Wien 1951: Berichte vom April 1951

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

3.4.1951: Ausländische Gewerkschafter beim Bürgermeister

Zwanzig Vertreter von Gemeindebediensteten aus Belgien, Dänemark, England, Frankreich, Holland, Norwegen, Schweden und der Schweiz, die zum 2. Gewerkschaftstag der Gemeindebediensteten nach Wien gekommen sind, wurden von Bürgermeister Körner im Wiener Rathaus empfangen.

In seiner Ansprache verwies Körner auf die großen Leistungen, die die meisten europäischen Städte nach den furchtbaren Zerstörungen des letzten Krieges zu leisten hatten, und unterstrich die aufopferungsvolle Arbeit der österreichischen Gemeindebediensteten seit dem Jahre 1945.

3.4.1951: 65 neue Schulleiter - Feierliche Angelobung durch den Bürgermeister im Rathaus

Bürgermeister Körner nahm heute, in Anwesenheit zahlreicher Festgäste, die Angelobung von 65 neuernannten Leiter von Wiener Volks- und Hauptschulen vor.

3.4.1951: Eine tschechische Bibliothek für die Berufsschüler

Dank dem Entgegenkommen der Österreichisch-tschechoslowakischen Gesellschaft konnte der 2. Zentrallehrlingsbibliothek der Wiener Berufsschulen eine tschechische Bibliothek mit 267 Bänden angegliedert werden.

Neben der englischen und französischen Bibliothek können die Berufsschüler erstklassigen Lesestoff nunmehr auch aus der neuen tschechischen Bibliothek unentgeltlich entlehnen und so ihre Sprachkenntnisse erweitern.

4.4.1951: Konstituierung der Stadtplanungs-Kommission. Bürgermeister Körner - erster Vorsitzender

Heute hat sich im Rathaus, die am 9. März vom Wiener Gemeinderat ins Leben gerufene Kommission zur Begutachtung von Arbeiten der Stadtplanung, konstituiert. Die Kommission besteht aus 8 Mitgliedern. Der 1. Vorsitzende ist Bürgermeister Dr. h.c. Körner, der 2. Vorsitzende ist der Amtsführende Stadtrat für Bauangelegenheiten, Jonas, der 3. Vorsitzende der Amtsführende Stadtrat für baubehördliche und sonstige technische Angelegenheiten, Dr. Robetschek. Die weiteren fünf Mitglieder der Kommission sind die Amtsführenden Stadträte Afritsch (Allgemeine Verwaltungsangelegenheiten), Dkfm. Nathschläger (Städtische Unternehmungen) und Resch (Finanzwesen), ferner die Gemeinderäte Dipl.-Ing. Witzmann (SPÖ) und Architekt Lust (ÖVP).

Die Kommission wird in ihren künftigen Sitzungen die von der Stadtbauamtsdirektion (Stadtplanung) ausgearbeiteten Entwürfe von Flächenwidmungs- und Bebauungsplänen vorberaten.

5.4.1951: Umfangreiche Instandsetzungen an Wiener Krankenhäusern

Die Gemeinde Wien hat in den letzten Wochen mit einer Reihe umfangreicher Instandsetzungsarbeiten an den Wiener Spitälern begonnen. Im zuständigen Gemeinderatsausschuss wurden nun neuerlich zahlreiche Arbeiten genehmigt. So wird u.a. der zerstörte Teil des Krankenhauses Floridsdorf in der Hinaysgasse wieder aufgebaut werden. Im alten Haus des Allgemeinen Krankenhauses werden die Straßen und die Einfriedungen erneuert.

Das Altersheim Lainz erhält neue Fußbodenbeläge, insbesondere auf den Gängen. Das Altersheim Liesing bekommt eine neue Warmwasseranlage.

Im Preyer'schen Kinderspital im 10. Bezirk wird die Zufahrtsstraße instandgesetzt und eine Reihe von größeren Reparaturen durchgeführt.

6.4.1951: Ein neues Jugendschutzgesetz - "Es muss dem Geist der Demokratie und der Humanität entsprechen"

Im Rathaus fanden die Beratungen über ein neues Jugendschutzgesetz statt, an denen Vertreter aus allen Bundesländer teilnahmen. In seiner Begrüßung betonte Vbgm. Honay, dass ein neues Gesetz dringend notwendig sei. Heute gilt noch immer die Polizeiverordnung aus dem Jahr 1943; sie soll nun möglichst rasch durch ein modernes Gesetz ersetzt werden.

