Wiener Klimarat trat heute erstmals zusammen

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Gremium von acht WissenschafterInnen berät Bürgermeister und Vizebürgermeisterin in Klimafragen

Um dem Klimawandel weiterhin wirkungsvoll entgegenwirken zu können, hat der Wiener Gemeinderat im Juni 2019 ein Klimaschutzpaket beschlossen. Das Paket umfasst die Errichtung eines Klimabudgets und den Beschluss zur Smart-City-Strategie, welche die Treibhausgasemissionen effektiv senken und eine Verdopplung erneuerbarer Energie bis 2030 vorsieht. Als dritte Säule des Klimapakets hat die Stadt einen Klimarat eingerichtet. Heute, Montag, ist der Klimarat im Gebäude der Wien Energie in der Spittelau erstmals zusammengetreten. Die Beratung des Rates dauert auch noch morgen an. Das Gremium besteht aus ExpertInnen aus Wissenschaft, Verwaltung, Interessenvertretungen und Politik. Es wird der Stadtregierung beratend zur Seite stehen. 

Bürgermeister Michael Ludwig und Vizebürgermeisterin Birgit Hebein kamen am Montag zu einem ersten gemeinsamen Gespräch mit dem Klimarat zusammen und ließen sich über die ersten inhaltlichen Ergebnisse informieren. „Die Stadt Wien feiert 2019 das zwanzigjährige Jubiläum des ersten Klimaschutzprogrammes, diese Aktivitäten wurden im Rahmen der Smart City Strategie den letzten Jahren noch einmal verstärkt. Wir sind die vielfach bestätigte Stadt mit der höchsten Lebensqualität weltweit. Darauf wollen wir uns als Stadtregierungsteam aber nicht ausruhen und sind für weitere Inputs und Impulse offen. Deshalb haben wir den in dieser Art einzigartigen Klimarat einberufen", sagte Bürgermeister Ludwig heute beim ersten Kennenlernen zwischen Politik und Klimarat. Vizebürgermeisterin und Klimaschutzstadträtin Birgit Hebein fügte an: „Es ist Zeit zu handeln, darin sind sich die Expertinnen und Experten einig. Als Politik müssen wir rascher und mutiger als bisher die notwendigen Entscheidungen treffen. Wir müssen jetzt die Rahmenbedingungen schaffen, damit wir den Kampf gegen die Klimakrise gemeinsam gewinnen. Nur wenn Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam daran arbeiten, kann aus der Krise eine Chance für eine bessere Zukunft für unsere Kinder und Enkelkinder entstehen.“

So funktioniert der Wiener Klimarat

Im Kern besteht der Klimarat aus einer unabhängigen Gruppe von acht hochkarätigen Persönlichkeiten aus der Wissenschaft (Advisory Board Wissenschaft). Vier Expertinnen und vier Experten beraten im speziellen den Wiener Bürgermeister und die mit den Klimaschutzagenden betraute Vizebürgermeisterin betreffend klimapolitischer Herausforderungen für Wien und möglicher Maßnahmen der Stadt für den Klimaschutz. Die Empfehlungen werden im Vorfeld gemeinsam mit Schlüsselpersonen aus Wiens Politik, Verwaltung und stadtnahen Unternehmen (Sounding Board Stadt) sowie mit VertreterInnen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Interessenvertretungen (Sounding Board Gesellschaft) besprochen. Die fortlaufende Zusammenarbeit zwischen den drei Boards macht die Tätigkeit des Wiener Klimarats aus. Das Herzstück des Wiener Klimarats sind die acht nationalen und internationalen WissenschafterInnen. Dies sind: Sigrid Stagl vom Institut für ökologische Ökonomie an der Wirtschaftsuniversität Wien (WU), die ebenfalls an der WU tätige Professorin Verena Madner, die deutsche Verkehrsforscherin und Mobilitätsexpertin Barbara Lenz von der Humboldt-Universität Berlin sowie die Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb. Die weiteren vier Wissenschafter sind Karl Steininger vom Institut für Volkswirtschaftslehre an der Uni Graz, Robert Lechner, Geschäftsführer des Ökologie-Instituts, Andreas Matzarakis, Klimaforscher an der Universität Freiburg sowie der Meteorologe Simon Tschannett. Die Tätigkeit des Wiener Klimarats wird vorerst auf eine Laufzeit von 3 Jahren ausgelegt. Die Koordination und Betreuung wird von Urban Innovation Vienna in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien geleistet.

Wiener Klimaschutzprogramm

Vor genau 20 Jahren hat Wien sein erstes Klimaschutzprogramm (KliP) beschlossen und seither viele Maßnahmen in der Stadt umgesetzt. In insgesamt 37 Programmen werden 385 Einzelmaßnahmen in den Bereichen Energieaufbringung, Energieverwendung, Mobilität und Stadtstruktur sowie Beschaffung, Abfallwirtschaft und Naturschutz umgesetzt. Bisher konnten durch die KliP-Umsetzung die Wiener pro-Kopf-Emissionen an Treibhausgasen schon um rund 35 Prozent gegenüber 1990 gesenkt werden. 2020 startet die dritte Phase des Klimaschutzprogramms, das unter Beratung des nun eingerichteten Klimarates weiterentwickelt werden wird.

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