Wien 1952: Berichte vom April 1952

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

1.4.1952: Neuer Steigerturm für die Feuerwache Dornbach

In der heutigen Sitzung des Stadtsenates wurde der Antrag auf Errichtung eines neuen Steigerturmes für die Feuerwache Dornbach in der Knollgasse im 17. Bezirk eingebracht. Die Kosten werden mit 90.000 angenommen.

Der alte hölzerne Steigerturm musste im vorigen Jahr wegen Baufälligkeit abgetragen werden.

2.4.1952: Peter und Susi - Ein Pfauenpärchen im Stadtpark

Die kleine Menagerie des Stadtparkes hat einen weiteren Zuwachs erhalten. Dem prächtigen vierjährigen Pfau - er hört wie jetzt so viele Wiener Buben auf den Modenamen Peter - wurde vom Personal der Stadtgartendirektion ein herzlicher Empfang bereitet. Nach der strapaziösen Fahrt vom Neusiedler See nach Wien hatte Peter allerdings wenig Lust, seine eineinhalb Meter lange Schleppe in ein buntes Rad zu verwandeln. Die erfahrenen Fachleute erkannten jedoch auf den ersten Blick, dass sie ein Rassetier vor sich haben, wie man es wahrscheinlich nur in seiner ostindischen Urheimat noch finden könnte.

Die erste Überraschung, die sich die städtischen Gärtner für den exotischen Ankömmling ausgedacht haben, nämlich eine zierliche Braut, musste allerdings ausbleiben. Susi, die glückliche Pfauenbraut aus Oberösterreich, hat ihre Ankunft in Wien auf Samstag verschoben. Inzwischen wartet das schmucke Pfauenhäuschen am Teich auf das Brautpaar und darauf, dass bald junge Pfaue den Stadtpark bevölkern. Wenn alles gut geht, könnte Susi noch heuer fünf bis sechs Junge bekommen.

3.4.1952: Sieben Jahre sind mehr als genug! - Außerordentliche Sitzung des Wiener Landtages

Der Wiener Landtag trat unter dem Vorsitz seines Präsidenten Marek zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen, um den Freiheitswillen der gewählten Vertreter des Volkes zu manifestieren. Die Bedeutung dieser Sitzung kam darin zum Ausdruck, dass die Galerien des großen Saales bis auf den letzten Platz besetzt waren. Präsident Marek führte u.a. folgendes aus: "Hoher Landtag! In Kürze jährt sich zum siebenten Male der Tag, da Österreich von der ihm im Jahre 1938 aufgezwungenen Fremdherrschaft durch den Sieg der alliierten Streitkräfte militärisch befreit und damit als selbständiger Staat gemäß den feierlichen Erklärungen der alliierten Mächte wieder hergestellt wurde.

Der militärischen Befreiung ist jedoch bis heute die staatsrechtliche nicht gefolgt.

Das österreichische Volk hat durch den Mund seiner in freier Wahl gewählten Vertreter keine Gelegenheit vorübergehen lassen, ohne immer wieder auf den unerträglichen Zustand der Besetzung durch fremde Truppen und die Einmischung der Besatzungsmächte in die österreichischen Verhältnisse hinzuweisen.

Es hat nichts unterlassen, um immer wieder auf die schweren wirtschaftlichen Folgen hinzuweisen, die sich aus dem Zustand der nun schon 14 Jahre dauernden Unfreiheit ergeben.

Die übergroße Mehrzahl der politischen Vertreter unseres Landes hat bei jeder sich bietenden Gelegenheit an die Verantwortlichen in der Welt appelliert, endlich den Staatsvertrag für Österreich fertig zu stellen.

Manche mögen daraus geschlossen haben, dass wir uns mit dem gegenwärtigen Zustand abgefunden haben. Diese mögen zur Kenntnis nehmen, dass man die Geduld eines fleißigen und friedliebenden Volkes nicht länger auf eine Zerreißprobe stellen darf.

Heute gilt es nicht zu untersuchen, wodurch der Abschluss des Staatsvertrages bisher verhindert wurde, sondern in einer einhelligen Kundgebung der gewählten Vertreter des ganzen Volkes zu manifestieren, dass Österreich den Staatsvertrag nicht als eine Gnade betrachtet, die ihm gewährt oder vorenthalten werden kann, sondern als sein unveräußerliches Recht.

Wir verlangen die Einlösung der feierlichen Proklamationen, in denen Österreich als dem ersten von Hitler überfallenen Land die volle Freiheit wiedergegeben werden soll.

Der Wiener Landtag begrüßte es, dass die österreichische Bundesregierung und das Parlament unmittelbar vor dem siebenten Jahrestag der Befreiung einen eindrucksvollen Appell an die Weltöffentlichkeit gerichtet haben.

Wenn auch die Landtage für die Außenpolitik unseres Staates nicht kompetent sind, so ist es doch richtig, dass sie alle am heutigen Tage einhellig und einmütig die Initiative der gesetzgebenden Körperschaften des Bundes zur Wiederaufnahme der Staatsvertragsverhandlungen billigen und begrüßen.

