Petitionsplattform

Angaben zur Petition
Titel :    Für die respektvolle Erhaltung und adäquate Nutzung der Helmut-Richter-Schule am Kinkplatz in Wien/Penzing
Kurzbeschreibung :    Die Initiative „Bauten in Not“ fordert die Stadt Wien auf, dieses richtungsweisende Gebäude der Moderne zu erhalten und einer adäquaten Nutzung zuzuführen. Das High-Tech-Gebäude vom Ende des 20. Jh. ist auch im internationalen Vergleich von heraus-ragender Bedeutung. Seine singuläre Stellung in Österreich macht es einzigartig und denkmalwürdig. „Bauten in Not“ lädt daher am 18.9.2019, dem „Tag des schutzlosen Denkmals“, um 18:15 amKinkplatz 21 zur „Freiluftklasse für die Helmut-Richter-Schule“.
Petitionstext :    Die Schule in Baumgarten (Bezirksteil von Wien-Penzing) ist das Hauptwerk von Architekt Helmut Richter (1941-2014). Sie ist „der radikalste und mutigste Beitrag zum Wiener Schulbauprogramm 2000. (...) Weit ihrer Zeit voraus, fasziniert sie als Raum und Konstruktion bis heute.“ (Zitat: Franziska Leeb in „architektur aktuell“, Nr. 452, 2017, S.112). Das „Schulbauprogramm 2000“ wurde vom damaligen Stadtrat für Stadtentwicklung und Stadtplanung, Hannes Swoboda (SPÖ; heute Präsident des Vereins Architekturzentrum Wien) ins Leben gerufen. Es brachte den international vielbeachteten Anstoß einer architektonischen Erneuerung im Schulbau, die bis heute nachwirkt. Die Helmut-Richter-Schule ist das Aushängeschild dieses Programms. "Dass es sich bei diesem Gebäude um ein Meisterwerk handelt, steht außer Zweifel und es sollte alles getan werden um dieses Gebäude in seiner Bedeutung zu erhalten,“ betont auch Wolf Prix, etwa im Brief an SR Czernohorsky vom 4. April 2019. Prix ist auch im internationalen Architektur-Komitee, das sich nach ersten Abrissgerüchten 2014 formiert hat. Die führenden Akteure der österreichischen und internationalen Architektur-Szene, darunter Zaha Hadid, Frank Gehry und Dominique Perrault, starteten damals eine Petition und forderten den wertschätzenden Umgang mit Richters außergewöhnlichem Werk. Die vorliegenden, von der Stadt Wien beauftragtenSanierungsgutachten (Werkraum Wien 2015, KPPK 2016, Ing. Ribarich 2018)kommen übereinstimmend zu dem Schluss, dass die Schule insgesamt den technischen Normen (Statik, Wärmedämmung, Schalldämmung) ihrer Zeit entspricht, zum Teil sogar den heute gültigen. Mängel im Bereich der Abdichtungen, des Brandschutzes oder der Funktionstüchtigkeit einzelner Bauteile lassen sich im Einklang mit den architektonischen Qualitäten des Bauwerks lösen. KPPK ermittelten für Bestandserhalt, Sanierung und Verbesserungen Kosten von ca. 31 Mio Euro (2016, exkl. Mwst.) – in etwa den Neubaukosten einer Schule dieser Größenordnung. Auch das neueste Gutachten bestätigt die Beurteilung in den wesentlichen Punkten, sieht aber in Widerspruch dazu ohne weitere Begründung eine Reihe von „Empfehlungen“ vor, die die Kosten auf 46 Mio Euro hinaufschrauben – phantasievolle Planungskosten von 14 Mio. Euro (im Vergleich zu 4,5 Mio. bei einer Neubaulösung) nicht eingerechnet. Dabei würden diese „Empfehlungen“ das Gebäude in seiner Außenerscheinung und räumlichen Transparenz so gravierend verändern(Austausch aller Fassaden und wesentlicher Teile der Konstruktion usw.), dass auch die dringend zu fordernde Unterschutzstellung des Gebäudes fraglich würde.Diese Zerstörung durch „Sanierung“ ist aus den Befunden der Gutachten nicht zu rechtfertigen und entschieden abzulehnen. Ebenso lehnen wir entschieden jeden Gedanken an einen Abbruch und Neubau ab. Er käme inkl. Abbruchkosten nicht nur erheblich teurer als die denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes, er wäre vor allem auch ökologisch nicht vertretbar: Die in dem erst 25 Jahre alten Gebäude gebundene graue Energie ginge ganz erheblich zu Lasten der Ökobilanz einer derartigen Lösung. Hingegen sollten die besonderen funktionellen Qualitäten des Gebäudes eine adäquate Nutzung wesentlich erleichtern. Das Stahlbeton-Skelett der Klassentrakte gewährleistet eine hohe Flexibilität in der Raumeinteilung und Nutzung. Auch die in ihrer Großzügigkeit im Wiener Schulbau einzigartige Dreifachturnhalle könnte unterschiedlichsten Nutzungen Spielraum bieten. Ebenso wäre es im Sinn der Nachhaltigkeit anzustreben, ökologisch zukunftsweisende, aber seinerzeit nicht ausgeführte Projektvorschläge, wie die zugleich schattenspendende Photovoltaikanlage auf den Schrägdächern der Pausenhalle und der Turnsäle, nunmehr umzusetzen. Anzustreben ist jedenfalls eine Nutzung aus dem breiten Feld der Bildungseinrichtungen. Gerade für junge Menschen kann diese Ikone moderner Architektur als ein gebautes Leitbild einer offenen Gesellschaft von höchstem Wert sein. Eingebracht von Johannes Zeininger
Freigabe :    31.07.2019
Anzahl bisheriger Unterstützungen :    292
Status :    Freigegeben
Anmerkungen :   
Eingebracht von :    Johannes Zeininger
Beilage(n) :   
626,33kbpdf

   
Stellungnahme(n)/Beantwortung(en) :   

   
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