Wien aktualisiert seine Smart City Strategie

Damit alle Wienerinnen und Wiener auch in Zukunft gut in der Stadt leben können, ohne Ressourcen und Umwelt zu belasten, verfolgt Wien seit 2014 eine "Smart City Strategie". Die Dach-Strategie wurde 2019 aktualisiert und an neue Herausforderungen wie den Klimawandel und die Digitalisierung angepasst.

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig: "Wien unterscheidet sich von anderen Städten durch eine abgestimmte Strategie, bei der Anliegen und Ideen der Stadtbewohnerinnen und Stadtbewohner, Impulse aus der Wirtschaft, Technologie und Forschung unter ein gemeinsames Ziel gestellt werden: Wien für die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten. Mit der Smart City Rahmenstrategie sind die Weichen dafür gestellt, Visionen für die Zukunft der Stadt werden so Realität."

Neue Zielbereiche "Digitalisierung" und "Partizipation"

Neu in die Rahmenstrategie aufgenommen wurden die Themen "Digitalisierung" und "Partizipation" als neue Zielbereiche. Konkrete Eckpunkte wurden im Juni 2019 präsentiert.

BürgerInnen-Budgets

Bürgerinnen und Bürger sollen bei der Erstellung des Stadtbudgets künftig mehr mitreden können.

Die designierte Vize-Bürgermeisterin Birgit Hebein:

Die Wienerinnen und Wiener sollen über BürgerInnen-Budgets stärker mitreden können, wie öffentliche Mittel eingesetzt werden.

Digitale Stadt Wien

Der Anspruch der Stadt Wien ist, dass von der Digitalisierung möglichst alle profitieren sollen. In die Smart City Strategie fließt auch die Digitale Agenda der Stadt ein – ein weiterer Masterplan für die Digitalisierung der Angebote der Kommune. Das "Digitale Amt" wurde bereits mit der Sag’s Wien-App für Anliegen oder dem WienBot – einem digitalen Amtshelfer in Form eines "Chatbots" am Smartphone – ausgebaut. Künftig sollen die Angebote durch eine interaktive Grätzel-Map "mein.wien.gv.at" mit digitalen Services wie Meldezettel oder Kindergarten-Anmeldungen ergänzt werden. Das Projekt ist bereits in der Betatest-Phase.

Digitales Wien

Kulturtoken

Mit dem "Kulturtoken" soll Blockchain-Technologie – also jene Technologie, auf der zum Beispiel Krypto-Währungen basieren – genutzt werden, um aktive Reduktion von Kohlendioxid zu belohnen. So gewinnt man zum Beispiel durch das Benutzen der Öffis freien Zugang zu Kunst- und Kulturinstitutionen.

Digitaler Humanismus

Mit einer Projektausschreibung zum "Digitalen Humanismus" soll die Digitalisierung und ihr Nutzen für die Menschen aus dem Blickwinkel der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften beleuchtet werden.

Energie und Mobilität

Der Kohlendioxid -Ausstoß soll drastisch reduziert werden. Gelingen soll das durch den Ausbau der Öffis und anderer umweltfreundlicher Arten der Mobilität im Stadtverkehr. Konkret will Wien Erfolgsrezepte wie die 365-Euro-Jahreskarte, die den Umstieg auf die Öffis attraktiv gemacht hat, fortsetzen. Langfristig sollen Wienerinnen und Wiener in der Stadt nicht mehr auf das eigene Auto angewiesen sein, sondern zwischen Öffis und innovativen E-Mobility-Angeboten wählen können.

Auch der Energieverbrauch der Stadt soll bis 2050 zu 70 Prozent aus erneuerbaren Energie-Quellen gedeckt werden. Dabei sollen bereits gestartete erfolgreiche Projekte wie Solarkraftwerke, an denen sich Bürgerinnen und Bürger finanziell beteiligen können, oder die Nutzung der Wasserkraft zur Stromgewinnung weiter ausgebaut werden. In der Stadtplanung sollen alle Aspekte – von Innovation bei der Mobilität über ressourcenschonendes Bauen bis zum Einsatz erneuerbarer Energie - miteinander verknüpft werden.

Ein Beispiel dafür ist das Projekt Smarter Together: In einem Grätzel in Simmering mit 21.000 Bewohnerinnen und Bewohnern werden Elektromobilitäts-Lösungen, der Einsatz von erneuerbarer Energie und nachhaltige Wohnhaus-Sanierungen erprobt. Außerdem werden smarte Ampeln getestet, die Fußgängerinnen und Fußgänger erkennen.

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