67. Städtetag zur Digitalisierung: "Städte tragen soziale Verantwortung"

Bürgermeister von Zell am See, Peter Padourek, Städtebund-Präsident Bürgermeister Michael Häupl und Thomas Weninger, Generalsekretär des Städtebundes bei einer Pressekonferenz

Der Gastgeber und Bürgermeister von Zell am See, Peter Padourek, Städtebund-Präsident Bürgermeister Michael Häupl und Thomas Weninger, Generalsekretär des Städtebundes bei der Pressekonferenz

Am 17. Mai 2017 wurde der Österreichische Städtetag in Zell am See eröffnet. Unter dem Motto "Stadt neu denken - Digitalisierung meistern" wurde beim Städtetag drei Tage intensiv über die rasante Entwicklung der digitalen Welt diskutiert.

Digitale Kompetenzen stärken

"Der sogenannte 'Digital Divide', also die Kluft zwischen Menschen mit umfassenden digitalen Kompetenzen und jenen, die sich damit schwerer tun, muss ein Ansporn für Kommunen sein, auf dem Weg in die Zukunft alle Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen. Denn Städten und Gemeinden tragen auch in diesem Bereich soziale Verantwortung", sagte Städtebund-Präsident Michael Häupl.

"Big Data, also die Erfassung, Aufbereitung, Speicherung und Analyse strukturierter und unstrukturierter Daten, verändert nicht nur die individuellen Lebensbereiche, auch die Stadtverwaltungen sind zunehmend von der Digitalisierung betroffen. Dadurch entsteht ein großer Bedarf an Fachkräften, die mit ihren Kenntnissen die Öffentliche Verwaltung zu einem datenbasierten Unternehmen umformen werden. Unsere Aufgabe besteht darin, darauf achtzugeben, dass auf der einen Seite der Datenschutz unangetastet bleibt, auf der anderen Seite aber Möglichkeiten für innovative Unternehmen und Start-ups gewährleistet werden", so der Bregenzer Bürgermeister und Städtebund-Vizepräsident Markus Linhart.

Große Herausforderungen für Städte

Über 1.000 Gäste, darunter zahlreiche Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus dem In- und Ausland, waren bei der traditionellen Generalversammlung des Österreichischen Städtebundes anwesend. Drei Tage lang ging es um die Herausforderungen der Städte bei der Digitalisierung gehen. Die Veränderungen im Handel (Stichwort Online-Handel) haben schon jetzt starke Auswirkungen auf Logistik, Verkehr und Innenstädte.

Als Festredner hielt Viktor Mayer-Schönberger, Autor des Standard-Werks "Big Data", die Eröffnungsrede. Mayer-Schönberger stammt selbst ursprünglich aus Zell am See und ist Professor für Internet Governance and Regulation an der Universität Oxford.

Ergebnisse des Städtebarometer 2017

Der SORA-Städtebarometer 2017 hat in einem Schwerpunkt zum Thema Digitalisierung das Nutzungsverhalten und Fragen zum Datenschutz, sowie zur Sicherheit im Netz und im öffentlichen Raum erhoben.

Städtebarometer 2017 zum digitalen Wandel

Forderungen des Österreichischen Städtebundes zu Big Data

  • "Der Österreichische Städtebund fordert vom Bund den raschen Entwurf eines Datenschutzgesetzes, das die Öffnungsklauseln der Datenschutzverordnung im Sinne einer verantwortungsvollen Verwaltungsführung klar regelt, ohne dabei eine überbordende Bürokratie oder Kosten zu produzieren". Das ist eine der zentralen Forderungen des Österreichischen Städtebundes, die zum Thema Datenschutz in einer Resolution an den Städtetag formuliert werden sollen.
  • Der Österreichische Städtebund fordert von Bund und Ländern eine ebenso umfassende und proaktive Bereitstellung von Daten, insbesondere von jenen Daten, die von Städten und Gemeinden mit großem Ressourceneinsatz erhoben und bei Bund und Ländern gesammelt werden.
  • Damit auch in Zukunft gewährleistet ist, dass Österreich im E-Government an vorderster Stelle steht, ist es unbedingt erforderlich, den Städten und Gemeinden Zugriff auf Informationen, die sich bereits in österreichweiten Registern befinden, zur Verfügung zu stellen, und zwar kostenlos.
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