Wien 1952: Berichte vom Juli 1952

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

1.7.1952: Steigende Leserzahlen in den Städtischen Büchereien

Die Städtischen Büchereien haben nunmehr den seit 1945 höchsten Leserstand erreicht. Die Zahl der Leser betrug im Mai bereits 23.250. Sie ist allein seit August 1949 um 9.950 angestiegen.

2.7.1952: Wiederaufbau kriegszerstörter Siedlungen und Gemeindebauten

In den letzten Sitzung des Gemeinderatsausschusses für Bauangelegenheiten berichtete der Amtsführende Stadtrat für Bauangelegenheiten Thaller über die Sachkreditgenehmigung für den Wiederaufbau kriegszerstörter Wohnhäuser der Gemeinde Wien. So werden Siedlungshäuser in der Freihofsiedlung Kagran, und zwar die Häuser Heckenweg 26-28, Komzakgasse 44, sowie sechs Häuser in der Meissauergasse, die durch Kriegseinwirkung vollständig zerstört waren, wieder aufgebaut werden.

Ebenso werden die städtischen Wohnhausanlagen in Floridsdorf, Carrogasse 13-17 (Stiegen I-V), Voltorgasse 28-38 (Stiege 11) und Brünner Straße 34-38 (Stiegen 21 und 22) wieder aufgebaut. Bei den Wiederaufbauarbeiten der Wohnhausanlagen werden 56 totalzerstörte Wohnungen, 7 beschädigte und 2 Lokale wieder errichtet werden. Diese Bauten werden durch den Wohnhaus-Wiederaufbaufonds des Bundes finanziert.

2.7.1952: Gemeinde Wien fördert Genossenschaftsbauten. Mehr als 19 Millionen Schilling für 18 Gesellschaften

Der Gemeinderatsausschuss für Finanzwesen genehmigte heute für 18 Gemeinnützige Bau-, Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaften Darlehen in der Höhe von mehr als 19 Millionen Schilling. Diese Förderungsdarlehen werden es den Gesellschaften ermöglichen, neue Projekte in Angriff zu nehmen oder schon begonnene Bauten fertigzustellen.

3.7.1952: Kongress der Gartenarchitekten in Stockholm. Österreich durch drei Delegierte vertreten

Vom 10. bis 13. Juli findet in Stockholm der internationale Kongress der Landschaftsarchitekten (I.F.L.A.) statt, bei welchen die Vertreter von 25 Nationen die Probleme der Garten- und Landschaftsgestaltung diskutieren werden. Österreich, das noch nicht Mitglied der I.F.L.A. ist, wird durch drei Delegierte vertreten sein, und zwar durch den Leiter der Sektion Gartenarchitekten Dipl.-Ing. E. M. IHM, den Leiter des Wiener Stadtgartenamtes Gartenarchitekt Ing. Alfred Auer und Gartenarchitekt Karl P. Filipsky.

Im Rahmen des Kongresses ist Gelegenheit gegeben, in zwei Studienfahrten Mittel- und Nordschweden kennenzulernen und sich einen Eindruck von der Arbeit der schwedischen Garten- und Landschaftsarchitekten zu verschaffen.

3.7.1952: Wien bei 31,6 Grad Celsius

Mit Einbruch des hochsommerlichen Wetters (31,6 Grad) verzeichnen die städtischen Sommerbäder an den letzten drei Tagen hohe Besucherzahlen. Das erweiterte Bad im Krapfenwaldl und das Kongressbad sind täglich beinahe ausverkauft. Die Zahl der Besucher im Strandbad Gänsehäufel steigt von Tag zu Tag.

Von den Wasserwerken kommt die Nachricht, dass auf längere Sicht Wien keine Wassernot zu fürchten braucht, vorausgesetzt, dass die Bevölkerung die gebotene Sparsamkeit bei der Wasserentnahme beachtet. Das vereinzelt aus einzelnen Stadtteilen gemeldete Nachlassen der Wasserlieferung ist auf Druckabfälle zurückzuführen. Die Hochquellenleitungen führen immer noch ausreichend Wasser, sodass bis jetzt lediglich das Pumpwerk in Nussdorf in Betrieb genommen werden musste.

Bei der Feuerwehr der Stadt Wien verliefen die Hundstage bis jetzt ruhig.

3.7.1952: Die Wohnungsbauten der Städtischen Unternehmungen. Die ersten 173 Wohnungen bezogen

Die Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft der Wiener Städtischen Unternehmungen errichtet in 11, Hasenleitengasse, 11, Lorystraße, 21, Justgasse und 2, Engerthstraße, insgesamt 489 Wohnungen. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft unter dem Vorsitz des Amtsführenden Stadtrates Dkfm. Nathschläger hat in seiner heutigen Sitzung die ersten 173 Wohnungen an Bedienstete der Elektrizitätswerke, Gaswerke, Verkehrsbetriebe und der Städtischen Bestattung vergeben.

