Parkraumbewirtschaftung bringt Lebensqualität für alle und mehr freie Parkplätze für die Wienerinnen und Wiener

In so manchen Gebieten der Stadt ist die Parkplatzsuche eine wahre Herausforderung, oft herrscht Parkplatznot und die Stellplätze sind durch PendlerInnen belegt, obwohl sie eigentlich für AnwohnerInnen gedacht sind. Ein anderes Bild zeigt sich in den Bezirken, in denen in den letzten Jahren das Parkpickerl eingeführt wurde: Dort hat sich die Lage merklich entspannt: Deutlich mehr freie Parkplätze für die Wienerinnen und Wiener, weniger PKWs mit Nicht-Wiener Kennzeichen, daher kürzere Parkplatzsuche für die Anrainerinnen und Anrainer und generell weniger Verkehr in der Stadt. Nach Einführung des Parkpickerls waren die Parkplätze dort bis zu 30% weniger ausgelastet.

Deutlich mehr freie Parkplätze für die BewohnerInnen

In Wien-West ist die Anzahl der Nicht-Wiener Kennzeichen unter den parkenden Autos nach Einführung des Parkpickerls von 20% auf 3% zurückgegangen.

Die AnrainerInnen spüren diese Veränderungen deutlich: Im 10. Bezirk etwa hat sich die Anzahl jener, die große Schwierigkeiten hatten, einen Parkplatz zu finden, mehr als halbiert. Somit hat das ewige Kreisen um den Häuserblock ein Ende, das spart Zeit, Nerven - und schützt das Klima.

Eine Studie nach der Ausweitung der Kurzparkzonen auf die West-Bezirke hat eine Reduktion der Auslastung der Stellplätze von bis zu 30% gezeigt. In den Innenbezirken (1-9 und 20) gab es am Vormittag einen Rückgang von 100% auf 70% und am Abend von 99% auf 88%; in den Außenbezirken (10-12 und 14-18) gab es einen Rückgang am Vormittag von 84% auf 62% und am Abend von 91% auf 80%. In den westlichen Bezirken ging die Zahl an geparkten Fahrzeugen ohne Wiener Kennzeichen vormittags von 20% auf 7% deutlich zurück.

Klimaschutz und höhere Lebensqualität

Weniger Fahrten auf Parkplatz-Suche bedeutet auch weniger Lärm, Staub und CO2-Ausstoß in der Stadt, unter denen AnrainerInnen leiden – das Parkpickerl ist eine aktive Klimaschutzmaßnahme und erhöht die Lebensqualität in den Grätzeln. Die hohe Akzeptanz zeigt sich auch in Umfragedaten: In den Bezirken 6-9 ist die Einstellung "pro Parkpickerl" nach Einführung von 46% auf 67% gestiegen. Kaum jemand wünscht sich die Situation vor der Parkpickerl-Einführung zurück, wo es Alltag war, nach Büroschluss noch unzählige Runden zu drehen, um das eigene Auto abstellen zu können.

Durch das Parkpickerl steigen immer mehr Menschen auf die Öffis um, nach der Einführung des Parkpickerls im Westen Wiens wurden bis zu 8.000 Pkw-Fahrten pro Werktag vermieden.

Auch die PendlerInnen in den Parkpickerlbezirken sind auf die Öffis umgestiegen, die in Wien mit 1 Euro pro Tag ausgesprochen günstig sind. Jene, die immer noch mit dem Auto kommen, stellen es seit Einführung des Parkpickerls auf dem Firmenparkplatz ab oder nutzen Park&Ride-Anlagen. Es gibt damit mehr Platz im öffentlichen Raum für Fußgängerinnen und Fußgänger, Radfahrende, für Sitzmöglichkeiten und vieles mehr, das die Lebensqualität einer Millionenstadt ausmacht.

