Leuchtturmprojekte der Stadt Wien 2019

Wien ist eine Stadt mit höchster Lebensqualität. Die Wiener Stadtregierung hat sich für 2019 vorgenommen, an die bisherigen Erfolge anzuknüpfen. Am 21. Jänner 2019 wurden die wichtigsten Eckpunkte präsentiert.

Bürgermeister Michael Ludwig: "Wien ist die lebenswerteste Stadt der Welt, Wien ist die Stadt des sozialen Zusammenhalts. Wien ist eine moderne, weltoffene Metropole und Wien ist der Wirtschaftsmotor Österreichs. Wir können stolz auf Wien sein und wir können stolz auf die Wienerinnen und Wiener sein, die dafür sehr viel leisten.”

Themenfelder

Bildung

Kinder haben ein Recht auf die besten Rahmenbedingungen, die es ihnen ermöglichen, zu lernen und die Welt zu entdecken. Das betrifft einerseits die räumliche Gestaltung von Schulen und Kindergärten, aber auch die Frage, wie Kinder ernstgenommen, bestmöglich gefördert und als Menschen stark werden können. Deshalb setzt Wien auf innovative Bildungsbauten in der ganzen Stadt, die Raum für innovative Pädagogik und umfassende Förderung aller Kinder bieten.

Im Schulbereich entstehen 2019 insgesamt 100 neue Klassen in ganz Wien, 170 Millionen Euro werden investiert. Beispiele dafür sind die Zubauten bei der Volksschule Mittelgasse in Mariahilf, bei den Schulen in der Jochbergengasse in Wien-Floridsdorf, wo ein neues Schulzentrum von Volksschule und Mittelschule entsteht, sowie Erweiterungen der Schulen in der Markomannengasse in der Donaustadt und in der Dietrichgasse in der Landstraße. In Betrieb geht im September 2019 auch Wiens siebenter Bildungscampus.

Auch mit dem Bau neuer Schulen wird begonnen: In der Grundäckergasse in Favoriten sind eine Ganztagsvolksschule und eine Neue Mittelschule geplant. Baubeginn ist außerdem auch in der Landsteinergasse/Wiesberggasse in Ottakring, wo eine Volksschule und Mittelschule saniert und gleichzeitig erweitert werden. In der Carlbergengasse in Liesing wird eine Neue Mittelschule erweitert und eine ganztägig geführte Volksschule neu gebaut. Gleichzeitig startet 2019 auch das "Schulsanierungspaket II": Wien investiert in dieses Paket weitere 570 Millionen Euro.

Gerade Wien hat im Bereich der Kindergärten eine Vorreiterrolle in ganz Österreich - in der Anzahl der Plätze, der Öffnungszeiten, aber auch in der Qualität und Vielfalt des Angebotes. Der Ausbau der Kindergartenplätze ist ein wichtiger Schwerpunkt. Allein 2019 entstehen über 2.000 neue städtische und private Plätze. Bereits im Frühjahr stehen Wiener Familien vier neue städtische Kindergärten zur Verfügung: In der Grundäckergasse im 10. Bezirk, in der Ehamgasse in Simmering, in der Hirschstettner Straße im 22. Bezirk und in der Donaustadt in der Oleandergasse.

Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky: "Unsere Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass alle Menschen die Möglichkeit haben, sich zu bilden und zu entfalten und selbstbestimmte Menschen werden zu können."

Frauen

Mit der Aktion "Ich bin dein Rettungsanker" werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt darin geschult, sexualisierte Gewalt rechtzeitig zu erkennen und richtig darauf zu reagieren. Der Startschuss für diese Kampagne fiel am Donauinselfest 2018. Im Sommer 2018 wurde die Kampagne auf die Wiener Bäder ausgeweitet. 2019 starten dafür Schulungen für Wiener-Linien-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter. Außerdem informieren Kurzvideos auf Info-Screens im öffentlichen Raum über das richtige Verhalten im Notfall.