4.7.1952: Wiens modernstes Krankenhaus

Im Franz-Josef-Spital wurde heute die Dachgleiche auf der Baustelle eines neuen vierstöckigen Pavillons erreicht. Dieses Gebäude mit 50 Krankenzimmern, davon 19 zwei- und 31 sechsbettige Zimmer, mit zusammen 224 Krankenbetten, wird nach seiner Fertigstellung das modernste Krankenhaus Wiens sein. In jedem Geschoß wird ein Aufenthaltsraum für Kranke, eine Teeküche, Bade- und Waschräume, ein Untersuchungszimmer und andere Nebenräume untergebracht sein. Im Erdgeschoß werden Diensträume und im 3. Stock ein Laboratorium eingerichtet. Mit dem Bau wurde Ende August 1951 begonnen.

An der Dachgleichenfeier nahmen der Amtsführende Stadtrat für Bauwesen Thaller, Bezirksvorsteher Wrba sowie Vertreter der Stadtbaudirektion und des Anstaltenamtes teil. StR. Thaller dankte der Baufirma Ing. Fucik und erklärte, dass die Gemeinde Wien entschlossen sei, die alten Spitäler niederzureißen und an ihrer Stelle moderne Bauten zu errichten, wenn einmal mit dem Bund Fragen finanzieller Natur bereinigt sind. Bezirksvorsteher Wrba würdigte in seiner Ansprache das Verständnis der Stadtverwaltung für den Wiederaufbau und die Modernisierung des Spitals, das im Jahre 1945, trotz der vielen Bombentreffer etwa 700 Typhuskranke aufgenommen hat.

5.7.1952: Hitze verzieht Straßenbahngeleise

Auf der Radetzkybrücke hat sich das derzeit wegen Bauarbeiten freiliegende Gleisprovisorium aufgrund der Hitze derart verzogen, dass der Straßenbahnverkehr über die Brücke eingestellt werden musste. Erst nach Vornahme von zwei autogenen Brennschnitten konnte der Verkehr nach ca. zweistündiger Unterbrechung wieder aufgenommen werden.

5.7.1952: Olympische Spiele - Ausdruck internationaler Einheit. Die Angelobung der Österreichischen Mannschaft im Wiener Rathaus

Heute wurde die österreichische Mannschaft für die XV. Olympischen Spiele Helsinki 1952 durch Bundespräsident Dr. h.c. Körner angelobt. An dem Festakt nahmen Bundeskanzler Dr.h.c. Ing. Figl mit Mitgliedern der Bundesregierung, Bürgermeister Jonas mit den Mitgliedern des Wiener Stadtsenates und anderen bedeutenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teil. Nach der Bundeshymne, gespielt von den Wiener Symphonikern, erfolgte zu den Klängen einer Fanfare der Einmarsch der Olympischen Teilnehmer. Nach der Verlesung der Gelöbnisformel vollzog das Staatsoberhaupt die Angelobung.

5.7.1952: Wiederinstandsetzung der Wiener Gärten

Derzeit werden an einer Reihe beschädigter und durch die Kriegsereignisse zerstörter Gärten größere Instandsetzungsarbeiten durchgeführt. Es wird vor allem in der Gartenanlage am Erzherzog-Karl-Platz in der Leopoldstadt, im Sankt-Johann-Park in Margareten und an den Gartenanlagen Mariahilfer Gürtel und Neubaugürtel sowie vor dem Westbahnhof gearbeitet. Wiederinstandsetzungsarbeiten wurden auch in Meidling in der Gaßmanngasse, in der Gartenanlage Billrothstraße sowie vor dem Jodl-Hof und in der Gartenanlage in Floridsdorf zwischen Angerer Straße und Schloßhofer Straße begonnen.

In Mödling beim Bahnhof wird der Park instandgesetzt, ebenso der Jubiläumspark in Brunn am Gebirge und der Ölzelt-Park in Mauer.

Im Verlaufe eines Monats wurden vom Stadtgartenamt im Rahmen des Pflanzenschutzgesetzes 7.486 Garten- sowie 17 Baumschulkontrollen durchgeführt.

7.7.1952: 11.000 Jugendliche suchen einen Arbeitsplatz. Bürgermeister Jonas besucht die Berufsberatung des Wiener Arbeitsamtes

Bürgermeister Jonas besuchte heute die Berufsberatung und Stellenvermittlung am Esteplatz, um sich über die Situation auf dem Gebiet der Lehrstellenvermittlung zu informieren.

Der Andrang bei der Berufsberatung ist jetzt unmittelbar nach Schulschluss besonders groß. Nicht weniger als 11.000 Jugendliche, darunter auch Mittelschüler, verlassen heuer die Schule. Im nächsten Jahr werden es sogar voraussichtlich 18.000 sein. Die Beratung der Jugendlichen erfolgt durch fachlich geschulte Beamte. Für die männliche Jugend zeigte sich die Situation bisher nicht einmal so ungünstig. In manchen Berufen gibt es noch immer mehr Lehrstellen als durch das Arbeitsamt vermittelt werden könnten. Die Ursache hiefür liegt darin, dass manche Berufe bei den Jungen nicht so populär sind. Schlimmer sieht es bei den Frauenberufen aus. 50 Prozent der Mädchen wollen die Schneiderei erlernen. Doch ist gerade hier der Mangel an Lehrstellen jetzt sehr groß. Vor vier Wochen standen 350 Mädchen, die Schneiderinnen werden wollten, ein Angebot von nur 7 Lehrstellen gegenüber. Man bemüht sich daher, auch geeignete Männerberufe für weibliche Lehrlinge zu erschließen.

