Kunst Haus Wien: Neue Ausstellung „Susan Meiselas. Mediations“

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Mit einer umfangreichen Personale zeigt das Kunst Haus Wien, ein Museum der Wien Holding, von 16. September 2021 bis 13. Februar 2022 das Werk der amerikanischen Fotografin Susan Meiselas. Zu sehen sind Meiselas’ frühe Serien Carnival Strippers (1972–1975) und Prince Street Girls (1975–1992) sowie die Installation Mediations (1978–1982) über die nicaraguanische Revolution. Ihre aktuelle Serie zu britischen Frauenhäusern wird ebenfalls präsentiert. A Room of Their Own (2015–2016) umfasst Fotos der Zufluchtsräume, aber auch Aussagen und Gegenstände der Bewohnerinnen.

„Das Kunst Haus Wien hat sich mit seinen vielen hochkarätigen, internationalen Ausstellungen als Haus für zeitgenössische Kunst und Fotografie etabliert und ist mittlerweile ein Hotspot der Wiener Kulturszene. Es freut mich sehr, dass mit Susan Meiselas eine weitere Fotografie-Ikone für die große Herbstausstellung gewonnen werden konnte“, so Wien Holding-Geschäftsführer Kurt Gollowitzer.

„Susan Meiselas vielschichtige fotografische Erzählungen über Menschen und Gesellschaften sind politisch hoch brisant, ob feministische Themen wie Gewalt an Frauen oder ihre Fotos aus den Konfliktzonen der Welt wie Nicaragua, Irak usw., die zeigen wie wesentlich für Fotograf*innen die Unterstützung durch und Zusammenarbeit mit den Ortskräften ist“, so Kunst Haus Wien-Direktorin Bettina Leidl.

Bekannt wurde Susan Meiselas mit ihren Fotoreportagen über die Revolution in Nicaragua. Von 1978 bis 1982 dokumentierte sie den Aufstand der Sandinisten gegen den damaligen Präsidenten Anastasio Somoza Debayle. Einige ihrer Aufnahmen, allen voran der „Molotov Man“, wurden zu Medienikonen und prägten die Rezeption der lateinamerikanischen Revolution in der westlichen Welt. Die Ausstellung zeichnet nach, wie diese Motive in unterschiedlichen Kontexten aufgegriffen und reproduziert wurden.

Intensive Auseinandersetzung mit der Rolle der Frau

In ihrem ersten größeren fotografischen Essay Carnival Strippers (1972–1975) zeigt sie die Arbeitsbedingungen von Frauen, die als Stripperinnen auf Jahrmärkten in Neuengland arbeiten. Ihre Bilder kombiniert sie mit Audioaufnahmen von den Frauen, ihren Kunden und Managern. Meiselas zeigt in diesem Projekt die Lebensrealität der Protagonistinnen, lässt sie auch selbst zu Wort kommen und stärkt so ihren Selbstwert und ihre Identität.

In der Serie Prince Street Girls begleitete sie über 17 Jahre hinweg junge Mädchen in Little Italy, New York City – von deren Kindheit über die Pubertät bis ins Erwachsenenalter. Die Aufnahmen zeigen die allmähliche Veränderung ihres Lebens, ihrer Körper und ihres Platzes in der Gesellschaft.

Häusliche Gewalt hat Susan Meiselas in ihrer Serie Archive of Abuse thematisiert. Anfang der 1990er-Jahre wurde die Fotografin eingeladen, eine Sensibilisierungskampagne zum Thema häusliche Gewalt in San Francisco zu unterstützen. Meiselas verwendete dafür Material aus Polizeiberichten und legte ihren Fokus auf die visuelle und textliche Dokumentation der Verbrechen. Die so entstandenen Collagen wurden im öffentlichen Raum plakatiert, um ein breiteres Bewusstsein für die vielfältigen Formen der Gewalt an Frauen als strukturelles Phänomen zu schaffen.

Meiselas’ Ausgangspunkt für ihr Langzeitprojekt Kurdistan war die Dokumentation des Genozids an den Kurden durch das irakische Regime unter Saddam Hussein im Nordirak 1988. Entstanden ist ein Archiv, das das kulturelle Gedächtnis eines Volkes und die vielfältige Geschichte der kurdischen Diaspora bewahrt. Dieses Multimediaprojekt umfasst Fotografien, Videos, Dokumente und mündliche Berichte, die die Künstlerin in über 30 Jahren zusammengetragen hat. Auch die Ergebnisse eines Workshops, den Susan Meiselas im September 2021 mit in Wien lebenden Kurd*innen durchführt, wird in die Ausstellung integriert.

Biografie

Susan Meiselas wurde 1948 in Baltimore, Maryland, geboren und lebt seit den 1970er-Jahren in New York City. Meiselas kam 1976 zu Magnum Photos und arbeitet seitdem als freiberufliche Fotografin. Ihre Fotografien wurden in zahlreichen Museen und Einzelausstellungen gezeigt – zuletzt etwa 2016 im Fotografie Forum Frankfurt und 2018 im Jeu de Paume sowie im San Francisco Museum of Modern Art – und sind in wichtigen Sammlungen weltweit vertreten. Susan Meiselas wurde unter anderem die Robert Capa Gold Medal, der Hasselblad Foundation Award und der Deutsche Börse Photography Foundation Prize verliehen. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit C/O Berlin und wird dort im Frühjahr 2022 ebenfalls gezeigt.

Rahmenprogramm rund um Susan Meiselas

Zur Ausstellung im Kunst Haus Wien ist ein umfangreiches Begleitprogramm geplant: Am Donnerstag, 16. September 2021 um 18.00 Uhr findet ein Artist Talk zwischen Kuratorin Verena Kaspar und Fotografin Susan Meiselas in englischer Sprache statt. Am Mittwoch, 13. Oktober 2021 um 18.30 Uhr folgt die Buchpräsentation von Leo Kandl, „Facing Iron“. Ein Podiumsgespräch unter dem Titel „also known as/ akaKURDISTAN – Geschichten eines Volkes ohne Staat“ ist für Dienstag, 23. November um 18.30 Uhr geplant. Ein weiteres Podiumsgespräch zum Thema „Solidaritätskomitee Nicaragua. Österreichische humanitäre Mission 1978-80“ findet am 27. Jänner 2022 um 18.30 Uhr statt. Außerdem führt Kuratorin Verena Kaspar am Donnerstag, 14. Oktober 2021, sowie am Donnerstag, 20. Jänner 2022, jeweils um 17.00 Uhr durch die Ausstellung.

Für alle Veranstaltungen und Führungen ist eine Anmeldung unter anmeldung@kunsthauswien.com unbedingt erforderlich, die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt. Teilnahmebedingungen laut aktuellen COVID-19-Schutzmaßnahmen.

Pressefotos:

Fotos zur Aussendung sind im Presse-Bereich der Wien Holding unter www.wienholding.at/Presse/Presseaussendungen abrufbar. Honorarfreier Abdruck im Zuge der Berichterstattung unter Nennung des Copyrights.

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