Historischer Rückblick der Rathauskorrespondenz

Von der Gründung 1861 bis zum Zweiten Weltkrieg

Wiener Rathausmann und das Rathaus beleuchtet im Hintergrund

Nach der Austria Presse Agentur ist die Rathauskorrespondenz (rk) Österreichs zweitgrößte Nachrichtenagentur. Vorläuferin der rk war die 1861 gegründete "Correspondenz Gall", benannt nach ihrem Begründer Josef Gall (1820 bis 1898).

Von 1894 bis 1899 war Galls Mitarbeiter, der gebürtige Wiener Rudolf Stiefenhofer (1849 bis 1900), Herausgeber der Correspondenz, die nun "Communal-Correspondenz Stiefenhofer" hieß.

Rudolf Eigl (1868 bis 1930) übernahm die Correspondenz 1900 nach dem Tod Stiefenhofers und taufte sie in "Rathaus-Korrespondenz" um. 1912 verkaufte er die rk an Franz Micheu (1877 bis 1951). Er war rk-Herausgeber von 1912 bis 1922.

Als sich Micheu aus der rk zurückzog, wollte die Stadtverwaltung den Nachrichtendienst als Informationsmöglichkeit beibehalten und beauftragte im Juli 1922 Karl Honay (1881 bis 1959) mit der Herausgabe der rk . Honay blieb rk -Chef bis 1932, als er Stadtrat für allgemeine Verwaltungsangelegenheiten wurde. 1934 bis 1945 war er als politisch Verfolgter in Anhalte- und Konzentrationslagern interniert. Nach dem Krieg wurde er 1945 Finanzstadtrat und 1947 Vizebürgermeister und Stadtrat für Personalwesen.

Am 12. Februar 1934, dem Beginn des Bürgerkriegs in Österreich, erschien die rk nicht, berichtete aber bereits in ihrer Ausgabe vom 13. Februar 1934 von einer Pressekonferenz des Bundeskommissärs Schmitz, der nach der Verhaftung des sozialdemokratischen Bürgermeisters Seitz eingesetzt worden war. Die rk wurde im Austrofaschismus für politische Propaganda eingesetzt.

In der Naziära begann die rk am 12. März 1938 ihr Erscheinen mit einem Gruß der nationalsozialistischen Führung der Stadt Wien an den Führer und Reichskanzler. Die rk wurde unter der "Nachrichtenstelle der Stadt Wien" völlig zum Propagandamittel der Nazis umgestaltet.

Wiederaufnahme des Betriebs nach Kriegsende

Nach Kriegsende im April 1945 erschien die rk ab 19. Mai 1945 wieder. Herausgegeben wurde sie nun von der Pressestelle der Magistratsdirektion. Von Juni 1945 bis 1948 war Hans Riemer Leiter. Nach Riemers Berufung zum Generalsekretär des Österreichischen Städtebundes übernahm Wilhelm Adametz die Leitung der Pressestelle und baute sie aus. Noch erfolgte die Auslieferung der rk zweimal täglich über eine "Zentralverteilungsstelle für Nachrichten und Korrespondenzen" in der Wiener Börse. Seit September 1969 werden die Aussendungen der rk den Redaktionen über die Austria Presse Agentur (APA) übermittelt.