Bemerkenswert ist, dass die Stadt Wien nicht nur Lehrlingsstellen für die Wiener Jugendlichen besorgen muss, sondern dass nicht weniger als 20 Prozent der Vermittlungen Lehrlinge betreffen, die außerhalb Wiens, hauptsächlich in Niederösterreich und im Burgenland, daheim sind.

8.7.1952: Eine Warnung an alle Wassersportler

In letzter Zeit mehren sich die Klagen über die Behinderung der Schiffahrt auf der Donau durch Paddelboote und Schwimmer. Immer wieder ereignet es sich, dass Wassersportler und Schwimmer den in Fahrt befindlichen Dampfern und Motorbooten nicht mehr rechtzeitig und genügend weit ausweichen, wie es übrigens auch die strompolizeiliche Vorschrift verlangt. Es kommt auch vor, dass Wassersportler sich z.B. an fahrende Schiffe anhängen.

Es wird neuerlich darauf aufmerksam gemacht, dass der Schiffsführer nicht verpflichtet ist, Sportbooten und Schwimmern auszuweichen oder auch nur die Maschinenkraft zu mäßigen, wenn dies mit einer Gefahr für sein Schiff oder die vom ihm geschleppten Einheiten verbunden wäre. Auch ist nach der Flussschiffahrtsverordnung das Anschwimmen oder Anhängen Badender an in Fahrt befindliche Schiffe ausdrücklich verboten.

Übertretungen der genannten Vorschriften werden künftig nach dem Binnenschiffahrtsverwaltungsgesetz strengstens bestraft werden.

9.7.1952: Statt teurer Gurken billige Paradeiser

In den letzten Juniwochen kamen Gärtnergurken bereits zum Preis von 4 und 5 höchstens aber 6 Schilling in den Handel. In der vergangenen Woche mussten jedoch die Hausfrauen wieder ein Steigen der Gurkenpreise feststellen. Diese hohen Preise werden, wie das Marktamt der Stadt Wien mitteilt, auf das Zuendegehen der Gärtnerware und den noch ausständigen Beginn der Lieferung von Feldgurken zurückgeführt. Jedenfalls hat aber das Steigen der Gurkenpreise begreiflicherweise lebhaften Widerspruch erregt.

Das Marktamt der Stadt Wien konnte zwar die Einfuhr von billigen Gurken zur Beseitigung der ungünstigen Lage nicht erreichen, doch gelang es, bei dem zuständigen Ministerium die Einfuhr von Paradeisern oder Fisolen im Wert von 70.000 Dollar aus Italien zu erwirken. Diese Paradeiser werden billiger sein als die gegenwärtig auf den Markt kommende Ware. Mit ihrem Eintreffen ist Ende der nächsten Woche zu rechnen.

9.7.1952: Gemeinde Wien baut neue Stahlbrücke in Schwechat

Die provisorische Holzbrücke über den Mitterbach in Schwechat, die von 1945 bis 1946 nach Abtragung der Reste der gesprengten Stahlbrücke und des darüber aufgebauten Kriegsprovisoriums errichtet wurde, soll nun durch eine neue Brücke in Definitivbauweise ersetzt werden. Der Entwurf sieht auf neuen Widerlagern eine Trägerrostbrücke in Stahl vor, die aus fünf geschweißten mit Querscheiben verbundenen Hauptträgern sowie einer Stahlbetonfahrbahnplatte besteht. Die Kosten werden 2,240.000 Schilling betragen.

10.7.1952: Die besten Plakate des Monates Juni. Das beste Vierteljahresplakat

Das Wertungskollegium der Plakatwertungsaktion 1952 des Amtes für Kultur und Volksbildung hat als die besten Plakate des Monates Juni "Firn-Englhofer schmeckt mir besser" (Entwurf Hanns Wagula) und das Straßenbahnplakat "Quick mit Lecithin"(Entwurf Donnhofer Werbung) bestimmt.

Als bestes Vierteljahresplakat, welches mit einem Geldpreis der Gewista prämiiert wird, wurde das vom Atelier Hofmann entworfene Plakat "Nivea" ausgewählt.

10.7.1952: Vienna grüßt Wien

Bürgermeister Jonas empfing heute Mr. Freimarck, einen Beamten des US-States Departement, der sich auf einer Dienstreise in Europa befindet. Freimarck überreichte dem Bürgermeister zwei Gavels, das sind zierliche, kunstvoll gearbeitete Holzhämmer, wie sie in Amerika von den Vorsitzenden an Stelle unserer Glocken verwendet werden. Die beiden Hämmer sind ein Geschenk des Bürgermeisters Jack Nichols der amerikanischen Kleinstadt VIENNA in Virginia. Sie sollen eine Erinnerung an den Besuch von Bürgermeister Jonas in Vienna sein. Der eine Hammer ist aus Rosenholz und trägt auf einem Silberbeschlag eine Widmung des amerikanischen Bürgermeisters. Der zweite Hammer stammt aus dem Holz des vor fünf Jahren wiederinstandgesetzten Geburtshauses des ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten Georges Washington. In einem Handschreiben des Bürgermeisters von Vienna entsendet dieser der Wiener Bevölkerung die herzlichsten Grüße.

