Wien 1953: Berichte vom Februar 1953

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

2.2.1953: Neun Parteien kandidieren in Wien

Am 1. Februar ist die Frist für die Kreiswahlvorschläge abgelaufen. In den Wahlkreisen 1 bis 7, die den Wahlkreisverband Wien bilden und das Gebiet der Stadt außer den so genannten niederösterreichischen Randgemeinden umfassen, wurden - alphabetisch gereiht - folgende Parteilisten bei den Kreiswahlbehörden eingebracht:

  1. Christlichsoziale Partei und Parteifreie Persönlichkeiten
  2. Österreichische Nationalrepublikaner und Parteilose
  3. Österreichische Volkspartei (ÖVP)
  4. Sozialistische Partei Österreichs (SPÖ)
  5. Überparteiliche Einigung der Mitte, Wahlgemeinschaft parteiloser Persönlichkeiten
  6. Wahlgemeinschaft Österreichische Volksopposition (VO)
  7. Wahlpartei Freie Demokraten
  8. Wahlpartei der Unabhängigen
  9. Österreichische Patriotische Union (nur in den Wahlkreisen 3 und 7 eingebracht)

3.2.1953: Helft dem schwergeprüften holländischen Volk! Wiener Stadtverwaltung leitet mit 500.000 Schilling Sammlung ein

Der Wiener Stadtsenat gedachte heute der Opfer der großen Naturkatastrophe (Hochwasser), die in den letzten Tagen mehrere Länder, vor allem aber Holland heimgesucht hat. Bürgermeister Jonas beantragte die sofortige Durchführung einer Hilfsaktion. Es wurde folgender Aufruf erlassen:

Wienerinnen und Wiener!

Tief erschüttert haben wir von der entsetzlichen Naturkatastrophe Kenntnis erhalten, die über mehrere Länder, vor allem über Holland und sein arbeitsames Volk hereingebrochen ist. Was durch Jahrzehnte mit Fleiß und großen Mitteln aufgebaut wurde, ist in wenigen Stunden vernichtet worden. Das Ausmaß der menschlichen Katastrophe kann heute noch gar nicht übersehen werden, aber schon jetzt ist bekannt, dass tausende Familien ihre Existenz und das Obdach verloren haben.

Wien ist nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg der Hilfsbereitschaft und Kinderliebe des holländischen Volkes im besonderen Maße teilhaftig geworden. Es gibt tausende Bürger in unserer Stadt, die als Kinder die Gastfreundschaft Hollands genossen haben und sich heute noch dankbar an ihren Erholungsaufenthalt in ärgster Zeit erinnern. Es ist daher eine Selbstverständlichkeit, dass wir dem so schwer heimgesuchten Holland helfen wollen, wenn wir auch wissen, dass diese von den besten Absichten getragene Hilfe dem Ausmaß der Katastrophe nicht annähernd gerecht werden kann.

Die Stadtverwaltung fordert die gesamte Bevölkerung auf, sich einer Sammlung anzuschließen. Die Gemeinde Wien hat mit einem Betrag von 500.000 Schilling diese Sammlung eingeleitet.

Wienerinnen und Wiener! Tragt alle dazu bei, dem schwergeprüften holländischen Volk zu helfen und bezeugt ihm damit auch eure Dankesschuld!

Geldspenden sind auf das Postsparkassenkonto Nr. 210.000 unter dem Kennwort "Hollandhilfe" zu überweisen. Sie können auch bei jeder städtischen Kasse eingezahlt werden.

Jonas
Bürgermeister

Weinberger
Vizebürgermeister

Honay
Vizebürgermeister

4.2.1953: Von "Casanova" bis "Nevada-Story" - 140 Verbreitungsbeschränkungen gegen "Schmutz und Schund"

