Rechnungsabschluss 2020 im Zeichen von Corona

  • Kampf gegen die Corona-Pandemie prägte maßgeblich die Bilanz
  • 14,9 Milliarden Euro Budgetvolumen mit hohen Investitionen und krisenresistenten Schwerpunkten
  • 600 Millionen Euro gegen die Krise: Wien an der Spitze der Bundesländer
  • Erhöhung der Rücklagen auf 1,9 Milliarden Euro
  • Defizit mit 1,1 Milliarden Euro leicht besser als erwartet

Die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie und der teilweise gleichzeitige Lockdown für ein Drittel der gesamten Weltbevölkerung haben im Jahr 2020 zur größten globalen Rezession seit der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er-Jahre geführt. Das zeigt sich auch im Rechnungsabschluss, der im Juni 2021 im Wiener Gemeinderat debattiert und beschlossen wird.

Wirtschaftsentwicklung 2009 bis 2020

Wirtschaftsentwicklung 2009 bis 2020

Die Bruttowertschöpfung Wiens brach 2020 um 6,2 Prozent ein. In dieser schwierigen Umgebung fokussierte sich die Stadt Wien auf das sichere Navigieren durch die Corona-Krise und setzte zugleich strategische Maßnahmen, die weit in die Zukunft wirken.

Zudem standen eine noch serviceorientiertere Verwaltung für Ein-Personen- sowie Klein- und Mittelständische Unternehmen im Vordergrund des Krisenmanagements. Durch die Balance zwischen Krisenbewältigung und dem gleichzeitigen Aufbau von Entwicklungschancen für die Zeit danach hat die Stadt Wien den coronabedingten Dauerstresstest im Jahr 2020 gut gemeistert.

Finanzstadtrat Peter Hanke: "Die Auswirkungen der Corona-Krise stellen jene der Banken- und Finanzkrise 2008/2009 in den Schatten: Insgesamt sind die Ausschläge laut Statistik Austria in etwa 5 Mal so stark."

Tortendiagramm: Anteil der Einnahmearten am Gesamtbudget

Einnahmen

Tortendiagramm: Anteil der Ausgabearten am Gesamtbudget

Ausgaben


Ausgaben

Die Summe der Ausgaben betrug insgesamt 14,9 Milliarden Euro. Davon waren rund 31 Prozent (4,6 Milliarden Euro) nachfragewirksame Ausgaben, die einen unmittelbaren Effekt auf die Wirtschaftsentwicklung in Wien haben. Der Großteil der Ausgaben (knapp 50 Prozent des Gesamtbudgets) lag traditionellerweise genau in jenen Bereichen, die während der Corona-Krise Überlebensnetz und Stabilisatoren des gesellschaftlichen Lebens waren:

Ausgaben-Fokus Gesundheit, Bildung und Soziales

Ausgaben-Fokus Daseinsvorsorge

  • Gesundheit: 2,5 Milliarden Euro (16,5 Prozent der Gesamtausgaben)
  • Soziales: 2,2 Milliarden Euro (14,8 Prozent)
  • Bildung: 2,7 Milliarden Euro (17,9 Prozent)

Für die Wohnbauförderung wurden 699,5 Millionen Euro bereitgestellt, für Straßenbau und Verkehr 865,1 Millionen Euro. Die Wirtschaftsförderungen wurden mit 181,5 Millionen Euro auf absolutes Rekordniveau aufgestockt und die in der Krise besonders vulnerable Kunst und Kultur mit zusätzlich 290,9 Millionen Euro unterstützt.

Die Stadt Wien hat über 50 Corona-Hilfsmaßnahmen für Gesundheit, Arbeit und Wirtschaft mit einem Volumen von rund 600 Millionen Euro erarbeitet. Kein anderes Bundesland hat aus eigener Kraft mehr in das aktive Krisenmanagement gesteckt.

Weniger Defizit als prognostiziert

Die Kombination aus Steuer- und Abgaben-Ausfällen sowie krisenbedingten Mehrausgaben ergaben insgesamt ein Defizit von 1,1 Milliarden Euro. Das zu Jahresbeginn prognostizierte Defizit in Höhe von 1,3 Milliarden Euro konnte leicht abgesenkt werden.

Der Schuldenstand der Stadt Wien wuchs auf 7,8 Milliarden Euro, nachdem dieser 2019 durch das damals erzielte Nulldefizit auf 6,7 Milliarden Euro gesenkt werden konnte. Das entspricht einer Schuldenquote von 2,3 Prozent. Auf Bundesebene liegt sie im Vergleich dazu bei 72,6 Prozent.

29 Milliarden Euro Vermögen

Aufgrund der immer noch unsicheren Situation steigerte die Stadt Wien ihre Rücklagen leicht von 1,8 Milliarden Euro auf 1,9 Milliarden Euro. Das Vermögen der Gemeinde Wien beträgt 29 Milliarden Euro. Davon fallen 89,6 Prozent (26 Milliarden Euro) auf das langfristige und 10,4 Prozent (3 Milliarden Euro) auf das kurzfristige Vermögen.

Städtische Investitionen als Konjunkturimpuls

Investitionen laut Rechnungsabschluss 2021

Investitionen

Zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Standortes hob die Stadt Wien ihre Gesamtinvestitionen auf 2,2 Milliarden Euro an. So wurden über 135 Millionen Euro in die Bildungsinfrastruktur, 80,2 Millionen Euro in den Straßen- und Brückenbau, 56,5 Millionen Euro in die Verbesserung von Daseinsvorsorgeleistungen im Bereich Abwasser, Wasser und Abfallwirtschaft, 22,3 Millionen Euro in die Feuerwehr und in die Rettungsinfrastruktur sowie 21,7 Millionen Euro in den Park- und Kinderspielplatzbau investiert.


Kampf um jeden Arbeitsplatz

Arbeitslosigkeit 2020 im Bundesländervergleich

Arbeitslosigkeit im Bundesländervergleich

Die Stadt Wien hat bereits in der 1. Phase der Corona-Krise ein Corona-Ausbildungspaket in der Höhe von 17 Millionen Euro geschnürt. Wesentliche Inhalte dieses Pakets waren die Aufstockung der überbetrieblichen Lehrausbildung (ÜBA), die Jugendstiftung Zukunftsberufe sowie der Ausbildungsverbund für die schwer getroffene Wiener Gastronomie und Hotellerie, damit die Jugendlichen ihre Lehre fortsetzen konnten. Im Mai 2021 nahm die Stadt Wien weitere 13 Millionen Euro in die Hand, um jungen Menschen eine gute Ausbildung und damit Jobchancen zu ermöglichen.

Gleichzeitig hilft die Stadt Wien damit Wiener Unternehmen dabei, ihre Fachkräfte für die Zukunft zu sichern. Insgesamt hat Wien mit dem Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds (waff) im vergangenen Jahr 33.641 Wienerinnen und Wiener unterstützt sowie 21.774 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in ihren beruflichen Entwicklungschancen gefördert. In 3.378 Fällen konnte Wiener Unternehmen mit Bedarf an qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Arbeitssuchenden geholfen werden. 8.489 Jugendliche bekamen Unterstützung beim Berufseinstieg.

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