ÖBB: 1,62 Milliarden Euro für den Wiener Nahverkehr

Der neue Rahmenplan 2021-2026 bringt für Wien einen massiven Investitionsschub

Die wichtigsten Projekte des ÖBB-Rahmenplans für Wien sind dabei der Ausbau der Stammstrecke der Wiener Schnellbahn, der Ausbau der Verbindungsbahn und die viergleisige Erweiterung der Südstrecke von Meidling bis Mödling. Waren im alten Rahmenplan rund 640 Mio. Euro für Wien vorgesehen, so sind es nun für die kommenden sechs Jahre 1,62 Milliarden.

Neuer Schwerpunkt der Investitionen der ÖBB-Infrastruktur AG in der Bundeshauptstadt ist die Attraktivierung der Stammstrecke zwischen Meidling und Floridsdorf. Auf 220 Meter verlängerte Bahnsteige und modernste Zugleit-Technik sollen die Kapazitäten der meistbefahrenen Bahnstrecke Österreichs noch deutlich erweitern. Statt der bisher rund 700 Züge am Tag sollen es bald bis zu 900 sein. Zusammen mit dem viergleisigen Ausbau der Strecke von Meidling über Liesing bis nach Mödling soll die Strecke fit gemacht werden für die Anforderungen der Zukunft und noch mehr Pendler vom Auto auf die Schiene holen.

Insgesamt werden in Wien allein unter dem Titel „Qualitätssicherung Nahverkehr“ in den nächsten sechs Jahren rund 900 Millionen investiert.

Neu aufgenommene Schwerpunkte:

  • Wiener Schnellbahn Stammstrecke; Qualitätssicherung
    Inbetriebnahme: 2026
  • Wien Meidling - Mödling; 4-gleisiger Ausbau
    Inbetriebnahme Abschnitt Meidling-Liesing: 2032
    Inbetriebnahme Abschnitt Liesing-Mödling: 2034
  • Floridsdorf; Erweiterung Abstellkapazitäten für Nahverkehr
    Inbetriebnahme: 2024
  • Wien Hütteldorf; Bahnhofsumbau
    Inbetriebnahme: 2031
  • Terminal Inzersdorf; (Phase 2)
    Inbetriebnahme: 2023

Ausbau-Veränderungen zu 2018-2023:

  • Verbindungsbahn Hütteldorf - Meidling:
    Modul 2 geht mit Fahrplanwechsel 2027 in Betrieb.
  • Süßenbrunn – Bernhardsthal; Abschnitt Wien Süßenbrunn – Gänserndorf: Durch den angepassten Bauablauf ergibt sich eine frühere Fertigstellung des Abschnitts um 1 Jahr.
  • Bahnhofsumbau Penzing (Westkopf): Verschiebung um 3 Jahre auf 2027
  • Wien Westbf; Redimensionierung: Verschiebung um 2 Jahre auf 2028 wegen Anpassung der Inbetriebnahmen in Zusammenhang mit der Bauabschnittsplanung beim Projekt " Wien Hütteldorf - Wien Meidling; Verbindungsbahn.
  • Unter Purkersdorf; Bahnhofsumbau inkl. ESTW: Vorziehung um 2 Jahre auf 2022
    Purkersdorf Zentrum; Haltestelle: Vorziehung um 1 Jahr auf 2024
    Österreichweit werden die ÖBB in den kommenden sechs Jahren im Auftrag des Bundesministeriums für Klimaschutz 17,5 Milliarden Euro in modernste, leistungsfähige Bahn-Infrastruktur investieren Insgesamt 3 Milliarden Euro sind für komplett neue Vorhaben in dieser Rahmenplan-Periode bis inklusive 2026 vorgesehen. Weitere 5 Milliarden für Projekte, die nach 2026 umgesetzt werden. Damit werden Strecken, Bahnhöfe, Sicherungstechnik und Verkehrsleitsysteme fit für die Zukunft gemacht:

Vier Schwerpunkte wurden bei den Investitionen gesetzt:

  • Ausbau des Nahverkehrs
  • Attraktivierung der Regionalbahnen und ein ehrgeiziges Elektrifizierungsprogramm.
  • Mehr Kapazität und wirtschaftlichere Streckennutzung für den Güterverkehr.
  • Digitalisierung und Effizienzsteigerung im Bau und Betrieb.

„In den vergangenen Jahren haben sich die S-Bahnen großer Kundenzuwächse erfreut. Auch unsere Regionalbahnen haben sich sehr positiv entwickelt. Trotz des ordentlichen Corona-Dämpfers müssen wir jetzt in eine moderne, effiziente und zukunftsfitte Bahn investieren. Denn, die akute Klimakrise wird noch mehr Fahrgäste zum Umstieg motivieren. Vor allem zu Spitzenzeiten ist die Kapazität in neuralgischen Streckenabschnitten bereits ausgelastet, darunter leidet der Personen- als auch der Güterverkehr. Wir müssen für die Zeit nach der Corona-Krise gewappnet sein“, sagt ÖBB-CEO Andreas Matthä.

Hier setzt der Rahmenplan an: Zum Beispiel wird die Wiener S-Bahn-Strecke zwischen Meidling und Floridsdorf mit modernster, satellitengesteuerter Technik und längeren Bahnsteigen von 220 m für längere Züge und die Streckenkapazität auf 900 Züge pro Tag gesteigert (statt bisher 700). Das Ergebnis: mehr und längere Züge.

