NEU: Weitere 50 Mio. Euro Wiener Corona-Hilfe

Massive Hilfe für Arbeitsmarkt, Betriebe, Tourismus, Clubs und Gastronomie / Damit bereits 400 Mio. Euro zur Verfügung gestellt

Die vergangenen Monate waren geprägt von Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens. Das Coronavirus und dessen Verbreitung rund um den Globus haben uns Menschen, vor allem aber auch die Wirtschafstreibenden und Unternehmen vor massive Herausforderungen gestellt. Eines steht jedoch fest: Eine Krise dieses Ausmaßes kann man nur gemeinsam bewältigen. Daher war schnelle und unbürokratische Hilfe für die Wiener Unternehmerinnen und Unternehmer dringend notwendig. Die Stadt Wien hat schnell reagiert und ein 150 Millionen Euro schweres Corona-Hilfspaket als Unterstützung für die Wiener Wirtschaft und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bereitgestellt. Zusätzliche 200 Mio. Euro werden in das Wiener Gesundheits- und Sozialsystem investiert. Die Auswirkungen der Pandemie auf die Wiener Wirtschaft sowie auf die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind jedoch nach wie vor deutlich spürbar. Daher schicken Bürgermeister Michael Ludwig, Vizebürgermeisterin Birgit Hebein und Finanzstadtrat Peter Hanke ein weiteres Maßnahmenpaket auf den Weg. Eckpfeiler des über 50 Mio. Euro schweren dritten Corona-Pakets sind der Wiener Arbeitsmarkt, die Gastronomie, der Tourismus, die Nachwirtschaft sowie Investitionen in die Zukunft.

Bürgermeister Michael Ludwig: „Wir halten zusammen und stellen uns der Herausforderung. Es ist Zeit, dass wir den nächsten Schritt setzen und den Wienerinnen und Wienern wie auch der Wiener Wirtschaft helfen, durch die nächsten Monate zu kommen Insgesamt nimmt die Stadt Wien über 400 Mio. Euro in die Hand, um die aktuelle Gesundheits- und Wirtschaftskrise in Wien zu bekämpfen und Wien auf Kurs zu halten.“

Vizebürgermeisterin Birgit Hebein: „Wer, wenn nicht Wien, sollte diese Herausforderungen stemmen. Wer rasch hilft, hilft doppelt. Das heute vorgestellte dritte Corona Hilfsprogramm ergänzt bundesweite Unterstützungsmaßnahmen dort, wo wir aus Sicht unserer Stadt besonderen Bedarf haben. Wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen, werden wir auch diese schwierige Situation bewältigen. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir als Stadt Geld in die Hand nehmen, um den Betrieben zu helfen und jene Menschen zu unterstützen, die auf Job-Suche sind oder wie Lehrlinge in Ausbildung sind.“

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke: „Wien lässt sich nicht von Corona ausbremsen. Schon am Beginn der Corona-Krise haben wir Sofortmaßnahmen gesetzt, um der Wiener Wirtschaft und den Wiener Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in dieser schwierigen Situation zu helfen. Mit der jetzigen Erweiterung unserer Wirtschafts- und Arbeitsmarktpakete setzen wir alles daran, damit unsere Bevölkerung durch die schwere Zeit kommt und wir als Stadt bald wieder an unsere Erfolge vor Corona anschließen können.“

Grüner Wirtschaftssprecher Hans Arsenovic: „Die Grünen Wien kooperieren seit vielen Jahren mit der Clubszene, ein Comeback dieser lebendigen Musikszene ist für Wien essenziell. Es ist gut, dass es nach der Schaffung des bis zu 100 % Fixkostenzuschusses auf Bundesebene jetzt auch seitens der Stadt ein Förderprogramm gibt, welches Clubs bei der Konzeption und Durchführung ihres zukünftigen Programms mit bis zu 30.000 Euro unterstützt. Die Wiener Clubszene als musikalisch-kreatives Ambiente ist ein wichtiger Nährboden für aktuelles zeitgenössisches Musikschaffen. Die vor dem Lockdown vielfältige und lebendige Clubszene zählt mittlerweile auch zu einem Markenzeichen Wiens, die von den Menschen der Stadt geschätzt und von Besucher*innen erwartet wird.“

