Wien 1949: Berichte vom Juli 1949

In loser Reihenfolge bringen wir kurze Zusammenfassungen von Meldungen der Rathauskorrespondenz aus früheren Jahren. Zusammengestellt von Gina Galeta.

1.7.1949: Das erste neue Schulhaus der Nachkriegszeit

Heute fand in der Leopoldauer Nordrandsiedlung die Dachgleiche des ersten in der Nachkriegszeit errichteten Schulgebäudes statt. Bei der Gleichenfeier waren auch Bürgermeister Körner und Nationalrat Dr. Zechner, der geschäftsführende Präsident des Stadtschulrates, sowie zahlreiche Ehrengäste anwesend.

In dem neuen Schulhaus wird mit Herbst der Unterrichtsbeginn aufgenommen. Auch bei diesem Bauvorhaben kamen die modernsten Errungenschaften der Bautechnik, wie sie an allen übrigen städtischen Baustellen verwendet werden, zur Geltung. Im ersten Baulos sind vier Klassen mit Garderoben, ein Ärztezimmer und ein Raum für die Mütterberatung, die Bücherei, das Konferenzzimmer und die Schulwartwohnung untergebracht. Im nächsten Jahr werden vier weitere Klassen, ein Turnsaal mit Brausebad und ein Spielplatz dazugebaut.

2.7.1949: Die Ringstraße im neuen Glanz

Bis zum Spätsommer wird die Wiener Ringstraße wieder so wie früher die repräsentativste Straße Wiens sein. Das Stadtgartenamt hat in den vergangenen zwei Jahren die durch die Vernachlässigung der Kriegszeit und die Bombentreffer verursachten Schäden an den Baumbeständen behoben und ist nun dabei, die Rasenflächen instandzusetzen. Die jungen mit Betonblöcken eingesäumten Rasenflächen entlang der Ringstraßenalleen haben allein im Abschnitt Urania - Schottentor das Ausmaß von nahezu 20.000 Quadratmetern. In wenigen Tagen wird sich die letzte Lücke in dem grünen Teppich zwischen der Universität und dem Franz-Josefs-Kai schließen.

Aber auch andere Magistratsabteilungen haben am Wiederaufbau der Ringstraße regen Anteil genommen. Die Abteilung Straßenbau war bemüht, über die wichtigsten Renovierungsarbeiten der ersten Nachkriegszeit hinaus, an vielen Stellen die endgültige Instandsetzung und Modernisierung der Kreuzungen in Angriff zu nehmen. Zugleich waren es es die umfangreichen Arbeiten am Verkehrsknotenpunkt Schottentor.

Einen Anteil haben auch die Wiener Verkehrsbetriebe mit ihren neuen Wartehäuschen. Acht von ihnen an den wichtigsten Haltestellen sind schon fertig, drei befinden sich derzeit noch in Bau. Architektonisch wurden sie dem Stadtbild angepasst. Wo es der Raum gestattete, konnten auch Telephonzellen und Vorverkaufsstellen der Verkehrsbetriebe eingebaut werden.

Auch die Beleuchtung und die öffentlichen elektrischen Uhren der Ringstraße, einschließlich des Franz-Josefs-Kai sind schon in Ordnung. Rund die Hälfte der Lichtmaste, Kandelaber, Spannmaste, Drähte und Armaturen waren durch Bombentreffer beschädigt und mussten instandgesetzt werden. Von den Uhren blieb nur die vor der Staatsoper unbeschädigt. Über der Ringstraße und dem Kai leuchten wieder rund 300 Lampen mit einer Leistung von 82,6 kWh.

4.7.1949: Ausgestaltung des Arenbergparkes

Von der Stadtgartendirektion wurde vor einiger Zeit ein Ideenwettbewerb für die Ausgestaltung der öffentlichen Gartenanlage 3, Arenbergpark ausgeschrieben.