140 Verbreitungsbeschränkungen von erotischen Magazinen und Schundheften hat das Jugendamt der Stadt Wien als zuständige Behörde seit der Verlautbarung des sogenannten Schmutz- und Schundgesetzes im Mai 1950 verfügt. Der erste Bescheid darüber, der im "Amtsblatt der Stadt Wien" am 28. Juni 1950 erschien, betraf ein Druckwerk, das den viel versprechenden Titel "Casanova" trug. Gleichzeitig damit wurden Verbreitungsbeschränkungen für die "Redoute", das "Neue Magazin" und die "Venus" ausgesprochen. Insgesamt gab es im ersten Jahr des Schmutz- und Schundgesetzes 18 Verbreitungsbeschränkungen. Das heißt, diese Druckwerke wurden von jeder Verbreitung an Personen unter 16 Jahren innerhalb des Gebietes der Stadt Wien ausgeschlossen; ebenso wurde der Vertrieb durch Straßenverkauf oder Zeitungsverschleisser untersagt. Im allgemeinen erstreckte sich die Verbreitungsbeschränkung auch auf die folgenden Hefte bis auf die Dauer eines Jahres. Im Jahr 1951 waren es 35 Bescheide, die das Jugendamt im "Amtsblatt der Stadt Wien" veröffentlichte und 1952 mussten sogar 78 Verbreitungsbeschränkungen verhängt werden. Auch heuer sind bereits 9 Bescheide erlassen worden, der letzte gegen das Druckwerk "Nevada-Story".

Das erste Verbot über ein Schundbuch wurde am 26. August 1950 verhängt, und zwar war es die "Fährte der Kopfjäger".

Am 15. August 1951 wurde zum ersten Mal die Verbreitungsbeschränkung auch für ein Plakat ausgesprochen. Insgesamt wurden jedoch nur drei Plakate vom Jugendamt verboten.

4.2.1953: Bürgermeister Jonas beim holländischen Gesandten

Bürgermeister Jonas stattete heute dem holländischen Gesandten Jonkheer P.A. van Buttingha Wichers einen Besuch ab, um ihm anlässlich der über Holland hereingebrochenen Naturkatastrophe die Anteilnahme der Stadtverwaltung und der gesamten Wiener Bevölkerung auszusprechen.

4.2.1953: Die Ecke Kai-Schottenring wird verbaut - Errichtung eines Bürohauses der Städtischen Versicherung und einer städtischen Wohnhausanlage

Die Gemeinde Wien ist Eigentümerin des Ruinengrundstückes, das von Schottenring-Kai-Zelinkagasse-Gonzagagasse begrenzt ist. Nun gab der Wiener Stadtsenat die Zustimmung, dass die Hälfte dieses Grundstückes gegen das der Wiener Städtischen Wechselseitigen Versicherungsanstalt gehörigen Gebäudes 8, Friedrich-Schmidt-Platz 5, getauscht wird.

An der Ecke Kai-Schottenring wird die Städtische Versicherung, ein von Prof. Boltenstern entworfenes Bürohaus errichten. Das Hochhaus wird auf einer Fläche von 400 Quadratmetern stehen und eine Höhe von 72 m haben. Voraussichtlich handelt es sich dabei um 20 Stockwerke. Die übrige Randverbauung wird 7 Stockwerke hoch sein.

Auf dem übrigen Teil des Grundstückes wird die Gemeinde Wien ein Wohnhaus errichten.

5.2.1953: 1.338.687 Wiener können wählen

Die Zahl der Wahlberechtigen in Wien steht nun endgültig fest. Am 22. Februar können in Wien 1.338.687 Wähler zu den Urnen gehen, und zwar 550.772 Männer und 787.915 Frauen.

6.2.1953: 12.300 Arbeiter auf den Baustellen der Gemeinde

Auf den Baustellen der Gemeinde Wien waren Ende Jänner 12.310 Arbeiter beschäftigt. Das sind um 800 Arbeiter mehr als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Witterungsverhältnisse im Jahre 1952 bedeutend besser waren als heuer.

Die günstige Beschäftigungslage auf den Baustellen der Gemeinde ist vor allem auf die zahlreichen zusätzlichen Winterarbeiten und auf den Bau von Mansardenwohnungen zurückzuführen. 2.700 Arbeiter und Angestellte sind derzeit allein mit dem Bau von Mansardenwohnungen beschäftigt.