6.4.1951: Überreichung der Ehrenmedaille an Robert Michel

Der Wiener Gemeinderat hat beschlossen, dem Schriftsteller Robert Michel, anlässlich der Vollendung seines 75. Lebensjahres in Würdigung seines verdienstvollen, literarischen Wirkens die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien zu verleihen.

Robert Michel wurde am 24. Februar 1876 in Chaberic in Böhmen geboren. Er war aktiver Offizier und war während des Ersten Weltkrieges zum Teil im Kriegspressequartier tätig. 1918 war er gemeinsam mit Hermann Bahr und Devrient im Burgtheaterdirektorium. Seit 1919 ist er als freier Schriftsteller tätig. Als Dichter und Erzähler entdeckte ihn Hugo Hofmannsthal. Für sein Schaffen erhielt er 1925 den Kleist-Preis und 1927 für seine Erzählung "Jesus im Böhmerwald" den Adalbert Stifter-Preis. Auch als Dramatiker hat sich Michel versucht.

Bürgermeister Körner überreichte heute die Ehrenmedaille an Robert Michel.

7.4.1951: Die 120. Schule seit Kriegsende wiederaufgebaut

Im Rahmen einer kleinen Feier wurde heute in Favoriten die Pernerstorfer Schule wieder eröffnet. Das Schulgebäude wurde im Jahre 1945 schwer beschädigt, konnte jedoch mit einem Kostenaufwand von rund 600.000 Schilling wieder aufgebaut werden. 14 neue Schulklassen sind in dem Gebäude neu eingerichtet worden. Es ist dies die 120. Schule in Wien, die mit erheblichen Kosten wiederhergestellt wurde.

11.4.1951: Der sechste Jahrestag der Befreiung Wiens

Aus Anlass des sechsten Jahrestages der Befreiung Wiens durch die Sowjetarmee finden an den verschiedenen Gedenkstätten und Friedhöfen Kranzniederlegungen statt.

11.4.1951: Wiedererrichtung des Infektions-Krankenhauses im Franz Joseph-Spital. 19,7 Millionen Schilling zusätzlicher Bauaufwand der Gemeinde Wien

Das Franz Joseph-Spital im 10. Bezirk wurde während des Krieges von 134 Fliegerbomben getroffen. Das seit der Eröffnung des Spitals im Jahre 1891 dort untergebrachte Infektions-Krankenhaus für Erwachsene, mit rund 300 Betten musste sich eine neue Unterkunft suchen. Im Oktober 1945 ist das "Zentrale Infektions-Krankenhaus der Stadt Wien" in einige Objekte der Heil- und Pflegeanstalt "Am Steinhof" eingezogen. Da diese Objekte für die Unterbringung von Geisteskranken dringend benötigt werden, hat sich die Stadt Wien entschlossen, das Infektions-Krankenhaus wieder in das Franz Joseph-Spital, an dessen Wiederaufbau seit Jahren ununterbrochen gearbeitet wird, zurückzuverlegen. Es soll dort in Hinkunft über mindestens 300 Betten verfügen. Der zuständige Gemeinderatsausschuss genehmigte heute für die Bau- und Inventarkosten für das neue Infektionskrankenhaus einen Betrag von 19,7 Millionen Schilling.

13.4.1951: Statt der "Mistg'stetten" eine städtische Wohnhausanlage - Gleichenfeier in Erdberg

Heute fand auf dem Wohnhausbau der Gemeinde Wien 3, Kleingasse 6-18, die Gleichenfeier statt. Das Grundstück, auf dem sich jetzt der große Gemeindebau erhebt, war ursprünglich eine kleine Parkanlage, die im Volksmund "Narrengarten" hieß. Während des Krieges wurde der Park zerstört und Splitterschutzgräben an seiner Stelle errichtet. Nach dem Kriege verwandelte sich der ehemalige "Narrengarten" in eine Mistablagerungsstätte. Im Jahre 1950 begann nun die Gemeinde Wien an dieser Stelle einen modernen Wohnhausbau zu errichten. Von der gesamten Grundfläche werden bei diesem Bau nur rund 23 Prozent verbaut. Der Rest wird in einen Garten bzw. in einen Park verwandelt. Die Wohnhäuser, die nach den Plänen der Architekten Rudolf Eisler und Josef Baudys errichtet wurden, werden nach der Fertigstellung 8 fünfgeschossige Stiegenhäuser mit 128 Wohnungen und einem Geschäftslokal umfassen.