Nunmehr wurden durch die Jury die besten Arbeiten bestimmt. Da kein 1. Preis verteilt wurde, kamen zwei 2. Preise in der Höhe von je 2.000 Schilling an die Gartenarchitekten Theodor Thalhammer und Josef Oskar Wladar zur Vergabe. Zwei 3. Preise in der Höhe von je 1.000 Schilling wurden den Gartenarchitekten Dipl.-Ing. Eduard Maria Ihm und Viktor Mödlhammer zugesprochen.

4.7.1949: Noch immer lauert der Tod

Aus einem Bericht des Entminungsdienstes, untersteht dem Innenministerium, ist folgendes zu entnehmen:

Seit Kriegsende sind in ganz Österreich 500.555 kg Bomben, Granaten, Minen, Panzerfäuste etc. geborgen, entschärft und vernichtet worden. Diese Arbeiten kosteten sechs Angehörigen des Entminungsdienstes das Leben, drei erlitten schwere Verletzungen.

Von der Zivilbevölkerung verunglückten in der gleichen Zeit 67 Personen tödlich, während 176 schwer und 234 leicht verletzt wurden. Die meisten dieser Unfälle ereigneten sich in den ersten zwei Nachkriegsjahren.

Die Gruppe Wien des Entminungsdienstes arbeitet derzeit mit 7 bis 9 Mann. Für den Transport der gefährlichen Kriegsüberbleibsel stehen zwei Fahrzeuge zur Verfügung. Wegen der überaus hohen Unfallsquote in der Zivilbevölkerung ist der Entminungsdienst bemüht, vor allem die frei herumliegende Munition zu beseitigen. Die vergrabene Munition bleibt einer späteren Bergung vorbehalten.

Gegenwärtig laufen täglich noch immer 12 bis 20 neue Fundmeldungen ein. Es kann also noch nicht abgesehen werden, wann die Arbeit des Entminungsdienstes beendet sein wird. Im Gebiet des ehemaligen Groß-Wien dürfte jedoch schon die Hauptarbeit geleistet sein.

Die meisten Unfälle mit alter Munition ereigneten sich durch spielende Kinder, in Schrebergärten und auf Bauplätzen.

Die Eltern werden aufgefordert, ihre Kinder immer wieder auf die tödlichen Gefahren aufmerksam zu machen. Verdächtige Funde dürfen auf keinen Fall berührt werden, und sind sofort der Polizei zu melden.

5.7.1949: Jugendliche arbeiten in Parkanlagen

Eine Gruppe von Jugendlichen der Aktion "Jugend am Werk" wurde dieser Tage mit der Instandsetzung der Parkanlage am Bennoplatz im 8. Bezirk betraut. Der Park wird demnächst wieder sein früheres Aussehen erhalten. Für die Kinder werden Sandbäder errichtet.

Anschließend werden die Jugendlichen auch den Max-Winter-Park im 2. Bezirk und zugleich die große Parkanlage Ghegaplatz vor dem Südbahnhof in Ordnung bringen. Bei den Instandsetzungen in diesem Park werden ihnen auch 60 englische Jugendliche helfen, die im Wege des internationalen Austausches nach Wien kommen.

5.7.1949: Österreichisch-Tschechoslowakische Gesellschaft zeigt erstmalig "Spalicek"

Der mit der Goldenen Medaille auf der Biennale in Venedig ausgezeichnete tschechische Puppenfarbfilm "Spalicek" gelangt im Tabor-Kino zu einer einmaligen Aufführung.

6.7.1949: Wo soll das Mozart-Denkmal stehen? Die Geschäftsgruppe "Kultur und Volksbildung" veranstaltet eine "Volksbefragung"

Das Mozartdenkmal wurde durch die Kriegsereignisse so arg mitgenommen, dass es renoviert werden muss. Der bisherige Standort kommt aus verkehrstechnischen Gründen nicht mehr in Frage. Ein neuer Aufstellungsplatz ist aber noch nicht gefunden worden, obwohl sich auch die öffentliche Meinung mit diesem Problem bereits beschäftigt hat.

