NEOS Wien verlangen Erneuerung des Pflichtschulsystems in Wien

Die Wiener NEOS möchten, dass die rot-grüne Stadtregierung „das Pflichtschulsystem in Wien von Grund auf erneuert“. Dies hat Christoph Wiederkehr heute, Mittwoch, bei einer Pressekonferenz gefordert. Der NEOS-Klubobmann ortete dabei „eklatante Missstände im Wiener Bildungssystem“, vor allem im Bereich der Neuen Mittelschulen. „Wir sehen, dass vier von zehn NMS-Schülerinnen und -Schüler am Ende der achten Schulstufe die grundlegenden Lese- und Mathematikkompetenzen fehlen. Wir entlassen also fast die Hälfte aller Kinder aus Pflichtschulen, ohne dass sie ausreichend lesen und rechnen können“, beklagte Wiederkehr. Die Zahlen bezögen sich auf das vergangene Jahr und stammen aus dem Bundesinstitut für Bildungsforschung, Innovation und Entwicklung des österreichischen Schulwesens (BIFIE). Weiters bemängelte Wiederkehr den hohen Anteil von SchülerInnen in Privatschulen in Wien von mehr als 17 Prozent, der im Vergleich zu anderen Bundesländern viel zu hoch läge, sowie die „eskalierende Gewalt an Wiens Schulen, vor allem das massive Mobbing zwischen Schülerinnen und Schülern untereinander, aber auch gegen das Lehrpersonal“. Zudem fehle die Unterstützung von Lehrerinnen und Lehrern im Schulbetrieb, „da viel zu wenig psychosoziale Fachkräfte, wie etwa Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter an den Schulen eingesetzt werden“, so Wiederkehr. „Dadurch wird die Situation im Pflichtschulbereich, der in der Verantwortung der Stadt Wien liegt, immer schlechter“, so der NEOS-Klubobmann.

Wiederkehr forderte die Umsetzung von drei „Hauptmaßnahmen“, um „den Stillstand der rot-grünen Stadtregierung im Bildungsbereich aufzubrechen“. So sollen erstens auf Grundlage von Datenerhebungen Vergleiche zwischen den einzelnen Schulstandorten erstellt und so „gläserne Schulen“ geschaffen werden. Anhand dieser Ranglisten könnten sich Eltern über die Vorzüge – aber auch Nachteile – von einzelnen Einrichtungen informieren. Zudem solle für „eine individuelle Hilfe für Brennpunkt-Schulen mit besonderen sozialen Herausforderungen“ ein Sonderbudget von 50 Millionen Euro bereitgestellt werden. Drittens solle jede Schule ihre eigenen Entscheidungen im Personalbereich treffen, Direktorin oder Direktor sollen auf Zeit von einem Schulkollegium aus Lehrkräften, Eltern und BildungsexpertInnen gewählt werden. Damit würde „die Politik aus der Schule rausgehalten werden“, so Wiederkehr. „Wir fordern autonome Schulen, die die Kinder bis zur mittleren Reife begleiten“, sagte Wiederkehr, der die jahrzehntelange Diskussion um die Gesamtschule für nicht zielführend hielt, da „diese Auseinandersetzung zum politischen Stillstand und nicht zur Verbesserung der Situation der Schülerinnen und Schüler geführt hat“.

Weitere Informationen: NEOS Wien-Rathausklub, Tel.: 01/4000-81411. (Schluss) nic

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