13.4.1951: Eine Geburtstagsüberraschung für Otto Tressler

Otto Tressler im Frack

Hofrat Otto Tressler wird 80.

Bürgermeister Körner gratulierte heute im Rathaus Burgschauspieler Hofrat Otto Tressler zu seinem 80. Geburtstag. Der Bürgermeister überraschte bei dieser Gelegenheit den Künstler mit einem Geburtstagsgeschenk: Er verlieh dem Künstler einen neuen Ehrenring der Stadt Wien, die hohe Auszeichnung, die Tressler bereits im Jahre 1937 erhalten hatte. Hofrat Tressler hatte seinen Ring bei Kriegsende einem Wiener Juwelier zur Aufbewahrung übergeben. Das Geschäft wurde während der Kriegsereignisse geplündert und so ist auch der Ehrenring abhanden gekommen.


14.4.1951: Gasversorgung im Asyl 20, Adalbert Stifter-Gasse

In dem nach 1934 ausgeführten Asylbau der Gemeinde Wien im 20. Bezirk, Adalbert Stifter-Gasse, wurde nun in 209 Wohnungen die nachträgliche Gasinstallation durchgeführt. Es ist dies eine der zahlreichen Assanierungs- und Verbesserungsarbeiten, die die Gemeinde Wien nach 1945 an diesem Asylbau durchführen musste.

16.4.1951: Eröffnung von Wohnhausanlagen in verschiedenen Bezirken

In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste eröffnete Bürgermeister Körner heute die städtischen Wohnhausanlagen 2, Wehlistraße 131-143 und 19, Heiligenstädter Straße 163. Ebenfalls eröffnet werden konnten die Anlage 4, Kolschitzkygasse 9-13 und 25, Gärdtnergasse. In diesem vier Anlagen wurden 642 Wohnungen errichtet.

17.4.1951: Errichtung eines Betonsteges über den Kierlingbach

Da der Holzsteg über den Kierlingbach in der Nähe der Lackfabrik in Klosterneuburg-Kierling nach einem Hochwasserschaden entfernt werden musste, hat der Gemeinderatsausschuss für Bauangelegenheiten beschlossen, anstelle des hölzernen Steges einen solchen aus Eisenbeton errichten zu lassen. Gleichzeitig wird in Klosterneuburg-Weidling die durch das Hochwasser beschädigte Ufermauer des Weidlingbaches erneuert bzw. instandgesetzt.

18.4.1951: 1952: Wiederinstandsetzung der Radetzkybrücke

Das Stahltragwerk der Radetzkybrücke über den Wienfluss wurde im Jahre 1944 durch eine schräg unter die Brücke in das Flussbett einfallende Fliegerbombe sehr schwer beschädigt und anschließend durch Holzstapel und Hilfskonstruktionen nur behelfsmäßig instandgesetzt. Im Hinblick auf die Wichtigkeit der Brücke und darauf, dass die ständige Überwachung und Instandhaltung der Behelfskonstruktionen erhebliche Kosten verursachen, wird die endgültige Wiederinstandsetzung des Objektes im Jahre 1952 durchgeführt. Eine frühere Fertigstellung der Brücke ist wegen der langen Lieferfristen für Walzstahl nicht möglich. Die Gesamtkosten einschließlich der gesamten Brückenfahrbahn werden sich auf etwa eine Million Schilling belaufen.

18.4.1951: Die Fischerstiege wird wieder aufgebaut

Stadtrat Jonas gab heute im zuständigen Gemeinderatsausschuss einen Bericht über den Wiederaufbau der Fischerstiege. Aus einem Wettbewerb wurden die Entwürfe für die neu zu errichtenden Wohnhäuser von den Architekten Prof. Otto Niedermoser und Dr. Ing. Hans Pettermaier ausgewählt. Der Gesamtkomplex wird voraussichtlich 148 Wohnungen, über 800 m2 Lokale und etwa 1.290 m2 Büroräume enthalten. Im Dachgeschoss sollen drei Ateliers untergebracht werden. Dieser Bau ist der erste Wohnungsneubau der Gemeinde Wien, der in der Altstadt errichtet wird.