In Wien gibt es 4 Frauenhäuser mit 175 Plätzen für Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind. Ab 2020 wird ein 5. Frauenhaus mit weiteren 50 Plätzen errichtet. 2022 werden dann 225 Plätze in 5 Frauenhäusern für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, zur Verfügung stehen. Im Notfall finden Frauen hier anonym und unbürokratisch Zuflucht und Unterstützung. Schnelle Hilfe und Beratung bietet auch der 24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien.

Kathrin Gaál: "Alle Frauen in Wien sollen sich sicher fühlen können. Wer Hilfe und Schutz braucht, hat in unserer Stadt ein Auffangnetz und bekommt rasch und unkompliziert Hilfe und Unterstützung."

Gesundheit

In Sachen Gesundheitsversorgung ist Wien Weltmeister beim niederschwelligen Zugang zur Spitzenmedizin. 2019 werden 12 Millionen Euro in den niedergelassenen Bereich investiert.

Das hochmoderne Krankenhaus Nord setzt neue Standards in der medizinischen Versorgung sowie beim Komfort der Patientinnen und Patienten - ohne teure Zusatzversicherung. Die Eröffnung erfolgt im Juni 2019; Vollbetrieb wird ab September herrschen. Dort können rund 46.000 stationäre und rund 250.000 ambulante Patientinnen und Patienten pro Jahr versorgt werden.

Ebenfalls in Betrieb genommen wird 2019 das neue Strahlentherapiezentrum, das das gesamte Leistungsspektrum moderner Strahlentherapie anbieten wird. Im Vollbetrieb werden rund 2.400 Patientinnen und Patienten durch 4 modernste Linearbeschleuniger jährlich behandelt werden. Ab 2020 werden wienweit insgesamt 15 Strahlentherapiegeräte zur Verfügung stehen.

Wien baut das Angebot an Pflege- und Betreuungsleistungen aus. In einem Pilotprojekt wird erstmals die Leistung "mehrstündige Alltagsbegleitung" angeboten. Damit wird die Lücke zwischen mobilen Diensten und der 24-Stunden-Betreuung geschlossen. So werden vor allem Familienangehörige unterstützt, die nach wie vor einen unverzichtbaren Beitrag in der Pflege leisten. Das Pilotprojekt läuft seit 2018, 12 Betreuungsorganisationen sind bislang beteiligt.

Auch bei den Tageszentren plant Wien einen Leistungsausbau: Zusätzlich zum FSW-Tageszentrum PLUS in Favoriten öffnet 2019 auch das FSW-Tageszentrum in der Winarskystraße an Wochenenden und Feiertagen.

Wer in Wien häusliche Pflege und Betreuung braucht, wird binnen 24 Stunden nach Spitalsentlassung von Pflegekräften aufgesucht. In über 45.000 Hausbesuchen jährlich klären die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des FSW den individuellen Bedarf.

Gesundheitsstadtrat Peter Hacker: "Spitzenmedizin gibt es fast überall auf der Welt. Ich bekomme eine Strahlentherapie in Addis Abeba, einen Reha-Spezialisten in Bangkok und einen Pflege-Platz in Toronto - wenn ich genug Geld habe. In Wien ist das nicht der entscheidende Faktor. Wir wollen diese Spitzenleistungen allen zugänglich machen - egal, ob es um die Gesundheitsversorgung, Pflege oder Sozialarbeit geht."

Integration und Jugendarbeit

In Wien werden 2019 allein für die Förderungen der städtischen Integrationsabteilung MA 17 rund 8 Millionen Euro investiert. In die Kinder- und Jugendarbeit fließen 2019 33 Millionen Euro. Das sind um 6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Kultur soll in der ganzen Stadt erlebbar sein. Deswegen werden Konzepte für kulturelles Wachstum entwickelt. Die Instrumentarien dafür sind vielfältig: Vorhandene Bezirksinitiativen stärken und vernetzen, Kooperationen mit zentralen Institutionen fördern, neue dezentrale Kulturangebote schaffen (zum Beispiel Stadtlabore, Shift und Bezirksmuseen reloaded).