Um nun einmal die Meinung der Wiener kennenzulernen, hat die Verwaltungsgruppe Kultur und Volksbildung die bisherigen Zeichnungen und Entwürfe von bereits in Erwägung gezogenen Aufstellungsplätzen zusammengestellt. Die Sonderschau kann im Rathaus besichtigt werden. Jeder Besucher erhält ein Verzeichnis der geplanten Plätze mit der Bitte, sich für einen zu entscheiden oder auch einen neuen Vorschlag zu machen.

So sollen nun die Wiener selbst das Urteil sprechen, wo "ihr Mozart" wieder stehen soll. Je größer die Beteiligung der Bevölkerung bei dieser Befragung sein wird, um so eher wird der neue Aufstellungsplatz wirklich der Mehrheit der Wiener zusagen.

Bisher sind 9 Projekte bereits vorgeschlagen worden: beim Künstlerhaus, in der Grünfläche gegenüber dem Musikvereinssaal (mit einer Variante); auf der neu geplanten Grünanlage zwischen Morzinplatz und Schwedenplatz; im Burggarten; im Augarten vor der Porzellanmanufaktur; beim Eislaufverein gegenüber dem Beethovendenkmal; beim Freihaus in der Operngasse; bei der Karlskirche, Front Argentinierstraße und in Schönbrunn, Rosenparterre.

6.7.1949: Internationaler Treffpunkt: Roter Salon

Bürgermeister Körner und StR. Matejka empfingen heute im Wiener Rathaus die besten Keglermannschaften Europas, die gegenwärtig in Wien ihre erste Meisterschaft der Nachkriegszeit austragen. Die österreichischen Kegler stellten dem Bürgermeister ihre Freunde aus Frankreich, Jugoslawien, Ungarn, Dänemark und der Schweiz vor.

Körner betonte in seiner Rede, dass es ihn besonders freue, dass Wien wieder zur Stadt großer internationaler Veranstaltungen geworden sei. "Es freut uns immer wieder", so der Bürgermeister, "wenn es im friedlichen und völkerversöhnenden Geiste gelingt, über die Grenzen hinweg bei uns Sportfreunde zusammenzuführen".

7.7.1949: Der Wiederaufbau des Heinrichshofes - Die Finanzierung erfolgt ausschließlich von privater Seite

Der Heinrichshof, ein Werk Theophil Hansens, war vor seiner Zerstörung im Krieg einer der bedeutendsten Bauten an der Ringstraße, gegenüber der Oper. Trotz aller Sicherheitsmaßnahmen bildet die Ruine des Heinrichshofes aber nun eine Gefahr für den Verkehr und auch für die wenigen Mieter. Nun bietet sich endlich Gelegenheit diese Ruine zu beseitigen. Einzelne Bankinstitute haben sich bereit erklärt, den zerstörten Teil des Heinrichshofes aufzubauen und die dafür benötigten 35 Millionen Schilling zur Verfügung zu stellen. Das Geld stammt also zur Gänze von privater Seite. Die Gemeinde Wien ist an dem Wiederaufbau finanziell in keiner Weise beteiligt.

Durch die Demolierung des Mitteltraktes gehen auf die Dauer der Arbeiten 1.001 Quadratmeter Wohnraum verloren, doch wird im neuen Haus die Wohnfläche dafür um 141 Quadratmeter vergrößert. Durch Ausnützung des Hofraumes wird ein Kino eingebaut werden, das von der KIBA betrieben werden wird. Auch dafür werden die Mittel zur Gänze vom Bauherrn aufgebracht. Die KIBA stellt die Vorführungsapparate und die Klappsitze bei. Dieses Inventar bleibt Eigentum der KIBA.

Der Bau des Heinrichshofes wird ungefähr drei Jahre dauern.