Die Fischerstiege bestand schon lange vor der Zeit, ehe die Römer nach Wien kamen und reicht weit in die Vergangenheit der Stadt zurück. Angeblich erhob sich einst in der Umgebung der Fischerstiege ein kleines Fischerdorf, dessen einzige Verbindung mit der Umgebung das Wasser der Donauarme war. Das Haus Fischerstiege 3 war das älteste Haus in diesem Stadtviertel. Ursprünglich befand sich dort ein kleines Stadttor, das während der Regierungszeit Josef II. entfernt wurde. Im Jahre 1860 wurde an dem Haus eine Tafel mit der Inschrift "Dieses Haus steht in Gottes Hand, zur Fischerstiege wird es benannt" angebracht. Zu der Inschriftstafel gehörte ein Bild, das die ursprüngliche Fischerstiege zeigte, die über eine Brücke zur Stadtmauer führte. Während des Krieges wurde die ganze Umgebung schwer zerstört und das Haus Fischerstiege 3 fiel in den ersten Jahren nach dem Krieg einer Einsturzkatastrophe zum Opfer.

19.4.1951: Ein neues städtisches Kinderfreibad auf dem Kardinal Nagl-Platz. Umbau des Kinderfreibades im Pezzlpark

Als im Jahre 1942 im Arenbergpark im 3. Bezirk Flaktürme gebaut wurden, musste das dort befindliche Kinderfreibad abgetragen werden. Da wegen der Flaktürme beengte Raumverhältnisse herrschen, kann an eine Wiedererrichtung im Arenbergpark nicht gedacht werden. Die Gemeinde plant nun das Kinderfreibad auf dem Kardinal Nagl-Platz zu errichten. Die Anlage wird über ein 380 Quadratmeter großes Planschbecken, ein Garderobegebäude für 500 Kinder und die erforderlichen sanitären Anlagen verfügen. Die Kosten werden ca. 310.000 Schilling betragen.

Im Pezzlpark im 17. Bezirk wurde im Jahre 1928 durch teilweise Umgestaltung des schon im Jahre 1879 erbauten Hernalser Voll- und Schwimmbades ein städtisches Kinderfreibad geschaffen. Umkleidegebäude und Badebecken sind somit schon 72 Jahre alt. Auch hier wird ein neues Badebecken und ein neues Garderobegebäude für 500 Kinder errichtet. Geschätzte Kosten: 340.000 Schilling.

19.4.1951: Die "Brasilianer" von Wien begeistert. Leonidas und der städtische Kinderchor

Die brasilianische Fußballmannschaft "Sao Paulo FCbesuchte anlässlich ihres Wien-Aufenthaltes zahlreiche Sehenswürdigkeiten der Stadt. Bürgermeister Körner stattete der Mannschaft einen Besuch im Wiener Stadion ab.

Leonidas da Silva, der ehemalige "Wunderspieler" und jetzige Trainer, der in seiner Heimat lebhaften Anteil am Musikleben nimmt, stattete dem Konservatorium der Stadt Wien einen Besuch ab und wohnte u.a. einer Probe des neugegründeten "Kinderchores der Stadt Wien" bei.

20.4.1951: In memoriam Robert Barany

Am 22. April wäre der 1936 verstorbene hervorragende Otologe und Nobelpreisträger des Jahres 1914 Robert Barany 75 Jahre alt geworden.

Portrait Robert Barany

Dr. Robert Barany

Nach Absolvierung der medizinischen Studien an der Universität seiner Vaterstadt arbeitete er als Assistent am städtischen Krankenhaus in Frankfurt a.M. bei Noorden, an der Freiburger psychiatrischen Klinik bei Kraepelin und als Operateur an der chirurgischen Klinik Gussenbauer in Wien, wo er in der Folge als Demonstrator sowie als Assistent an der Ohrenklinik unter Politzer und Urbantschitsch wirkte und sich für Oto-Rhino-Laryngologie habilitierte. 1917 folgte er einer Berufung nach Uppsala und wurde 1926 zum Ordinarius ernannt. Barany erwarb sich durch seine wertvollen Arbeiten schon frühzeitig einen Namen in der Fachliteratur. Er entdeckte den kalorischen Nystagmus und schuf mit der kalorischen Prüfung eine der wichtigsten otologischen Untersuchungsmethoden. In der Folge wandte er sich dem Studium der Gleichgewichtsstörungen und Reaktionsbewegungen zu und stellte ihren Sitz im Kleinhirn fest. Die hierbei angewandten "Baranyschen Zeigeversuche" wurden für die Erforschung der Kleinhirnfunktion bedeutungsvoll und eröffneten bei Kleinhirnerkrankungen die Möglichkeit einer Lokalisation. Seine zahlreichen Publikationen und Beträge für Handbücher und Zeitschriften behandeln u.a. die Seekrankheit, neue Stimmgabelversuche, Labyrinthoperationen, Kleinhirnabszesse, Schussverletzungen des Gehirns und Nachbilder der Netzhaut.


