Erste Projekte für Digi-Hauptstadt starten

Bürgermeister Michael Ludwig mit Vertreterinnen und Vertretern der Sozialpartner

LK Wien Vizepräsident Norbert Walter, ÖGB Vizepräsidentin Korinna Schumann, WKW-Präsident Walter Ruck, Bürgermeister Michael Ludwig, AK-Chefin Renate Anderl und IV Wien Präsident Christian C. Pochtler (v.l.n.r.)

Wien will Digitalisierungs-Hauptstadt Europas werden. Der Fortschritt soll aber nicht nur einem Teil der Bevölkerung nutzen. Daher wurde ein "Digitalisierungspakt" mit den Sozialpartnern unterzeichnet.

Zu den ersten Projekten zählen unter anderem die Vermittlung von Informatik an Kindergärten und Schulen, der Ausbau der "Digi-Lehre", der Ausbau des 5G-Netzes sowie die Förderung von Wissenschaft und Forschung.

Bürgermeister Michael Ludwig: "Ziel ist es, den 'Digitalisierungshotspot' Wien so weiterzuentwickeln, dass das Wohl der Menschen mit stabilen und sicheren Arbeitsplätzen im Mittelpunkt steht und die Wirtschaft attraktive Entwicklungsmöglichkeiten vorfindet. Die Digitalisierung muss den Menschen nützen – und nicht umgekehrt. Es geht darum, sich nicht globalen Entwicklungen auszuliefern, sondern aktiv und gemeinsam zu gestalten, wo die digitale Reise in dieser Stadt hingehen soll."

Förderung von Aus- und Weiterbildung

Die Digitalisierung am Arbeitsplatz bietet viele Chancen für die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen. Gleichzeitig machen sich viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Sorgen, dass sie bei der fortschreitenden Digitalisierung der Arbeitswelt nicht mitkommen oder abgehängt werden. Wichtig ist daher, dass allen Chancen auf eine Qualifizierung offenstehen. Ein Angebot in diese Richtung ist die Aktion Digi-Winner, bei dem ältere Arbeitslose zu IT-Fachkräften ausgebildet werden. Die Aktion soll verlängert und die Mittel dafür auf 3,5 Millionen Euro aufgestockt werden.

Neue Digi-Lehre

Für die Betriebe wird die digitale Kompetenz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer wichtiger. Daher wurde der Ausbau der Digi-Lehre vereinbart. Mit dieser neuen Lehre soll die Digitalisierung Einzug in Berufsschule und überbetriebliche Ausbildung finden. Bestehende Ausbildungen zu Lehrberufen, wie zum Beispiel Einzelhandelskaufmann oder -frau, werden um digitale Kompetenzen erweitert. IKT-Firmen sollen zu Lehrbetrieben werden und junge Menschen im Lehrberuf "ApplikationsentwicklungsCoding" ausbilden. 70 Jugendliche haben die Lehre bereits absolviert, künftig sollen 200 weitere Lehrstellen dazukommen.

Digi-Box für Kindergarten und Volksschule

Auch die ganz Kleinen müssten spielerisch an das Thema Digitalisierung herangeführt werden. Ein Beispiel für die frühe Auseinandersetzung mit dem Thema Programmieren und Digitalisierung ist das Pilotprojekt "Digi-Box" im Kindergarten und an der Volksschule. In der Box ist ein programmierbarer Lernroboter in der Form einer Biene ("Bee-Bot") enthalten. Die ersten 25 Digi-Boxen wurden von Medienpädagoginnen und -pädagogen des Wiener Bildungsservers so konzipiert, dass der Lernroboter und die enthaltenen Unterrichtsmaterialien samt Praxis-Beispielen von den Pädagoginnen und Pädagogen unmittelbar im Unterricht oder im Kindergarten eingesetzt werden können. Abhängig von den Ergebnissen des Pilotprojekts soll die Digi-Box auf alle 228 Wiener Volksschulen und 350 Kindergärten in der Stadt ausgedehnt werden.

Förderung für Forschung und Wissenschaft

Stadt und Sozialpartner wollen Technik-FHs und Forschung weiter fördern. Die Stadt Wien hat zuletzt die Förderung für Fachhochschulen aufgestockt. Jede beziehungsweise jeder 6. Studierende macht seinen Abschluss inzwischen an einer Fachhochschule – bei den Informatik-Fächern inzwischen jede beziehungsweise jeder 2. Auch in der Forschung legen viele FHs einen Schwerpunkt auf Digitalisierung.

5G-Ausbau

Beim Ausbau des neuen Funkstandards 5G fördert die Stadt Anwendungsbeispiele für die neue Technologie zum Nutzen der Stadtbewohnerinnen und –bewohner. In Form einer "5G Vienna Use Case Challenge" wurden im Herbst 2019 konkrete innovative 5G-Anwendungen gesucht, die Unternehmen in der Stadt Wien als Pilotprojekte umsetzen werden. Die Stadt fördert Projekte mit insgesamt 400.000 Euro. Zum Zug kamen Projekte wie eine Feuerwehr-Drohne oder Kameras, die Kreuzungen sicherer machen. Gefördert wurde auch ein Projekt, das Schülerinnen und Schülern über AR ermöglicht, im Geschichtsunterricht virtuell in die Vergangenheit der Stadt einzutauchen.

Ausbau Wiens zum "Smart Health Hub"

Im Digi-Pakt vereinbart ist auch der Ausbau Wiens zum "Smart Health Hub". Wien soll dabei auf seiner starken Position als Life-Science-Zentrum mit vielen Unternehmen in dieser Branche aufbauen und darüber hinaus verwandte Health-Tech-Firmen anlocken.

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