SPÖ-Klubtagung (5) Umweltstadträtin Sima sagt Hitze in der Stadt den Kampf an

Stadträtin Ulli Sima eröffnete ihr Referat mit aktuellen Statistiken und Messwerten: Der Planet werde immer heißer, und auch in Wien steige die Zahl der sogenannten „Hitzetage“ im Sommer. „Erschreckend“ sei für sie die Erkenntnis gewesen, dass es in Österreich mittlerweile mehr Hitzetote als Verkehrstote gebe. Die Stadt begegne den Folgen des Klimawandels mit einem „Cooling Off“-Paket, dessen Maßnahmen ab sofort umgesetzt würden. Das Paket beruhe auf vier Säulen: der Infrastruktur, der Energieversorgung, der Mobiliät und dem Aspekt der Stadtbegrünung.

Infrastruktur-Maßnahmen würden vor allem gegen das Phänomen der „Rain Bombs“ gesetzt, das sind lokal begrenzte Starkregen-Ereignisse, welche die Kanalisation überlasten. Wien baue bzw. habe deshalb bereits einige unterirdische Wasserspeicher gebaut, die solche „Rain Bombs“ auffangen können - etwa in Simmering, in Liesing und in Favoriten.

Im Bereich Energie setze Wien ganz auf die Photovoltaik. „Wien ist die Sonnenstadt Österreichs“, sagte Sima. Über die Wien Energie sollen bis zum Jahr 2030 mehr als 240.000 Haushalte - das ist mehr als ein Viertel aller Wiener Haushalte - mit Solarstrom versorgt werden. Für den Ausbau der Dach-Solaranlagen würden rund 600 Millionen Euro investiert. Die Wiener Hauptkläranlage, selbst einer der größten Stromfresser der Stadt, mit einem Anteil von 1 Prozent am gesamten Wiener Stromverbrauch, werde bis zum Jahr 2020 energieautark und produziere ab dann selbst die benötigte Energie.

Im Bereich der Mobilität rief Sima erneut das „Jahr der Straßenbahn“ aus. Die Linie 11 komme neu, der D-Wagen werde verlängert - und bekomme im Sonnwendviertel darüber hinaus neue Grüngleise. Auf diesen Gleiskörpern wächst Gras, das zusätzlich zur Kühlung der Stadt beiträgt. die Ladestationen für E-Autos würden bis zum Jahresende 2019 auf insgesamt 1.500 Stück ausgebaut, mit einem Investitionsvolumen von 7 Millionen Euro.

Wiens Grünraum wachse weiter, kündigte Sima an. In Wien gebe es knapp 500.000 „Stadtbäume“, jährlich würden 3.000 Jungbäume gepflanzt, wie überhaupt „Wien das strengste Baumschutzgesetz der Welt“ habe. Dazu kämen in den kommenden Jahren 13 Hektar an neuen Parkanlagen. Sima nannte hier den neuen Reumannplatz, die „Neue Mitte“ im Nordbahnviertel und den Elinor-Ostrom-Park in Aspern als Beispiele. Außerdem werde mit dem Programm „Coole Bezirke“ ein Sonderfördertopf geschaffen, der mit 500.000 Euro dotiert sei. Die Stadt unterstütze die 23 Gemeindebezirke bei Maßnahmen zur Kühlung - etwa durch Fassadenbegrünungen. Sie stehe auch in Gesprächen mit dem Wohnbauressort - ein Vorhaben Simas sei es, mindestens einen Wiener Gemeindebau mit einer Fassadenbegrünung zu versehen. (Forts.) ato/esl

Rückfragehinweis für Medien