Martina Lindorfer erhält Hedy Lamarr Preis der Stadt Wien

Assistenzprofessorin der TU Wien forscht über automatisierte Schadensabwehr zur Datensicherheit

Der diesjährige Hedy Lamarr Preis der Stadt Wien für „besondere Leistung im Bereich moderner Informationstechnologien“ wird heute von Veronica Kaup-Hasler (Stadträtin Wissenschaft) und Kathrin Gaál (Stadträtin Frauen) an Martina Lindorfer verliehen. „Dr.in Martina Lindorfer beschäftigt sich in ihrer Forschung mit Methoden zur automatisierten Erkennung und Abwehr von Schadprogrammen auf mobilen Geräten. Sie hat dazu eine Sandbox für Android-Apps entwickelt, die sie auch öffentlich zur Verfügung stellte. Dr.in Lindorfers Forschung ermöglicht Erkenntnisse zu wissenschaftlichen, angewandten als auch regulatorischen Fragen. Die Aktualität und Relevanz ihrer Forschung, aber auch ihr Beitrag für die Gesellschaft sind bemerkenswert“, so die Fachjury in ihrer Begründung. Martina Lindorfer ist Assistenzprofessorin an der TU Wien, wo sie auch ihren Master machte und 2017 „Sub Auspiciis Praesidentis“ promovierte. Zwischen 2016 und 2018 war sie an der University of California, Santa Barbara, als Postdoc tätig.

Ihn ihrer Dankesrede sagt Preisträgerin Martina Lindorfer: „Ich fühle mich durch diese Anerkennung in meiner Entscheidung eine Forschungskarriere einzuschlagen bestätigt. Ich hoffe durch meine Rolle als Professorin an der TU Wien mehr Mädchen für das Thema IT Sicherheit begeistern zu können, und insbesondere durch diesen Preis die Sichtbarkeit unserer Forschung an der TU Wien zu erhöhen, und mehr Studienanfängerinnen im Informatikbereich anzulocken.“ Lindorfer konkret über ihre Arbeit: „Gerade im Bereich der Sicherheit und des Datenschutzes ist offene und unabhängige Forschung wichtig, die nicht von den großen Technologie-Konzernen bestimmt wird. Die Ergebnisse meiner Forschung ermöglichen Apps und Geräte automatisiert auf die Einhaltung von Datenschutzrichtlinien hin zu überprüfen, neuartige Sicherheitslücken und Datenmissbrauch aufzuzeigen, und zu deren Beseitigung beizutragen.“

„Vorbilder sind ein wichtiges Thema. Der Hedy Lamarr Preis zeichnet innovative Frauen aus und macht ihre Leistung damit sichtbar“, erklärt Kathrin Gaál bei der Überreichung der Urkunde und der Statuette am Erste Campus. „Junge Frauen und Mädchen sollen wissen, dass sie alles machen können, was sie wollen. Eine Botschaft des Hedy Lamarr Preises ist: Euch stehen alle Chancen offen!“, so die Frauenstadträtin. Veronica Kaup-Hasler fügt hinzu: „Hedy Lamarrs bedeutendste Erfindung richtete sich gegen eine Bedrohung ihrer Zeit: Ihr avantgardistisches Patent sollte U-Boote abwehren. Parallel dazu untersucht Martina Lindorfer die Bedrohungsszenarien unserer Zeit: Welche U-Boote belauern unbemerkt unsere Privatsphäre und torpedieren unsere persönliche Freiheit.“ Die Wissenschaftsstadträtin weiter: „Lindorfers Arbeit rückt den Menschen wieder ins Zentrum technischer Entwicklung. Das macht sie zu einer Wegbereiterin für eine neue Ära des digitalen Humanismus.“ 

Der Hedy Lamarr Preis der Stadt Wien wird als Höhepunkt und Abschluss der „Digital Days“ verliehen und würdigt mit 10.000 Euro eine österreichische Forscherin für ihre innovative Leistungen in der IT. Die namensgebende Wienerin Hedy Lamarr begann neben ihrer Hollywood-Karriere während des Zweiten Weltkriegs Technologien für die Alliierten zu entwickeln. Ihr zukunftsweisendes Patent des „Frequenzsprungverfahrens“ gilt als Vorläufer heutiger Bluetooth- und Wifi-Anwendungen.  Bei der erstmaligen Preisverleihung 2018 war Lamarrs Sohn, Anthony Loder, anwesend. Die Preisträgerin selbst wird von einer vierköpfigen Fachjury bestimmt: Prof. Martina Mara, JKU Linz – Prof. Ivona Brandic, TU Wien – Prof. Laura Kovacs, TU Wien – und Prof. Verena Fuchsberger-Staufer, Universität Salzburg, die letztjährige Hedy-Lamarr-Preisträgerin. Jede Preisträgerin wird als neues Mitglied in die Jury des Hedy Lamarr Preises aufgenommen. Die wissenschaftlichen Kooperationspartner für die Nominierungsliste sind FWF, FFG sowie WWTF.

 

 

 

 

 

 

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