6.2.1953: Englische Städtebauausstellung im Rathaus

Im Wiener Rathaus wurde eine Ausstellung eingerichtet, welche die vom British Council zur Verfügung gestellte Plan- und Bilderschau "Die neuen Städte in England" zeigt. Die Ausstellung umfasst Fotomaterial und Pläne, die einen kleinen Überblick über die neuen Städte vermittelt, die in England nach dem Kriege um London herum zur Auflockerung der Hauptstadt errichtet werden. Auch eine Reihe eindrucksvoller Bilder über die Vorläufer der englischen Gartenstädte befinden sich unter den Ausstellungstafeln.

7.2.1953: Ein Neubau mit Barockfassade

Demnächst wird in der Inneren Stadt ein Bauwerk in Angriff genommen, das zu den interessantesten der Nachkriegsjahre gezählt werden kann. Es handelt sich um die Verbauung jener Lücke Am Hof, wo sich einst das der Feuerwehrzentrale angeschlossene Haus Nr. 9 befand. Das barocke Gebäude, obwohl etwas jünger als das prachtvolle Zeughaus, fügte sich harmonisch in das Gesamtbild des schönsten Platzes Wiens, bis es im Jahre 1945 den Kriegsereignissen zum Opfer fiel. Nun wird auch dieses, um 1600 erbaute Wiener Wohnhaus wieder aufgebaut.

Die Stadt Wien wird bei der Errichtung des dreistöckigen Hauses allen Wünschen der Denkmalpflege Rechnung tragen. Hinter der Barockfassade wird sich allerdings ein den Anforderungen der Feuerwehrzentrale entsprechendes Bauwerk präsentieren. Nur im Parterre werden die Fenster durch fünf große Einfahrten ersetzt. Mit dem Abtragen der Mauerreste des alten Hauses wird Anfang März begonnen, mit dem Wiederaufbau einige Wochen später. Es wird mit einer Bauzeit von ca. 1 ½ Jahren gerechnet.

7.2.1953: Vorläufig 760.000 Schilling für "Hollandhilfe" der Stadt Wien

Die bisherigen Geldspenden für die "Hollandhilfe" der Stadt Wien, ergeben vorläufig einen Betrag von rund 760.000 Schilling. Darunter sind Beträge von der Wiener Messe A.G. 5.000 S, A. Herzmansky 5.000 S, Wiener Porzellanfabrik Augarten A.G. 1.000 S u.s.

Das Konservatorium der Stadt Wien veranstaltet eine Aufführung der Schüleroperette "Happy End in Paris" und wird den Reinerlös ebenfalls der Aktion "Hollandhilfe" überweisen.

10.2.1953: 6.700 Kinder in den Kindersingschulen

Die Kindersingschule der Musiklehranstalten der Stadt Wien hat am 31. Jänner mit 6.706 singenden Kindern die höchste Zahl seit ihrem Bestehen aufzuweisen. Allein in diesem Jahr sind 3.382 Kinder neu eingetreten. 1.053 Kinder erhalten neben ihrem Gesangsunterricht auch Blockflötenunterricht.

11.2.1953: Der Waschtag wird immer kürzer

Mit der Errichtung von 140 maschinellen Waschküchen hat die Stadt Wien im vergangenen Jahr mit der Durchführung eines großzügigen Programms begonnen, das mit der steigenden Bautätigkeit der Gemeinde Wien und auch der Leistungsfähigkeit der heimischen Maschinenindustrie an Umfang noch zunehmen wird. Ende dieses Jahres sollen in 380 städtischen Neubauten solche mechanisierten Waschküchen zur Verfügung stehen.

Der Waschtag ist mit Hilfe der Waschmaschine, der Zentrifuge und des Trockenraumes kürzer geworden. Für den Ankauf von Waschmaschinen wurden zwei Millionen Schilling genehmigt.

12.2.1953: 158 Hühner in der Josefstadt - Das Ergebnis der Viehzählung 1952

Aus der allgemeinen Viehzählung, die in Wien am 3. Dezember 1952 durchgeführt wurde:

In Wien wurden 6.869 Pferde (7.281 im Vorjahr), 19.693 Rindvieh (20.883), 48.844 Schweine (40.905) und 890 Schafe gegenüber 7.958 im Vorjahr, gezählt.