Schnellere Öffis, besseres Netz

Das Parkpickerl sorgt auch dafür, dass die Öffis schneller vorankommen: Neben einer deutlichen Reduktion des Parkplatzsuchverkehrs ist auch die Zahl der FalschparkerInnen stark zurückgegangen. Die Zahl jener Fahrzeuge, die etwa im Kreuzungsbereich, auf Zebrastreifen, Gehsteigen, Radwegen oder in zweiter Spur abgestellt sind, ist in den Parkpickerl-Bezirken um über zwei Drittel zurückgegangen, die Bim kommt pünktlicher und zuverlässiger. Generell hat sich durch das Parkpickerl die Zahl der Verkehrsbehinderungen und Staus reduziert, damit kommen alle VerkehrsteilnehmerInnen rascher voran.

Mit den Einnahmen der Parkraumbewirtschaftung wird das dichte Wiener Öffi-Netz laufend weiter ausgebaut, Großprojekte wie die U2/U5 oder neue Straßenbahnlinien werden mit den Geldern mitfinanziert und kommen somit allen zu Gute. Auch werden die Mittel in die Erhöhung der Verkehrssicherheit gesteckt und Unfallhäufungspunkte entschärft.

Facts zur Parkraumbewirtschaftung und Parkpickerl

Insgesamt gibt es derzeit 244.000 Parkpickerl – somit gibt es für rund die Hälfte aller in den bewirtschafteten Bezirken zugelassenen PKW ein Parkpickerl. Rund die Hälfte aller Stellplätze im Stadtgebiet sind derzeit bewirtschaftet. Die Kosten für das AnwohnerInnen-Parkpickerl sind im EU-Vergleich gering. Der Anteil der PKWs am Modal Split betrug im Jahr 2019 nur 27%, jener der Öffis 38%. Ein Blick in die Geschichte: 1993 waren es noch 40% PKWs und 29% Öffis. Wien ist dank vieler unterschiedlicher Maßnahmen am Weg zur Klimamusterstadt.

Das sagt Simmering zu einer Pickerl-Ausweitung

Eine Meinungsumfrage zum Parkpickerl - DOWNLOAD

Facts und Figures zum Parkpickerl

Deutlich mehr freie Parkpläzte für AnrainerInnen - Grafik: PID

Klimaschutz durch weniger Fahrten auf Parkplatz-Suche - Grafik: PID

 

Parkpickerl fördert den Umstieg auf die Öffis - Grafik: PID

Das Parkpickerl wirkt: Das sagen die WienerInnen

Brigitte S. aus Ottakring

Brigtte S. - PID/Bohmann

Bevor wir in Ottakring ein Parkpickerl hatten, war es echt mühsam, einen Parkplatz zu finden. Mit dem Pickerl spar ich mir viel Zeit und Nerven! Ich fahr übrigens viel mehr mit dem Fahrrad, seid es rundum das Parkpickerl gibt – das ist gesund für mich und für unsere Umwelt!

Sebastian-Eugen P. aus Simmering

Sebastian-Eugen P.- PID/Bohmann

Ich fände es super, wenn das Parkpickerl auf den ganzen Bezirk ausgeweitet wird. Ich wohne seit letztem Jahr in Kaiserebersdorf und dort gibt es aktuell kein Pickerl. Für mich ist es sehr lästig, dass man abends nach 19 Uhr überhaupt keinen Parkplatz mehr findet, weil überall Kleintransporter, Busse und weitere Fahrzeuge stehen. Die meisten davon auch ohne Wiener Kennzeichen. Früher habe ich in der Parkpickerlzone gewohnt, dort hat sich das Problem mit der Einführung erledigt.

Irene G. aus Simmering

Irene G. PID/Bohmann

Schade, dass es erst nächstes Jahr soweit ist. Ich wohne genau an der Grenze der Parkpickerlzone und ab halb acht Uhr morgens gibt es keine Stellplätze mehr. Wir müssen uns teilweise illegal abstellen, weil wir nirgendwo hinkönnen. Auch das Verkehrsaufkommen ist bei uns sehr hoch und das wirkt sich ganz klar negativ auf unsere Lebensqualität aus.