11.7.1952: Englandreise von Wiener Hauptschülern

61 Wiener Hauptschüler, die sich eingehend auf diese Reise vorbereitet haben, fuhren mit dem Ostende-Express nach England. Sie werden in Zusammenarbeit zwischen der "Anglo-Austrian-Society" in London und der Schullandheimaktion des Stadtschulrates für Wien in Gruppen von 10 bis 15 Knaben und Mädchen mit einem Lehrer bei Familien in verschiedenen Orten Englands auf fünf Wochen untergebracht.

12.7.1952: Vorbildliches Kinderheim für die Hernalser Jugend

Bürgermeister Jonas eröffnete heute den neu adaptierten Kindergarten in Hernals, Dornbacher Straße 53. Das zweigeschoßige Gebäude steht zwischen zwei Wohnhäusern, hat jedoch einen fast 4.000 Quadratmeter großen herrlichen Garten. Es wurde im Jahre 1926 zu einer Expositur des Kinderheimes Schloss Wilhelminenberg ausgebaut, nachdem es auf Veranlassung des bekannten Violinvirtuosen Fritz Kreisler der Gemeinde Wien zur Verfügung gestellt wurde. Im Jahre 1934 diente der Bau dem Mutterschutzwerk der VF. Von 1938 bis 1945 hatte es die NSV und bis 1949 war es ein Kinderheim der KPÖ.

Anlässlich der Eröffnungsfeier, an der neben dem Bürgermeister auch Vbgm. Honay, StR. Koci und zahlreiche Ehrengäste teilnahmen, wies Vbgm. Honay auf das wechselvolle Schicksal des Gebäudes hin, das gleichsam ein Spiegelbild der politischen Umwälzungen der letzten Jahrzehnte gibt. Der Umbau, den nun die Gemeinde Wien vornahm, kostete eine Million Schilling. Vizebürgermeister Honay betonte, dass nunmehr nach Eröffnung dieses Kindergartens in Hernals 10 Prozent aller Drei- bis Sechsjährigen Platz in einem städtischen Kindergarten finden können.

14.7.1952: Siedlung für Volksdeutsche - Gemeinde Wien gibt 2,4 Millionen für das erste Baulos

Vizebürgermeister Honay legte auf dem Laaer Berg, gegenüber der Per-Albin-Hansson-Siedlung, den Grundstein zur ersten großen Siedlung der Siedlungsgenossenschaft der Interessensgemeinschaft volksdeutscher Heimatvertriebener (IVH). Das Bauvorhaben sieht 201 Wohnungen vor, wovon in der ersten Etappe 64 Wohnungen gebaut und noch bis Jahresende fertiggestellt sein sollen.

Vizebürgermeister Honay wies in seiner Ansprache darauf hin, dass unsere Republik mit der Aufnahme von Heimatvertriebenen eine große moralische Verpflichtung aber auch eine schwierige finanzielle Aufgabe auf sich genommen hat. Man bemühe sich, den Heimatvertriebenen in Österreich das Leben erträglich zu machen, und auch die Stadt Wien habe wiederholt bewiesen, dass sie sich dieser Pflicht bewusst sei. Mehr als 3.000 Männer und Frauen und fast 700 Kinder leben derzeit noch immer in den Flüchtlingslagern der Stadt Wien. Honay gab die Versicherung, dass die Gemeinde bestrebt sei, diese Lager möglichst bald aufzulassen. Ein Großteil der Heimatvertriebenen habe die österreichische Staatsbürgerschaft bereits erlangt. Nach dem Krieg haben Heimatvertriebene die schwersten Arbeiten auf sich genommen, um mitzuhelfen beim Wiederaufbau Österreichs und der Stadt Wien.

Die 201 Wohnungen werden nach dem Voranschlag mehr als 18 Millionen Schilling kosten, für die ersten 64 Wohnungen steuern das Sozialministerium drei Millionen, die Stadt Wien 2,4 Millionen und die Siedler 600.000 Schilling bei.

14.7.1952: Vorsichtiges Fahren auf frisch geölten Straßen

Für die Staubbekämpfung und bessere Instandsetzung der Makadamstraßen werden auch im heurigen Jahr in der warmen Jahreszeit Straßenölungen durchgeführt.

Die frisch geölten Straßenflächen werden sofort entsprechend mit Sand überstreut und durch deutlich sichtbare Warnungstafeln gekennzeichnet.

Zur Vermeidung von Unfällen macht die städtische Straßenbauabteilung besonders aber die Kraftfahrzeugfahrer und Radfahrer aufmerksam, dass es sich empfiehlt, solche frisch geölten Straßenflächen während der ersten Tage, bis das Öl völlig aufgesaugt ist, vorsichtig und ganz langsam zu befahren.

15.7.1952: Französische Ehrung für Wiener Kulturschaffende

Hochkommissar und Botschafter Payart überreichte am französischen Nationalfeiertag dem Bildhauer Prof. Gustinus Ambrosi, dem Direktor der Albertina Univ.-Prof. Dr. Otto Benesch und dem Direktor der Musiklehranstalten der Stadt Wien Reg. Rat Karl Lustig-Prean die Insignien des Ritterkreuzes der Ehrenlegion. Dem feierlichen Akt wohnte Stadtrat Mandl bei.

