Sima: Top-Wasserqualität in der Alten Donau dank neuem Mähmanagement

Top-Wasserqualität in der Alten Donau dank neuem Mähmanagement

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25 Mäh- und Sammelboote im Dauereinsatz für das Naturparadies

Auch wenn bis vor kurzem nicht ans Baden zu denken war: Bereits seit Anfang März sind die Amphibienmähboote der Stadt Wien auf der Alten Donau im Einsatz und mähen die Unterwasserpflanzen, die sogenannten Makrophyten. Bis heute wurden insgesamt schon über 1.000 Tonnen Mähgut aus der Alten Donau geholt, das Naturgewässer wurde heuer bereits zwei Mal komplett gemäht. „Wir haben das Mähmanagement letztes Jahr auf völlig neue Beine gestellt und konnten damit die Qualität enorm erhöhen. Erstmals konnte man ungehindert von einem Ufer zum anderen schwimmen“, so Umweltstadträtin Ulli Sima. „Auch heuer sind wir wieder sehr früh in die Mähsaison gestartet und können somit auch für die nun endlich beginnende Badesaison 2019 perfekte Bedingungen schaffen. Für die gute Wasserqualität der Alten Donau sind die Wasserpflanzen unerlässlich, für Schwimmer und Bootsfahrer sind sie mitunter lästig und so suchen wir jedes Jahr einen optimalen Weg, um beide Ansprüche zu vereinen“, so Sima weiter. Für die Bezirksvorsteher des 21. und 22. Bezirks, Georg Papai und Ernst Nevrivy sind die gesetzten Maßnahmen erfreulich: 

„Die Alte Donau ist mit ihren vielen Wassersportmöglichkeiten sicherlich eines der beliebtesten Naherholungsgebiete in Wien, nicht nur für die Floridsdorferinnen und Floridsdorfer, sondern über die Bezirksgrenzen hinaus, und daher sind die gesetzten Maßnahmen natürlich sehr erfreulich“, so Georg Papai, Bezirksvorsteher in Floridsdorf.

„Mit der Alten Donau haben wir in der Donaustadt eines der beliebtesten Platzerln in der Badesaison – als Bezirksvorsteher der Donaustadt freue ich mich besonders, dass hier nun von Saisonbeginn an dem Schwimmen und Bootfahren im wahrsten Sinn des Wortes nichts mehr im Wege steht!“, so Ernst Nevrivy, Bezirksvorsteher in der Donaustadt.

Teichrose, Schwanenblume und Lilie: Mähboote mit klingenden Namen unterwegs

Die für das Mähmanagement zuständige Fachabteilung Wiener Gewässer führt die Mäharbeiten auf der Alten Donau seit 2018 mit eigenem, geschulten Personal und eigenen Mähbooten selbst durch. „Die Alte Donau war heuer Ende April bereits komplett durchgemäht, danach wurde eine Mäh-Pause eingelegt. Anfang Mai haben alle Mäh- und Sammelboote wieder ihre Arbeit aufgenommen und sind täglich unterwegs. Damit sind wir für die Sommermonate sehr gut aufgestellt“, so Gerald Loew, Abteilungsleiter der MA 45 – Wiener Gewässer. 

Übrigens: Alle Boote der Stadt Wien haben heuer Namen erhalten. So wurden die Amphibienmähboote mit Namen von Pflanzen, die in der Alten Donau vorkommen, gebrandet. Nun sind sie als Teichrose, Schwanenblume, Lilie oder Seekanne  unterwegs und sorgen für ein ungestörtes Badevergnügen.

Fortsetzung des erfolgreichen Mähmanagements 2019:

  • Bereits im März waren 13 Amphibienmähboote, 3 Sammel-Motorboote und weitere Begleitboote auf der gesamten Alten Donau im Einsatz.
  • Insgesamt sind aktuell im Vollbetrieb 25 Boote unterwegs.
  • Gemäht wird in einer Tiefe von bis zu 2,5 Meter
  • Die Amphibienmähboote werden sowohl zum Schneiden der Pflanzen als auch zum Sammeln eingesetzt.
  • Begleitet werden sie von den Sammel-Booten, die das Schnittgut an dafür vorgesehenen Sammelstellen am Ufer abladen.
  • Neues Mähkonzept seit 2018: Die zu mähenden Bereiche werden, abhängig vom Wachstum der Pflanzen, in wöchentlichen Mähplänen festgelegt. 
  • Durchschnittlich werden pro Tag 7 ha mit Pflanzensperren abgesperrt und gemäht (Größenordnung liegt zwischen 5 und 11 ha)
  • Alle Mäh- und Sammelboote sind dort gleichzeitig im Einsatz. Dank der Sperren kann das Schnittgut gut eingesammelt werden und wird nicht vom Wellengang abgetrieben.
  • Das Mähgut wird vom Ufer abgeholt und zum Kompostwerk Lobau gebracht, wo es zu Bio-Kompost verarbeitet wird und als Guter Grund bei den Wiener Mistplätzen erhältlich ist
  • Rodungen mit TaucherInnen: bereits im März wurden alle Bereiche der Bootsverleiher von Tauchern in Handarbeit gemäht, damit diese problemlos in die Saison starten konnten. Auch aktuell gibt es begleitenden Einsatz von Taucherinnen und Tauchern für die Feinarbeiten am Ufer und in den Stegbereichen während der gesamten Saison.
  • Auf bewährte Weise führen GewässerbiologInnen begleitend Echolot-Sondierungen in der Alten Donau durch. Dabei werden die Unterwasserpflanzen mittels Schallwellen geortet. Die ersten Messungen erfolgten bereits im Jänner 2019 und werden in der Hauptsaison wöchentlich fortgeführt. Auf Basis der gesammelten Daten können genaue digitale Mähpläne erstellt werden.
  • Die Mähboote sind mit GPS, Computern und dazugehöriger Spezialsoftware ausgestattet. So können die ausgewiesenen Mähbereiche exakt abgearbeitet werden.
  • Niederwüchsige Characeen-Arten sollen langfristig den Platz der hochwüchsigen Arten einnehmen. Seit 2017 gibt es eine Versuchsfläche an der Unteren Alten Donau bei der Strombucht. Der Bereich wurde abgetrennt, damit sich die Pflanzen ungestört und frei von hungrigen Fischen entwickeln können. Die neuen Arten auf dem Gewässergrund entwickeln sich sehr gut.
  • In wenig genutzten ufernahen Zonen werden heuer wieder mehrere Schonzonen geschaffen. 

Rekordsaison 2018 mit 3.350 Tonnen gemähter Pflanzen – neues System funktioniert perfekt

2018 war für die Fachabteilung Wiener Gewässer das intensivste Jahr in der Geschichte des Mähens, sowohl was die Mähmenge als auch die Anzahl der Boote und den Arbeitseinsatz betrifft. Das gesamte Mähmanagement wurde auf neue Beine gestellt. 

„Bis zu 100 Tonnen Mähgut wurden im Rekordsommer 2018 an manchen Tagen aus der Alten Donau geholt, insgesamt betrug das eingesammelte Mähgut im letzten Sommer 3.350 Tonnen“, erinnert Abteilungsleiter Gerald Loew an die besonderen Herausforderungen vom Vorjahr, die dank der Umstellung des Systems perfekt bewältigt wurden. Die Wasserpflanzen sind in den letzten Jahren explosionsartig gewachsen. Nur zum Vergleich: 2013 betrug die Entnahmemenge in der gesamten Saison rund 72 Tonnen. 2016 war sie bereits sie auf 2.100 Tonnen angestiegen und im Vorjahr gab es einen neuen Rekord mit 3.350 Tonnen.

Neue Schonzonen zum Schutz der Unterwasserpflanzen

In wenig genutzten ufernahen Zonen wurden heuer neue Schonzonen geschaffen. Mähfreie Schonzonen sind als Ausgleich für die stark gemähten Flächen wichtig. Denn die Unterwasserpflanzen sind sensibel und müssen für die gute Wasserqualität unbedingt erhalten und geschützt werden. Zudem dienen diese mähfreien Abschnitte den Fischen als Laichplätze und Rückzugsgebiet. Die Schonzonen sind mit roten Bojen und Hinweistafeln gekennzeichnet.

  • Schonzonen Obere Alte Donau: Drei größere Schonzonen entlang des Bereichs zwischen ArbeiterInnenstrand und Strandbad Alte Donau; vier kleinere am Nordbahndamm, beim Sportbad des ASV, beim Birnersteig nahe dem Dragonerhäufel und beim Angelibad.
  • Schonzonen Untere Alte Donau: Entlang des nördlichen und des südlichen Ufers des Gänsehäufels, sowie am südlichen Ende der Alten Donau; weiters eine kleinere Schonzone im Kaiserwasser.

Informationen zu Wasserqualität und Mähmanagement:

www.wien.gv.at/umwelt/gewaesser/alte-donau/wasserqualitaet/

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/presse/bilder

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