Gezielte Maßnahmen wichtig

Vor allem die Bereiche Arbeitsmarkt, Tourismus, Gastronomie und Nachwirtschaft brauchen Unterstützung. So zeigt die Corona-Krise noch immer massive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und schlägt sich in einem starken Anstieg der Arbeitslosigkeit in Wien und ganz Österreich nieder. 170.027 Personen waren im August in Wien arbeitslos. Das entspricht einem Anstieg der Arbeitslosigkeit (inkl. Schulungen) im August 2020 von +37.391 Personen (+28,2 %) in Wien gegenüber dem Vorjahresmonat. Die aktuelle Arbeitslosenquote in Wien liegt derzeit bei 15,3 %. 41.292 Personen über 50 waren im Juli 2020 arbeitslos. Die Joboffensive 50+ ist eine Maßnahme der Stadt Wien gemeinsam mit dem AMS für über 50-jährige arbeitslose WienerInnen. Bisher gab es 1.000 geförderte Jobs in der Stadt Wien, ihren Eirichtungen und Unternehmungen, in NGOS, die mit der Stadt kooperieren, und in privaten Unternehmen. Jetzt werden 1.000 zusätzliche Plätze für diese Maßnahme zur Verfügung gestellt. Die neuen Corona-Maßnahmen sind zudem auf die Unterstützung von Lehrlingen ausgerichtet. Mit einem Lehrlingsverbund schützt die Stadt Wien Lehrstellen und entlastet Ausbildungsbetriebe, die Corona-bedingt die Lehrausbildung nicht aufrechterhalten konnten.  

Der Tourismus in Metropolen ist global zum Erliegen gekommen, da gerade Großstädte von internationalen Gästen profitieren. Von den 17,6 Mio. Nächtigungen in Wien (2019) entfallen 83 % auf ausländische Gäste. Wien hält sich im Vergleich mit anderen Metropolregionen vergleichsweise gut. Zudem haben Wiens Beherbergungsbetriebe in den vergangenen Jahren gut gewirtschaftet, 2019 wurde erstmals die Umsatzmilliarde geknackt. Darauf aufbauend konnten einige Betriebe Reserven anlegen, die ihnen jetzt durch die Krise hilft. ¾ der Wiener Hotels haben wieder geöffnet, dennoch lag die Zimmerauslastung im Juli mit 29,9 % immer noch unter der des Vorjahres (86 %). Mit einer jährlichen Wertschöpfung von 3,97 Mrd. Euro (direkte und indirekte Effekte) und einem Beitrag von 4,2 % zu Wiens Bruttoregionalprodukt ist der Tourismus auch ein wichtiger Jobmotor für Wien. Rund 116.500 Jobs sind dem Wiener Tourismus- und der Freizeitwirtschaft zuzurechnen.  

Seit dem Lockdown ist das Nachtleben in den Wiener Clubs quasi zum Erliegen gekommen. 4.300 Betriebe – das sind 5 % aller Wiener Unternehmen – sind der Wiener Nachwirtschaft zuzurechnen. Insgesamt beschäftigen diese rund 24.000 Personen und erwirtschaften einen Jahresumsatz von fast 1 Mrd. Euro sowie eine Bruttowertschöpfung von rund 440 Mio. Euro. Ein Comeback dieser Szene ist für Wien essenziell.

Das Corona-Paket im Detail

13 Mio. Euro und 1.000 zusätzliche Plätze für die Joboffensive 50+
Die Stadt vergibt 1.000 zusätzliche Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose über 50.