... die Würde des Augenblickes und der Ernst der Stunde gebieten es, dass alle österreichischen Abgeordneten, also auch alle Mitglieder dieses Hohen Hauses, einmütig, geschlossen und ohne Vorbehalt hinter den berechtigten Forderungen des österreichischen Volkes stehen.

Danach ergriff Vbgm. Honay das Wort und führte u.a. folgendes aus: "Am 1. November 1943 haben die Außenminister der drei gegen Hitler-Deutschland verbündeten Großmächte eine Erklärung veröffentlicht, in der es wörtlich heißt: 'Die Regierungen des Vereinigten Königsreiches, der Sowjetunion und der Vereinigten Staaten von Amerika stimmen darin überein, dass Österreich, das erste freie Land, das Hitler's typischer Aggressionspolitik zum Opfer gefallen ist, von der deutschen Herrschaft befreit werden muss.

Sie betrachten die deutsche Besetzung Österreichs vom 12. März 1938 als null und nichtig. Sie betrachten sich durch keinerlei Änderung, die in Österreich seit jenem Zeitpunkt durchgeführt wurde, als irgendwie gebunden. Sie wünschen ein freies, unabhängiges Österreich wiedererrichtet zu sehen. Sie wollen den Österreichern selbst, ebenso den Nachbarstaaten, die sich ähnlichen Problemen gegenübergestellt sehen, den Weg zur politischen und wirtschaftlichen Sicherheit ebnen, da diese die einzige Grundlage für einen dauernden Frieden darstellt.'

Diese unter der Bezeichnung "Moskauer Deklaration" in die Geschichte eingegangene Erklärung Englands, Amerikas und der Sowjetunion, sollte nach dem Siege der Alliierten die volle Wiederherstellung der Souveränität Österreichs sichern.

Im April 1945 war der Widerstand der deutschen Wehrmacht gebrochen und das Volk von Wien begrüßte die Soldaten der Sowjetunion als die Befreier vom Joche des Nationalsozialismus. Es erwartete aber auch, dass das in der Moskauer Deklaration von den drei Großmächten gegebene feierliche Versprechen nach Wiedererrichtung eines freien unabhängigen Österreichs baldigst erfüllt werde.

Heute, achteinhalb Jahre nach der Moskauer Erklärung und sieben Jahre nach Beendigung des Krieges, ist kein einziger Buchstabe dieses Dokumentes Wirklichkeit geworden! Noch immer ist unser Land von vier fremden Mächten besetzt, ... wird von fremden Militärregierungen die im Staatsgrundgesetz verbriefte Freiheit unserer Bürger missachtet, unterliegen wir einer beschämenden Brief- und Telefonzensur, ist unser Land in vier Zonen zerrissen und leidet die Verwaltung unter den Eingriffen der Besatzungsmächte.

... Verstehen die Großmächte, ... wie dieses freiheitsliebende Volk über die nicht geringen Lasten denkt, die es für den Unterhalt der in Österreich befindlichen französischen, englischen und russischen Truppen tragen muss?

... aufgrund der Potsdamer Vereinbarungen hat Österreich von jeder Reparationsleistung befreit zu bleiben; trotzdem ist auch in dieser Frage, ebenso wie in der Ablöse des "Deutschen Eigentums" keine Einigung in den Verhandlungen der vier Außenminister in Paris, London und New York erzielt worden.

... das harte Schicksal, das die Wiener Bevölkerung in den ersten Monaten des Jahres 1945 getragen hat, ruft die dankbare Erinnerung wach an die Männer, die in dieser schweren Zeit für Staat und Stadt Übermenschliches geleistet haben. Ich darf hier vor allem an den Mann erinnern, der vielfach von unserer Stadt das Schlimmste abgewendet hat: An unseren heutigen Bundespräsidenten, den damaligen Bürgermeister Theodor Körner, um den sich heute wie damals alle Gutgesinnten, damals alle Wiener, heute alle Österreicher scharen!

... in den nächsten Tagen wird zur Freude aller Wiener, unter ihrer tätigen Anteilnahme und unter freundschaftlicher Mithilfe aller Bundesländer das alte Wahrzeichen unserer Stadt, der Steffel, wieder auferstehen. Mit der Überwindung des Feuerbrandes von 1945 bedeutet dies für uns auch die himmelragende Hoffnung, dass endlich im weiten Umkreis dieser Stadt Friede walte, Freiheit einziehe und die Selbstbestimmung des Volkes ebenso wie die Würde des Menschen voll geachtet werde!

... drei Großmächte haben die Frage des Staatsvertrages neuerdings aufgeworfen, indem sie eine neue Fassung des Entwurfes als Kurzvertrag vorgelegt haben. Er unterscheidet sich von dem früheren Entwurf hauptsächlich in Bezug auf die Frage des sogenannten "Deutschen Eigentums". Hiezu sei an dieser Stelle nur der Hinweis erlaubt, dass die wirtschaftlichen Bedingungen, zu denen nach dem früheren Entwurf der Rückkauf der zum "Deutschen Eigentum" erklärten österreichischen Betriebe durch Österreich erfolgen sollte, seither durch den Zeitablauf längst überholt sind: Viel mehr als der seinerzeit vorgesehene Kaufpreis ist seither aus Österreich herausgeholt, von ihm geleistet und bezahlt worden. Aber nicht um Schätzungen und Rechnungen geht es uns heute. Nicht um die eine oder die andere Besatzungsmacht, auch nicht um die eine und die andere Form des Vertrages:

An alle Besatzungsmächte ergeht unser dringender Ruf:
Gebt uns endlich einen Vertrag, der Österreich frei macht!