Insgesamt werden allein in der Ostregion in den kommenden sechs Jahren rund 6 Milliarden Euro investiert. Dazu werden auch die Strecken in Niederösterreich aufgewertet: Zum Beispiel der viergleisige Ausbau von Meidling bis Mödling. So können leistungsfähige Alternativen für den Pendlerverkehr im sogenannten Speckgürtel geschaffen werden. Ähnliche Programme werden auch in allen anderen Landeshauptstädten realisiert.

Heute wird die moderne Bahn von morgen gebaut

Insgesamt 1,8 Milliarden Euro (davon sind 1,2 Milliarden im Rahmenplan bis 2026 vorgesehen) fließen in die Modernisierung und Elektrifizierung der Regionalbahnen. Diesen kommt im Streckenkonzept der Zukunft nicht nur die wichtige Zubringerfunktion zu, sie bringen den ländlicheren Regionen Österreichs umweltfreundliche Mobilität und werten den Wirtschaftsstandort auf. Die Investitionen kommen zudem vor allem Klein-und Mittelbetrieben zugute, was zusätzliche lokale Wertschöpfung und Arbeitsplätze bringt.

Auch für den Güterverkehr arbeiten wir an noch besseren Infrastrukturanlagen – das Güterzentrum Wien Süd tritt in die nächste Ausbauphase und wird in Zukunft über noch mehr Kapazitäten verfügen. Dabei ist uns vor allem beim Güterverkehr natürlich auch der Schallschutz der Anrainer ein großes Anliegen, daher werden auch in den nächsten Jahren weitere Schallschutzwände gebaut.

Digitalisierung auf allen Ebenen

Ein wesentlicher Faktor bei der Attraktivierung und Modernisierung der Bahninfrastruktur ist die Digitalisierung. Sie macht erst vieles möglich, was vor einigen Jahren noch undenkbar schien. Die Attraktivierung der Wiener S-Bahn etwa wäre ohne modernste Technik nicht möglich. Der gesamte Bahnbetrieb profitiert von der Digitalisierung – von der Weichensteuerung bis zur Erstellung eines „digitalen Zwillings“ unseres gesamten Streckennetzes.

Die ÖBB sind hier ein stabiler und verlässlicher Anker.

Doch all diese Investitionen kommen nicht nur der Bahn zugute: Der sechs Jahre laufende Rahmenplan wird jährlich fortgeschrieben und kann damit vor allem in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten – wie aktuell durch die Coronakrise ausgelöst – wertvolle Investitionen sicherstellen:

  • Zwei Arbeitsplätze bei den ÖBB schaffen und sichern einen weiteren Job außerhalb der Bahn
  • 1 Euro in den Bahnausbau bringt 2 Euro für die Volkswirtschaft (Steuern, Abgaben, Sozialversicherung)
  • 1 Mrd. Euro an Investitionen sichert 15.000 Arbeitsplätze
  • Pro Jahr bringen die ÖBB dem Land etwa 5 Milliarden Euro an Wertschöpfung und
    0,6 Prozent BIP-Beitrag p.a.
  • Bessere Erreichbarkeit und Erschließung der Regionen bringt mehr Wachstum und Wohlstand, schafft und sichert dauerhaft Arbeitsplätze und führt zu einer Aufwertung des Wirtschaftsstandortes.
  • Und das erworbene Know-How der ÖBB in der Bahntechnik und Bautechnik bringt auch die österreichische Bahnindustrie voran und garantiert zusätzliche Exporterfolge.

„Damit sind die Steuermittel, die den ÖBB zur Verfügung gestellt werden, bestens investiert: Sicher Aufträge für die Wirtschaft bedeuten sicher Arbeitsplätze und bringen enorme Entlastungen für die Umwelt im Verkehr der Zukunft,“ sagt Bundesministerin Gewessler

„Investitionen in die Bahn wirken während der Bauphase, sie schaffen Arbeitsplätze und wirken als Konjunkturmotor. Mit dem vorliegenden Rahmenplan schaffen wir nicht nur Beschäftigung und regionale Wertschöpfung, sondern stärken auch unsere Regionen. Entlang gut ausgebauter Bahnachsen haben wir einen ‚Pull-Effekt‘, der sich positiv auf die Bevölkerungsentwicklung entlang dieser Achsen auswirkt und Betriebsansiedelungen attraktiv macht. Mit der Umsetzung des Rahmenplanes werden wir eine Bahn haben, die umweltfreundliche, bequeme und einfache Mobilität völlig neu definiert,“ schließt ÖBB-CEO Matthä.

ÖBB. Heute. Für morgen. Für uns.

Schon heute bringen die ÖBB als umfassender Mobilitätsdienstleister jährlich 477 Millionen Fahrgäste und 105 Millionen Tonnen Güter umweltfreundlich ans Ziel. Besonders klimaschonend sind die Bahnreisenden unterwegs. Denn 100 Prozent des Bahnstroms stammen aus erneuerbaren Energieträgern. Die ÖBB gehörten 2019 mit rund 96 Prozent Pünktlichkeit zu den pünktlichsten Bahnen Europas. Mit Investitionen in die Bahninfrastruktur von über zwei Milliarden Euro jährlich bauen die ÖBB am Bahnsystem für morgen. Konzernweit 41.904 MitarbeiterInnen bei Bus und Bahn sowie zusätzlich rund 2.000 Lehrlinge sorgen dafür, dass täglich rund 1,3 Millionen Reisende sicher an ihr Ziel kommen. Die ÖBB sind das Rückgrat von Gesellschaft und Wirtschaft und sind Österreichs größtes Klimaschutzunternehmen. Strategische Leitgesellschaft des Konzerns ist die ÖBB-Holding AG.

Rückfragehinweis für Medien

Mag. Daniel Pinka, MAS

ÖBB-Holding AG, Konzernkommunikation

Pressesprecher

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