7.7.1949: Die viertausendste neue Wohnung - Grundsteinlegung zum größten Wohnhausbau der Nachkriegszeit - dem Hugo Breitner-Hof

Vizebürgermeister Honay legte heute den Grundstein für einen Wohnhausbau in 14, Linzer Straße 299, dem größten städtischen Wohnhausbau der Nachkriegszeit. Er wird 923 Wohnungen enthalten. In dieser Anlage wird sich die 4.000ste neue Wohnung befinden, die im Rahmen des Wohnbauprogramms der Stadt Wien errichtet wird.

Verbaut wird ein gemeindeeigenes Grundstück zwischen der Linzer Straße, dem Baumgartner Kasino, der Westbahn und der Deutschordensstraße. An dieser Stelle befand sich seit dem Ersten Weltkrieg ein Barackenlager, das zuerst kranken Soldaten diente, in der Nachkriegszeit aber obdachlosen Wienern eine Notunterkunft bot. Der Gemeinderat hat die Errichtung der Wohnhausanlage bereits am 15. Oktober 1948 genehmigt.

Der Bau wird nach den Plänen der Arbeitsgemeinschaft folgender Architekten ausgeführt: Dipl.-Ing. Georg Lippert; Dr. Ing. Erwin Fabrici, Dipl.-Ing. Paul Widmann und Dipl.-Ing. Fritz Purr. Es sind 12 Häuserblocks mit 142 Stiegenhäusern vorgesehen. Die Verbauung geschieht nur zu 16,7 Prozent der gesamten Baufläche. Für die Anlage von Grünflächen, Spiel- und Sportplätzen werden 66,9 Prozent freigehalten. Für Straßen, Wege und Plätze werden 16,4 Prozent benötigt.

Das erste Baulos enthält 366 Wohnungen und 6 Geschäftslokale. Die Kosten des ersten Bauloses belaufen sich auf rund 27 Millionen Schilling.

Honay: "Ich verweise auf die Mitteilung, die die Gemeindeverwaltung dem Volk von Wien bereits gemacht hat und die wir in die Tat umsetzen wollen, wenn die 4.000 Menschen hier eingezogen sein werden. Es war im Jahre 1923, als die Wohnungsnot ebenso bedrückend war wie heute. Zu ihrer Bekämpfung waren neue Wege und große Mittel notwendig. Ein Mann von unbeugsamer Arbeits- und Willenskraft setzte es gegen alle Widerstände durch, dass der Wohnungsbau finanziert wurde. Erst dieser Wohnungsbau ermöglichte die Aufrechterhaltung des Mieterschutzes und damit billige Wohnungen. Es war Hugo Breitner, der dieses Werk initiiert hatte, ein Name, der in die Herzen aller Wiener eingeschreint ist. Wir wollen diesen Bau nach Hugo Breitner benennen, nach dem Mann, der unserer Stadt so viel gegeben hat, den ein fluchwürdiger Faschismus in die Fremde getrieben hat und der die Befreiung vom nationalsozialistischen Joch nicht mehr erleben konnte. Wir glauben, diesem großen Arbeiter damit eine kleine Dankesschuld abstatten zu können."

8.7.1949: Alfred Polgar bei Vizebürgermeister Honay

Der Schriftsteller Alfred Polgar, der nach zehnjähriger Abwesenheit von Österreich vor wenigen Tagen nach Wien zurückkehrte, wurde heute von Vbgm. Honay und StR. Matejka im Rathaus empfangen. Polgar, der Meister des Wiener Stils, zeigte sich sehr erfreut über das Wiedersehen mit Wien.

11.7.1949: Auflassung des Notspitals für Flüchtlinge

"Das Notspital für Flüchtlinge, 12, Wienerbergstraße 14, das in der schwersten Zeit des Bettenmangels in den Wiener Spitälern den Flüchtlingen Heilfürsorge gewährte, konnte mit 1. Juli einschließlich des darin geführten Ambulatoriums aufgelassen werden.

Die Flüchtlinge können nunmehr in den Wiener Spitälern Aufnahme finden. Die Anstalt selbst wird als Rekonvaleszentenheim für alte und sieche Flüchtlinge weitergeführt."