4.4.1952: Gemeinsamer Schullandaufenthalt von Kindern aus Wien und England

30 Knaben und Mädchen einer 4. Klasse der Knaben- und Mädchenhauptschule 15, Schweglerstraße 2, fahren mit ihren Lehrern zu einem Schullandaufenthalt besonderer Art auf die "Tollinghöhe" bei Leoben. Sie treffen sich dort mit 30 englischen Kindern, die von der Anglo-Austrian-Society in London als Fortsetzung des Kinderaustausches zwischen England und Österreich hierher geschickt wurden.

5.4.1952: Ein Mahnruf der städtischen Gärtner

Das Stadtgartenamt hat dieser Tage mit drei Plakaten einen Propagandafeldzug zum Schutze der rund elf Millionen Quadratmeter städtischen Gartenanlagen begonnen. "Wiener schont eure Gartenanlagen!" mahnt das erste Plakat. Auf dem zweiten sieht man Tritte im Rasen und eine weinende Blume daneben. "... auch Du?" heißt es im Begleittext. Das dritte Plakat behandelt das Thema "Papierkorb" und zeigt, wie es die Gärtner gerne haben möchten.

7.4.1952: Neue Kinderfreibäder

Im kommenden Sommer werden zwei weitere städtische Kinderfreibäder eröffnet, womit sich die Zahl dieser Freibäder auf 24 erhöhen wird. Anstelle eines alten Holzbaues wird ein neues gemauertes Bad im 17. Bezirk (Pezzlpark) sowie in der Parkanlage auf dem Kardinal-Nagl-Platz (3. Bezirk) errichtet. Außerdem wird in Simmering, im Hyblerpark, mit dem Bau eines neuen Kinderfreibades begonnen. Die Zahl der kleinen Besucher in den Kinderfreibädern ist ständig im Steigen begriffen. Im Jahre 1951 wurden in allen städtischen Kinderfreibädern 617.000 Besucher gezählt, um 10 Prozent mehr als im Jahr 1950.

9.4.1952: Der Osterhase in den städtischen Kindergärten

Im Laufe des heutigen Tages wurden in 150 Kindergärten der Stadt Wien Osterfeiern veranstaltet. Ein ganz besonderes Erlebnis erwartete die Kinder im Sommerkindergarten auf dem Girzenberg in Unter-Sankt-Veit. Auf den Wiesen und im Wald durften die Kleinen nach 350 Osternestern mit farbigen Ostereiern suchen. Zwischen den ersten Frühlingsblumen warteten sogar richtige Osterhasen mit Seidenbändchen um den Hals auf die Kinder.

Der Sommerkindergarten auf dem Girzenberg, der jedes Jahr tausenden Wiener Kleinstkindern einen Aufenthalt in frischer Luft ermöglicht, soll in absehbarer Zeit durch Ankauf von Grundstücken erweitert werden. Die Stadt Wien hat erst im vergangenen Jahr hier einen modernen Pavillon aufgebaut.

9.4.1952: Das Amalienbad im neuen Glanz - 2,5 Millionen Badegäste in vier Jahren

Heute vormittag wurde am Amalienbad mit der Inbetriebnahme des Männerdampfbades der Schlussstein der Wiederaufbauarbeiten gesetzt. Damit ist diese große Badeanstalt in Favoriten, die 1944 durch Bomben schwer beschädigt wurde, wieder voll in Betrieb. Die Kosten für den Wiederaufbau, der in der ersten Zeit nur schrittweise möglich war, betrugen 10 Millionen Schilling. Den gleichen Nominalbetrag kostete seinerzeit der Bau des ganzen Amalienbades. Die große Bedeutung des Bades wird daraus ersichtlich, dass allein von 1948 bis 1951 fast 2,5 Millionen Menschen hier gebadet haben.

10.4.1952: Der Ostertisch für die Wiener - wenig Salat aber genug anderes Gemüse - Preissturz bei Spinat - der Osterschinken ist gesichert

Aus einer Übersicht des Marktamtes der Stadt Wien über den Ostermarkt geht hervor:

Aufgrund der gut beschickten Schweinemärkte (fast 6.000 Stück diese Woche) konnten die Einschränkungsmaßnahmen für den Fleischverbrauch der Osterwoche aufgehoben werden. Fische sind ausreichend vorhanden, während das Geflügelangebot beschränkt ist. Durch die Bewilligung von größeren Gemüseimporten aus Italien wurde wohl für die fortlaufende Belieferung mit Salat gesorgt, doch sind die Mengen aufgrund der starken Nachfrage nicht ausreichend, wenn auch in den letzten Tagen 42 Waggons eintrafen. Es gibt aber genug anderes Gemüse, das gut zu Salat verarbeitet werden kann, wie Karfiol, Kraut, Karotten. Eine erfreuliche Verbilligung trat bei Spinat ein. Die Eieranlieferung aus dem In- und Ausland ist anhaltend gut und vermag den gesteigerten Bedarf leicht zu befriedigen. In- und ausländische Äpfel sind ausreichend angeboten.