21.4.1951: Ehrenpreis der Stadt Wien für Prof. Erich Miller-Hauenfels

Vor der im Künstlerhaus unter dem Vorsitz von Stadtrat Mandl zusammengetretenen Jury wurde der diesjährige Ehrenpreis der Stadt Wien dem akademischen Maler Professor Erich Miller-Hauenfels verliehen.

Erich Miller-Hauenfels wurde am 25. Februar 1889 in Graz geboren. Er studierte 1909 bis 1913 an der Montanistischen Hochschule in Graz, absolvierte 1913 bis 1914 die Akademie der bildenden Künste in Wien und 1917 die Meisterschule für Graphik bei Prof. Schmutzer. Seine Studienreisen führten ihn nach Griechenland, Frankreich, Italien, Ägypten. Seine Eindrücke aus diesen Reisen hielt er in zahlreichen Aquarellen fest. Aber auch als Porträtist schuf sich Miller-Hauenfels einen Namen.

Im Besitz der Städtischen Sammlungen befinden sich unter anderem das Bildnis der Schauspielerin Annie Rosar, die Ölbilder "Cobenzl", "Belvedere" und "Inzersdorf". Die Moderne Galerie besitzt seine "Großstadtperipherie", "Südbahnhof". Die Albertina Aquarelle vom Wolfgang- und Gardasee. Das Joanneum in Graz "Rhodos", "Am Gardasee", Zeichnungen und Aquarelle.

21.4.1951: Dichterlesung Friedrich Torberg

Portrait Friedrich Torberg

Liest aus eigenen Werken: Friedrich Torberg

Der zu einem kurzen Aufenthalt in Wien weilende Dichter Friedrich Torberg liest im Volksbildungshaus Margareten aus eigenen Werken.


24.4.1951: Gründung eines Hietzinger Heimatmuseums

In der Bezirksvorstehung Hietzing fand die gründende Versammlung des Vereines "Hietzinger Heimatmuseum" statt. Der Verein wird sich darum bemühen, die Erinnerung an die Hietzinger Geschichte und das Hietzinger Volksleben wach zu erhalten.

26.4.1951: Kuratoriumssitzung des "Österreichischen Schwarzen Kreuzes"

Aus einem Bericht des Österreichischen Schwarzen Kreuzes ist zu entnehmen, dass der Verein 1950 seine Betätigung auf dem Gebiete der Kriegsgräberfürsorge fortsetzen konnte. 37 Neuanlagen wurden errichtet oder instandgesetzt und die seiner Betreuung anvertrauten zahlreichen Kriegsfriedhöfe in würdigem Zustand erhalten. Für diesen Zweck wurden im Vereinsjahr 643.035 Schilling ausgegeben. Für das Jahr 1951 ist der gleiche Betrag veranschlagt.

Auf dem Gebiete der Rückführung von im Ausland bestatteten österreichischen Soldaten in die Heimat konnte den Wünschen mancher Angehörigen so weit entsprochen werden, dass für den Herbst eine größere Aktion für Transporte aus Italien vorbereitet wird. Auch Besuche der dortigen Kriegerfriedhöfe sind in Aussicht genommen.

26.4.1951: Hochstrahlbrunnen wieder in Farben. Erster Betrieb am Vorabend des 1. Mai

Hochstrahlbrunnen bei Nacht

Der Hochstrahlbrunnen geht wieder bunt beleuchtet in Betrieb.

Ansicht Hochstrahlbrunnen auf Schwarzenbergplatz

Der Hochstrahlbrunnen wurde 1873 erbaut.


Am 30. April, dem Vorabend des Staatsfeiertages, wird der Hochstrahlbrunnen auf dem Stalinplatz wieder in Betrieb gesetzt.

Die technische Anlage war stark beschädigt und seit Jahren außer Betrieb. So konnte der Brunnen bisher nur mit weißem Licht angestrahlt werden. Nun soll er wieder in prächtigen 144 Farbnuancen zu bewundern sein.