Während noch vor einigen Jahren sogar im 1. Bezirk Tiere gehalten wurden, u.a. Schweine und Ziegen, beschränkte sich diesmal die Zahl der Tiere in der Inneren Stadt außer den nicht gezählten Sperlingen und Tauben auf zwei Pferde. Immerhin gibt es in den inneren Wiener Bezirken noch eine Reihe von Tierhaltungen. So weist zum Beispiel die Josefstadt 158 Hühner auf, in Margareten gibt es sogar 35 Schweine, 9 Ziegen, 50 Stück Rindvieh, 24 Pferde und 303 Hühner. Der Bezirk mit den meisten Tierhaltungen ist der 21., 6.363 Tierbesitzer verfügen über 1.080 Pferde, 4 Maultiere, 1.739 Rindvieh, 9.212 Kaninchen, 6.921 Schweine, 43 Schafe, 2.856 Ziegen und 52.460 Hühner.

12.2.1953: Prof. Kelsen bei Bürgermeister Jonas

Portrait Hans Kelsen

Prof. Dr. Hans Kelsen bleibt Wien tief verbunden.

Der Rechtsgelehrte Prof. Dr. Hans Kelsen wurde von Bürgermeister Jonas im Rathaus empfangen. Prof. Kelsen zeigte sich von der Aufbauleistung der Wiener Stadtverwaltung tief beeindruckt. Seine Anhänglichkeit an die Stadt, in der er viele Jahrzehnte an hervorragender Stelle gewirkt hat, bezeugte er mit den Worten: "In meinem Herzen bin ich noch immer ein Wiener geblieben." Prof. Kelsen ist seit vielen Jahren in Amerika tätig. Er war u.a. auch Mitarbeiter von Präsident Roosevelt, den er auch bei der Abfassung der Atlantik-Charta beriet.


13.2.1953: Auch die Fischer wählen

Während am 22. Februar der Nationalrat gewählt wird, bereiten sich die Wiener Fischer gleichfalls auf Wahlen vor. Bei ihnen geht es allerdings nur um die Wahl des Wiener Fischereiausschusses, der heuer zum ersten Mal aufgrund des Gesetztes über das Fischereiwesen im Gebiet der Stadt Wien gewählt wird. Das aktive Wahlrecht besitzen alle Fischereiausübungsberechtigte, die einen Wirtschaftsbeitrag zu entrichten haben. Ein Wahlberechtigter kann auch mehrere Stimmen abgeben, und zwar so viele, wie die Zahl 2.500 in dem nach Quadratmetern zu berechnenden Flächenausmaß seiner Fischereireviere enthalten ist. Gewählt werden sieben Mitglieder des Ausschusses auf die Dauer von fünf Jahren. Die Wahl findet am 15. Mai statt.

13.2.1953: Wien hat 50.000 elektrische Straßenlampen

In Anwesenheit des Stadtbaudirektors wurde heute nächst der Philadelphiabrücke die 50.000ste elektrische Straßenlampe montiert. Mit den noch verwendeten 5.353 Gaslaternen - nach dem Kriege waren es 12.000 - und den 540 Verkehrslichtpunkten verfügt Wien derzeit über insgesamt 55.893 öffentliche Lampen.

17.2.1953: Stadt Wien fördert Schädlingsbekämpfung - Winterspritzmittel um 40.000 Schilling für Minderbemittelte

Die Wiener Landesregierung genehmigte heute für den Ankauf von Winterspritzmitteln einen Betrag von 40.000 Schilling. Diese werden zu gleichen Teilen dem Österreichischen Siedlerverband und dem Zentralverband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter Österreichs für ihre minderbemittelten Mitglieder zur Verfügung gestellt.

Durch dieses Entgegenkommen soll eine möglichst lückenlose Durchführung der Winterspritzung in den Wiener Siedlungs- und Kleingartenanlagen gewährleistet werden. Gerade in Wien ist eine durchgreifende Bekämpfung der San Jose-Schildlaus notwendig.

18.2.1953: Die besten Jänner-Plakate

Das Wertungskollegium bestimmte als beste Plakate des Monats Jänner:

"Ihr Winterziel: Niederösterreich" (Entwurf "Der Kreis"), "4 Teller Hühnersuppe Knorr" (Entwurf Atelier Koszler), "Künstlerische Volkshochschule" (Entwurf Rudolf Korunka) und das Straßenbahnplakat "Die Presse - schwarz auf weiß" (Entwurf Atelier Triga).