10.4.1952: Neues Wochenschau-Kino auf der Mariahilfer Straße

Auf der Mariahilfer Straße, beim Westbahnhof, wurde das neue Wochenschau-Kino, das den Namen "Welt-Kamera" trägt, im Beisein von Vbgm. Honay und den Stadträten Afritsch, Fritsch, Dkfm. Nathschläger, Resch und Thaller eröffnet.

Das modernst eingerichtete Kino hat Platz für 249 Besucher. Es wird Samstag, den 12. April, mit den Vorführungen beginnen. Das Programm enthält Wochenschauen, Kurzfilme und die überall beliebten Trickfilme. Das Kino wurde nach den Plänen von Architekt Kotas errichtet.

11.4.1952: Wiener Mandolinenorchester feiert Triumphe in Italien

40 Mandolinenspieler unter der Leitung des Dirigenten Dr. Ing. Ottokar Rakosnik konnten im Mutterlande der Mandolinenbewegung bei dem am 5. und 6. April in Como abgehaltenen internationalen Mandolinen-Wettbewerb zwei erste Preise erringen. Für das vorgeschriebene Pflichtstück, die "Orlando-Ouvertüre" von Haydn erhielt der Verein eine Goldmedaille und eine künstlerisch ausgeführte Plakette vom Bürgermeister der Stadt Como. An diesem internationalen Wettbewerb, an dem 14 ausländische Vereine teilgenommen haben, konnte der Erste Wiener Mandolinen-Orchester-Verein außerdem den ersten Preis als ausländischer Verein erringen und erhielt dafür eine wertvolle Gitarre, ein Diplom und eine Goldmedaille. Insgesamt starteten 40 Vereine.

Der Erfolg ist um so höher zu werten, da sich die Vereinsmitglieder ausschließlich aus werktätigen Menschen, besonders aus Frauen, zusammensetzen. Aufgrund seiner Leistungen hat der Verein bereits weitere Einladungen nach London, Kassel, Basel und zu einem groß angelegten Wettbewerb, der nächstes Jahr in Venedig startet, erhalten.

11.4.1952: 40 Jahre Gaswerk Leopoldau - noch heute ein Vorbild für das Ausland

Vor 40 Jahren, am 12. April 1912, fand im Beisein von Bürgermeister Dr. Neumayer und des Wiener Gemeinderates die feierliche Einweihung des neuen Gaswerkes Leopoldau statt, mit dessen Bau unter Bürgermeister Dr. Lueger am 1. Juli 1909 begonnen wurde. Bereits am 17. Dezember 1911 wurde das erste Gas im Werk erzeugt. Die Fertigstellung des Baues und die Inbetriebnahme in so kurzer Zeit war eine technische Meisterleistung, die unter der Führung des späteren ersten Direktors, Dr. Carl Marischka, vollbracht wurde. Die rasche Arbeit war notwendig, weil die Verträge mit der letzten privaten Gesellschaft schon am 31. Dezember 1911 erloschen und vom Gemeinderat nicht verlängert wurden.

Das Gaswerk Leopoldau ist noch heute ein Vorbild für ausländische Fachleute. Zum ersten Mal wurden - statt wie bisher Retortenofen zur Gaserzeugung - Kammeröfen, wie sie heute noch verwendet werden, errichtet. Um dem sprunghaften Steigen des Gasbedarfes zu entsprechen, musste das Werk Leopoldau im Laufe der Zeit ständig erweitert und ausgebaut werden. Die Kammerofenanlage wurde schließlich auf 116 Kammern ausgebaut, die täglich 170 Waggons Kohle verbrauchen. Die Gaserzeugung stieg von 50 Millionen Kubikmeter im Jahre 1912, auf 166 Millionen Kubikmeter im Jahre 1951. Auch in chemisch-technischer Richtung entwickelte sich das Werk. Es nahm als erstes Groß-Gaswerk die Erzeugung von Rohbenzol auf und errichtete später eine Benzolfabrik, deren Fabrikate von einer bisher noch nicht übertroffenen Qualität sind. Die chemisch-technische Forschung ist unermüdlich tätig, um aus dem Steinkohlenteer neue Fertigprodukte, wie z.B. synthetische Gerbstoffe zu erzeugen.

Von Juni 1944 bis März 1945 fielen 150 Sprengbomben und 50 Brandbomben auf das Werksgebäude, durch die große Schäden verursacht wurden. Vor kurzem erst wurde der Wiederaufbau mit der Inbetriebnahme des großen Gasbehälters durch Bürgermeister Jonas beendet.

