, zu deren Leitung prominente Persönlichkeiten aus zahlreichen Ländern berufen wurden, teilnehmen werden. Im nächsten Jahr werden zwanzig schwedische Musikstudenten Wien besuchen und hier dem Unterricht des Konservatoriums in Spezialkursen beiwohnen.

11.6.1954: Bürgermeister Jonas eröffnet am Rathausplatz die Ausstellung "Unser Wien" - ein Rechenschaftsbericht der Stadtverwaltung

Gesellige Runde mit Bürgermeister Jonas um Heurigentisch am Rathausplatz

Gemütliches Beisammensitzen im Zuge der Ausstellungseröffnung.

Geschmückte Arkaden am Rathaus

Die Ausstellung wird im Rathaus präsentiert.

Festrede vor Ehrengästen am Rathausplatz

Eröffnung durch Bürgermeister Jonas.

Ausstellungsplakat zeigt Steinskulptur Vater mit Kindern

Ausstellungsplakat "Unser Wien"

Rathausplatz; Bürgermeister Jonas hebt Glas

Ein Prost des Bürgermeisters auf die gelungene Ausstellung.

Gäste betrachten Ausstellungsexponat (Plakat)

Die Ausstellung informiert interessierte Bürger über die Aufgaben der Stadtverwaltung.


Bürgermeister Jonas eröffnete heute in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste die Ausstellung "Unser Wien". In der Ausstellung "Unser Wien", wird das gegenwärtige Wien gezeigt, der Großstadtmensch in seinen vielfältigen Beziehungen zu seiner Stadtverwaltung.

"Hinter dem Titel 'Unser Wien' ", sagte der Bürgermeister, "verbergen sich diesmal keine einschmeichelnden Melodien eines neuen Liedes über die Schönheiten unserer Stadt. Es ist der Titel eines Tatsachenberichtes der Gemeinde Wien über ihre Tätigkeit und ihre Absichten. Es werden viele praktische und nützliche Einrichtungen gezeigt, die den Wienern zu Dienste stehen.

12.6.1954: Siedlung für Heimatvertriebene eröffnet

Im 10. Bezirk, Favoritenstraße 237, wurde heute von Stadtrat Thaller eine Siedlung eröffnet, die 210 heimatvertriebenen Familien wieder eine Heimat gibt. Die Siedlung wurde von der Interessensgemeinschaft volksdeutscher Heimatvertriebener errichtet. Die Initiative wurde vom Sozialministerium und von der Gemeinde Wien unterstützt.

14.6.1954: 15 neue Autobusse - Städtischer Autobusbetrieb wieder "friedensmäßig"

Heuer konnten durch die Neuanschaffung von Autobussen beim städtischen Autobusbetrieb, dessen Kriegsschäden zur Gänze behoben wurden, eine Reihe von zusätzlicher Linien in den Randgebieten geschaffen und die Verstärkung einer innerstädtischen, sehr frequentierten Autobuslinie durchgeführt werden.

So wurde die Linie 18A von Groß-Jedlersdorf bis zur Nordrandsiedlung im 21. Bezirk, die Autobuslinie 32 Liesing-Siebenhirten-Vösendorf, die Nachtautobuslinie J vom Stephansplatz bis zur Maroltingergasse in Ottakring und die Linie 31 von Groß-Jedlersdorf nach Gerasdorf dem Betrieb übergeben. Die Autobuslinie 6, die von Gersthof nur bis zum Karlsplatz in Betrieb war, wurde bis zum Siebenbrunnenplatz in Margareten verlängert. Im laufenden Jahr kommen noch 15 neue Autobusse zum Wagenpark hinzu.

14.6.1954: Südfrankreich-Tournee der Wiener Symphoniker. Städtische Ehrengaben für den Bürgermeister von Marseille

Die Wiener Symphoniker treten Anfang Juli zusammen mit dem Chor "Jung-Wien" eine Tournee an, die sie durch Südfrankreich führt. Als Höhepunkt dieser Tournee werden sie, auf Einladung des Bürgermeisters von Marseille Deferre, in Marseille ein Schubert- und Johann Strauß-Konzert geben.

15.6.1954: 600 Millionen Liter Wasser für Wien - Bundespräsident Körner besichtigt Baustelle des großen Leitungsspeichers in Neusiedl am Steinfeld

Ehrengäste stehen an Baustelle

Bundespräsident Dr. Körner besucht die Baustelle des Trinwasserspeichers in Neusiedl am Steinfeld.

Im Herbst 1953 wurde der Grundstein für den neuen großen Leitungsspeicher in Neusiedl am Steinfeld gelegt. Nun sind die Bauarbeiten bereits soweit fortgeschritten, dass die Mauern der gewaltigen Kammern in die Höhe wachsen und der große Rohrkanal im Rohbau fertig ist.

Bundespräsident Körner besuchte heute mit Bürgermeister Jonas die Baustelle, um sich vom Fortschritt der Bauarbeiten zu überzeugen.