16.7.1952: Städtisches Theresienbad wird aufgebaut. Wannenbäder mit schwefelhältigem Mineralwasser

Das städtische Theresienbad im 12. Bezirk, Hufelandgasse 3, war eines der ältesten Bäder Wiens und besonders wegen der schwefelhältigen Mineralquelle als Heilbad sehr bekannt und geschätzt. Im September 1944 wurde der größte Teil der Anlage mit den Dampf- und Wannenbädern durch Bombentreffer zerstört. Nur das Sommerschwimmbad konnte im Jahre 1946 nach behelfsmäßiger Instandsetzung wieder in Betrieb genommen werden.

Schon im Jahre 1947 beauftragte die Gemeinde Wien den Architekten Theo Schöll mit der Ausarbeitung der Entwurfspläne für den Neubau des Theresienbades. Für die Grundrissgestaltung des Bauwerkes war im wesentlichen die Form des alten Bades maßgebend. Auch die Bauhöhe wurde mit Rücksicht auf die Lage innerhalb des Parkes auf zwei Geschoße begrenzt.

Die Gesamtbaukosten werden auf mehr als 25 Millionen Schilling geschätzt, von denen heuer noch 3 Millionen Schilling verbaut werden sollen.

Der Betrieb des bestehenden Schwimm-, Sonnen- und Luftbades wird durch den Neubau nicht berührt. Die neue Badeanlage wird so wie früher Wannenbäder und je eine Dampfbadeabteilung für Männer und Frauen enthalten. Die Wannenbäder, die zum Teil als Heilbäder mit schwefelhältigem Mineralwasser betrieben werden sollen, befinden sich im Obergeschoß.

Das neue Theresienbad wird folgenden Fassungsraum haben: Wannenbäder 70 Kabinen (alt: 53), Dampfbad für Männer 115 Kabinen und Kästchen (109), Dampfbad für Frauen 88 Kabinen und Kästchen (85). Die Zahl der Kabinen und Kästchen wird sich daher um 26 erhöhen.

Um die Menge des für Heilbäder zur Verfügung stehenden schwefelhältigen Wassers feststellen zu können, wurden aufgrund geologischer Gutachten, die derartiges Wasser in größerer Tiefe vermuteten, Tiefbohrungen durchgeführt. In einer Tiefe von 63 Meter wurde stark schwefelhältiges, artesisches Wasser mit einer Ergiebigkeit von 3,5 Sekundenliter und einer Temperatur von 12 Grad Celsius angetroffen.

17.7.1952: Weitere Maßnahmen zur Abwehr der Maul- und Klauenseuche

Ergänzend zu den bisherigen Maßnahmen zur Abwehr der Maul- und Klauenseuche wurde im "Amtsblatt der Stadt Wien" eine neue Verordnung des Landeshauptmannes veröffentlicht. Danach ist die Lieferung von Kälbern, Schweinen, Schafen und Ziegen aus öffentlichen Schlachtviehmärkten und marktähnlichen Einrichtungen nach Wien nur in die Kontumazanlage gestattet.

Es wird ferner nochmals darauf hingewiesen, dass für eine Beförderung mit Kraftfahrzeugen eine besondere Bewilligung notwendig ist, die vom Veterinäramt der Stadt Wien nur für den Einzelfall ausgestellt wird.

18.7.1952: Aus dem Wiener Landtag

Unter dem Vorsitz seines Präsidenten Marek trat der Wiener Landtag heute zu einer Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung stand u.a. die Beratung über ein Gesetz, mit dem das Dienstrecht der Beamten der Stadt Wien abgeändert wird. Die Gesetzesvorlage wurde in erster und zweiter Lesung angenommen.

18.7.1952: Aus dem Wiener Gemeinderat

Anschließend an die Sitzung des Wiener Landtages trat der Wiener Gemeinderat unter dem Vorsitz von Bürgermeister Jonas zu einer Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung standen u.a. folgende Punkte: "die eingehende Prüfung aller Anregungen des Rechnungshofes und des Kontrollamtes der Stadt Wien zur Verwaltungsvereinfachung und Betriebsreform", "die rechtzeitige Erstellung des Rechnungsabschlusses der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien und der Wiener Wechselseitigen Versicherungsanstalt und deren termingemäße Vorlage an den Gemeinderat", "eine Ergänzung des Mengeninventars der Stadt Wien durch einen alljährlichen Bestandsausweis über die von der Gemeinde Wien verwalteten sogenannten Nazimöbel", ein Antrag auf Ausdehnung der "Badezimmeraktion" in städtischen Wohnbauten auch auf private Wohnhäuser, "ein Darlehen des Bundes-Wohn- und Siedlungsfonds für die Errichtung von Wohnobjekten für Flüchtlinge auf dem Auhofgelände", "Tauschvertrag zwischen der Stadt Wien und dem Verband Wiener Arbeiterheime", die "Erweiterung der Autobusverbindung Grinzing-Kahlenberg nach Klosterneuburg-Weidling", die "Änderung des Flächenwidmungsplanes in Schönbrunn".