Aus Anlass des 40jährigen Bestandes des Gaswerkes Leopoldau sprach Stadtrat Dkfm. Nathschläger über den Wiener Rundfunk den Arbeitern, Technikern und Werkdirektoren, die in den vergangenen 40 Jahren ihr Bestes gegeben haben, den Dank der Wiener Bevölkerung aus.

12.4.1952: Weitere Arbeitsaufträge für 105 Millionen Schilling

Der Gemeinderatsausschuss für Bauangelegenheiten hat in seiner letzten Sitzung neuerdings Bauaufträge und Materialbeschaffungsaufträge in der Höhe von 105 Millionen Schilling für die nächste Zeit vergeben.

Von diesem Betrag entfallen allein 66 Millionen Schilling auf den Wohnhausbau, 24 Millionen Schilling werden für den Ankauf von Baumaterialien, wie Sand, Kalk, Ziegel, Rohre usw. verwendet. Für Instandsetzungsarbeiten in Spitälern wurde ein Betrag von einer Million Schilling, für den Straßenbau zwei Millionen Schilling, für den Kanalbau ebenfalls ungefähr eine Million Schilling und für Instandsetzungsarbeiten in Schulen 530.000 Schilling genehmigt. Für die Instandhaltung und den Betrieb der öffentlichen Beleuchtung wurde ein Betrag von 7,4 Millionen Schilling bereitgestellt.

16.4.1952: Eine Maschine für den Straßenbau

Auf dem Rathausplatz wurde heute ein von der Stadt Wien erst in den vergangenen Tagen angekauftes "Austin-Western-Universalplaniergerät" vorgeführt. Hinter diesem komplizierten Namen verbirgt sich eine fast 10 Meter lange und 12 Tonnen schwere, fahrbare Maschine, eine Spitzenleistung der Maschinenwerke in Aurora, Illinois, USA.

Das fahrbare Monstrum vereinigt in sich eine Aufreißvorrichtung mit Planierschild, ein Walzenaggregat und einen Bulldozer. Zur Bedienung genügt ein Mann, der aus dem Führerstand den komplizierten Mechanismus mit zahlreichen Hebeln steuert. Der Motor hat 76 PS und entwickelt sechs Geschwindigkeitsstufen von 2,8 bis 24,1 Stundenkilometer. Dieses Universalgerät, das beim Bau von Straßen in Siedlungen und in den Randgemeinden Verwendung finden wird, kostete 365.000 Schilling. Es ist das erste Gerät dieser Art in Wien.

16.4.1952: Am Alsbachkanal: Das vorletzte Baulos fertiggestellt

Das fünfte und vorletzte Baulos des größten Wiener Kanalbauprojektes der Nachkriegsjahre, des Alsbachkanales, wird in den nächsten Tagen abgeschlossen. Nachdem die unterirdischen Arbeiten, die in diesem Bauabschnitt besonders schwierig waren, bereits zu Beginn des Frühlings planmäßig beendet werden konnten, wird nun an der Straßendecke gearbeitet. In acht bis zehn Tagen werden die Züge der Linie 5 wieder auf ihrer alten Strecke fahren können.

Ende August wird das letzte, allerdings auch das verkehrstechnisch schwierigste Baulos, an der Kreuzung Nußdorfer Straße - Alserbachstraße in Angriff genommen. Die Straßenbahnlinien 38 und 39 müssen während dieser Bauzeit über die Liechtensteinstraße abgeleitet werden.

17.4.1952: Elektrizität, die Macht der Zukunft - Festversammlung zum 50jährigen Bestand der städtischen E-Werke

Aus Anlass des 50jährigen Bestandjubiläums der stadteigenen Elektrizitätswerke Wiens, fand heute im Wiener Konzerthaus im Beisein von Bgm. Jonas, den StR. Afritsch, Fritsch, Dkfm. Nathschläger und Thaller eine Festversammlung statt. Bürgermeister Jonas umriss in seiner Ansprache die Bedeutung der 50-Jahrfeier des städtischen Elektrizitätswerkes in Simmering, mit dessen Errichtung die Kommunalisierung der Wiener Stromversorgung eingeleitet wurde. Es war dies, neben der ihr knapp vorangegangenen Kommunalisierung der Wiener Gasversorgung, eine wirklich große Tat, für die wir jenen, die sie weitschauend setzten, Dank und Anerkennung zollen müssen.

"Die Elektrizität muss nunmehr", sagte der Bürgermeister, "als die unbestreitbare Macht der Zukunft bezeichnet werden. ...."Die Tarifpolitik unserer E-Werke, beruht auf dem Prinzip der Selbstkostendeckung und ist daher nicht auf die Erzielung von Profiten, sondern auf die reibungslose Befriedigung des allgemeinen Bedarfes abgestellt. Diese Tarifpolitik garantiert der gesamten Wirtschaft eine solide Grundlage und eine möglichst ungehemmte Entwicklung. Was sie sozial bedeutet, lässt sich kurz und unwiderlegbar schon in dem einen Satz sagen, dass seit dem Jahre 1937 zum Beispiel der Kohlenpreis auf das 18,5fache, hingegen aber der Haushaltsstrompreis nur um das 1,57fache gestiegen ist. Darin drückt sich eindrucksvoll der große Nutzen der Vergesellschaftung wichtiger Versorgungsbetriebe aus!"