19.2.1953: Billigere Zwiebel kommen!

Nach den Feststellungen des Marktamtes der Stadt Wien ist seit einiger Zeit der Zwiebelpreis gestiegen. Um einer weiteren Verteuerung entgegenzuwirken, wurde bei den zuständigen Bundesministerien die Zulassung von Zwiebelimporten beantragt. Der Import von mehreren hundert Tonnen billiger Ware wurde bereits eingeleitet. Schon in nächster Zeit ist mit dem Eintreffen von vorerst 300 Tonnen dieser billigen Zwiebel zu rechnen.

19.2.1953: Mit Beginn der schönen Jahreszeit: Umbau der Mariahilfer Straße und des Franz-Josefs-Kai - Fußgängertunnel zur Rotenturmstraße

Voraussichtlich 11 Millionen Schilling werden der Umbau des Franz-Josefs-Kai zwischen Aspernplatz und Salztorbrücke sowie der geplante Fußgängertunnel, im Zusammenhang mit dem Bau eines Stadtbahnausganges bei der Marienbrücke, vom Bahnsteig der Stadtbahn zur Rotenturmstraße, kosten.

Auch der Umbau der Mariahilfer Straße wird noch heuer vollendet. Der Abschnitt vom Gürtel bis zur Schlossallee erhält einen neuen Straßenbelag. Die Straßenbahngleise werden in die Mitte der Fahrbahn verlegt. Die Straße wird so breit angelegt, dass beiderseits der Gleise zwei Fahrzeuge nebeneinander fahren können.

20.2.1953: Mozart kostet 340.000 Schilling

Mit den Fundamentierungsarbeiten für das Mozartdenkmal auf seinem neuen Standort im Burggarten gegenüber der Eschenbachstraße wurde bereits begonnen. 215.000 Schilling wurden für die Aufstellung und die Schaffung des Eingangstores beim Burggarten genehmigt. Zusammen mit den bereits verbrauchten Beträgen für die Abtragung und Instandsetzung des Denkmals kostet Mozart die Stadt Wien heute 340.000 Schilling. Zu seinen Lebzeiten erhielt Mozart für die Oper "Don Giovanni" zum Beispiel 100 Dukaten, für sein Requiem sogar nur 50 Dukaten.

21.2.1953: Die Stadt Wien ehrt Hugo Wolf

Die Stadt Wien hat den 50. Todestag von Hugo Wolf zum Anlass einer besonderen Ehrung genommen. Der zuständige Gemeinderatsausschuss beschloss den Hartäcker-Park in Hugo-Wolf-Park umzubenennen und einen Gedenkstein in dieser Gartenanlage vorzunehmen.

23.2.1953: Wien bei den Nationalratswahlen 1953

In den sieben Wiener Wahlkreisen (I - VII) wurden bei den Nationalratswahlen am 22. Februar insgesamt 1.179.571 gültige Stimmen abgegeben. Davon entfallen (in Prozent) auf die Parteien:

SPÖ: 50,2 Prozent
ÖVP: 30,7 Prozent
VO: 8,0 Prozent
WdU: 10,6 Prozent
Splitterparteien: 0,5 Prozent

24.2.1953: 1.500 alte Wiener fahren auf Urlaub - Wohlfahrtsamt erweitert Aktion für die Dauerbefürsorgten

Das Wohlfahrtsamt der Stadt Wien wird auch in diesem Jahr alten Leuten, die in öffentlicher Fürsorge stehen, während der Sommermonate einen Landaufenthalt ermöglichen. Heuer sollen aber nicht nur Ehepaare sondern auch Einzelpersonen berücksichtigt werden. Im Jahre 1952 konnten 494 alte Leute einen "Gemeindeurlaub" erhalten, heuer soll 1.500 Personen ein Urlaub ermöglicht werden. Der bisherige Urlaubsort war die Pension "Edelweiß" bei Heiligenkreuz. Dazu kommen heuer die Pension Strobl und die Pension Waldhof in Sankt Corona am Wechsel.

