Wien bleibt anders - Interview mit Bürgermeister Michael Häupl

Bürgermeister Michael Häupl im Gespräch

Bürgermeister Michael Häupl

MEIN WIEN: Österreich feiert den 100. Geburtstag der Republik und hat zudem im 2. Halbjahr die EU-Ratspräsidentschaft inne. 2018 wird wohl kurzweilig.

Michael Häupl: Und es wird hochspannend, aber nicht nur wegen der bereits genannten Ereignisse. Leider müssen wir Wienerinnen und Wiener damit rechnen, dass die neue Bundesregierung umgehend Maßnahmen präsentieren wird, die alles aushöhlen sollen, was Wien ausmacht: sozialer Zusammenhalt, ein funktionierendes Sozialnetz, ein leistbares Wohnungsangebot und nicht zuletzt die ausgezeichnete Lebensqualität.

MEIN WIEN: Wird das wirklich so einseitig?

Häupl: Als Demokrat bin ich der Meinung, dass die gewählte Regierung einmal arbeiten soll, daran wird sie gemessen werden. Um Fehlentwicklungen zu vermeiden, will ich aber festhalten: Wenn Sozialabbau, Sparen bei den Ärmsten, Steuergeschenke für Millionärinnen und Millionäre sowie die Offenlegung der Gehälter von Gemeindebaubewohnerinnen und -bewohnern die obersten Anliegen der Bundesregierung sind, werden wir mit aller Kraft dagegenhalten und dafür sorgen, dass Wien anders bleibt. Soziale Gerechtigkeit ist seit jeher ein hohes Gut in dieser Stadt. Das soll auch künftig so sein.

MEIN WIEN: Wo sehen Sie in Wien im nächsten Jahr Verbesserungsbedarf?

Häupl: Ich denke, unsere bisherige Konzentration auf die Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik war richtig und muss weiter beibehalten werden. Leider hat die Bundesregierung am Neujahrstag die Aktion 20.000, eine Aktion für ältere Langzeitarbeitslose, gestrichen. Zudem benötigen wir eine vertiefende Auseinandersetzung mit den Folgen der Digitalisierung. Wichtig sind mir persönlich auch das gute Zusammenleben und der Zusammenhalt in Wien.

In diesem Zusammenhang möchte ich die Gelegenheit nutzen, um allen Wienerinnen und Wienern ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2018 zu wünschen und mich für all die Weihnachtsgrüße zu bedanken!

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