StR. Nathschläger sprach über die Bedeutung der Wiener Elektrizitätswerke im Rahmen der gegenwärtigen österreichischen Verbundwirtschaft. Er führte unter anderem aus, dass bei einem Verbrauch Wiens im Jahre 1950 von rund 920 Millionen kWh die Bundeshauptstadt von einem Gesamtverbrauch Österreichs, der sich für den gleichen Zeitraum mit 4.110 kWh bezifferte, ungefähr 22,4 Prozent konsumierte. Da jedoch die eigenen kalorischen und hydraulischen Anlagen nur 432 Millionen kWh erzeugten, geht aus diesen Ziffern deutlich die Notwendigkeit einer geregelten Verbundwirtschaft hervor, in der allerdings die Wiener E-Werke nicht nur nehmender Teil waren und sind, sondern in bestimmten Zeit- und Witterungsperioden wesentlich auch als Spitzendeckungskraftwerke fungieren. Nathschläger verwies auf das im Bau befindliche Umspannwerk Wien-West, dessen dreifache Verknüpfung mit dem Verbundnetz die Sicherheit der Fernstrombelieferung erhöht und ihre bessere Verteilung auf den Wiener Versorgungsbereich ermöglicht. Überdies wird über das Umspannwerk Wien-West für die österreichischen Bundesbahnen erstmalig eine Verbindung zwischen deren Hochspannungsnetz und dem Verbundnetz geschaffen.

22.4.1952: Bürgermeister empfängt die Figaros

Bürgermeister Jonas und StR. Dkfm. Nathschläger empfingen heute im Wiener Rathaus die Teilnehmer an dem 5. Internationalen Schau- und Preisfrisieren. Unter den Gästen befanden sich neben den Wiener Preisträgern, Vertreter aus Belgien, Dänemark, Deutschland, England, Holland, Jugoslawien und Schweden.

22.4.1952: 1.164 neue Wohnungen - neun städtische Wohnhausprojekte in sieben Wiener Bezirken

Über die Entwürfe, die Kosten und die Baubewilligungen von neun Projekten für städtische Wohnhausanlagen in sieben Wiener Bezirken mit zusammen 1.164 Wohnungen und vier Lokalen, referierte heute Stadtrat Thaller im Wiener Stadtsenat. Die Gesamtkosten für diese Wohnbauvorhaben betragen voraussichtlich rund 94 Millionen Schilling.

Bei den Projekten handelt es sich u.a. um folgende Wohnhausbauten:

3. Bezirk: Traungasse-Zaunergasse, 100 Wohnungen, Entwurf: Architekt Otto Artner
14. Bezirk: Lenneisgasse-Goldschlagstraße, 234 Wohnungen, Entwurf: Architekten Norbert Laad, Walter Muchar, Wilfried Poszpisily, Walter Schreiter.

23.4.1952: Das "Negerdörfel" verschwindet. Abbruch der städtischen Althäuser in der Gablenzgasse

Auf der einen Seite der Gablenzgasse, die die Grenze zwischen dem 15. und 16. Bezirk bildet, wird gerade mit der Errichtung einer großen Wohnhausanlage begonnen, die 190 Wohnungen, 2 Geschäftslokale und 3 Ateliers umfassen wird. Diese Gassenseite liegt im 15. Bezirk. Aber auch Ottakring kommt nicht zu kurz. Auf der Gassenseite des 16. Bezirkes wird nämlich mit der Demolierung der städtischen Althäuser begonnen, die unter dem Namen "Negerdörfel" im 15. und 16. Bezirk bekannt sind. Den Bewohnern des Negerdörfels werden, soweit dies nicht schon geschehen ist, andere Wohnungen zugewiesen. Anstelle des berüchtigten Negerdörfels aber wird sich bald ein neuer Gemeindebau mit lichten modernen Wohnungen erheben. Dann wird das Negerdörfel nur mehr einer unrühmlichen Vergangenheit angehören.

23.4.1952: Schutz der Stadtplanung. Ernennung von 120 Bauüberwachungsorganen für Wien

Heute mittag wurden im Stadtsenatssitzungssaal des Rathauses mit der Überreichung der Beglaubigungsurkunden 120 Bauüberwachungsorgane, Angehörige der Wiener Bauinnung, durch Bürgermeister Jonas bestellt. Dem Festakt wohnten u.a. Vbgm. Honay, die Stadträte Afritsch, Bauer, Mandl, Dkfm. Nathschläger, Dr. Robetschek und Thaller sowie der Stadtbaudirektor und Vertreter der Wiener Bauinnung bei.

Stadtrat Dr. Robetschek begrüßte die Anwesenden in seiner Eigenschaft als Amtsführender Stadtrat für baubehördliche und sonstige technische Angelegenheiten, dem auch die Baupolizei untersteht. Er erläuterte die Bedeutung der Institution der Bauüberwachungsorgane, die in Wien bereits auf eine 50jährige Tradition zurückblicken kann. Er bezeichnete sie als eine wertvolle Unterstützung der Baubehörde in dem Bestreben, die Verhältnisse im Bauwesen raschest zu normalisieren und appellierte an die ernannten ehrenamtlichen Bauüberwachungsorgane, ihren Aufgaben gewissenhaft im Interesse der Stadt und der Bevölkerung nachzukommen.