Um Wien als führende Kulturmetropole auch für die Zukunft abzusichern, ist es auch notwendig, die soziale Lage der Kulturschaffenden zu verbessern.

Kultur

Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler: "Keine Stadt definiert sich so stark über Kunst und Kultur wie Wien. Auch wenn die Zufriedenheit der Wienerinnen und Wiener mit dem Kulturangebot enorm hoch ist, muss konsequent an der Weiterentwicklung des Angebots gearbeitet sowie die Zugänglichkeit für alle Generationen und Schichten ermöglicht werden. "

Kulturabteilung (MA 7)

Soziales

Wien ist eine Stadt des sozialen Zusammenhalts. Deswegen ist die Armutsbekämpfung besonders wichtig. Die Mindestsicherung ist das unterste soziale Netz, das Menschen mit dem Mindesten versorgt, was sie zum Leben brauchen. Daher werden von der Bundesregierung vorgesehene Kürzungen in diesem Bereich abgelehnt.

Mindestsicherung

Umwelt

Die Stadt Wien setzt bereits seit vielen Jahren auf Öko-Energie. Wien Energie ist schon heute der größte Solarstromerzeuger Österreichs. Allein 2019 werden Photovoltaikprojekte im Ausmaß von 20 MW fertiggestellt. Bis 2030 werden knapp 600 MW Solarstrom-Anlagen errichtet. Dafür werden rund 600 Millionen Euro investiert.

Das Projekt E_OS (Energie_Optimierung Schlammbehandlung), das die ebswien hauptkläranlage ab 2020 energieautark machen wird, geht 2019 in die Zielgerade. Die Hauptkläranlage wird zum Öko-Kraftwerk und reduziert den Ausstoß von Kohlendioxid-Äquivalenten um rund 40.000 Tonnen pro Jahr. Bis 2020 werden 205 Millionen Euro investiert.

Durch den globalen Klimawandel verursachte Hitzepole in der Stadt werden mit einer Vielzahl von Maßnahmen bekämpft. Dazu zählen beispielsweise großflächige Fassadenbegrünungen in dicht verbauten Gebieten, Grätzloffensiven und der Ausbau von Grünräumen. Wien besteht zu 50 Prozent aus Grünflächen. Davon werden 2019 insgesamt 148.000 Quadratmeter neu errichtet, erweitert oder saniert.

Umweltstadträtin Ulli Sima: "Unsere städtische Infrastruktur ist das Rückgrat der Stadt - ob Energie, Netze, Kanal, Müllentsorgung, Wasserversorgung oder die Öffis: Die MitarbeiterInnen im Umweltressort halten die Stadt Tag für Tag am Laufen - und zwar für alle Menschen in dieser Stadt und dies zu fairen Preisen."

Wiener Stadtwerke

Um die leistbaren und attraktiven Öffis wird Wien weltweit beneidet. 2019 werden sie noch weiter ausgebaut. Die Straßenbahn-Linien 11, D und O werden verlängert, um wichtige Stadtentwicklungsgebiete zu erschließen. Auch die Vorarbeiten für die neuen U-Bahn-Linien U2/U5 laufen. Und der innovative selbstfahrende Seestadtbus nimmt 2019 den Fahrgastbetrieb auf.

Daneben wird die E-Mobilität ausgebaut. In Wien und im Umland werden 2019 550 neue E-Ladestellen errichtet. Ende 2019 werden im Großraum Wien 1.500 Ladestationen der Wien Energie am Netz sein. Wien Energie investiert hier 7 Millionen Euro.

Auch in unterirdische Netze wie Wasser, Strom, Gas, Fernwärme und Kanal wird investiert, nämlich über 530 Millionen Euro bis Ende 2020 - vor allem auch in den Stadterweiterungsgebieten.