12.7.1949: Emmerich Kalman beim Bürgermeister

Bürgermeister Dr. Körner empfing heute den seit einiger Zeit in Wien weilenden Komponisten Emmerich Kalman und seine Gattin.

Körner gab seiner Freude Ausdruck, dass Kalman nach so vielen Jahren den Weg in die Stadt seiner schönsten Erfolge wieder gefunden hat.

Frau Kalman hat in den letzten Jahren in Amerika eine erfolgreiche Hilfsaktion zugunsten österreichischer Kinder ins Leben gerufen.

12.7.1949: Bausperre wegen Hafenplanung

Der Wiener Stadtsenat beschloss heute die Verhängung der zeitlichen Bausperre für das Gebiet der Donaustromlände, der Donaukanallände, des Kaiviertels im 1. und 2. Bezirk, der Hafengebiete Albern und Lobau, sowie für die Schwechatregulierung in Verbindung mit dem Donau-Oder-Kanal und Donau-Adria-Kanal im Großraum Wien.

Dieser Beschluss wurde notwendig, um eine der Bedeutung Wiens entsprechende Hafenplanung durchführen zu können.

12.7.1949: Gas für Hasenleiten

Als die städtische Wohnhausanlage im 11. Bezirk, Hasenleiten, in den Jahren 1934 bis 1938 begonnen wurde, hat man dort kein Gas eingeleitet. Auch in der Zeit des Faschismus unterblieben diese so notwendigen Arbeiten. Die 783 Wohnungen und 13 Geschäftslokale, die der große Baukomplex am Rande von Wien umfasst, waren dadurch schwer benachteiligt.

In der heutigen Sitzung des Stadtsenats wurde nun einstimmig beschlossen, die Gasinstallierung in Hasenleiten durchzuführen. Geplante Kosten: ca. 1,600.000 Schilling. Die Gasherde werden gleichfalls von der Stadt Wien beigestellt werden.

14.7.1949: Wiederaufbau der Wiener Sportstätten - Bis zum Herbst zwei Dutzend Anlagen

Bis zum Herbst werden in Wien und den Randgemeinden rund zwei Dutzend größere Sportanlagen wieder zur Verfügung stehen. Unter den Jugendspielplätzen der Stadt Wien steht an erster Stelle die Venediger Au, eines der größten und schönsten Projekte auf diesem Gebiet. Aber auch am Wiederaufbau einer Anzahl im Kriege verwüsteter Jugendspielplätze wird gearbeitet. So werden die Anlagen in der Dietrichgasse, Hadikgasse, im Auer-Welsbach-Park, Haydnpark, Währinger Park und Wasserpark bis zum Herbst zur Verfügung stehen.

Für den Sportbetrieb von größter Bedeutung ist der Wiederaufbau des Herzplatzes am Ende der Favoritenstraße. Diese Sportanlage, eine der größten in Wien überhaupt, wurde von der Stadt Wien vom derzeitigen Besitzer, dem Verein "Tschechisches Herz", für 20 Jahre gepachtet. Die drei Fußballplätze dieser Anlage samt den Flächen für Ballspiele und der Kampfbahn für Leichtathletik werden zu Beginn der Herbstsaison den Sportbetrieb aufnehmen. Die über 40.000 Quadratmeter große Sportanlage wird wieder hauptsächlich der Jugend des 10. Bezirkes zur Verfügung stehen. Als Hauptmieter wird der ASKÖ dort einziehen.

Die Fußballer Wiens werden freudig zwei weitere Plätze in Simmering und Stadlau begrüßen können. In Simmering werden mit Unterstützung der Stadt Wien gleichzeitig zwei Fußballplätze errichtet, die Anlage des "Vorwärts XI" nächst der Simmeringer Remise und der Platz des "Ersten Simmeringer Sportklubs" beim Sankt Marxer Friedhof, der bereits fertig ist.