Bürgermeister Jonas bezeichnete die Bestellung dieser Organe als eine weitere Demokratisierung unseres Bauwesens. Er selbst habe vor Jahresfrist noch als Amtsführender Stadtrat für Bauwesen an der Fassung des Wiederaufbaugesetzes mitgewirkt und ist für die Erfüllung des berechtigten Wunsches, die Verantwortung im Bauwesen auf eine breitere Basis zu stellen, eingetreten. Die Stadtverwaltung erhofft, so führte er weiters aus, durch die Ernennung der Überwachungsorgane einigen unerfreulichen Zuständen im gegenwärtigen Bauwesen Einhalt bieten zu können. Der Aufgabenkreis der Bauüberwachungsorgane erstreckt sich u.a. auf den Schutz der Stadtplanung vor dem wilden Bauen, namentlich am Stadtrand, durch das oft die Sicherheit der Menschen gefährdet wird. Der Bürgermeister versicherte den Baufachleuten, dass sie mit der Unterstützung der Baubehörden stets rechnen dürfen und wünschte ihnen in ihrer verantwortlichen Funktion die sie auch als Berater und und Helfer der Bevölkerung auffassen mögen, die besten Erfolge.

24.4.1952: Eine Warnung des Stadtbauamtes

Anlässlich der Eröffnung des Stephansdomes und der Einholung der "Pummerin" nach Wien am 26. April warnt das Stadtbauamt die Bevölkerung nachdrücklich vor einer Überlastung von Balkonen und Erkern, da diese durch Kriegseinwirkungen möglicherweise ihre Tragfähigkeit eingebüßt haben. Das Besteigen von Baugerüsten ist im Interesse der allgemeinen Sicherheit strengstens untersagt.

24.4.1952: Heute im Bauausschuss: Der erste Schritt zur Errichtung der Wiener Sporthalle

Unter den mehr als hundert Geschäftsstücken, die der Gemeinderatsausschuss für Bauangelegenheiten heute zu behandeln hatte, fällt vor allem ein für die Wiener hoch erfreulicher Beschluss auf. Es ist dies die grundsätzliche Genehmigung, dass die schon so lange notwendige und von allen Sportkreisen gewünschte Sporthalle von der Stadt Wien gebaut wird.

In der gedeckten, weiten Halle, die vielerlei Arten des Hallensportes dienen soll, wird das ganze Jahr hindurch und unabhängig von Klima und Wetter die Ausübung der wichtigsten Sportarten auch vor einem zahlreichen Publikum möglich sein. Für große kulturelle Veranstaltungen wird sich die Halle und ihre entsprechend großen Nebenräume gleichfalls sehr bewähren.

Die Sporthalle soll einen Fassungsraum von 12.000 bis 15.000 stationären Sitzplätzen haben, der aber bei Großveranstaltungen besonderer Art, wie Boxen usw. wesentlich vermehrt werden kann. Die Sporthalle soll am Vogelweidplatz im 15. Bezirk errichtet werden.

Mit diesem Beschluss wurde ein neuer wichtiger Schritt für einen systematischen Aufbau Wiens getan.

25.4.1952: Fische unter 35 cm dürfen nicht gefangen werden

Nach einer Kundmachung des Amtes der Wiener Landesregierung im "Amtsblatt der Stadt Wien" wird die im Jahre 1948 festgesetzte Schonzeit für Barben, Brachen, Närflinge, Nasen und Karpfen im Donaustrom und Donaukanal sowie in den Häfen Kuchelau, Freudenau, Albern und Lobau aufgehoben. Hingegen wird das sogenannte Brittelmaß, das ist die Körperlänge, gemessen von der Kopfspitze bis zum Ende der Schwanzflosse für diese Fischarten für das Jahre 1952 auf 35 cm erhöht. Kleinere Fische dürfen daher nicht gefangen werden.

26.4.1952: Neues aus dem Stadtpark

Die Besucher des Stadtparks wurden dieser Tage mit dem Wachsen der kleinen Menagerie um ein Paar schöner Pfeilenten überrascht. "Peter" - der stolze Pfau, hat sich inzwischen auch schon akklimatisiert und lässt die Bewunderung der Menschen gelassen über sich ergehen. An der Heumarktseite nehmen die Arbeiten am Ausbau des Kinderspielplatzes, der auch eine Watrinne erhalten wird, einen raschen Fortgang. Der Spielplatz, der nach seiner Fertigstellung in Europa kaum seinesgleichen finden dürfte, wird noch im Sommer seiner Bestimmung übergeben werden.

Lebensmittelaufruf für Wien

Das Marktamt der Stadt Wien, Sonderreferat Landesernährungsamt, gibt bekannt: Für den Monat Mai werden aufgerufen:

  • Zucker: Auf Abschnitt V aller Lebensmittelkarten je 700 Gramm. Auf Abschnitt V der Mutterkarte 500 Gramm.
  • Schmalz: (Importware) Auf Abschnitt 18 aller Lebensmittelkarten 300 Gramm.
  • Margarine: Auf Abschnitt 16 aller Lebensmittelkarten 250 Gramm.
  • Speiseöl: Auf Abschnitt 17 aller Lebensmittelkarten 100 Gramm.