Die Tagesordnung war nach fast fünfzehnstündiger ununterbrochener Sitzung erledigt. Es war dies die längste Sitzung seit 1945.

18.7.1952: Der "Praterkönig" gestorben

Der populäre Wiener Praterunternehmer Friedrich Holzdorfer senior ist heute im Alter von 59 Jahren gestorben. Holzdorfer führte im Volksmund den Beinamen "Praterkönig". Er besaß vor dem Krieg 12 große Unternehmen. Seine bekanntesten Attraktionen waren Flugbahn, Autodrom und Geisterbahn. Die Modernisierung des Volkspraters durch Neueinführung zeitgemäßer Volksbelustigungen in den dreißiger Jahren war in der Hauptsache das Verdienst Holzdorfers.

21.7.1952: In drei Monaten: 350.000 Quadratmeter Straßen instandgesetzt

Der zweite Vierteljahresbericht der Wiener Straßenbauabteilung zeigt, dass die Wiener Gemeindeverwaltung nach wie vor bemüht ist, das Straßennetz soweit wie möglich zu verbessern und verkehrstechnisch einwandfrei zu erhalten.

Das Wiener Straßennetz, das in seinem Gesamtausmaß von rund 25 Millionen Quadratmeter ungefähr die Fläche des 19. Bezirkes bedecken würde, muss oft mit recht erheblichen Kosten instandgehalten werden, was besonders seit die Randgemeinden zu Wien gehören, nicht immer leicht ist. Von April bis Juni, wurden laut Bericht 352.000 Quadratmeter Straßen und Gehwege repariert bzw. erneuert. Davon sind 42.000 Quadratmeter Gehwege, rund 51.000 Quadratmeter Großsteinpflaster, 71.000 Quadratmeter Makadam und 32.000 Quadratmeter Tränkmakadam. Bei 137.000 Quadratmetern Straße musste eine gründliche Oberflächenbehandlung vorgenommen werden. An der Spitze steht der Bezirk Schwechat und die umliegenden Gemeinden mit rund 49.000 Quadratmeter wiederhergestellten Straßen, ihm folgt Mödling, dann Floridsdorf und Klosterneuburg.

21.7.1952: Steigerung der Keuchhustenfälle. Die Infektionskrankheiten in Wien

Der Tätigkeitsbericht des Gesundheitsamtes der Stadt Wien verzeichnet im allgemeinen eine gleichbleibende Zahl der anzeigepflichtigen Infektionskrankheiten im Vergleich zum Vormonat. Im Juni wurden 103 Diphtherieerkrankungen gemeldet, im Mai 105; die Scharlachfälle sind von 220 im Mai auf 209 im Berichtsmonat gesunken. Die Zahl der Typhusfälle hat mit dem Beginn der warmen Jahreszeit eine Steigerung von 13 auf 31 erfahren. Die Zahl der Keuchhustenerkrankungen ist von 18 auf 55 gestiegen.

Bei einer Gesamtzahl von 16.757 Besuchern betrug die der Neuuntersuchten in den Tbc-Fürsorgestellen 3.140 (Mai 3.064), davon wiesen 1.803 eine Tuberkulose auf (Vormonat 1.903). In 409 Fällen wurde eine aktive Tuberkulose festgestellt (Vormonat 497).

23.7.1952: Studienreisen mit dem Österreichischen Verkehrsbüro

Die Akademische Föderation Österreichs veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Verkehrsbüro Studienreisen nach Ländern, die im freien Reiseverkehr gegenwärtig nur schwer erreichbar sind, wie Türkei und Spanien, ferner auch nach Frankreich, Italien, Schweiz etc.

Es handelt sich dabei um keine Luxusarrangements - vielmehr wollen die Studentenschaften und - Organisationen der beteiligten Länder, die auch für Betreuung, Kunstführungen usw. Sorge tragen, den österreichischen Akademikern und sonstigen Interessenten bei einfacher aber guter Unterbringung die Schönheiten ihrer Heimat so billig wie möglich vermitteln. Anmeldungen beim Österreichischen Verkehrsbüro Wien.

24.7.1952: Norbert Liebermann - Dreißig Jahre Städtische Versicherung

Am 26. Juli sind es dreißig Jahre, seitdem Norbert Liebermann die Leitung der Städtischen Versicherungsanstalt übernommen hat. Von Bürgermeister Dr. Lueger im Dezember 1898 errichtet, hatte die Anstalt mit bemerkenswerten Erfolgen nur die Lebens- und Renten-Versicherung betrieben. Ihr humanitäres Wirken hat aber durch den katastrophalen Währungssturz nach dem Ersten Weltkrieg ein jähes Ende gefunden. Ihr Reservenkapital und die Summe aller bei der Anstalt versicherten Beträge sind damals auf ein Zehntausendstel des Nominales herabgesunken. Bürgermeister Reumann hat den damaligen Finanzreferenten Hugo Breitner mit dem Wiederaufbau des Betriebes beauftragt, und im Juli 1922, also vor genau dreißig Jahren, hat Breitner dem Versicherungsfachmann Norbert Liebermann die Aufgabe gestellt, aus den kümmerlichen Resten der Städtischen Versicherung ein neues, lebensfähiges Unternehmen zu schaffen. Die Schwierigkeiten dieser Arbeit waren außerordentlich groß, weil das Vertrauen der Bevölkerung zu Geldinstituten jeder Art damals noch stark reduziert, die Zahl der seit Jahrzehnten in Österreich tätigen Konkurrenten - im nun stark verkleinerten Territorium des Landes - übermäßig angewachsen. Auch die Hilfe, welche die Gemeinde dem neuen Unternehmen widmen konnte, musste sich darauf beschränken, dass man der Anstalt einen Vorschuss zur Deckung der Regien für ein bis zwei Jahre bewilligte.