Wiener Stadtwerke-Stadträtin Ulli Sima: "Zentral ist mir in allen Bereichen das respektvolle Miteinander in unserer Stadt. Wir setzen auf klare Spielregeln im öffentlichen Raum, ohne die ein Miteinander in einer Gesellschaft nicht funktioniert. Wir fordern die Rücksichtnahme im Sinne des Miteinanders in unserer Stadt ein. Seit letzter Woche gilt beispielsweise das Essverbot in allen U-Bahn-Linien, es wird von den Fahrgästen sehr gut angenommen. Dies zeigt, wie wichtig den Wienerinnen und Wienern dieses Miteinander ist."

Wirtschaft und Finanzen

Der Arbeitsmarkt in Wien entwickelt sich sehr gut. 2018 konnte eine Rekordbeschäftigung verzeichnet werden, die Arbeitslosigkeit ist unter die Werte von 2015 gerutscht. Ziel ist, bis Jahresende 2020 rund 50.000 Wienerinnen und Wiener zusätzlich in Beschäftigung zu bringen.

Das Thema Digitalisierung zieht sich durch alle Aktivitäten und Überlegungen dieser Stadt - auch beim Arbeitsmarkt.

Die Digitalisierung ist der größte Umbruch am Arbeitsmarkt seit der industriellen Revolution. Daher muss die Infrastruktur auf die Herausforderungen des digitalen Wirtschaftsstandorts vorbereitet werden. Auch bei der Qualifikation werden neue Wege beschritten, um die Menschen auch für den digitalen Arbeitsmarkt optimal vorzubereiten. Wien setzt dabei auf spezialisiertere Qualifikation.

Die Stadt Wien arbeitet konsequent daran, 2020 schwarze Zahlen zu schreiben. Dabei wird aber nicht bei den Menschen gespart, sondern durch Effizienzsteigerungen. Obwohl Wien mehr Steuereinnahmen für den Bund generiert als zurückbekommt, wird 2020 das Nulldefizit erreicht.

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke: "Mein Ressort ist in erster Linie dafür verantwortlich, die Stadt für diese großen Herausforderungen vorzubereiten und damit eine stabile Entwicklung sicherzustellen. Damit das möglich wird, müssen wir jeden Tag hart arbeiten. Mein Ressort konzentriert sich hier auf drei Säulen: Gute Arbeit für alle schaffen. Digitalisierung für die Menschen nützen. Stabile Finanzen für das Nulldefizit 2020."

Wissenschaft

Wien ist die größte Wissenschaftsstadt Mittel- und Osteuropas. Mit der Ansiedelung der Central European University, der Stärkung außeruniversitärer Institute, Preisen für herausragende wissenschaftliche Leitungen und Frauenförderung wird der Standort weiter ausgebaut.

Forschungsstadt Wien

Wohnbau

Der Wiener Wohnbau ist die größte Förderung der Mittelschicht in der Stadt und darin weltweit einzigartig. Rund zwei Drittel aller Bewohnerinnen und Bewohner leben heute im sozialen Wohnbau. Bis 2020 sind rund 14.000 weitere geförderte Wohnungen auf dem Weg. Um die Wienerinnen und Wiener in ihrer Lebenssituation bestmöglich zu unterstützen, werden beispielsweise auch eigene Wohnprojekte für Alleinerziehende geplant. Die ersten beiden entstehen in der Wolfganggasse in Meidling und in der Käthe-Dorsch-Gasse in Penzing.

2018 wurde die Widmungskategorie "geförderter Wohnbau" eingeführt. Damit wurde der Grund- und Bodenspekulation in der Stadt ein Riegel vorgeschoben.

Kathrin Gaál: "Als Wohnbaustadträtin ist es meine Aufgabe, dass sich möglichst alle Wienerinnen und Wiener in ihrem Zuhause geborgen und sicher fühlen und leistbaren und lebenswerten Wohnraum zur Verfügung haben."

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