1,3 Mio. Euro für das Pilotprojekt Lehrlingsverbund
Ausbildungsbetriebe, die Corona-bedingt die Lehrausbildung nicht aufrechterhalten konnten, können die Ausbildung ihrer Lehrlinge für einen Zeitraum von vier Monaten bei einen ÜBA-Träger (Überbetriebliche Lehrausbildung) fortsetzen. Die Stadt vermittelt dabei die Lehrlinge in die ÜBA und übernimmt für diesen Zeitraum die Lehrlingsentschädigung. Bedarf sieht die Stadt vor allem in den Bereichen Hotellerie und Gastronomie sowie beim Lehrberuf Bürokaufmann/-frau.

22 Mio. Euro Unterstützungspaket für Tourismus und Hotellerie
Die rund 1.000 gewerblichen Beherbergungsbetriebe in Wien leiden derzeit besonders unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Mit einer Anschubfinanzierung von bis zu max. 50.000 Euro pro Betriebsstätte will die Stadt Wien jetzt helfen und gleichzeitig Arbeitsplätze schützen. Gefördert werden Kosten für Buffet, Getränke, Marketing, Werbung und externe Dienstleistungen. Die Vergleichsgröße für die Finanzierung sind 6 % des Nächtigungsumsatzes von März bis Mai 2019. Einreichungen sind von 1. Oktober bis 30. Juni 2021 möglich, Kosten können bis 30. September 2021 geltend gemacht werden. Mit 7 Mio. Euro für Werbemaßnahmen zur Belebung des städtischen Tourismus wird das Budget des WienTourismus kompensiert, das sonst durch den Ausfall großer Teile der Ortstaxe eingebrochen wäre.

3 Mio. Euro für Wiener Clubs
Für die Weltstadt Wien und deren Reputation als Stadt internationaler Begegnung ist es zentral, dass das Musikerlebnis in Form des Clubbesuches so rasch wie möglich und in vergleichbarer Dimension zurückkehrt. Dieses Comeback möchte die Stadt Wien mit einer Förderung über die Wirtschaftsagentur Wien unterstützen. Gefördert werden soll die Konzeption und Durchführung entsprechender Projekte, Veranstaltungen oder Programme. Dies schließt jedenfalls Konzeptions-, Planungs-, Werbeaufwendungen sowie Gagen für Künstlerinnen und Künstler mit ein. Bei der geplanten Förderung handelt es sich um eine Ausschreibung auf Wettbewerbsbasis. Die Entscheidung über eine Förderung wird von einer Jury getroffen, die nach einem noch näher zu definierenden Kriterienkatalog (hiezu sollen beispielsweise zählen: Originalität/Kreativität des Konzepts, Internationalität, Gender- und Diversity-Aspekte) ihre Auswahl nach dem Wettbewerbsprinzip trifft. Solange besondere COVID-19-Schutz- und -Verhaltensmaßnahmen gelten, ist deren Einhaltung selbstverständlich zwingende Voraussetzung. Gefördert werden 90 % der Kosten, die maximale Fördersumme beträgt 30.000 Euro.

Winter-Schanigärten 2020/2021
Mit einer Novelle des Gebrauchsabgabegesetzes (GAG) werden bestehende Sommer-Schanigärten auch über den Winter offen halten können, sofern nicht bereits vergebene Bewilligungen im Winter entgegenstehen (z.B. Maronistände etc.).

14 Mio. Wachstumsinitiative für Digitalisierung, Klimaschutz und Standortbelebung
Gemeinsam mit der Wirtschaftskammer Wien lanciert die Stadt Wien eine Initiative, um private Unternehmen bei ihren Investitionen in die Zukunft in den Bereichen Klimaschutz, Standortbelebung und Digitalisierung zu fördern. Die WKBG (Wiener Kreditbürgschafts- und Beteiligungsbank AG) übernimmt dabei als Förderbank die Ausfallsbürgschaft im Ausmaß von bis zu 70% der Investitionskosten gegenüber der finanzierenden Hausbank. Insgesamt bedeutet das eine Haftung für Kredite in der Höhe von 20 Mio. Euro. 7 Mio. Euro kommen dabei von der Stadt Wien, weitere 7 Mio. Euro von der Wirtschaftskammer Wien.

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