Die Bezugsabschnitte für Zucker, Margarine, Speiseöl und Schmalz sind abzutrennen und getrennt zu verrechnen.

Die aufgerufenen Bezugsabschnitte sind im Laufe des Monats Mai einzulösen. Alle nicht eingelösten Abschnitte verfallen am 31. Mai 1952.

28.4.1952: Mehr als 50.000 Straßenlampen in Wien

Die Wiener Gemeindeverwaltung bemüht sich ständig, immer mehr Licht in den Wiener Straßen zu schaffen. Wie aus einem Bericht der Magistratsabteilung für öffentliche Beleuchtung hervorgeht, wurden im letzten Vierteljahr 1476 neue Lichtstellen errichtet. Damit wurde in Wien mit 50.127 Lampen das halbe Hunderttausend überschritten. Interessant ist, dass es noch immer 5.172 Gaslaternen gibt. Obwohl Jahr für Jahr eine ganze Reihe dieser alten Lichtbringer ausgegraben werden, sind besonders in den westlichen Bezirken noch zahlreiche Gaslaternen aufgestellt, sie haben trotz ihres Alters ihre Liebhaber bei allen Schichten der Bevölkerung.

Mit der zunehmenden Verbesserung der Beleuchtung der Wiener Straßen in den inneren Bezirken, wie auch in den Randgemeinden, wird auch die Beleuchtung der öffentlichen Uhren verbessert. In letzter Zeit haben neuerlich drei Uhren beleuchtete Zifferblätter erhalten, so dass es in Wien nunmehr insgesamt 135 öffentliche Uhren mit beleuchteten Zifferblättern gibt.

29.4.1952: Bürgermeister Jonas empfängt französische Journalisten

Eine Gruppe französischer Journalisten beendet heute ihre zehntägige Informationsreise durch Österreich, die von der österreichischen Bundesregierung im Zusammenwirken mit dem französischen Informationsdienst veranstaltet wurde. Die letzten vier Tage verbrachten die Journalisten in Wien, wo sie heute von Bürgermeister Jonas, Vbgm. Honay und StR. Dkfm. Nathschläger auf dem Kahlenberg empfangen wurden. Bürgermeister Jonas schilderte in seiner Begrüßungsansprache das Schicksal Wiens im Krieg, bei dem die Bundeshauptstadt 60 Prozent aller Kriegsschäden in Österreich erlitten hat. Trotzdem beschäftigt man sich nicht nur mit dem Wiederaufbau, sondern ist nach Kräften bemüht, Neues zu schaffen. Der Bürgermeister sprach auch von den Schwierigkeiten, die sich aus der vierfachen Besetzung Wiens ergeben.

30.4.1952: 250 alte Ehepaare fahren auf's Land. Eine Aktion des städtischen Wohlfahrtsamtes

Im Rahmen der Fürsorgearbeit der Gemeinde werden in diesem Jahr zum ersten Mal dauerbefürsorgte Ehepaare, denen zeitlebens noch nie die Wohltat eines Urlaubs zuteil geworden ist, auf Kosten des Wohlfahrtsamtes einen Landaufenthalt erhalten. Vbgm. Honay teilte mit, dass bis jetzt 431 Ehepaare angemeldet worden sind. Die Gemeinde hat in Heiligenkreuz die Pension "Edelweiss" zur Gänze für die Monate Mai bis Oktober gemietet. Die Urlaubsdauer wurde mit zwei Wochen bestimmt. Jeder Turnus umfasst zwanzig Ehepaare, die aus allen Wiener Bezirken kommen. Die größte Zahl der anspruchsberechtigten Ehepaare, nämlich vierunddreißig, wurde von Fünfhaus angemeldet. Voraussetzung für die Entsendung in das Urlaubsheim ist das Ergebnis der amtsärztlichen Untersuchung.

Voraussichtlich werden in diesem Sommer 250 Ehepaare den Gemeinde-Urlaub genießen können. Die Urlauber erhalten ein Taschengeld von 60 Schilling.

Die Kosten für dieses neue soziale Projekt werden für heuer mit 230.000 Schilling veranschlagt.

30.4.1952: Brautgeschenk für drei Teresas

Für drei Bräute, die den Vornamen "Teresa" haben und am 9. Mai in Wien vor den Standesbeamten treten, um den Bund der Ehe einzugehen, gibt es ein überraschendes Geschenk, das von einer Filmverleihgesellschaft bereitgestellt wurde. Anlass dazu ist die Premiere des Filmes "Teresa - Geschichte einer Braut", die an diesem Tag in der Urania stattfindet.

Die erste Teresa-Braut erhält ein Geldgeschenk von 500 Schilling, das von der Österreichischen Länderbank gestiftet wurde. Die anderen zwei Bräute erhalten Sachgeschenke Wiener Firmen.

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