Der Leitungsspeicher, der in vier Kammern zu je 150.000 Kubikmeter Fassungsraum nach seiner Fertigstellung insgesamt 600 Millionen Liter Wasser speichern kann, wird eine Fläche von 10 Hektar bedecken. Für später ist sogar die Möglichkeit gegeben, zwei weitere Kammern dazuzubauen und damit den Fassungsraum auf 900 Millionen Liter zu erhöhen. Der Speicher, mit dessen Wasservorräten allein ganz Wien durch zwei Tage mit Wasser versorgt werden könnte, wird 100 Millionen Schilling kosten. Die einzelnen Kammern werden 10 Meter hoch sein. 288 Betonsäulen in jeder Kammer haben die Aufgabe, die Decke des Behälters zu tragen.


16.6.1954: Wien wird aus 23 Bezirken bestehen - Begonnene Investitionen in den Randgemeinden werden fortgesetzt

Unter Vorsitz von Landeshauptmann Jonas beschäftigte sich heute die Wiener Landesregierung mit der nach der Genehmigung des Gebietsänderungsgesetzes durch den Alliierten Rat entstandenen Situation. Jonas berichtete, dass er die zuständigen Magistratsabteilungen angewiesen habe, im Interesse der Bevölkerung die in den Randgemeinden begonnenen Investitionen und laufenden Erhaltungsarbeiten im gleichen Umfange und mit der gleichen Intensität wie bisher weiter fortzusetzen. Die finanzielle Regelung dieser Arbeiten wird in den kommenden Verhandlungen zwischen Niederösterreich und Wien ausgehandelt werden.

Die österreichische Bundeshauptstadt soll in Zukunft aus 23 Bezirken bestehen. Es ergeben sich folgende Veränderungen.

Zum 2. Bezirk kommt Albern. In den 10. Bezirk werden Ober-Laa, Rotneusiedl und Unter-Laa eingegliedert. Der 21. Bezirk erhält die nördliche Kuchelau und Stammersdorf und der 22. Bezirk Süßenbrunn, Breitenlee und Eßling, sowie das Gebiet der Expositur Kagran. Der 22. Bezirk wird in Zukunft endgültig "Donaustadt" heißen. Alle anderen Randgemeinden dieser beiden Bezirke werden abgetrennt. Der 23. Bezirk (Liesing) wird aus folgenden ehemals selbständigen Gemeinden und Gebietsteilen bestehen: Liesing, Siebenhirten, Inzersdorf, Erlaa, Atzgersdorf, Rodaun, Kalksburg, Mauer mit dem Lainzer Tiergarten, sowie Weidlingau-Hadersdorf und ein Teil des Exelberges. Alle übrigen Randgemeinden kommen aufgrund des Gebietsänderungsgesetzes zu Niederösterreich. Die Grenzen der Bezirke 1, 3 bis 9, 11 bis 13 und 15 bis 20 bleiben unverändert.

16.6.1954: Neuer wichtiger Abschnitt der Liesingbach-Regulierung beginnt. Das Baulos "Ober-Laa" wird 5,5 Millionen Schilling kosten

Der Wiener Stadtsenat genehmigte heute 5,5 Millionen Schilling für die Regulierung des Bauloses "Ober-Laa" des Liesingbaches. Die zu regulierende Strecke ist 1.430 Meter lang. Sie beginnt bei dem Steg bei der Johann Friedl-Gasse in Ober-Laa, führt durch die Ortschaft und endet vor dem am linken Bachufer liegenden Sportplatz. Das Bachprofil muss wesentlich vertieft und verbreitert werden, um die Hochwässer schadlos abführen zu können. Dieser Bauabschnitt ist einer der wichtigsten, da er größtenteils durch verbautes Gebiet führt.

Die alte Bischofsbrücke und drei Fußgängerstege werden abgetragen. Die Bischofsbrücke wird 100 Meter bachabwärts neu gebaut und dort wesentlich zur Verbesserung der Verkehrsverhältnisse beitragen. Die Fußgängerstege bei der Kirchengasse und Beutelgasse werden neu gebaut.

18.6.1964: Vizebürgermeister Weinberger als Firmpate städtischer Lehrlinge

28 Burschen und 14 Mädchen aus Wiener städtischen Lehrlingsheimen wurden von Vizebürgermeister Weinberger und seiner Gattin zur Firmung geführt. Erzbischof Koadjutor Dr. Jachym nahm die Firmung in der Nußdorfer Pfarrkirche vor.

18.6.1954: Vom 30. Juni bis 30. August - Wieder Konzerte im Arkadenhof

Portrait Robert Schollum

Prof. Robert Schollum

Portrait Hans Swarowsky

Hans Swarowsky

Portrait Georg Singer

Georg Singer

Portrait Kurt Rapf

Kurt Rapf


Die Wiener Landesregierung genehmigte heute 350.000 Schilling aus dem Kulturgroschen für die Durchführung von 18 Serenadenkonzerten im Arkadenhof und 72 Konzerten in Wiener Parkanlagen, die in der Zeit vom 30. Juni bis 30. August abgehalten werden.