Der Brunnen wurde 1873, anlässlich der Eröffnung der Hochquellenleitung, erbaut.

27.4.1951: Hans Preyer - Bürger der Stadt Wien. Ehrenmedaille der Stadt Wien für Prof. Dr. Otto König

Der Wiener Gemeinderat fasste heute den Beschluss, dem ehemaligen Bezirksvorsteher des 8. Bezirks Hans Preyer, der sich auf sozialem Gebiet besondere Verdienste erworben hat, zum Bürger der Stadt Wien zu ernennen und dem bekannten Wiener Volksbildner Prof. Dr. Otto König anlässlich seines 70. Geburtstages die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien zu verleihen.

28.4.1951: John Knittel im Rathaus

John Knittel und Paul Löwinger

John Knittel kam in Begleitung Paul Löwingers.

John Knittel, Gattin und Vizebürgermeister Honay

John Knittel und Gattin mit Vizebürgermeister Honay im Rathaus.


John Knittel, der anlässlich der Premiere von "Therese Etienne" im Renaissance-Theater in Wien weilt, wurde heute im Wiener Rathaus von Vizebürgermeister Honay empfangen. Der Schweizer Dichter erschien in Begleitung seiner Gattin sowie des Direktors der Löwinger-Bühne, Paul Löwinger.

28.4.1951: Wahlkarten, Wahlzeit und Wahllokale - 24 Stunden Alkoholverbot

Die für die Bundespräsidentenwahl geöffneten Wahllokale, sowie Wahlzeit und Wahlkartenausgabe sind durch die angeschlagenen Bezirkskundmachungen zu erfahren. In den Bezirkskundmachungen werden auch die sogenannten Verbotszonen bekanntgegeben, die den näheren Umkreis der Wahllokale umfassen, innerhalb dessen eine Wahlpropaganda verboten ist. Auch bei der bevorstehenden Bundespräsidentenwahl besteht von 8 Uhr abends des Vortages bis 8 Uhr abends des Wahltages Alkoholverbot.

28.4.1951: Eine Gedenktafel für Honore de Balzac

Schaulustige vor Hauseingang

Enthüllung der Honore de Balzac-Gedenktafel.

Stadtrat Mandl enthüllte heute im 3. Bezirk eine Gedenktafel für Honore de Balzac, die auf Initiative des Wiener Verkehrsvereines errichtet wurde. In der Landstraßer Hauptstraße 31, wo die Gedenktafel angebracht ist, befand sich einst die bekannte Einkehrgastwirtschaft "Zur Goldenen Birne". Der französische Dichter hat hier im Jahre 1835, anlässlich seines Besuches in Wien, Quartier genommen.

Die Gedenktafel hat die Inschrift: "Hier wohnte 1835 Honore de Balzac, der Dämonie der Liebe und des Geldes Dichter."


30.4.1951: Dramatisches Straßenbahnunglück in Altmannsdorf - 164 verletzte Fahrgäste im umgestürzten Straßenbahnzug

Am Sonntag, dem 29. April, um 13.35 Uhr, ist in der Breitenfurter Straße in der Kurve zur Hetzendorfer Straße ein mit hoher Geschwindigkeit in Richtung nach Lainz fahrender Straßenbahnzug der Linie 62 entgleist. Der Triebwagen und die beiden Beiwagen stürzten dabei um. 164 Fahrgäste wurden verletzt, davon 24 schwer.

30.4.1951: Die Preise der Stadt Wien 1951

Zum fünftenmal nach Kriegsende werden heuer die Preise der Stadt Wien für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Kunst, Wissenschaft und Volksbildung verliehen. Die Stiftung wurde nach den neuen Statuten durch einen Preis für Publizistik vermehrt.

Die Preisträger sind:

  • Für Dichtkunst: Alexander Lernet-Holenia
  • Für Publizistik: Alfred Polgar
  • Für Musik: Prof. Johann Nepomuk David
  • Für Bildhauerei: Prof. Rudolf Schmidt
  • Für Malerei und Graphik: Prof. Victor Theodor Slama
  • Für angewandte Kunst: Arch. Julius Jirasek
  • Für Architektur: Prof. Franz Schuster
  • Für Volksbildung: Min.-Rat Dr. Josef Lehrl
  • Für Geisteswissenschaften: Hofrat Dr. Heinrich Klang
  • Für Naturwissenschaften: Univ.-Prof. Dr. Berta Karlik
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