Jeder Urlauber soll außerdem für die Zeit seines zweiwöchigen Urlaubes ein Taschengeld von 30 Schilling erhalten. Selbstverständlich ist auch für ärztliche Betreuung gesorgt.

Die Kosten für diese Aktion werden sich für dieses Jahr auf rund 600.000 Schilling belaufen.

24.2.1953: Direktor Eipeldauer - ein Sechziger - Der "Mann mit Gartenherz"

Anton Eipeldauer

Der Name Anton Eipeldauer ist seit Jahren für Zehntausende Österreicher, die sich als Kleingärtner und Blumenzüchter betätigen, kein unbekannter Begriff. Daher nahmen an der Feier anlässlich seines 60. Geburtstages im Wiener Rathaus zahlreiche Vertreter der Kleingärtnerbewegung aus Wien und Niederösterreich teil.

Stadtrat Afritsch bezeichnete in seiner Festrede Eipeldauer als den "Mann mit Gartenherz", der sein Leben dem Garten verschrieben habe. Es gibt in Wien keinen Gartenfreund, der nicht in den Wirkungskreis Eipeldauers geraten wäre.

Stadtrat Koci verwies auf die Verdienste, die sich Eipeldauer bei der Gründung der Fortbildungsschule für Gärtnerlehrlinge in Kagran erwarb.

Im Jahre 1934 ist Anton Eipeldauer gleich vielen anderen Männern den politischen Ereignissen zum Opfer gefallen. Aus der Haft entlassen, betätigte er sich publizistisch. Seine Arbeiten sind der Öffentlichkeit gut bekannt und umfassen sämtliche Zweige des Gartenbaus.


26.2.1953: Über den Berberitzenweg auf den Kornblumenplatz

Der zuständige Gemeinderatsausschuss hat wieder mehrere Straßenbenennungen beschlossen. So wurde eine Gasse in der Siedlung "Riedweg" in Floridsdorf nach dem österreichischen Stenographen Prof. Ewald Brabee, 1878-1937, "Brabeegasse" benannt.

In Guntramsdorf im 24. Bezirk erhielten bisher noch unbenannte Verkehrsflächen Namen nach verschiedenen Pflanzen: So gibt es jetzt dort folgende Bezeichnungen: Rhabarberweg, Geranienweg, Levkojenweg, Phloxgasse, Melissenweg, Ligusterweg, Berberitzenweg, Thymianweg, Kamillenweg, Clematisweg, Klettenweg, Binsenweg, Kornblumenplatz und Petunienplatz.

27.2.1953: Wettbewerb zur Ausschmückung von Wohnhausanlagen

Die Stadt Wien hatte 80 Bildhauer und Maler eingeladen, im Rahmen eines Ideenwettbewerbes Entwürfe für die künstlerische Ausgestaltung städtischer Wohnhausanlagen auszuarbeiten. Folgende fünf Wohnhausanlagen standen zur Verfügung: 4, Preßgasse - Rechte Wienzeile, 5, Margaretengürtel - Hollgasse, 11, Zipperergasse, 13, Veitingergasse, 17, Alszeile - Vollbadgasse.

Den ersten Preis von 5.000 Schilling erhielt der akademische Bildhauer Prof. Hans Knesl für den Entwurf eines Reliefs, das an der Fassade der Wohnhausanlage 4, Preßgasse - Rechte Wienzeile, angebracht werden soll. Die Themen des Entwurfes mit seinen beiden Varianten betiteln sich "Begegnung", "Marktszene" und "Straßenarbeiter".

Den zweiten Preis von 3.000 Schilling erhielt die Malerin Hermine Aichenegg für den Entwurf eines mehrfarbigen Sgraffitos, das ebenfalls für die Wohnhausanlage 4, Preßgasse - Rechte Wienzeile vorgesehen ist. Dieser Entwurf stellt verschiedene Ausschnitte aus dem Leben und Treiben auf dem Naschmarkt dar.

Der dritte Preis wurde nicht vergeben.

28.2.1953: Spenden für die "Hollandhilfe" der Stadt Wien

Das bisherige Ergebnis der "Hollandhilfe" der Stadt Wien beträgt 1.119.056,96 Schilling.

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