Norbert Liebermann ging unverdrossen an die Arbeit und erlangte vom Gemeinderat die Bewilligung, den neuen Betrieb auch auf jede Art von Sach-Schadenversicherungen und auf alle Bundesländer Österreichs zu erstrecken. Durch intensive Organisations- und Administrationsarbeiten, durch eine besonders strenge Wahl seiner Mitarbeiter im Innen- und Außendienst sowie durch geradezu vorbildliche Arten der Propaganda konnte Liebermann in überraschend kurzer Zeit dem neuen Betrieb zu einer unerwartet großen Geschäftsentwicklung verhelfen. Obwohl dieser Aufstieg schon im Jahre 1934 durch innere Krisen und während der Okkupations- und Kriegszeit bis zum Jahre 1945 stark gehemmt war, steht heute die Wiener Städtische Versicherungsanstalt an der Spitze der österreichischen Versicherungswirtschaft. Die Anstalt und ihr seit dreißig Jahren außerordentlich bewährter Leiter erfreuen sich im In- und Ausland, bei Versicherungsnehmern und Rückversicherern, höchster Anerkennung und vollsten Vertrauens.

26.7.1952: Lebensmittelaufruf für Wien

Das Marktamt der Stadt Wien - Sonderreferat Landesernährungsamt - teilt mit:

Für den August werden aufgerufen:

Zucker: Auf Abschnitt VIII aller Lebensmittelkarten je 700 Gramm. Auf Abschnitt VIII der Mutterkarte 500 Gramm.
Schmalz (Importware): Auf Abschnitt 16 aller Lebensmittelkarten 300 Gramm.
Margarine: Auf Abschnitt 17 aller Lebensmittelkarten 250 Gramm.
Speiseöl: Auf Abschnitt 18 aller Lebensmittelkarten 100 Gramm.

Die Bezugsabschnitte für Zucker, Margarine, Speiseöl und Schmalz sind abzutrennen und getrennt zu verrechnen.

Die aufgerufenen Bezugsabschnitte sind im Laufe des Monates August einzulösen. Alle nicht eingelösten Abschnitte verfallen am 31. August 1952.

26.7.1952: Stadtbahnstationen im neuen Kleid

Das etwa vor einem Jahr von den Wiener Verkehrsbetrieben in Angriff genommene Umbauprogramm der Stadtbahnstationen nimmt seinen vorgesehenen Verlauf. Das Renovierungsprogramm begann im Jahre 1951 mit der Herstellung der beiden durch die Kriegseinwirkungen am ärgsten in Mitleidenschaft gezogenen Stationen Braunschweiggasse und Unter Sankt Veit. Seit dieser Zeit wurde eine Reihe weiterer Stationsgebäude instandgesetzt. Dieser Tage werden die Arbeiten in den Stationen Stadtpark, Kettenbrückengasse, Währinger Straße und Burggasse vollendet. Auch dort wurde mit beträchtlichem Kostenaufwand das Mauerwerk und die Bahnsteige gründlich ausgebessert. Die großen Flächen für Reklamezwecke erhielten ein gefälligeres Aussehen.

Voraussichtlich wird demnächst noch mit der Instandsetzung der Station Friedensbrücke begonnen, sodass sich heuer etwa die Hälfte aller Stadtbahnstationen im neuen Kleid präsentieren wird. Das Bauprogramm für die nächste Zeit umfasst die Renovierung der Stationen Pilgramgasse, Gumpendorfer Straße und wahrscheinlich auch Margaretengürtel.

Zwei von den 24 Stationen der Wiener Stadtbahn bleiben vorläufig noch in ihrem jetzigen Zustand und werden einmal vollkommen neu aufgebaut werden müssen - die Stationen Schwedenplatz und Heiligenstadt. Die Stationsgebäude auf dem Schwedenplatz, die übrigens seit jeher als Provisorium galten, können erst im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau der Schwedenbrücke errichtet werden. Sie werden wahrscheinlich ähnlich wie die Station Westbahnhof unterirdisch angelegt werden. Die Bahnhofanlage Heiligenstadt wird allerdings erst erbaut werden können, wenn die Mittel für den Stadtbahnflügel nach Heiligenstadt zur Verfügung stehen.