In Stadlau hat die Gemeinde den Mitgliedern des "Stadlauer Sportklubs" beim Aufbau ihres Platzes ebenfalls unter die Arme gegriffen. Das erste Baulos der prächtigen Anlage in Stadlau steht bereits vor der Vollendung. Auch in Hirschstetten gehen die Bauarbeiten auf dem städtischen Spielplatz zügig voran.

Auch Mauer wird bis zum Herbst seine beiden Fußballplätze in Ordnung bringen können. Instandgesetzt und vergrößert werden noch die Fußballplätze in Perchtoldsdorf, in Klosterneuburg und der zuletzt im Jahre 1945 bereits zum zweiten Mal demolierte ASKÖ-Platz auf der Schmelz.

14.7.1949: Wiederaufstellung des Madersperger-Denkmals

Im Zuge der Aktion "Metallreserve" wurde während des Krieges das Denkmal für den Erfinder der Nähmaschine Madersperger eingeschmolzen. Das Denkmal, das im Jahre 1933 geschaffen wurde, stand in der Parkanlage vor der Technischen Hochschule. Vor der Einschmelzung hat aber der Magistrat noch einen Gipsabguss anfertigen lassen, der erhalten blieb.

Unter der Leitung von Dr. Granichstaedten-Czervas, des ersten Madersperger Biographen, hat sich nun ein Proponentenkomitee gebildet, das die Mittel für den Neuguss der Büste und die Wiederaufstellung des Denkmals aufbringen bringen. Aus interessierten Wirtschaftskreisen, insbesondere von der Firma Rast & Gasser, der Innung der Kleidermacher, dem Verband der Nähmaschinen- und Fahrradhändler, der Landesinnung der Mechaniker, Fachgruppe Nähmaschinen sind bereits namhafte Spenden zugesichert worden. Die Wiederaufstellung ist für Oktober in Aussicht genommen.

16.7.1949: 1.227 neue Wohnungen

Im Wiener Gemeinderat wurde der Bau von 26 neuen Wohnhäusern beschlossen. Dies ist die letzte Gruppe von Gemeindebauten im Rahmen des Wohnbauprogramms 1949, das insgesamt 3.000 Wohnungen umfasst. Die 26 Wohnhäuser werden 1.227 Wohnungen und 3 Geschäftslokale enthalten.

Auch in diesen Wohnbauten sind wieder ausschließlich Klein- und Mittelwohnungen vorgesehen.

19.7.1949: Die Wahlen in den Wiener Gemeinderat gesichert

Um am 9. Oktober 1949 mit den Wahlen in den Nationalrat gleichzeitig die in den Wiener Landtag, Gemeinderat und Bezirksvertretungen vornehmen zu können, wurden vom Wiener Landtag zwei Gesetze beschlossen, die vor allem festlegen, dass die Gemeinderatswahl nach Bezirken und nicht nach Wahlkreisen erfolgt. Diese Gesetze können aufgrund einer Mitteilung des Bundeskanzleramtes erst dann wirksam werden, wenn das vom Nationalrat beschlossene Bundesverfassungsgesetz im Bundesgesetzblatt verlautbart wird. Die Alliierten bestehen darauf, dass nach den Grundsätzen des Jahres 1945 gewählt werden muss. Damals wurden auch die Gemeindekörperschaften nach den sieben Nationalratswahlkreisen gewählt. Um die Wahlen in den Wiener Gemeinderat nicht in Frage zu stellen, wurde in der heutigen Sitzung von StR. Afritsch eine Änderung des Gesetzesentwurfes eingebracht, der die Durchführung der Wahlen in Wien wieder nach Wahlkreisen vorsieht.