Als Dirigenten wurden u.a. Prof. Hans Swarowsky, Leopold Emmer, Franz Litschauer, Georg Singer, Dr. Wilhelm Schönherr und Eduard Strauß, Robert Schollum, Kurt Rapf und Otto Preinfalk verpflichtet.

19.6.1954: Stadtschulratspräsident Dr. Zechner - Bürger der Stadt Wien

Bürgermeister Jonas überreicht Urkunde an Zechner

Ehrung des Präsidenten des Stadtschulrates Dr. Zechner.

Nationalrat Hofrat Dr. Leopold Zechner, der Geschäftsführende 2. Präsident des Stadtschulrates für Wien, wird auf Beschluss des Wiener Gemeinderates in Würdigung seiner hervorragenden Leistungen auf dem Gebiete des Wiener Schulwesens anlässlich der Vollendung seines 70. Lebensjahres zum Bürger der Stadt Wien ernannt.

Die Bürgerurkunde überreichte Bürgermeister Jonas.


21.6.1954: 70. Geburtstag von Werner Krauß

Portrait Werner Krauß

Der Schauspieler feiert seinen 70. Geburtstag.

Am 23. Juni vollendet Kammerschauspieler Werner Krauß sein 70. Lebensjahr.

In Gestungshausen bei Koburg geboren, ging er gegen den Willen seiner Familie zum Theater und kam über Bromberg, Aaachen und Nürnberg nach Berlin, wo er am Deutschen Theater und am Staatlichen Schauspielhaus seine überragende Begabung entfaltete. Seit 1929 auch am Burgtheater tätig, tritt er gegenwärtig sowohl in Wien wie in Berlin auf. Werner Krauß ist ein Meister der Schauspielkunst und besitzt eine besondere Wandlungsfähigkeit. Er hat fast alle Gestalten des klassischen Dramas und viele moderne Rollen verkörpert, die er in Auffassung, Sprache und Gestik sowie durch die Maske überzeugend charakterisiert. Auch der Stumm- und Tonfilm bot dem Künstler starke Wirkungsmöglichkeiten.


21.6.1954: Holländische Sänger im Wiener Rathaus

Die Sänger und Sängerinnen des Volkschores "De Stem des Volkes" aus Amsterdam, die Einladung der Typographia nach Wien gekommen sind, überbrachten heute im Arkadenhof der Wiener Stadtregierung ein Ständchen.

23.6.1954: Vier neue städtische Wohnhausanlagen werden eröffnet

Vizebürgermeister Honay eröffnete vier neue städtische Wohnhausanlagen: 17, Dürauergasse 9-13, 17, Pretschogasse 16, 17, Neuwaldegger Straße 19-21 und 22, Donaufelder Straße 196-214.

24.6.1954: Das Allgemeine Krankenhaus hat geerbt. Ein Engländer vermachte der Anstalt 25.000 Dollar

Im März 1950 ist in Baden in der Schweiz der englische Staatsbürger Hugo H. Riedl gestorben, der in den Vereinigten Staaten ein beträchtliches Vermögen hinterlassen hat. Aus seinem von den amerikanischen Behörden als rechtswirksam anerkannten Testament geht hervor, dass er 25.000 Dollar auch dem Wiener Allgemeinen Krankenhaus vermacht hat. Das Nachlassverfahren ist nunmehr so weit, dass heute Vizebürgermeister Honay und die Stadträte Afritsch und Resch vor dem amerikanischen Konsul die vorgeschriebene Quittung unterzeichneten.

25.6.1954: Lob für das "Pflasterreferat"

Im Rahmen des Straßenbauprogrammes der Gemeinde Wien wurden auch schon viele Kilometer Gehsteige mit Asphaltteppichen überzogen. Noch vor Jahren war das Ausbessern der "Hühneraugen" im Pflaster eine mühselige Angelegenheit. Die neue Methode mit dem Teppichbelag hat sich gut bewährt.

Es kommt nicht sehr oft vor, dass die Bevölkerung ihre Befriedigung in Form von Anerkennungsschreiben zum Ausdruck bringt. Dieser Tage aber erreichte das Stadtbauamt ein an das "Pflasterreferat" adressiertes Schreiben, indem sich eine Wiener Hausfrau aus dem Naschmarktviertel für den neuen "Überguss" der Gehsteige bedankt. Für die mit Einkaufstaschen behängten Hausfrauen, schreibt sie, ist das neue Pflaster eine wahre Wohltat. "Vielen Dank für jeden weiteren Meter", heißt es am Schluss des Schreibens.

30.6.1954: Beteiligung des Landes Wien an der Österreichischen Donaukraftwerke A.G.

Auf Antrag des Amtsführenden Stadtrates für Finanzwesen Resch beschloss heute die Wiener Landesregierung, dass sich das Land Wien an der Erhöhung des Grundkapitals der Österreichischen Donaukraftwerke AG. von 20 Millionen Schilling auf 400 Millionen Schilling entsprechend seines 21. 25-prozentigen Anteiles mit 80,750.000 Schilling beteiligt. Von diesem Betrag werden je 25 Prozent, das sind 20,187.500 Schilling, in den Jahren 1954, 1955, 1956 und 1957 eingezahlt.

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