28.7.1952: Bauarbeiten im Unterirdischen Wien

Die Kanalabteilung der Stadt Wien führt gegenwärtig 21 größere oder kleinere Um- und Neubauarbeiten am Wiener Kanalnetz durch. Elf dieser Baustellen liegen in den Randgemeinden. Die größten Neubauanlagen sind der Umbau des sogenannten Sammlers auf der Triester Straße und die im Zuge der großen Wohnhausanlage am Schöpfwerk in Bau stehende Kanalisation. Bei diesen Kanalbauten sind derzeit 21 Firmen mit nahezu 500 Arbeitern und Angestellten beschäftigt. Darüber hinaus führt die Kanalabteilung 18 größere und kleinere Reparaturen und Instandsetzungsarbeiten durch, die sich über alle 26 Wiener Bezirke verteilen.

29.7.1952: Die Arbeit der Städtischen Adoptivstellen - Blaue Augen und blonde Haare bevorzugt

In einer Vollversammlung der Ottakringer Fürsorgeräte sprach Vizebürgermeister Honay über die Adoptionen von städtischen Pflegekindern im ersten Halbjahr 1952.

In diesem Zeitraum wurden 147 Kinder für Adoption gemeldet. Davon waren 90 Knaben und 57 Mädchen. Bei der Adoptionsstelle des Jugendamtes haben sich 192 Eltern um ein Adoptivkind beworben, doch wünschten 130 ausdrücklich ein Mädchen! In Wien selbst zeigt sich nur geringes Interesse für die Adoption eines Kindes, da von den 192 "Interessenten" nur 60 in Wien wohnen.

Die Wünsche der Eltern sind außerdem schwer zu erfüllen, da meist auf eine besondere Augenfarbe (blau wird bevorzugt) und auf Blondhaar bestanden wird. Da außerdem auch die rechtliche Klarstellung oft sehr lange dauert, konnte nur in 26 Fällen der Adoptivvertrag abgeschlossen werden, während die übrigen Ansuchen noch bearbeitet werden.

Gegenwärtig befinden sich 157 städtische Pflegekinder probeweise bei Adoptiveltern, davon sind 89 Mädchen. Von den 157 Kindern sind 7 Säuglinge, 106 Kleinkinder bis zum sechsten Lebensjahr und 44 Schulkinder. Bemerkenswert ist, dass 3 Zwillingspaare im Säuglingsalter von Adoptiveltern übernommen wurden.

30.7.1952: Kennzeichnung unechter Uhren

Wie das Hauptpunzierungs- und Probieramt meldet, werden aufgrund eines Erlasses des Bundesministeriums für Finanzen ab 1. August 1952 unechte Taschen- und Armbanduhren, die über die österreichische Zollgrenze eingeführt werden, durch die Zollbehörden den zuständigen Punzierungsämtern zur Kennzeichnung (Punzierung) übermittelt. Die Nachbezeichnung von Lagerbeständen an unechten Armband- und Taschenuhren wird durch die zuständigen Punzierungsämter bis zum 1. Oktober 1952 vorgenommen. Für jene Uhren, die nach dem 1. Oktober im unbezeichneten Zustand vorgefunden werden, ist der Nachweis der ordnungsgemäßen Einfuhr durch die beanstandete Firma zu erbringen.

Um jenen Firmen, die sich nicht am Sitze eines Punzierungsamtes befinden, eine Möglichkeit zur Nachpunzierung zu geben, werden durch Kommissionen des Punzierungsamtes Wien in einem Großteil der Bezirkshauptmannschaften des gesamten Bundesgebietes Punzierungstage abgehalten. Eine Übersicht darüber, wann und wo die Kommissionen amtieren, wird im Amtsblatt der Wiener Zeitung verlautbart werden.

30.7.1952: Die Fläche eines Bezirkes verbaut

Die Gemeinde Wien hat von 1945 bis Juni 1952 mit dem Bau von rund 22.000 Wohnungen begonnen. Etwa 60 Prozent davon sind bereits fertiggestellt und bezogen. Die neu begonnenen Wohnhäuser samt Gärten und den Grünflächen bedecken eine Gesamtfläche von rund 1,500.000 m2. Diese Fläche ist wesentlich größer als die des achten Bezirkes.

30.7.1952: Britische Truppen geben Lainzer Pavillon frei

Über Ansuchen des Bürgermeisters Jonas, haben britische Besatzungsbehörden den von ihnen bis jetzt benützten Pavillon I in Lainz freigegeben. Der Pavillon wurde am 29. Juli von Beamten der Stadtverwaltung übernommen.

31.7.1952: Wiener Kinder fahren nach Italien

70 erholungsbedürftige Wiener Kinder fahren als erster Transport zu einem 28tägigen Aufenthalt nach Sori bei Genua.

Im Vorjahr hat das städtische Jugendamt im Wege einer Austauschaktion 80 Kinder in den Monaten Juli und August nach Italien entsendet. Die Erholungserfolge waren so ausgezeichnet, dass eine Ausweitung der Aktion für das Jahr 1952 geplant wurde. Durch Entgegenkommen des Kärntner Landesjugendamtes, das auch im Vorjahr die Wiener Aktion tatkräftig unterstützte, ist es nun heuer möglich geworden, insgesamt 190 erholungsbedürftige Wiener Kinder in drei Turnussen nach Italien zu entsenden. Die Kinder, die nach ärztlichen Gesichtspunkten ausgewählt wurden, stehen unter der Aufsicht bewährter Erzieherinnen. Die für diese Aktion notwendigen finanziellen Mittel wurden von der Stadt Wien bereitgestellt.

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