Stadtrat Afritsch erläuterte in seinem Referat noch einmal die Notwendigkeit und den demokratischeren Charakter einer Wahl nach Bezirken, weil dadurch auch die Bezirksvertretungen endlich gewählt werden können. In diesem Punkt weichen daher die Wiener Wahlgesetze von der Wahlordnung des Jahres 1945 ab. Die Vertreter der Kommunistischen Partei haben bei allen bisherigen Verhandlungen die Auffassung vertreten, dass die Wahl nach Bezirken nicht gerecht wäre. Es handelt sich zweifellos um eine starke Einmengung der Alliierten in österreichische Gesetze. Um aber die Wahl zu sichern, werde eine Abänderung vorgeschlagen, die vorsieht, dass auch der Wiener Gemeinderat nicht wie es früher immer üblich war, nach Bezirken, sondern wie der Nationalrat nach Wahlkreisen gewählt wird.

Vizebürgermeister Honay erklärte, die Wiener Landesregierung wäre es der Demokratie schuldig, die politische Seite dieser Änderung zu beleuchten. Sie ist der deutlichste und sichtbarste Beweis unserer politischen Unfreiheit. Im fünften Jahr nach Kriegsende besteht noch immer keine Möglichkeit, ein Gesetz, das nach allen Spielregeln der Demokratie behandelt wurde, zu verwirklichen. Jeder einzelne Paragraph wurde von den Vertretern der drei politischen Parteien in langen Sitzungen gründlich besprochen. Dabei hat die Kommunistische Partei eine zwiespaltige Haltung eingenommen. Einerseits verwahrte sie sich dagegen, als die kleinste Partei bezeichnet zu werden. Auf der anderen Seite verlangt sie aber die Reduzierung der Wahlzahl, um sich so das Grundmandat zu sichern. Es ist die Frage zu stellen, wozu ist der freigewählte Landtag da, der mit Mehrheit das Wahlgesetz beschlossen hat, wenn fremde Eingriffe die Demokratie missachten. Die sozialistische Fraktion wird der not gehorchend für die Änderung stimmen. Wir hoffen, dass uns der Staatsvertrag bald in die Lage versetzt, wieder als politisch reifes Volk unser Haus selbst zu bestellen.

21.7.1949: Gesellschaft der Filmfreunde zeigt zum ersten Mal israelischen Film in Wien

Der Gesellschaft der Filmfreunde ist es gelungen, dank der israelischen Vertretung in Wien, den israelischen Dokumentarspielfilm "Adamah" (Erde) für eine einmalige Vorführung zu bekommen. Der Film wird in der Staatlichen Hauptstelle für Lichtbild und Bildungsfilm (9, Sensengasse 3) zur Aufführung gelangen.

Der Film berichtet vom Leben einer jüdischen Kinderkolonie in Israel. Im Beiprogramm wird der Kurzfilm "Tel Aviv" gezeigt. Der Film ist in hebräischer Sprache und wird von einem Sprecher deutsch kommentiert.

22.7.1949: Teilnehmer an der Österreich-Rundfahrt beim Bürgermeister

Bürgermeister Körner und StR. Matejka empfingen heute eine Abordnung der Radfahrer, die an der ersten großen Österreich-Rundfahrt durch die Bundesländer teilnehmen werden. Körner begrüßte neben den besten Österreichern auch die Teams aus Frankreich und Italien.

26.7.1949: Holländische Boxer beim Bürgermeister

Gruppenfoto vor dem Rathaus

Mitglieder der Holländischen Boxmannschaft zu Besuch bei Bürgermeister Körner.

Die holländische Nationalstaffel der Amateurboxer, die zum Länderkampf nach Wien gekommen ist, wurde heute im Rathaus von Bürgermeister Körner, Vbgm. Honay und StR. Afritsch begrüßt.


30.7.1949: Kinokarten für Dauerbefürsorgte der Stadt Wien

Der Aufsichtsrat der KIBA hat beschlossen, in den Kinobetrieben der KIBA Gratisvorstellungen für die Dauerbefürsorgten der Stadt Wien zu geben. Vorgeführt werden die laufenden Spielfilme. Für jeden Befürsorgte sind drei bis vier Kinobesuche jährlich vorgesehen. Die Gratisvorstellungen finden einmal im Monat statt.

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